Inhaltsverzeichnis
1. Einführung. Seite 3
2. Carl Orff und sein Schulwerk
2.1 Werdegang Seite 4
2.2 Entstehung des Schulwerks. Seite 5
3. Grundprinzipien des Orff-Schulwerks. Seite 10
4. Das Instrumentarium. Seite 11
5. Anwendungsmöglichkeiten in der sozialpädagogischen Praxis
5.1 Orff-Schulwerk und Soziale Arbeit mit Vorschulkindern Seite 13
5.2 Orff-Schulwerk und Soziale Arbeit mit alten Menschen Seite 14
6. Abschließende Gedanken Seite 14
2
1. Einführung
Im Rahmen meiner praktischen Studiensemester an der Fachakademie für Sozialpädagogik besuchte ich eine Kindertagesstätte in München. Nach dem Kennen lernen des Personals und der Räumlichkeiten kam mir ein ca. fünfjähriger Junge entgegen und erzählte mir voller Freude: „Wir machen Orff-Musik, wir machen Orff-Musik“. Interessiert folgte ich ihm in einen eigens dafür vorgesehenen Raum und setzte mich dazu. Vier Kinder und eine Erzieherin spielten mit verschiedensten Instrumenten, klatschten und bewegten sich zum selbst erzeugten Rhythmus. Die Kinder wirkten entspannt und waren mit vollem Einsatz bei der Sache.
Inspiriert durch dieses Erlebnis vertiefte ich mich in Literatur über den Komponisten Carl Orff und dessen umfassendes Schulwerk.
Im Verlauf dieser Arbeit stelle ich kurz Carl Orff als Komponisten und die Entstehung seines Schulwerks dar. Des Weiteren gehe ich auf die Grundprinzipien des Orffschulwerks ein, stelle die Instrumente dar und zeige anschließend wie und wo das Orffschulwerk in der sozialpädagogischen Praxis eingesetzt werden kann.
2. Carl Orff und sein Schulwerk
Heinz Mende sagte in seinem Gedenktext an Carl Orff: „Ich könnte kaum einen Komponistenzugleich - Dichter zitieren, der seinem Stil in der Entwicklung so klar erkennbar treu geblieben ist wie durchsichtiges, klares Wasser.“ (Leuchtmann, 1985, S. 111)
Heinz Mende macht in dieser Aussage deutlich, welch herausragender Künstler Carl Orff war. Sein Leben, wichtige Werke und das Schulwerk sollen im Folgenden dargestellt werden.
3
2.1 Werdegang
Carl Orff wurde am 10.07.1895 in München als Sohn einer bayerischen Offiziersfamilie geboren. Bereits mit fünf Jahren bekam er Klavier-, Cello- und Orgelunterricht. Er besuchte ein humanistisches Gymnasium und schreibt seine ersten Kompositionen. Dazu zählten beispielsweise sein erstes Chorwerk „Also sprach Zarathustra“ und eine frühe Oper „Gisei, das Opfer“. Von 1913 bis 1914 studierte er an der Akademie der Tonkunst in München. Nach dem ersten Weltkrieg hört Orff neue Rhythmusformen wie Jazz und Folklore und verarbeitet diese in seinen Werken. Nach Kapellmeistertätigkeiten in München, Mannheim und Darmstadt lebt er ab 1919 in München 1921 bis 1922 studierte er bei Heinrich Kaminski und nimmt seine Kompositionsstudien wieder auf. Er beschäftigt sich dabei intensiv mit Bach, Buxtehude, Pachelbel und besonders Monteverdi. Als Mitbegründer der „Günther-Schule“ für Gymnastik, Musik und Tanz übernahm er 1924 die Leitung der der Abteilung für tänzerische Musikerziehung. Mit Dorothea Günther (Günther-Schule) hatte er zudem eine wichtige Mitarbeiterin für eines seiner größten Errungenschaften gefunden, nämlich das Orffschulwerk (1930- 1935). Zeitgleich arbeitete Orff als Dirigent des Bach-Vereins und wies hier neue Wege für die Darstellung von Passions- und Auferstehungswerken. Den Höhepunkt seines kompensatorischen Schaffens erlebte er 1935/36 mit „Carmina Burana“. Dies ist eine Vertonung von Fress-, Sauf- und Liebesliedern aus der berühmten Benediktbeuerner Handschrift des 13. Jahrhunderts. Ab dem Moment hat Carl Orff seinen unverwechselbaren Stil gefunden.
Ab 1950 leitet er eine Musikklasse für Komponisten an der staatlichen Hochschule für Musik und ist fortan als Komponist tätig. Im Jahr 1961 wurde er als Leiter des neu gegründeten Orff- Institutes an das Mozarteum in Salzburg berufen. Orff erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten Tübingen (1959) und München (1972). Orff bemühte sich von Anfang an Theater, Musik, Tanz und Schauspiel zu einer Einheit zu verbinden, die rhythmische Organisation der Sprache bildet oft das kompensatorische Gerüst.
Carl Orff verstarb im Alter von 77 Jahren 1982 in Diessen am Ammersee.
