Gliederung:
1. Einleitung. Seite 3
2. Vergangenheit des Graffitis. Seite 3
a. Der Film Style Wars. Seite 4
b. Formen und Zeichen. Seite 5
3. Die Entwicklung in Ostdeutschland. Seite 6
4. Auswertung der Gruppenarbeit. Seite 7
5. Die Gruppe 23G. Seite 8
6. Vergleich mit Westdeutschland. Seite 10
7. Graffiti als Kunstform. Seite 11
8. Fazit. Seite 12
9. Quellen. Seite 13
2
1. Einleitung
Jeder, der durch Deutschland fährt, sieht Graffiti. Betrachtet man Häuserwände, Autobahnbrücken, Züge und ähnliches, so wird man sie nicht übersehen. Manch einer regt sich auf, über diese „Schmierereien“. Doch sind es nur Schmierereien? Hat Graffiti einen Sinn? Warum hat in den neuen deutschen Ländern das Sprühen solche Verbreitung erlangt? Warum sprühen Jugendliche? Wie war die Entwicklung in Westdeutschland vor dem Fall der Mauer?
Diese Fragen dienten als Grundlage zum Aufbau der Präsentation und der Ausarbeitung. Die Präsentation soll hierbei als Vorlage für die Ausarbeitung dienen. Um die Seminarteilnehmer mit dem Thema vertraut zu machen, wurde zuerst zusammengetragen, was über Graffiti und das Sprühen bekannt war. Dies wurde in Form eines Brainstormings durchgeführt. Will man die Problematik verstehen, so muss man sich mit der Geschichte des Graffiti und dem Sprühen vertraut mache n. Überblick darüber soll ein einführender Teil geben. Der in der Präsentation gezeigte Filmausschnitt über die Entwicklung in New York vermittelt viele Details, die wichtig sind für das Verständnis. Auf Grundlage des Films wird die deutsche Entwicklung fo rtgeführt. Um speziell auf die Problematik Ostdeutschlands eingehen zu können wurde die Stadt Weißwasser ausgewählt und an einem Beispiel in dieser Stadt die Entwicklung seit 1990 aufgezeigt. Verglichen wurde dies mit Osnabrück, wo eine ähnliche Entwicklung zu beobachten war, allerdings fand diese schon einige Jahre vorher statt. Schließlich soll noch einmal die Abgrenzung zur Kunst deutlich gemacht werden, um anschließend im Fazit auf die Möglichkeiten und die Zukunft einzugehen.
2. Vergangenheit des Graffiti
Zunächst möchte ich auf die Vergangenheit und die Entwicklung des Graffitis eingehen. Das Wort Graffiti hat seine Herkunft aus dem Griechischen. Dort bedeutet graphein ritzen. Im Italienischen bedeutet sgraffiare kratzen, was schließlich zur Bedeutung von Graffiti geführt hat.
Die eigentliche Bedeutung als „Botschaft des auftragenden Verfahrens“ 2 blieb mehr oder weniger erhalten.
2 siehe Internet. 4.
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Der Begriff Graffiti ist eigentlich nur noch ein Oberbegriff, der verschiedene Unterformen zusammenfasst. Die moderne Form wird als american graffiti bezeichnet. Den Akt an sich bezeichnet man als graffiti writing, wobei hier fälschlicherweise auch künstlerische Arbeiten mit einbezogen werden. Seinen historischen Ursprung hat das Graffiti in den alten Hochkulturen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema begann aber erst um 1850. Damals beschäftigte man sich mit „Klograffiti“ 3 und den Wandäußerungen von Gefangenen.
Gefangene ritzten fast immer Botschaften und Kritzeleien in Türen von Gefängnissen, oder an Wände. Noch heute kann man in den Originaltüren von Edinburgh Castle ablesen, welche Gefangenen dort waren, und was sie ausdrücken wollten. (siehe angehängte Photos) In den USA begann man sich mit diesem Thema in den 20er Jahren zu beschäftigen. Der Sprachwissenscha ftler Read stellte ein Lexikon von Ausdrücken und Stilen zusammen, das große Beachtung fand und schnell zu einem Standardwerk für viele Forscher wurde. Besonders ab 1960 hatte dieses Buch vermehrt Einfluss auf die Graffiti- Forschung. Ende der 70er begann die Forschung in Europa das Thema aufzugreifen und sich mit dem Phänomen zu beschäftigen, wohl auch, weil Anfang der 80er Jahre ein regelrechter Boom einsetzte, der ausgehend von New York schnell nach Europa überschwappte. Dort entstand durch den Hip-Hop eine neue Kulturszene, die zusammen mit Breakdance und dem schriftlichen Ausdrucksmittel, dem Graffiti (später american writing) eine Dreierkombination bildete, von der sich vor allem die in Nordamerika lebenden afroamerikanischen Jugendlichen Freiheit versprachen das auszudrücken, was sie bewegt.
