Zusammenfassung
Das Arboretum „Putevima mira“ wurde 1987 auf der Insel Veliki Brijuni mit dem Ziel errichtet, einen floristischen Überblick nicht nur über die mediterrane Flora, sondern auch über Bäume und Sträucher aus völlig anderen Klimazonen zu geben. Da sich das Konzept nicht bewährt hatte, wurden im Rahmen dieser Diplomarbeit umfangreiche Untersuchungen an den Böden im Arboretum und an einigen Küstenabschnitten durchgeführt, deren Ergebnisse eine wesentliche Grundlage für die Ausarbeitung möglicher Konzepte für die Weiterführung des Arboretums sind. Die Untersuchungen umfassten neben chemisch relevanten Parametern wie C, N, S, P, C/N-Verhältnis, pH-Werte, usw. auch gesamtmineralogische, tonmineralogische Parameter und die Korngrößenverteilung der Bodenprofile. Des weiteren wurde im Zuge dieser Diplomarbeit ein Kartenwerk für das Arboretums angelegt, das 8 verschiedene Pläne umfasst, unter anderem einen Übersichtplan, 2 Längenschnitte, eine Gründigkeitskarte sowie einen Plan der die Lage der „dichten Tonschicht“ dokumentiert.
Abstract
The arboretum "Putevima mira" was set up in 1987 on the island "Veliki Brijuni" with the ambition to give a floristic overview not only of the mediterranean flora, but also of trees and bushes from totally different climate zones. Within the scope of this degree dissertation extensive investigations of the soils of the arboretum and of some coast sections have been made. The results of those investigations are an essential foundation for the elaboration of potential concepts for the continuation of the arboretum. The investigations comprehended beside relevant parameters like C, N, S, P, C/N-rate, pH-value, also total mineral and clay mineral analysis and grain size analyses of the soil-profiles. In the course of this degree dissertation furthermore we mapped a cartography of the arboretum, which contains 7 different plans. Among others there is an overviewplan, 2 longitudinal sections, a plan who shows the depth of the arboretum-soils and a plan which documents the position of the „dense clay-layer“.
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Sažetak
Arboretum „Putevima mira“ uređen je 1987. godine na otoku Veliki Brijun s ciljem pružanja florističkog pregleda kako mediteranske flore tako i drveća i grmlja posve različitih klimatskih zona. U okviru ove diplomske radnje provedena su opsežna istraživanja tla u Arboretumu i u nekim priobalnim područjima, čiji rezulti predstavljaju bitnu osnovu za izradu mogućih koncepata nastavka rada Arboretuma. Istraživanja obuhvaćaju uz bitne parametre kao n.pr. C,N,S,P,C/N-odnos, pH-iznose itd., također i parametre ukupne mineralogije, te glinske mineralogije i raspored veličine zrna profila tla. Osim toga je u okviru predmetne diplomske radnje postavljen sastav karata Arboretuma, koji se sastoji od sedam različitih nacrta, među kojima je jedan pregledni plan, dva uzdužna presjeka, jedan nacrt dubljine tla, kao i plan koji dokumentira „debljinu sloja gline.“
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Danksagung
Das Zustandekommen dieser Arbeit ist erst durch die Unterstützung vieler Menschen ermöglicht worden. Insbesondere möchte ich mich bedanken bei ...
