Inhaltsverzeichnis: 1
I. Einleitung 2-3
II. Erläuterungen zu Autor und Werk 4-9
II.1. Biographische Angaben zu Heinrich von Kleist 4-6
II.2. Inhalt und Thematik 7-8
II.3. Der historische Kohlhase -
Zur Entstehungsgeschichte und Quellen der Novelle 9
III. „Michael Kohlhaas“ im Kontext der Entstehungszeit 10-12
III.1. Die Bedeutung der Novelle und zeitgenössische Bezüge
IV. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ 13-15
IV.1. Rechtspraktiken und Rechtstheorien -
„Michael Kohlhaas“ als Spielball der juristischen Klassenjustiz 13-14
IV.2. Wiederherstellung von Recht und Ordnung 15
V. kurze Zusammenfassung 16
VI. Literaturverzeichnis 17
1
I. Einleitung:
„… ich dichte bloß, weil ich es nicht lassen kann.“
( Kleist, Heinrich von: An Otto August Rühle v. Lilienstern, Königsberg, 31. August 1806 ) 1
Heinrich von Kleist lebte in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der bestehende Ordnungen im Zuge der Aufklärung umgeworfen und neu definiert wurden. Ebenso turbulent und zwiespältig wie das Wesen dieser Zeit, gestaltete sich auch das Leben des Dichters. Während den Werken Kleists zu dessen Lebenszeit nur mäßige Bedeutung zuteil wurde, zieht die Wirkung seiner Dichtung in der Gegenwart weite Kreise.
Die Hauptfigur der um 1810 erschienenden Novelle „Mic hael Kohlhaas“ wurde zum Mythos und prägt bis heute einige wissenschaftliche Phänomene. So wird in der Medizin ein krankhaftes Unrechtsbewusstsein als „Michael- Kohlhaas-Syndrom“ bezeichnet.
Die Motivation diese Arbeit zu schreiben, ergibt sich für mich aus dem Werk selbst. Kleist inszenierte einen entscheidenden Teil der Handlung in Lutherstadt Wittenberg. Da diese Stadt meine Heimat- und Geburtsstadt ist, bin ich mit ihr und ihrer Geschichte verbunden.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Novelle „Michael Kohlhaas“ in ihrem historischen Kontext zu interpretieren sowie Kleists Stellung zu damaligen politischen und sozialen Themen zu beleuchten.
Um einen theoretischen Rahmen zu schaffen, möchte ich zunächst einen kurzen Einblick in das Leben und Wirken des Dichters Heinrich von Kleist geben und den Inhalt der Novelle reflektieren. Im Anschluss dessen folgen Erläuterungen zu den historischen Quellen und zur Entstehungsgeschichte des Werks. Da „Michael Kohlhaas“ in einer Zeit revolutionärer Bewegungen entstand, möchte ich diesen in den zeitgeschichtlichen Verlauf einordnen und anschließend in Bezug zu den zeitgenössischen Rechtspraktiken setzen. Dabei beziehe ich mich auf die Hauptfigur um die Vielschichtigkeit des Charakters herauszuarbeiten und zu
1 Vgl. Brandt, 1980, XXIII
2
deuten. Zum Darstellen der gewonnenen Erkenntnisse folgt eine abschließende Betrachtung und das Literaturverzeichnis.
Als Grundlage für diese Hausarbeit dienen mir zum einen „Kleists Werke in zwei Bänden - Erster Band “ ausgewählt und eingeleitet von HELMUT BRANDT (1980 ) und zum anderen „Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas“ von KLAUS-MICHAEL BOGDAL ( 1981 ). Darüber hinaus fließen BERND HAMACHER´s „Erläuterungen und Dokumente - Heinrich von Kleist -Michael Kohlhaas“ ( 2003 ), Informationen aus verschiedenen Lexika sowie zahlreiche im Internet publizierte Artikel und Aufsätze ein.
3
II. Erläuterungen zu Autor und Werk:
II.1. Biographische Angaben zu Heinrich von Kleist
„Kleists exzentrischer Lebensgang, sein ungewöhnliches und bis heute tief beunruhigendes Werk scheinen beide so ausschließlich durch seine Persönlichkeit bedingt, daß die Mehrheit seiner Biographen ihn als eine gänzlich aus der Zeit fallende Erscheinung dargestellt und gewürdigt hat. 2
Als ältester Sohn aus der zweiten Ehe des preußischen Offiziers Joachim Friedrich von Kleist mit Juliane Ulrike von Pannwitz wurde Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist am 18.Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Aus der ersten Ehe des Vaters mit Caroline Luise von Wulffen gingen Kleists Halbgeschwister Wilhelmine und Ulrike hervor, die eine wichtige Stellung in seinem Leben einnahm.
Nach dem Tod seines Vaters 1788 brachte man Kleist nach Berlin, wo man dem Feldprediger Catel die Erziehung überließ.
Bereits 1792 trat er in das Garderegiment in Potsdam ein und beteiligte sich an Feldzügen gegen französische Revolutionstruppen. Getreu der Familientradition befand er sich nun im Zentrum des preußischen Militär- und Beamtenstaats. Schon bald begeisterte sich Kleist an den Ideen der Aufklärung und entwickelte einen neuen Lebensplan der freien Geistesbildung. Darüber hinaus sah er sich selbst im Widerspruch zum „lebendige(n) Monument der Tyrannei“ 3 . Nach dem Austritt aus dem Militärdienst 1799 folgte unter anderem ein Studium der Mathematik, Philosophie, Physik und Rechtswissenschaften sowie die Verlobung mit Wilhelmine von Zenge. Doch die „Zwanghaftigkeit seines aufklärerischen Bildungsideals“ 4 als auch die hohen Ansprüche an sich selbst und seine Umwelt verhinderten, dass er in diesen Dingen Befriedigung fand. Innerlich bereits aufgewühlt, geriet Kleist, auf Grund der Lektüre der „Kritik der Urteilskraft“ von Kant, 1801 in eine tiefe geistige Krise, die ihn veranlasste mit seiner Schwester Ulrike Berlin zu verlassen. Die Reise führte ihn über Paris in die
2 Vgl. Brandt, 1980, V
3 Vgl. Brandt, 1980, VII
4 Vgl. Brandt, 1980, XI
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Arbeit zitieren:
Mirjam Letz, 2005, Interpretation von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" unter historisch-genetischem Gesichtspunkt, München, GRIN Verlag GmbH
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