RFID Technologie:
Einsatz und Implementierung in einem Handelsunternehmen
DIPLOMARBEIT
für die Prüfung zum
Diplombetriebswirt (Berufsakademie)
des Studiengangs Handel II
an der Berufsakademie
Stuttgart
Michael Kutz April
2005
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... IV
Abkürzungsverzeichnis ... IIV
1 Einleitung ... 1
2
Grundlagen RFID-Systeme ... 2
2.1
Unterscheidungsmerkmale ... 2
2.2
Bestandteile eines RFID-System ... 4
2.2.1 RFID-Chip ... 4
2.2.2
Elektronischer Produktcode (EPC) ... 5
2.3
Ziele des Einsatzes ... 6
3
Betriebsformen des Handels ... 8
3.1
Funktioneller und institutioneller Handel ... 8
3.2
Charakterisierung und Klassifizierung der Handelsunternehmen ... 9
4
Einsatzmöglichkeiten von RFID in einem Handelsbetrieb ... 10
4.1
Aktionsorientierte Funktionen des Handels ... 10
4.2
Einsatz von RFID-Systemen in der Logistik des Handelsbetriebes ... 11
4.2.1
Einsatz auf Paletten Ebene ... 13
4.2.1.1
Wareneingang im Distributionszentrum ... 14
4.2.1.2
Interner Warenfluss im Distributionszentrum ... 15
4.2.1.3
Warenausgang im Distributionszentrum ... 16
4.2.2
Einsatz auf Umkartons ... 18
4.2.2.1
Wareneingang im Distributionszentrum ... 18
4.2.2.2
Kommissionierung im Distributionszentrum ... 19
4.3
Einsatz von RFID in der Filiale ... 22
4.3.1
Lagermanagement ... 23
4.3.2
Bestandsmanagement ... 24
4.3.3
Einsatz auf Artikel Ebene ... 26
4.4
Probleme des RFID-Einsatzes ... 28
5
Implementierung von RFID in einem Handelsbetrieb ... 30
5.1
Voraussetzungen ... 30
5.2
Projektablauf ... 31
5.3
Grundlagen schaffen ... 32
5.3.1
Vision und Projektziel ... 33
5.3.2 Prozess Analyse ... 34
5.3.3
Auswahl eines Pilot Projektes ... 35
5.3.4
Kosten-Nutzen Analyse ... 37
5.4
Einbindung der Lieferanten ... 38
5.5
Auswahl der Hardware ... 39
5.6
Auswahl der Software ... 40
5.7
Evaluierung und Implementierung ... 41
6 Schlussbetrachtung ... 44
Anhang ... 46
Literaturverzeichnis ... 47
Verzeichnis der Internetquellen ... 49
Gesprächsverzeichnis ... 51
Abbildungsverzeichnis
[...]
Abkürzungsverzeichnis
[...]
1 RFID Technologie: Einsatz und Implementierung in einem Handelsunternehmen
1 Einleitung
Handelsunternehmen in Deutschland finden sich heute einem immer schärferen Wettbewerb ausgesetzt. Das Zusammenwachsen der Welt mit Hilfe von modernen Kommunikationstechnologien lässt neue Wettbewerber auf den traditionellen Markt treten und neue Vertriebskanäle, wie zum Beispiel den E-Commerce, entstehen. Mit hartem Preiskampf wird um die Gunst der Kunden geworben. Das Ergebnis sind sinkende Gewinnspannen. Langfristig überleben kann in diesem Marktumfeld nur, wer seine Prozesse an die Marktgegebenheiten anpasst und kontinuierlich optimiert.1
Unternehmen haben daher erkannt, dass dieser Weg zum Erfolg in einer durchgängigen Planung und Optimierung der Logistikkette liegt. Einer Logistikkette, die die Teilnehmer durch Zusatznutzen und niedrigere Gesamtkosten wettbewerbsfähiger macht. Der Wettbewerb spielt sich nicht mehr nur zwischen Unternehmen ab, sondern zwischen gesamten Logistikketten. 2 Der Schlüssel hierzu ist der Aufbau eines anpassungsfähigen Lieferketten Netzwerkes. Eine Supply Chain3 , die die Flexibilität besitzt, in fast Echt-Zeit auf Marktgegebenheiten und -entwicklungen reagieren zu können, ein Netzwerk, das die Quadratur des Kreises schafft, Lagerbestände zu reduzieren und trotzdem volle Regale zu garantieren. 4 Grundvoraussetzung hierfür ist eine fast vollständige Transparenz des Warenflusses entlang der Supply Chain und ein einfacher Zugriff auf diese Daten. Der optimale Einsatz dieser Daten und Informationen ist heute entscheidend für den Erfolg in einem immer intensiveren Wettbewerb.5 Die Technologie, die dies ermöglichen kann, ist Radio Frequency Identification kurz RFID. Sie soll die Prozesse in der Konsumgüter Branche in den nächsten Jahren grundlegend verändern, indem Paletten, Versandeinheiten und sogar einzelne Artikel mit Mikrochips ausgestattet und so kontaktlos über eine Seriennummer eindeutig identifizierbar werden.6