Seit 1990 geht die Anzahl derjenigen, die aktiv Graffiti sprühen leicht zurück, in Deutschland allerdings vermehrte sich das Sprühen von Graffiti nach der Wiedervereinigung, vor allem in den neuen deutschen Bundesländern. 4
a) Der Film „Style Wars “
Seit 1971 nahm das „american writing“ ständig zu. TAKI 123 war der erste in New York. Das „Malen“ begann in den Slums von Brooklyn, Bronx und Harlem. Fast ausschließlich Schwarze waren die „Writer“. Die bekanntesten vo n ihnen (SEEN, CRASH, DAZE, BLADE) wurden von Henry Chalfant teilweise gefilmt, als er den Film „““Style Wars“ drehte. Dieser Film beschäftigt sich mit dem Wesen von Graffiti in der amerikanischen Großstadt New York. Im Vortrag waren die ersten zehn Minuten zu sehen, in denen die
3 siehe Internet, 3.
4 siehe Internet, 4.
4
Hauptmerkmale des Graffiti in seiner heutigen Form erklärt werden. Besonderes Augenmerk legten die „Writer“ auf Züge von S- Bahnen. Da diese durch die ganze Stadt fuhren, sprühte man sein „Tag“ (Schriftzug) auf den Wagen, um in allen Stadtteilen bekannt zu werden. (Fame). Einer der Sprecher im Film weist darauf hin, dass diese Form von Graffiti keine Kunstform darstellt, sondern dass es vor allem das Illegale ist, weswegen so etwas getan wird. In Verbindung mit Breakdance und Rap, aus dem sich der Hip-Hop entwickelt, schaffen sich die Schwarzen eine ganz eigene Kultur, um alltägliche Dinge wie Sex, Gewalt, Drogen, Probleme auszudrücken. Die Dreierkette zwischen Hip- Hop, Breakdance und Graffiti tritt fast immer zusammen auf. Nirgend wo lässt sich die Entwicklung losgelöst voneinander betrachten. Selbst heute auf deutschen Veranstaltungen wie zum Beispiel dem „SPLASH“ (größtes Hip-Hop Event in Europa), werden Wettbewerbe im Sprühen ebenso ausgetragen, wie im Breakdance, oder im Freestyle Rap.
Auch wer die Täter sind, wird recht deutlich gemacht. Die Jugendlichen beginnen mit dem Sprühen wenn sie zwischen 15 und 16 Jahre alt sind und sprühen bis sie maximal 30 sind. Jeder „Writer“ besitzt ein soganntes „Blackbook“, in dem Skizzen gemalt werden, und Kommentare zu den einzelnen Entwürfen stehen. Es wird außerdem angesprochen, dass die meisten von ihnen später entweder aufhören, oder professionell arbeiten. Auch die Zugehörigkeit zu einer Crew wird deutlich gemacht. 5
b) Formen und Zeichen
Nicht jedes Graffiti sieht gleich aus. Alle Sprüher versuchen ihren eigenen Style zu kreieren um sich aus der Masse abzuheben. Dennoch lassen sich verschiedene Grundformen, Motive und Zeichen erkennen, die in unterschiedlichen Stilen existieren aber immer wieder auftauchen. Vom „PEACE“- Zeichen, bis hin zum Hakenkreuz können alle Symbole auftreten. Meist werden diese bildnerisch aber umgesetzt, bzw. verändert. Zum Beispiel gibt es auf einem Graffiti von einem Hip- Hop Label einen Mercedes, der statt des Sterns ein „PEACE“- Zeichen trägt.
Die zweite Ausdrucksform wird mit der Schrift erreicht. Das reicht von ganz einfachen Sprüchen, wie „Ausländer raus.“, bis hin zu den Namen der Crews (23G). Die Buchstaben werden dabei oft sehr abstrakt dargestellt, so dass ihre Lesbarkeit teilweise nur „Geübten“ leicht fällt. Um das Graffiti zu untermalen, oder ihm einen Blick zu geben, werden oft Figuren verwendet, oder man positioniert die Schrift, ähnlich wie eine Mauer, vor ein Hintergrundbild. Das kann so ziemlich alles darstellen. Strände, Weltraum, eine Mauer, aus
5 siehe auch Internet, 16.
5
Arbeit zitieren:
Karsten Hertel, 2003, Die Entwicklung der Graffitiszene in Deutschland, speziell in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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