1 Einleitung
Im spanischen Galizien, genauer gesagt in Santiago de Compostela, soll sich das Grab des Apostels Jakobus befinden. Im Mittelalter, etwa zur ersten Jahrtausendwende, wurde die Stätte zum Zielpunkt einer Pilgerbewegung, die über Jahrhunderte nicht abriss und derzeit eine regelrechte Renaissance erlebt.
Die Motivation der Santiago-Pilger begründet sich nicht nur auf der Tatsache, dass Jakobus als erster christlicher Märtyrer starb, sondern auch auf den Legenden, die sich um sein Wirken zu Lebzeiten, seinen Tod und seine Ruhestätte stricken. Über die Jahrhunderte wurden viele verschiedene Versionen seiner Lebens - und Todesgeschichte überliefert. Da an dieser Stelle nicht jede einzelne Variante dargestellt werden kann, soll im Folgenden ein Überblick zu den Erzählungen gegeben werden. Dabei liegt der Fokus auf der Predigttätigkeit des Apostels in Spanien, die Überführung seines Leichnams und die Grabentdeckung im 9. Jahrhundert.
2 Die Legende um Jakobus
2.1 Das Leben und die Predigttätigkeit in Spanien
Den Überlieferungen im Neuen Testament gemäß 1 war Jakobus der Ältere, nicht zu verwechseln mit Jakobus dem Jüngeren, Sohn des Alphäus 2 , der Sohn von Zebedäus und Maria Salome. Sein jüngerer
1 Vgl. Herder Verlag (Hrsg.): Die Bibel. Einheitsübersetzung Neues und Altes Testament, Stuttgart 1980, Matthäus 4,21 - 22; 17,1 - 13; 20,20 - 28; 26,36 -46; Markus 1,19 - 20; 3,17; 5,37; 9,2 - 13; Lukas 5,10; 8,51; 9,28 - 36.
2 URL: «http://online- media.uni-
marburg.de/kunstgeschichte/sds/secure/dresden/spanien/frame-pw.html» (26.03.2005)
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Bruder war Johannes der Evangelist. Er lebte in Betsaida, ein Dorf am See Genezareth. Wie auch sein Bruder Johannes war Jakobus Fischer. Bei dieser Tätigkeit soll er auch von Jesus berufen worden sein. 3 Innerhalb der Apostelgruppe nahm er neben seinem Bruder Johannes und Petrus eine herausragende Stellung ein: Er wird in den Evangelien an zweiter oder dritter Stelle genannt. Bei allen entscheidenden Ereignissen im Leben Jesu ist er anwesend gewesen.
Am Anfang der Legende um Jakobus steht die Erfüllung seines Missionsauftrags. Demnach soll er in Spanien den Glauben und das Wort Gottes verkündet haben. Seine Tätigkeit soll aber nicht sehr erfolgreich gewesen sein - nur neun Menschen habe er bekehrt. „Da er sah, dass er nichts ausrichten konnte, […] ließ er zwei Jünger zurück […] und kehrte wieder gen Judäa.“ 4
2.2 Jakobus’ Tod und die Reise seines Leichnams
Er führte seine Arbeit in Palästina fort. Dort soll er den Magier Hermogenes und seinen Schüler Philetus bekehrt haben. Hermogenes verbrannte seine Zauberbücher auf Jakobus’ Geheiß 5 , woraufhin der Apostel ins Gefängnis kam. Seine Anhänger hielten eine Disputation vor dem Gefängnis. Sie überzeugten viele Menschen
3 Vgl. Vgl. Herder Verlag (Hrsg.): Die Bibel, Markus 1,16; Lukas 5,1 - 11.
4 Wegner, Ulrich: Der spanische Jakobsweg, Köln 1992, S. 34.
5 Vgl. Herbers, Klaus: Die Verehrung des hl. Jakobus von Compostela: Kultentstehung und frühe Pilgerfahrten. In: Thomas-Morus-Akademie Bensberg (Hrsg.): Der Jakobsweg. Geist und Geschichte einer Pilgerstraße, Bergisch Gladbach 2000, S. 59.
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Arbeit zitieren:
Stephanie Traichel, 2005, Die Legende um das Apostelgrab in Galizien, München, GRIN Verlag GmbH
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