Für viele Unternehmen aus Industrie und Handel steht daher bei der RFID-Implementierung auf Grund des hohen Konkurrenzdrucks nicht mehr das ,,ob", sondern vielmehr das ,,wann" und ,,wie" im Vordergrund. 7 Wal-Mart, der größte Einzelhandelskonzern der Welt, gab bekannt, dass seine 100 Top Lieferanten in den USA bis zum Jahr 2005 die angelieferten Paletten mit RFID-Chips ausstatten müssen. In Europa treiben Konzerne wie Metro, Carrefour und Tesco mit Pilotprojekten die Entwicklung voran. 8 Eine europaweite Studie im Jahr 2005 des Marktforschungsinstituts Vanson Bourne ermittelte, ,,... dass 41 Prozent aller europäischen Händler noch in diesem Jahr die Einführung von RFID planen." 9 Es gilt zu entscheiden, ob man bei den ′First Mover′ dabei sein möchte. Setzt dabei auf den zu erwartenden Know-How Vorsprung und bestimmt zu entwickelnde Standards mit, oder wartet man ab, beobachtet die Entwicklung und führt die Technologie ein, wenn sich Standards etabliert haben und die Preise überschaubar sind. Möglicher- weise gilt es aber dann einen Vorsprung der Konkurrenz wettzumachen, der vielleicht nicht mehr einzuholen ist. 10 Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Einsatzmöglichkeiten von RFID-Systemen in einem Handelsbetrieb zu untersuchen und eine mögliche Implementierung darzustellen. Dazu wird erst ein allgemeiner Überblick über RFID-Systeme gegeben und die betreffenden Handelsbetriebe werden definiert. Im ersten Hauptteil der Arbeit soll dann die Einsatzmöglichkeit der Technologie und die Auswirkung auf die Prozesse in einem Handelsbetrieb, grob untergliedert in Distributionszentrum und angeschlossene Filialen, dargestellt werden. Für einen direkten Praxisbezug und um eine anschauliche Darstellung zu schaffen, soll die mögliche Auswirkung der RFID-Technologie auf ausgewählte Prozesse bei der xxx analysiert werden. Dabei soll auch auf die möglichen Anwendungsgebiete eingegangen werden, die RFID in der Zukunft möglich macht. Den Abschluss des ersten Hauptteils bildet eine Zusammenfassung der Probleme, die mit dem Einsatz von RFID-Systemen verbunden sind. Im zweiten Hauptteil der Arbeit wird dann eine mögliche Implementierung der Technologie in einem Handelsbetrieb behandelt. Aktuelle Beispiele der verschiedenen Implementierungsphasen in der Konsumgüterbranche sollen auch hier zur Veranschaulichung herangezogen werden.
2 Grundlagen RFID-Systeme
2.1 Unterscheidungsmerkmale
RFID ist die Abkürzung für Radio-Frequency-Identification. Diese Technologie ermöglicht es, Daten per Funk zu übertragen. 11 Ein RFID-System besteht aus zwei Hardware Kom- ponenten: dem RFID-Lesegerät und einem RFID-Chip oder Transponder der auf die zu identifizierenden Objekte angebracht wird und mehreren Software Anwendungen, die die
3 registrierten Einheiten verfolgen, überwachen, melden und verwalten. 12 Trotz des verfälschenden Namens fungiert das Lesegerät als Sender, das elektromagnetische Energie aussendet, um die gespeicherten Daten der RFID-Transponder zu lesen. Es werden ver- schiedene RFID-Systeme unterschieden:
1. Passive Transponder Systeme In passiven Transponder Systemen brauchen die RFID-Chips keine eigene Energiequelle. Stattdessen wird die Energie der Radiowelle, die das Lesegerät aus- sendet benutzt um die Daten abzufragen. Dadurch sind diese passiven Transpon- der relativ günstig in der Herstellung, allerdings leidet die Reichweite darunter.
2. Semi-passive Transponder Systeme In semi-passiven Transponder Systemen besitzt der Chip eine eigene Energie- quelle in Form einer Batterie. Diese wird aber nur dazu verwendet den Chip beim Senden mit Energie zu versorgen wenn er von einem Lesegerät angesprochen wird, nicht aber um selbst ein Funksignal auszusenden.
3. Aktive Transponder Systeme In aktiven Transponder Systemen besitzt der Chip eine Energiequelle um somit eigene Radiowellen zu generieren und somit Funkwellen auszusenden auch wenn kein RFID-Lesegerät in Reichweite ist. 13
Im Handel sind nur passive Transponder Systeme sinnvoll, da sie für die Anforderungen ausreichen. Durch übernommene Verfahren aus der Funk- und Radartechnik kann so ein kontaktloser Austausch der Daten zwischen Datenträger und Lesegerät ermöglicht wer- den. 14 Abbildung 1 zeigt eine modellhafte Darstellung eines RFID-Systems. Auf die dargestellte Funktionsweise wird in Kapitel 2.5.2 eingegangen.
[...]
Abbildung 1: Modell-Darstellung eines RFID-Systems 15
1 Vgl. o.V., 2002, S. 4
2 Vgl. Piontek, J., 2003, S. 1
3 supply chain (engl.) = ,,... ein Netzwerk verschiedener Unternehmen, die zusammenarbeiten, um ein Produkt herzustellen und es zum Endkunden zu bringen."; o.V., 2004z, S. 84
4 Vgl. o.V., 2002, S. 3
5 Vgl. o.V., 2005j, S. 1
6 Vgl. o.V., 2004, S. 1
7 Vgl. Lietz, K. J., 2005, S. 1
8 Vgl. o.V., 2004m, S. 5
9 Eichstäd, B., 2004, S. 1
10 Vgl. o.V., 2004b, S. 6
11 Vgl. Bald, C., 2004, S. 91
12 Vgl. o.V., 2004m, S. 4
13 Vgl. Hodges, S.; Harrison, M. 2003, S. 8
14 Vgl. Finkenzeller, K., 2002, S. 6
15 In Anlehnung an: Renz, A., 2003, S. 5
Quote paper:
Michael Kutz, 2004, RFID-Technologie: Einsatz und Implementierung in einem Handelsunternehmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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