Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Hinführung zum Thema 1
1.2 Vorgehensweise 1
2. Zugang zum Unbewussten über die Träume S. 2 - 5
2.1 Die Traumdeutung nach Sigmund Freud S. 3 - 5
2.2 Gustav Jungs Theorie zur Traumdeutung 5
3. Der Archetyp in der Traumsymbolik S. 5 - 8
3.1 Vier Hauptkategorien von archetypischen Symbolen S. 6 - 7
3.2 Die Bedeutung der Symbole S. 7 - 8
4. Das Selbst S. 8 - 12
4.1 Das Verhältnis zum Selbst S. 8 - 9
4.2 Vergleich der Freudschen
und der Jungschen Theorie anhand eines Märchens 9
4.2.1 Interpretation nach C.G. Jung S. 10 - 11
4.2.2 Interpretation nach Sigmund Freud 12
5. Fazit 13
6. Bibliographie
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1. Einleitung 1.1 Hinführung zum Thema
Der Mensch verbringt im Durchschnitt einen Drittel seine s gesamten Lebens im schlafenden Zustand. Trotz dieser Tatsache wissen die meisten sehr wenig über den Schlaf und dem eng damit verbundene n Phänomen des Träumens. Sowohl der Schlaf als auch das in ihm vonstatten gehende Träumen bestimmen die menschliche Existenz enorm.
Zum einen erholt sich der Körper im Schlaf und holt sich seine Kraft zurück und zum anderen werden beim Träumen, Dinge (das können Erinnerungen, Wünsche oder auch Ängste sein) aus dem Unbewussten aktiviert und können verarbeitet werden. Da ich mich persönlich sehr für dieses Thema interessiere, habe ich mich im Rahmen des Studium Fundamentale Seminars Medien und Psychoanalyse (Literatur - Theater - Film) dafür entschieden, eine Arbeit über Traumdeutung und Traumsymbolik zu verfassen. Dabei beziehe mich auf die Theorien von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung.
1.2 Vorgehensweise
In der vorliegenden Seminararbeit beschäftige ich mich mit der Traumdeutung und Symbolik, die in Träumen vorkommen kann. Dabei werde ich die Auffassung von dem Psychologen Sigmund Freud und die des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung vorstellen. Im ersten Schwerpunkt untersuche ich den Zugang zum Unbewussten über die Träume und werde in zwei darauf folgenden Unterpunkten Freuds und Jungs Hypothesen darlegen, da diese Auffassungen beider als Grundlage für die Traumsymbolik dienen soll. Im zweiten Schwerpunkt werde ich im Hinblick auf Jungs Archetypentheorie, die Wichtigkeit der Archetypen in der Traumsymbolik aufzeigen, die ich mit zwei weiteren Unterpunkten erweitere, um zum einen die vier Hauptkategorien von archetypischen Symbolen zu erläutern und zum anderen die Bedeutung der Symbole darzulegen. Zum Abschluss hin werde ic h mich mit der geheimnisvollen Instanz, nämlich unserem Selbst auseinandersetzen und in einem Gliederungspunkt, das Verhältnis zum Selbst analysieren. Ein weiterer Unterpunkt soll offen legen, wie unterschiedlich die Theorien beider sind, was anhand eines Märchens gezeigt werden soll. Die Auslegungen beider Forscher werden wiederum in zwei Unterpunkten vorgestellt. Dabei werde ich mit C. G. Jungs Termini des Selbst und des Animus bzw. der Anima operieren und hinsichtlich S. Freuds Auffassung, die Phänomene des Kastrationskomplexes bei Knaben und den Penisneid bei Mädchen auf das Märchen anwenden.
2. Zugang zum Unbewussten über die Träume
Im kommenden Schwerpunkt beschäftige ich mich mit dem Zugang zum Unbewussten über die Träume und lege in zwei folgenden Unterpunkten Freuds und Jungs Hypothesen dar. Die Traumdeutung ist die Interpretation, der im Traum erlebten Inhalte anhand von Symbolik. Die meisten Dinge, die wir am Tage wahrnehmen, gehen über unsere kognitiven Fähigkeiten zur Welterfassung und unsere Filter der Erinnerungen ins Unbewusste. Da das Unbewusste jedoch keine eigenen Mittel zur Verfügung hat, uns ins Bewusstsein zu kommen, wählt es Formen der Mitteilung über die Stufe des Vorbewussten, welches potentiell bewusst werden kann. Die Dinge, die durch das Vorbewusstsein kommen, gelangen schließlich in unser Bewusstsein, in unsere Modalitäten, wodurch wir fähig sind, bewusst zu entscheiden. Dabei gehen in der Nacht die Arbeit der Apperzeption und auch die psychische Verarbeitung der Ta geserlebnisse weiter.