Univ. Ass. Prof. Dr. Monika Sieghardt für die hilfreiche Betreuung, ihre Geduld bei meinen unzähligen Fragen und für die Durchsicht der Arbeit,
Ao.univ. Prof. Dr. Franz Ottner für seine umsichtige Betreuung und die Hilfestellungen bei den Mineral- und Tonmineralanalysen sowie für die Durchsicht der Arbeit,
Univ. Prof. DI. Dr. Gerhard Glatzel für die rasche Durchsicht und Beurteilung der Arbeit,
Allen Labormitarbeiterrinnen des Institutes für Waldökologie und des Instituts für angewandte Geologie, allen voran Dipl.-Ing. Karin Wriessnig, die mir im Labor im mit Rat und Tat zur Seite stand,
Herrn Daniel Marusic, für die Betreuung während unserer Aufenthalte auf den Brijuni-Inseln,
und vor allem bei meinen Eltern, meiner Familie und meiner Freundin, die mein Studium mit Anteilnahme verfolgt haben.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung. 8
2. Charakteristik des Untersuchungsgebietes 9
2.1. Geographische Lage des Untersuchungsgebietes 9
2.2. Klima in Istrien und auf den Brijuni - Inseln. 12
2.2.1. Temperatur und Niederschlag 12
2.2.2. Wind 17
2.3. Besiedlungsgeschichte und Landnutzung der Brijuni - Inseln. 19
2.3.1. Von der Urzeit bis zum 19. Jahrhundert 19
2.3.2. Der König von Brijuni - Paul Kupelwieser 21
2.3.3. Tito, der neue Herrscher von Brijuni 23
2.4. Flora und Fauna von Brijuni 25
2.4.1. Flora 25
2.4.2. Fauna 27
2.5. Arboretum „Putevima Mira“ 28
2.5.1. Definitionen. 28
2.5.2. Grundgedanke des Arboretums „Putevima mira“ 28
2.5.3. Beschreibung des Arboretums 30
2.6. Geologie und Bodenbildung. 32
3. Material und Methoden. 34
3.1. Probenahme 34
3.1.1. Gründigkeit. 34
3.1.2. Bodenprofile. 34
3.2. Probenvorbereitung und Analyse 35
3.2.1. Bodenprofile. 35
3.2.2. Gesamtmineralbestand 35
3.2.3. Tonmineralbestand der Fraktionen 2μm. 35
3.2.4. Korngrößenverteilung 36
3.2.5. Bestimmung der Lagerungs- und Feststoffdichte 36
6
3.2.6. Bestimmung der Wasserpotential/Wassergehaltslinien (Ö-NORM L 1063) 37
3.2.7. Bestimmung der Farbe des Bodens 37
3.2.8. Chemische Analysen 38
4. Ergebnisse und Diskussion 39
4.1. Kartenwerk des Arboretums. 39
4.2. Gründigkeit. 39
4.3. Beschreibung und Diskussion der aufgenommenen Bodenprofile 42
4.3.1. Bodenprofil Brijuni 1 43
4.3.2. Bodenprofil Brijuni 2 53
4.3.3. Bodenprofil Brijuni 3 62
4.3.4. Bodenprofil Brijuni 4 69
4.3.5. Bodenprofil Brijuni 5 78
4.3.6. Bodenprofil Brijuni 6 87
4.4. Vergleich der Analyseergebnisse der Profile Brijuni 1 - 6. 94
4.4.1. Tonmineralzusammensetzung. 94
4.4.2. Chemische Analyseergebnisse 95
5. Vergleichende bodenkundliche Diskussion 96
5.1. Bodensystematische Stellung der Terra Rossa. 96
5.2. Eigenschaften der Terra Rossa. 97
5.3. Stellung der Terra rossa in der FAO - Klassifikation. 99
5.3.1. Gegenüberstellung FAO - Profil / Profile Brijuni 1 - 6. 100
6. Abschließende Betrachtungen 103
6.1. Ausblick 103
6.2.Vorschläge für die zukünftige Nutzung des Arboretums. 105
7. Literatur 109
8. Anhang. 112
8.1. Beschreibung der Probeentnahmestellen im Arboretum. 113
8.2. Auszug aus dem Pflanzenbestand auf den Brijuni-Inseln mit Ökologischen
Zeigerwerten nach ELLENBERG (2003) 130
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8.3. Tiefenverläufe des organischen Kohlenstoffes in den Punkten Brijuni 1 - 6. 131
8.4. Tiefenverläufe des Stickstoffgehaltes in den Punkten Brijuni 1 - 6. 134
8.5. Gesamtgehalte im Mikrowellenaufschluss in mg/g bzw. µg/g der Profile Brijuni 1-6
137
8.6. Bodendichte in g/cm der Profile Brijuni 1-6. 143
8.7. Korngrößensummenkurven für die Bodenprofile Brijuni 1 - 6 144
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1. Einleitung und Fragestellung
Auf der Insel Brijuni wurde im Jahre 1987 ein Arboretum errichtet. Der Grundgedanke des Mitbegründers, Prof. Dr. Zelimir Borzan, war es, auf mehr als 70 künstlich aufgeschütteten Teilflächen einen floristischen Überblick nicht nur über die mediterrane Flora, sondern auch über Bäume und Sträucher aus völlig anderen Klimazonen dieser Erde zu geben. Es wurden Länderbeispiele ausgewählt, die die rege außenpolitische Aktivität des damaligen jugoslawischen Präsidenten Tito dokumentieren.