4
2.2 Entstehung des Schulwerks
Wie im Lebenslauf klar ersichtlich war Orff ein vielfältiger Künstler mit vielen bekannten Werken. Zu seinen künstlerischen Höhepunkten zählten jedoch mit Sicherheit seine pädagogische Arbeit und das daraus entstandene Schulwerk. Die Wurzeln dieses Meisterstücks liegen in der Gründung der Günther-Schule in München. Die pädagogische Arbeit und der Musikunterricht inspirierten ihn zu einer völlig neuen Art des Musik Machens. Das Orffsche Schulwerk ist in der musikalischen und pädagogischen Praxis nicht mehr wegzudenken und ist zudem im therapeutischen Bereich eine wichtige Arbeitsquelle.
Das Schulwerk entwickelte sich in einem langen und ausdauernden Prozess, den Carl Orff zusammen mit Schülerinnen und Lehrkräften vollzog. Die nun folgenden Ausführungen bezüglich dieser Entwicklung in Richtung Schulwerk, stammen ausschließlich aus dem Buch Carl Orff und sein Werk III.
Als Musiklehrer an der Günther-Schule suchte er nach dem „Elementaren“ in der Musik. Musik war für ihn eine Verbindung von Rhythmus, Bewegung und Tanz. Er will zu den „Müttern der Musik“ hinabsteigen, da wo der Anfang liegt. (Orff, 1976, S.14) Rhythmus ist dabei ein zentraler Kern. Im Unterricht setzte er den Körper in Form von Klatschen, Fingerschnalzen und Stampfen in einfachen bis schwierigen Formen ein. Dazu nahm er Trommeln (Trommeln verlocken zum Tanz) und Rasseln. Die einfelligen Rahmentrommeln wurden mit der Hand geschlagen und deshalb Handtrommel genannt. Die Rasseln stellte er nach afrikanischen Modellen gemeinsam mit den Schülerinnen aus Schneckenhäusern, getrockneten Früchten und Nussschalen her. Ergänzend setzte er Schellenbänder ein, die in Verbindung mit Bewegung und Tanz eine erregende Wirkung erzeugten. (Orff, 1976, S.18)
Orff sah den Ausgangspunkt des elementaren Musizierens in der Improvisation. Einfache Ostinati dienten ihm als Grundlage und als Impuls. Im Unterricht an der Günther-Schule versuchte er größere mehrstimmige Improvisationen aufzubauen z. B. Einzelne klatschen, dann immer mehr, Fußrasseln setzen mit ein, Schellenbänder steigen ein… . Wichtig waren dabei weitmaschige Rhythmen, die große Flächen überzogen. Orff sagte darüber selbst: „Wiederholte Übung und ein aufeinander eingespielt sein waren für ein solches Musizieren Voraussetzung. Dann aber ergab ein Schlag den anderen, aus einem rhythmischen Gebilde formte sich ein neues, wie Bilder in einem Kaleidoskop, die entstehen und wieder zerfallen“. (Orff, 1976, S. 22)
5
Arbeit zitieren:
Katharina Dumpler, 2003, Das Orff Schulwerk - Entstehung, Grundprinzipien und Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Vom klassischen Orff-Instrumentarium zur modernen Perkussion in der Mu...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Die Relevanz und Akzeptanz der Intuition in Theorie und Praxis profess...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Magisterarbeit, 120 Seiten
Ein historischer Überblick bzw...
Hausarbeit, 14 Seiten
Unterrichtsentwurf für Musik, 9. Schuljahr: W.A. Mozarts "Die Zau...
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Konstruktivismus - Grundlagen zu Theorie und Praxis
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Hausarbeit, 14 Seiten
Unterrichtseinheit: Erstellen einer Klanggeschichte (Klasse 2)
Unterrichtsentwurf, 18 Seiten
Kritische Aspekte einer konstruktivistischen Didaktik
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Unterrichtsqualität und ihre Anforderungen an den Lehrer
Hausarbeit, 25 Seiten
Niklas Luhmann und Pierre Bourdieu - Erziehung und Gesellschaft
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 22 Seiten
Kriterien guten Unterrichts nach Helmke am Beispiel des Unterrichtsfac...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Zwischenprüfungsarbeit, 19 Seiten
Ehescheidungen: eine kritische Darstellung der Berechnungsmethoden von...
Soziologie - Methodologie und Methoden
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Zusammenfassung des Freudschen Aufsatzes "Das Unbehagen in der Ku...
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Anonym hat den Text Das Orff Schulwerk - Entstehung, Grundprinzipien und Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit veröffentlicht
Alike and Different: The Clinical and Educational Uses of Orff-Schulwe...
Carol Hampton Bitcom
Studientexte zu Theorie und Praxis des Orff-Schulwerks
Band 1: Basistexte aus den Jah...
Barbara Haselbach
Basiswissen Soziale Arbeit. Lebensalter und Soziale Arbeit. 6 Bände
Bd.1:Eine Einführung. 2:Kindhe...
Hans Günther Homfeld, Jörgen Schulze-Krüdener, Thomas Swiderek, Michael Galuske, Sven Stiehler, Ute Karl
Soziale Arbeit im Dialog gestalten
Theoretische Grundlagen und me...
Hans Ullrich Krause, Regina Rätz-Heinisch
Soziale Arbeit nach dem Sozialpädagogischen Jahrhundert
Positionsbestimmungen Sozialer...
Birgit Bütow, Karl August Chassé, Rainer Hirt
Sozialer Ausschluss und Soziale Arbeit
Positionsbestimmungen einer kr...
Roland Anhorn, Frank Bettinger, Johannes Stehr
0 Kommentare