Diese Vorgänge erfolgen allerdings mit Ausschluss der Modalität, d.h. ohne das Tagesbewusstsein, das soziale Gewissen und seine Kontrolle. Durch die gesellschaftliche Zensur werden die Triebe so unterdrückt, dass sie erst nachts in „verfremdeter Form“ 1 im Traum zum Ausdruck kommen. Ein kurzer Abriss beider Auffassungen zur Traumanalyse soll als Überleitung zum besseren Verständnis dienen.
Freud vertrat die Theorie, dass in den Träumen ein Hinweis auf verborgene Wünsche des Schlafenden zu sehen sei, die dieser im Wachzustand aufgrund sozialer Konventionen unterdrücken würde und erst im Traum durch ein gemindertes soziales Gewissen Befriedigung finden würde. 2
Sigmund Freud machte den Traum zu einem wichtigen Bestandteil seiner psychoanalytischen Theorie neurotischer Erkrankungen; er hielt die Interpretation des Traumes für die „via regia zur Kenntnis des Unbewussten im Seelenleben“ 3 . Im Gegensatz zu Freud, der das Unbewusste als einen Behälter hauptsächlich verdrängter Inhalte sieht, unterscheidet Jung zwei verschiedene Arten des Unbewussten.
Er differenziert zwischen dem persönlichen, welches sich weitgehend mit dem Begriff des Unbewussten Freuds deckt, und dem kollektiven Unbewussten. Im letzteren sieht Jung psychisches Material innewohnend, das von der Person weder verdrängt noch vergessen worden ist, d.h. von der Person in gewissem Masse unabhängig vorhanden ist.
1 Berg, Henk de: Freuds Psychoanalyse in der Literatur- und Kulturwissenschaft. Eine Einführung. A. Francke
Verlag: Tübingen und Basel, 2005, S. 23.
2 vgl.: ebda.
3 ebda., S. 28.
2.1 Die Traumdeutung nach Sigmund Freud
In diesem Gliederungspunkt stelle ich die Traumdeutung des Psychologen Sigmund Freud vor. Die klassische psychoanalytische Theorie vertritt die Ansicht, dass Träume verdeckte Wunscherfüllungen seien. Zudem postulierte Freud auch die Existenz eines Traumarbeitsmechanismus oder Zensors, um sehr starke, sozial nicht akzeptierte Wünsche in nicht unmittelbar verständliche, symbolische Bilder umzuwandeln. Demnach stellt der Traum laut Freud eine Art Bilderrätsel dar, und die Kunst der Traumdeutung besteht darin, dieses Bilderrätsel wieder aufzulösen und auf die eigentlichen latenten also versteckten Traumgedanken und Triebwünsche zu kommen, die in diesen Bildern verborgen liegen.
Freuds revolutionärer Beitrag zur Traumforschung war seine Abkehr von der ausschließlichen Beschäftigung mit dem manifesten Traumtext und die Zuwendung zur Erfassung der regelmäßig hinter ihm anzutreffenden dynamischen latenten Traumgedanken. 4 Der Patient schildert seine Gedanken, wobei sich eine Assoziationskette einstellt, die letztlich zum ursprünglichen Kern der Probleme zurückführt. Dabei entwickelte Freud das Verfahren des freien Assoziierens, wobei eine Zensur der Gedanken durch den Patienten 5 das Verfahren der Traumanalyse umgangen wurde.
Nach Freud gehen zwar auch äußere Sinnesreize, Reize aus dem Körperinnern und Erlebnisse des Vortags in den Traum ein, vorwiegend ist er aber ein, von äußeren Reizen relativ unabhängiges seelisches Produkt, das Trieb- und Affektzustände, Wünsche und Ängste der träumenden Person sowie deren lebensgeschichtlich bedingte Situatio n darstellt. Hinsichtlich dieser Traumarbeit identifizierte Freud fünf bestimmte Mechanismen; den der Symbolisierung, Dramatisierung, Verschiebung, Verdichtung und der sekundären Bearbeitung. 6 Auf den letzt genannten Mechanismus werde ich gezielt unter Punkt 3.2 eingehen. Dem Verständnis Freuds von der menschlichen Psyche liegt die Annahme zugrunde, dass jede Handlung eines Individuums darauf ausgerichtet ist, Lust zu gewinnen und Unlust zu verringern. Dabei ist der Begriff der Lust gleichbedeutend mit der Befriedigung von Bedürfnissen oder mit sinnlichen Erfahrungen.
4 Vgl.: Berg, Henk de: Freuds Psychoanalyse in der Literatur- und Kulturwissenschaft. Eine Einführung. A. Francke
Verlag: Tübingen und Basel, 2005, S. 22.
5 Jung, C.G.: Der Mensch und seine Symbole, Walter, Olten 1968, S. 25.
6 Vgl.: ebda.
Arbeit zitieren:
B.A. Daniela Künzel, 2005, Traumdeutung: Die Dynamik der Symbole - Vergleich zwischen Sigmund Freud und Carl Gustav Jung anhand eines Märchens, München, GRIN Verlag GmbH
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