Mit hohem Kostenaufwand wurde die zum Erhalt eines Arboretums nötige Infrastruktur (wie ein asphaltiertes bzw. gepflastertes Wegenetz innerhalb des Arboretums, Haupthaus mit Sanitäranlagen, Wasserversorgung, Pflanzengarten, etc.) errichtet. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde die Instandhaltung des Arboretums stark vernachlässigt, zum Teil komplett aufgegeben und Pflanzen gestohlen.
Derzeit befindet sich das Arboretum in einem desolaten Zustand. Der Zaun ist löchrig, so das sich immer wieder Hirsche ins Arboretum „verirren“ und Schäden an den Bäumen anrichten. Viele der nicht autochthonen Pflanzen sind aufgrund des Klimas und der nicht vorhandenen Pflege komplett eingegangen.
Aufgrund der Kooperation zwischen der Forstwirtschaftlichen Fakultät in Zagreb, Kroatien und der Universität für Bodenkultur, Institut für Waldökologie, trat man mit der Bitte an das Institut heran, mögliche Konzepte für die Weiterführung des Arboretums auszuarbeiten, bzw. zu überprüfen, ob der Grundgedanke der Initiatoren unter den ökologischen Gegebenheiten realisierbar und tragfähig ist.
Für die Ausarbeitung möglicher Konzepte sind bodenkundliche Vorraussetzungen eine wesentliche Grundlage. Daher wurden umfangreiche Untersuchungen der Böden im Arboretum und an einigen Küstenabschnitten durchgeführt. Während unserer drei Aufenthalte auf den Brijuni-Inseln wurden Felduntersuchungen durchgeführt, Datenmaterial für eine ökologische Evaluierung gesammelt und Proben geworben.
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2. Charakteristik des Untersuchungsgebietes
2.1. Geographische Lage des Untersuchungsgebietes
Südwestlich von Pula, parallel zur Halbinsel Istrien erstreckt sich der Archipel Brijuni (Geographische Koordinaten: 44° 55' 32'' nördliche Breite, 13° 44' 40'' östliche Länge). Den Inselarchipel bilden vierzehn Inseln und Inselchen mit einigen Unterwasserfelsen. Brijuni sind von der Halbinsel Istrien durch den Fazanakanal getrennt. Ihre durchschnittliche Entfernung zum Festland beträgt 3 km. Die Küstenlinie der Inseln erstreckt sich in einer Länge von 46,8 km, die Inselfläche beträgt 743,3 ha (siehe Tab. 1), wobei Veliki Brijuni die größte und bedeutendste Insel ist, auf der sich der Hauptteil des Kulturerbes und die wichtigsten neuen Objekte befinden. Sie hat eine Gesamtfläche von 561 ha und ihre Küstenlinie beträgt 25,9 km lang. Das jetzige Relief der Inseln Brijuni entstand durch ein allmähliches Senken dieses Karstgebietes von der letzten Eiszeit bis heute.
Neben den Naturschönheiten befindet sich auf dieser Insel auch das Zentrum von Brijuni, mit seinen Hotels und dem Hafen, in welchem Titos Schiffe geankert liegen. Auf der Insel Veliki Brijuni befinden sich Repräsentations- und Memorialobjekte, Museen, Tiergärten, Sportanlagen sowie andere Einrichtungen die durch 274 km Strassen, Pfade und Wege verbunden sind.
