DAS GEDICHT 3
1. HISTORISCHER ABRISS (ELISABETH GARCIA) 4
2. BIOGRAPHIE HÖLDERLINS (ELISABETH GARCIA) 6
2.1 Namenserläuterungen 6
2.2 Biographie 6
3. GEISTESWISSENSCHAFTLICHE HINTERGRÜNDE (SOPHIE KOCH) 9
3.1 Epoche der Romantik 9
3.2 Hölderlin und di e Romantik 11
3.3 Hölderlin und seine Weltanschauung 11
3.4 Zusammenfassung 14
4. ZUM LYRISCHEN WERK (ELISABETH GARCIA) 15
4.1 Tübinger Hymnen (1790-93) 16
4.2 Antike Formen (ab 1796) 17
4.3 Pindarische Gesänge ( 1800-06) 17
4.4 Dichtungen nach 1806 18
4.5 Merkmale hölderlinscher Dichtkunst (Sophie Koch) 18
5. INTERPRETATIONEN ZU HÖLDERLINS GEDICHT „HÄLFTE DES LEBENS“
(SOPHIE KOCH) 19
5.1 Sobrias Ebrietas (Jochen Schmidt) 19
5.2 Beweis für menschliches Glück (Ernst Jandl) 21
5.3 Eigene Meinung über „Hälfte des Lebens“ (Sophie Koch) 22
5.4 Sprecherische Realisation (Elisabeth Garcia) 23
6. LITERATURVERZEICHNIS 24
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1. Historischer Abriss (Elisabeth Garcia)
Die stichpunktartigen Erklärungen zum zeitgeschichtlichen Hintergrund werde ich zum einen auf die europäische Situation zum anderen auf einen Zeitraum von ca. 1789 bis 1820 beschränken, weil dieser Ausschnitt meiner Meinung nach für das Leben Hölderlins am relevantesten ist. Alles weitere würde den Rahmen sprengen.
Bei Ausbruch der Französischen Revolution bestand Deutschland aus etwa 300 Einzelstaaten, darunter viele kleine unbedeutende, nur Preußen und Österreich waren von nennenswertem Rang. Zusammengehalten wurde das Reich durch das seit Generationen in der Hand der Habsburger liegende Kaisertum. Die Fürsten regierten jedoch souverän. Die Staatsmacht stützte sich auf Heer, Beamtentum und Kirche. Aufgrund der Zersplitterung Deutschlands sah man zunächst kaum eine Gefahr des Übergreifens der aufrührerischen Bewegungen.
1789 - Sturm auf die Bastille, Beginn der Französischen Revolution; Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 1791 - Frankreich wird konstitutionelle Monarchie
1792 - Kriegserklärung Frankreichs an Österreich; nach Eintritt Preußens erster Koalitionskrieg; auf Anstiftung Jean-Paul Marats Septembermorde an Royalisten in Paris; Beginn der republikanischen Zeitrechnung; Frankreich bietet allen Völkern, die frei sein wollen, Brüderschaft und Hilfe 1793 - Hinrichtung Ludwigs XVI. und der Führer der Gironde; Terror durch die Jakobiner
1794 - nach Staatsstreich Hinrichtung Robespierres
1796 - Beginn des Italienfeldzuges unter Napoleon Bonaparte, in dessen Folge neue Republiken gegründet werden
1797 - Friede von Campo Formio; Ende des ersten Koalitionskrieges, 1799 - Beginn des zweiten Koalitionskrieges; Napoleon wird durch Staatsstreich erster Konsul
1801 - Friede von Luneville beendet die Revolutionskriege 1802 - Napoleon wird lebenslänglicher Konsul
1803 - Reichsdeputationshauptschluss: Säkularisierung vieler Fürstentümer in Deutschland; Reduzierung auf sechs Reichsstädte und drei Kurfürstentümer;
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erneut Feindseligkeiten zu Frankreich 1804 - Kaiserkrönung Napoleons in Frankreich
1806 - nach Ultimatum Napoleons legt Franz der Zweite die Kaiserwürde nieder; Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen; Gründung des Rheinbundes; Einführung des französischen Rechts in allen dazu gehörenden Staaten ( Überwinden des Absolutismus; Verfassung, Gleichheit aller vor dem Gesetz, Freiheit der Person, etc.)
1807 - Preußen nach Niederlage bei Jena / Auerstedt als Großmacht zerschlagen, große Gebietsverluste - Abdrängen nach Osten
1809 - auch Österreich entmachtet, beide zu mittleren Mächten herabgestuft Vorherrschaft Napoleons in Europa, Kontinentalsperre; Gegenkräfte mobilisieren sich;
in Deutschland Reformen durch Stein / Hardenberg mit dem Ziel, ein zum Widerstand bereites Volk zu bilden; auch in anderen unterdrückten Ländern Wunsch nach nationaler Selbstbestimmung 1812 - Russlandfeldzug Napoleons 1813 - Befreiungskriege in Deutschland
1814 - Pariser Frieden: Verlust aller Eroberungen Frankreichs seit 1792; Auflösung des Rheinbundes
1815 - Wiener Kongress, Ergebnisse für deutsche Bevölkerung enttäuschend: loser deutscher Bund als militärisches Defensivbündnis statt Nationalstaat, innenpolitischer Streit,
zur Rettung des habsburgischen Vielvölkerstaates versucht Staatskanzler Metternich durch Restauration alle demokratisch-nationalen Bewegungen zu Unterdrücken;
Schlussakt des Kongresses: Wiederherstellung der europäischen Ordnung nach Situation vor der Revolution
Heilige Allianz: gegenseitige Verpflichtung Russlands, Österreichs, Preußens begründet auf Legitimität und Solidarität
Schlacht bei Waterloo, endgültige Niederlage Napoleons und Verbannung 1817 - Wartburgfest, Demonstration für nationale Einheit durch akademische Jugend 1819 - Karlsbader Beschlüsse, monarchisches für alle Staaten des deutschen Bundes, „Demagogenverfolgung“ ( Zensur, Verbot der Burschenschaften) (vgl. Mann 1986)
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Biographie Hölderlins (Elisabeth Garcia)
1.1 Namenserläuterungen
Vorab möchte ich kurze Erklärungen zu einigen im Folgenden auftretenden Namen geben, um das Verständnis zu erleichtern:
♦ COTTA von Cottendorf, Johann Friedrich (1764-1832)
Verlagsbuchhändler in Tübingen zu dessen Autoren Schiller, Goethe, Jean-Paul, Fichte und Schelling gehörten ♦ EMPEDOKLES (483-423 v. Chr.)
