Gliederung
1. Einleitung 3
2. Die Fußtruppen 4
2.1 Die karthagischen Bürger im Heer 4
2.2 Fremde Kontingente im karthagischen Heer 5
3. Die Reiterei 7
3.1 Die Reiterei und der Streitwagen 7
3.2 Der Aufschwung der Reiterei und das Verschwinden des Streitwagens 8
4. Die Elefanten 9
5. Schluss 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Mit dem Zweiten Punischen Krieg assoziiert man unweigerlich den Namen Hannibal, die Verwendung von Söldnern im karthagischen Heer, den Alpenübergang und den Einsatz von Elefanten.
Viele Autoren haben über das hannibalische Heer und dessen Schlachten publiziert. Im Vordergrund stand oft die herausragende Leistung Hannibals. Zwar ist für den Sieg einer Schlacht die richtige Strategie und Taktik von großer Bedeutung, doch tragen letztendlich die Soldaten einen großen Teil zum erfolgreichen Verlauf eines Kampfes bei. Das Feldherrentalent soll dem Barkiden keinesfalls aberkannt werden, nur soll in dieser Seminararbeit das Hauptaugenmerk auf Hannibals Truppen gelegt werden. Das Ziel ist eine detaillierte Analyse des karthagischen Heeres. Vor allem soll versucht werden, die Spezifika der verschiedenen Waffengattungen herauszua rbeiten.
Die Gliederung dieser Arbeit entspricht den Waffengattungen des karthagischen Heeres. Die Fußtruppen werden zuerst untersucht. Im Anschluss wird die Reiterei behandelt. Den Elefanten, als schwerste Waffengattung des karthagischen Heeres, ist der Gliederungspunkt 4 gewidmet.
Als Quellen wurden vor allem Polybios 1 und Livius 2 genutzt. Auch wenn sie nicht als unmittelbare Augenzeugen an den Schlachten teilnahmen, sind ihre Überlieferungen mit die wichtigsten zur Verfügung stehenden Quellen.
Da beide, Polybios wie Livius, als römische Autoren ihre Schriften verfassten, muss eine gelegentlich auftretende, zu Gunsten der Römer sehr verzerrte Darstellung berücksichtigt werden.
Im Bereich der Sekundärliteratur sind die Autoren Otto Meltzer 3 und Stéphane Gsell 4 zu nennen. Sie beschäftigen sich ausführlich mit dem karthagischen Militärwesen. Den neueren Forschungsstand präsentiert Walther Ameling 5 . Er geht in dem recht ausführlich behandelten Bereich des Militärwesens auf die Erkenntnisse Meltzers und Gsells ein und wird deshalb von dem Autor dieser Arbeit bevorzugt genutzt.
1 Polybios: Geschichte, übers. von: Drexler, Hans: Polybios, Zürich 1961
2 Livius, Titus: Der Punische Krieg 218 - 201, II, übrs. und hrsg. von: Gärtner, Hans Armin: Titus Livi-
us. Römische Geschichte, Stuttgart 1968
3 Meltzer, Otto: Geschichte der Karthager, Bd I/ II, Berlin 1896- 1879
4 Gsell, Stéphane: Histoire ancienne de l’Afrique du Nord, Paris 1913-1928
5 Ameling, Walther: Karthago. Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft, München 1993
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2. Die Fußtruppen
In seinem Vergleich zwischen römischen und karthagischen Staat erklärt Polybios, die Römer „wenden dem Heer ihre ganze Sorge zu, die Karthager dagegen vernachlässigen es vollständig und schenken nur der Kavallerie einige Aufmerksamkeit.“ 6 Den Grund dafür sieht Polybios in der Anwerbung von Söldnertruppen. 7 Der Einsatz von Söldnern im karthagischen Heer ist unumstritten. Polybios versucht allerdings, das karthagische Heer abzuwerten, ihm ein negatives Bild zuzuschreiben, indem er es auf Söldner reduziert.
Über das Verhältnis, in dem Bürger und Söldner im karthagischen Heer eingesetzt waren, lassen sich nur schwer Aussagen treffen. Die Forschungsmeinungen differieren zwischen einer Minimalbeteiligung karthagischer Bürger als „Offiziere und Befehlshaber“ 8 und einer ständig präsenten Mindestanzahl von Bürgern 9 . Walther Ameling resümiert, dass der bisherige Forschungsstand, demzufolge Bürger nur in extremen Notlagen, vor allem zur Abwehr direkter Bedrohungen Afrikas, eingesetzt wurden, überholt sei. 10 In seiner Zusammenfassung kommt er zu dem Schluss „karthagische Bürgertruppen wurden bei jedem Krieg, von dem wir auch nur einige Einzelheiten erfahren, zum Dienst im Landheer ausgehoben“. 11 Der Autor dieser Seminararbeit preferiert die Meinung Walther Amelings und nimmt diese als Ausgangspunkt weiterer Betrachtungen.
In welchem Umfang Bürger im karthagischen Heer vertreten waren soll hier nicht weiter untersucht werden. 12
2.1 Die karthagischen Bürger im Heer
Es ist schon kompliziert anhand der antiken Quellen festzustellen, in welchem Umfang karthagische Bürger Heeresdienst leisteten. Noch schwieriger ist es genaue Informationen über ihren Einsatz und die Ausrüstung herauszufinden. Seit dem Ersten Punischen Krieg fand eine Übernahme von hellenistischen Waffe ngattungen in die karthagischen Reihen statt. Außerdem unterstützten hellenistische
6 Polybios: Geschichte, I, 6, 52, übers. von: Drexler, Hans: Polybios, Zürich 1961, S.577
7 Vgl. Polybios: Geschichte, I, 6, 52, übers. von: Drexler, Hans: Polybios, Zürich 1961, S.577
8 Seibert, Jakob: Forschungen zu Hannibal, Darmstadt 1993, S. 165
9 Vgl. Huß, Werner: Geschichte der Karthager, München 1985, S. 475
10 Vgl. Ameling, Walther: Karthago. Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft, München 1993, S. 203
11 Ameling, Walther: Karthago. Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft, München 1993, S. 203
12 Dieser Sachverhalt wird in Ameling, Walther: Karthago. Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft,
München 1993, S. 183 ff ausführlich betrachtet.
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Arbeit zitieren:
Peter Kögler, 2004, Im Schatten des Hannibal - eine Analyse des karthagischen Heeres während des Zweiten Punischen Krieges, München, GRIN Verlag GmbH
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