Tabelle 1: Geomorphologische Merkmale des Inselarchipels Brijuni (nach GIS - Messung des Institutes für Raumplanung am Ministerium für Umweltschutz, 1999)
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Die Inseln bilden mit ihrer Anordnung drei Gruppen: fünf Inseln befinden sich um die Insel Veliki Brijuni, fünf neben der Insel Mali Brijuni und zwei Inseln sind im Fazanakanal anzutreffen. Das Inselarchipel Brijuni bilden die Inseln Veliki Brijuni, Mali Brijuni, Sv. Marko, Gaz, Okrugljak, Supin, Supinic, Galija, Grunj, Vanga, Madona, Vrasar, Jerolim und Kozada. Das Arbeitsgebiet der Diplomarbeit liegt im Arboretum, welches sich im NW der Insel Veliki Brijuni, auf der Halbinsel Barban befindet. Außerdem wurden zu Vergleichszwecken Bodenproben entlang der Küste der Insel Veliki Brijuni geworben.
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2.2. Klima in Istrien und auf den Brijuni - Inseln
2.2.1. Temperatur und Niederschlag
Nach NEEF, 1981 wird die Halbinsel Istrien der Klimazone „Winterregenklima der Westseiten“ zugeordnet (siehe Abb.2). Allgemeine Merkmale der Klimazone sind ein Temperaturmaximum im Sommer und ein Niederschlagsmaximum im Winter. Das Winterregenklima der Westseiten wird im Sommer durch den Subtropische Hochdruckgürtel beeinflusst und im Winter gelangt das Mittelmeerklima unter Einfluss der außertropischen Westwinde, die wandernde Tiefdruckgebiete (Zyklonen) nach Osten transportieren (NEEF, 1981).
Abbildung 2: Klimazonen der Erde (nach Neef, 1981)
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Auf das Klima von Istrien wirken drei atmosphärische Zentren. Das Azorische Hochdruckgebiet (Subtropisches Hochdruckgebiet) dominiert während der Sommerzeit, während das sibirische Hochdruckgebiet (euro - asiatisches Hochdruckgebiet) einen starken Einfluss auf das Klima im Winter hat. Das dritte einflussreiche Zentrum ist das Isländische Tiefdruckgebiet (Nordatlantisches Tiefdruckgebiet), welches ganzjährig das Klima auf der Halbinsel Istrien beeinflusst.
Man sollte außerdem erwähnen, dass das umliegende Festland, die Alpen, das Dinarische Gebirge sowie der Fluss Po auf verschiedene Art und Weise die Luftströmungen, welche aus den drei besprochenen atmosphärischen Zentren über Istrien ziehen, beeinflussen.
Das Adriatische Meer, das die Halbinsel von drei Seiten umgibt, ist ein sehr wichtiger Faktor für das Klima in Istrien. Im Sommer “kühlt” das Meer und im Winter “erwärmt” es die Region. Die dreieckige Halbinsel stößt weit in die Adria vor, verstärkt somit die thermischen Unterschiede zwischen Festland - Meer und schafft Luftzirkulationen an den Küstenabschnitten, die ebenfalls einzelne Klimaelemente beeinflussen.
Abbildung 3: Klimadiagramm, Brijuni, Kroatien (Beobachtungszeitraum 1991-2000)
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Aus dem Klimadiagramm (Abb. 3) ist deutlich ersichtlich, dass Niederschläge auf den Inseln vor allem in den Wintermonaten Oktober, November und Dezember in größeren Mengen auftreten. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 806 mm/J (Zeitraum 1991-2000), während sie im Landesinneren ca. 1000 mm/J beträgt und in Richtung Norden ansteigt. Im Ucka-Gebirge werden Niederschlagsmengen von 2000 mm/J und mehr gemessen.
Niederschläge treten meistens in Form von Regen auf. Schnee fällt sehr selten (durchschnittliche Dauer des Schneefalls: an der Küste 5 Tage/Jahr, im Landesinneren bis zu 10 Tagen/Jahr; ausgenommen im Ucka-Gebirge, wo an bis zu 40 Tagen im Jahr Schnee fallen kann) und bleibt auch nicht lange liegen.
Das Temperaturmaximum wird in den Sommermonaten Juli und August erreicht, wo die Durchschnittstemperatur 22,2°C beträgt. Selbst im Winter werden noch Durchschnittstemperaturen von 6,3°C gemessen. Auch die Anzahl der Sonnenstunden auf den Inseln ist sehr hoch, sie beläuft sich auf ca. 2600 Stunden/Jahr.