griechischer Dichter, Arzt, Naturphilosoph; populär durch medizinische Fähigkeiten und Tätigkeiten als Staatsmann; nach Mythos Tod durch Sprung in den Ätna ♦ HYPERION
griechisch für „der Oben-Gehende“, einer der Titanen, Vater des Sonnengottes Helios ♦ PINDAR (522-445 v. Chr.)
griechischer Lyriker, Hymnen/ Oden auf Sieger der olympischen, pythischen und nemeischen Festspiele als einzige vollständig erhalten ♦ (VON) SINCLAIR, Isaak (1775-1815)
Diplomat und Schriftsteller, später Regierungsrat am Homburger Hof, von 1798-1806 engster Freund Hölderlins ♦ STÄUD LIN, Gotthold Friedrich (1758-1796)
Kanzleiadvokat in Stuttgart, Lyriker und Herausgeber mehrerer schwäbischer Alm anache
1.2 Biographie
• Am 20. 3. 1770 wird Johann Christian Friedrich Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren. Ein Jahr später folgt seine Schwester Johanna Christiana Friederike. Die Familie gehört seit Generationen zum evangelischen Pfarrer- und Beamtentum. Der Vater (Klosterhofmeister) stirbt 1772 an den Folgen eines
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Schlaganfalls, wenige Wochen vor der Geburt der Tochter Maria Eleonora Henrike.
• Zwei Jahre darauf heiratet die Mutter den späteren Bürgermeister Johann Christoph Gock, und die Familie zieht nach Nürtingen um. 1775 wird Hölderlins Halbschwester Anastasia Carolina Dorothea geboren, stirbt jedoch im selben Jahr wie auch Johanna Christiana Friederike. In der folgenden Zeit kommen noch drei weitere Kinder zur Welt, von denen aber nur der Sohn Carl Christoph Friedrich am Leben bleibt. Nach nur fünfjähriger Ehe verliert die Mutter auch ihren zweiten Ehemann, der einer Lungenentzündung erliegt. Fortan ist sie alleinerziehend. • Hölderlin besucht seit dem sechsten Lebensjahr die Lateinschule, erhält zusätzlich Privatunterricht. 1784 tritt er in die niedere Klosterschule Denkendorf ein. Die Mutter sieht eine Laufbahn als Pfarrer für ihn vor. Im Anschluss wechselt er auf die höhere Klosterschule Maulbronn. Im Alter von 16 Jahren verfasst er hier erste kleinere Gedichte, angeregt durch Klopstock, Schiller, Young und Ossian. Außerdem lernt er Louise Nast, die Tochter des Klosterverwalters, kennen, mit der er sich verlobt.
• Nach Beendigung der Schule nimmt er 1788 das Studium der Philosophie und Theologie im Tübinger Stift auf. Dort findet er Freunde, die seine Begeisterung zu Klopstock und Schiller teilen. Von letzterem lässt sich Hölderlin zu den „Tübinger Hymnen“ anregen. Er gründet einen kleinen Dichterbund mit den Kommilitonen Neuffer und Magenau. Immer größer werden seine Zweifel an der für ihn vorgesehenen Berufslaufbahn. Auch die Verbindung mit Louise Nast wird gelöst. In den 90er Jahren beschäftigt sich Hölderlin intensiv mit der Philosophie Kants und Reinholds. Außerdem werden die Ideen der Französischen Revolution von ihm und vielen seiner Mitstudenten (darunter Hegel) enthusiastisch aufgenommen. Der Wunsch Schriftsteller zu werden, verfestigt sich. In Stäudlins „Poetische[r] Blumenlese für das Jahr 1792“ erscheinen erstmals vier Gedichte von Hölderlin. Im selben Jahr beginnt er auch die Arbeit am „ Hyperion“. (Die letzte und siebente Fassung erscheint 1797 in zwei Bänden.) • 1793 schließt Hölderlin das Studium mit Promotion ab. Auf Empfehlung Schillers, der ihn von Besuchen an der Tübinger Universität kennt, nimmt er eine Hofmeisterstelle bei Charlotte von Kalb in Waltershausen an. Mit dem schwererziehbaren Sohn Fritz unternimmt er Reisen nach Jena, wo er verschiedene Vorlesungen (zum Beispiel von Goethe) besucht. Auch Isaak von
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Arbeit zitieren:
Sophie Koch, Elisabeth Garcia, 2002, Friedrich Hölderlins "Hälfte des Lebens", München, GRIN Verlag GmbH
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