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Tabelle 2: Die Monats- und Jahressummen der Tagestemperatur, Pula 1991 bis 2000 (nach Aufzeichnungen des hydrographischen Dienstes Pula)
Tabelle 3: Die Monats- und Jahressummen des Niederschlags, Pula 1991 bis 2000 (nach Aufzeichnungen des hydrographischen Dienstes Pula)
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Tabelle 4: Die Monats- und Jahressummen der Sonnenstunden, Pula 1991 bis 2000 (nach Aufzeichnungen des hydrographischen Dienstes Pula)
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2.2.2. Wind
Die Hauptwindrichtung auf den Inseln ist aus Nord-Ost. Die durchschnittliche jährliche Windstärke beträgt ca. 2,3 Beaufort (Bft). Der für die Adria charakteristische Wind ist die sogenannte Bura (kroatisches Wort für Bora).
Die Bura ist ein starker, trockener, kalter und oftmals plötzlicher Wind, der manchmal Orkanstärken bis 12 Bft erreichen kann. Sie weht ablandig in starken Böen aus NNO und ONO. Als kalte Luft stürmt die Bura vom Gebirge (Učka, Velebit, Dinara) zur Küste hinab durch Gebirgssattel, Einschnitte und Schluchten und trifft kräftig auf die Meeresoberfläche oder auf ebenen Boden auf. Die Meereswellen haben während der Bura charakteristische hahnenkammartige Formen aus weißem Schaum und Nebelschleier. Die Bura weht das ganze Jahr über, die Windstärke nimmt jedoch mit dem nahenden Winter zu. Dann ist die Bura zu Winterbeginn am stärksten, wird aber von Tag zu Tag schwächer. Tagsüber erreicht sie ihren Höhepunkt morgens und abends.
Im Winter weht die Bura häufiger und stärker. Sie dauert ca. 3-7 Tage. Im Sommer weht sie seltener und schwächer und hat eine Dauer von ca. 2 Tagen. Mit zunehmender Entfernung vom Land wird sie schwächer und böiger. Der Wellengang ist umgekehrt proportional dazu. Eine der gefährlichsten Eigenschaften der Bura ist ihr plötzliches Entstehen. Während bedeckter Wintertage kann sie böig sein und Regen oder sogar Schnee mit sich bringen, worauf fallender Luftdruck und Kälte folgen.
Der starke Wind hat auch Auswirkungen auf die Böden an der Küste. So führt der Wind zu Erosion an der Küstenlinie durch den starken Wellengang. Die Profilgrube Brijuni 1 ist innerhalb eines Jahres aufgrund des starken Wellenschlages komplett zugeschüttet worden, so das wir sie bei unserem zweiten Aufenthalt noch einmal ausgraben mussten. Auch die Form der Bäume auf den Brijuni-Inseln ist stark vom Wind geprägt.
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Tabelle 5: Die Monats- und Jahressummen der Windstärke, Pula 1991 bis 2000 (nach Aufzeichnungen des hydrographischen Dienstes Pula)
Windgeschwindigkeitsangaben in Beaufort beziehen sich entweder auf den Mittelwind (mittlerer länger andauernder Zeitraum, z.B. 10 Minuten), oder auf die Böen (Windspitzen), die auch 2 Windstärken über dem Mittelwind liegen können. Die Beaufortskala reicht von 0 -12. Früher wurde die Windstärke nach dem Seegang bestimmt.
Auszug aus der Beaufortskala:
Tabelle 6: Windskala nach Sir Francis Beaufort, 1806
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∗ 2.3. Besiedlungsgeschichte und Landnutzung der Brijuni - Inseln
2.3.1. Von der Urzeit bis zum 19. Jahrhundert
Die ältesten Lebensspuren des Menschen stammen auf Brijuni aus dem mittleren Neolithikum. Aus diesem Zeitabschnitt stammt die Siedlung auf dem Kap Gromace. Durch die baulichen Überreste erfuhr man mehr über die Organisation der Siedlung und die Materialfunde zeigten, dass sich die ersten Inselbewohner mit Jagd, Fischfang, Viehzucht und Ackerbau, sowie mit der Herstellung von Keramikgegenständen und Werkzeugen befasst haben. Außerdem weisen die Funde von Kupfergegenständen darauf hin, dass die Inselbewohner einen Warenaustausch mit dem vorderen Orient pflegten.
Die ersten geschichtlich bekannten Bewohner waren die Illyrer. Sie lebten hier von der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends v.Chr. bis zur Ankunft der Römer. Ihre Siedlungen, die so genannten Burgwallsiedlungen, bauten die Illyrer auf den Bergen und umgaben sie zur Abwehr mit ein bis zwei Trockenwandgürteln. Gut befestigt und vom Meer umgeben, wurden die Histren (illyrisch - keltische Bewohner Istriens) zu guten Seeleuten, die sehr oft römische Handelsgaleeren angriffen. Nach einigen Kriegszügen gegen die Histren bezwangen die Römer im Jahre 177 v.Chr. dieselben.
Während der Römerzeit blühte Istrien wirtschaftlich auf und entwickelte sich rasch. Auf den Brijuni - Inseln wurden Bauwerke errichtet, die sowohl einen repräsentativen als auch wirtschaftlichen Charakter hatten. Die Römer beschäftigten sich mit dem Oliven- und Weinbau, der Steinverarbeitung, sie bauten eine kleine Werft, hatten eine Meersalzsaline und eine Wollwerkstätte zur Wollverarbeitung und Herstellung von Wollstoffen. Die Insel hatte eine organisierte Wasserleitung die nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße arbeitete. Der repräsentativste römische Bau auf der Insel ist die luxuriöse Prunkvilla in der Bucht von Verige, aus dem 1 Jahrhundert nach Christus.
∗ Verwendete Literatur:
WALDSTEIN, M. (2003): Ein Garten Eden in der Adria; Universum - Reportage
UROSEVIC, M. (1988): Brioni, Nationalpark und Gedenkstätte;
VITASOVIC, A. (1984): Brijuni; Herausgeber: „Istarska naklada“ Pula
WALDHUBER, H. (1998): Der König von Brioni, Das Imperium des Paul Kupelwieser
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Nach dem Verfall des westlichen römischen Reiches im Jahre 476 wurde das Gebiet von den Ostgoten verwaltet. Nach Beendigung des byzantinisch-gotischen Krieges im Bereich von Istrien kamen die Inseln im Jahre 539 unter byzantinische Herrschaft. Aus der byzantinischen Zeit stammt das byzantinische Castrum sowie die Kirche der hl. Maria und des hl. Petrus. Diese Objekte zeigen die Architektur, die Kultur und die wirtschaftliche Beziehungen der Byzantiner auf dem Gebiet von Brijuni. Das byzantinische Castrum mit seinen Ruinen gibt auch Zeugnis über das Leben der Franken, über die Einführung der Feudalordnung und über die Ansiedlung und das Leben der Slawen auf Brijuni ab.
Im Jahre 1331 fielen die Brijuni - Inseln, ebenso wie die Stadt Pula, unter die Herrschaft von Venedig. Die Verwaltung übernehmen nun die reichen, venezianischen Patrizierfamilien Dona, Canal, Cornero und Franghini. Nach dem Zerfall des Venezianischen Reiches wurden die Inseln Österreich zugeschlagen und einige Jahre später waren sie dann ein Bestandteil der illyrischen Provinzen. Das Programm zur Wiederbelebung der Brijunischen Inseln fasste im Jahre 1807 der Gouverneur der illyrischen Provinzen, Marschall Mormont ab, nach persönlichem Auftrag von Napoleon Bonaparte. Durch den Wiener Kongress, im Jahre 1815, wurden die Inseln Brijuni Österreich zugeteilt und durch die Umwandlung des Hafens von Pula in einen Kriegshafen, wurden die Inseln wegen ihrer strategischen Lage in das Abwehrsystem mit einbezogen.
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2.3.2. Der König von Brijuni - Paul Kupelwieser
Im Jahre 1893 kaufte der österreichische Industrielle
Paul Kupelwieser (siehe Foto), Sohn des berühmten Wiener Biedermeier-Malers Leopold Kupelwieser, die Brijuni - Inseln für 75.000 Kronen. Das ersten Problem mit dem sich Herr Kupelwieser befassen musste war die auf den Inseln grassierende Malaria. Kupelwieser lud den bekannten deutschen Bakteriologen und Nobelpreisträgers Dr. Robert Koch auf die Inseln ein, der hier seine Malariastudien fortzusetzen konnte. Kupelwieser hatte sich auf Brijuni
eine schwere Malaria geholt, auch viele seiner Arbeiter litten unter der noch unerforschten Krankheit. In den Jahren 1901 und 1902 konnten Koch und sein Team hier wesentliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Malariabekämpfung erwerben, die den Deutschen auch in ihren afrikanischen Kolonien zu Nutzen kamen.
Waren vor den Untersuchungen von Robert Koch noch 200 Menschen auf den Brijuni-Inseln an der Malaria erkrankt, so wurde danach nur noch einer infiziert. Die Malaria wurde durch Trockenlegung von Tümpeln, der Erkennung der verschiedenen Malariatypen und ihrer richtigen Behandlung auf Brijuni ausgerottet.
Parallel mit der Bekämpfung der Malaria begann der neue Besitzer mit umfangreichen Entwässerungsarbeiten, welche die Vorraussetzung für die Tourismusentwicklung schafften. Er baute Luxushotels, Villen sowie Anlagen für Urlaub und Erholung. Brijuni blühte touristisch auf und fand Anerkennung in aller Welt. Auf den Inseln versammelte sich die aristokratische Weltelite.
Kupelwieser genoss bei der Bevölkerung Hochachtung. Er verköstigte nicht nur den Pfarrer von Fazana mit einem guten Kaffee und bot sichere Entlohnung, sondern er engagierte sich auch auf dem Festland mit langwirtschaftlichen Projekten. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie fiel Brijuni als Erbe an das Königreich Italien. Paul Kupelwieser hat den Zusammenbruch nicht lange überlebt und starb 1919 im Alter von 76 Jahren.
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Sein Tod bewahrte ihn auch davor, den sich schon abzeichnenden Existenzkampf noch miterleben zu müssen, den sein Sohn und Erbe Karl Kupelwieser (1872-1930) führen musste.
Karl war Sportnarr und Spieler. Er lud einen amerikanischen Architekten ein, der 1923 den größten Golfplatz des Kontinents plante. Reste davon sind vorhanden, Teile wurden durch die Bombardements im 2. Weltkrieg zerstört. Kupelwieser jun. errichtete auch eine Pferderennbahn. Trotzdem erreichten die Inseln das Ansehen, dass sie vor dem Krieg genossen, nicht mehr. Die Italiener selbst waren aus Gründen des Konkurrenzkampfes an einer Förderung des Fremdenverkehrs auf Brijuni nicht besonders interessiert, die allmählich heraufziehende Wirtschaftskrise der Zwanziger- und Dreißigerjahre tat das übrige. Das Abenteuer Brijuni endete - zumindest für Karl Kupelwieser - tragisch. 1930 setzte er seinem Leben auf der Insel durch Selbstmord ein Ende.
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2.3.3. Tito, der neue Herrscher von Brijuni
Mit dem Zweiten Weltkrieg zog eine neue Klientel auf
die Inseln. Die prominenten Gäste aus Adels- und Kaiserhäusern blieben aus, der Jet Set hat andere Treffpunkte auserkoren. Dafür hatten hier nun die Militärs das Sagen. Im April 1945 wurden die Inseln mehrmals von den Alliierten bombardiert, sodass sie bei Kriegsende verwahrlost und fast verlassen waren. Hotels und Villen wurden beschädigt, manche abgerissen.
Ein neues Symbol zog ein, Hammer und Sichel kündigten
die Regentschaft einer neuen Klasse an. Der neue Förderer hieß Josip Broz Tito (siehe Bild), der im November 1945 zum Ministerpräsidenten der Föderativen Republik Jugoslawien ernannt wurde. 1947 entdeckte Josip Broz die besondere Anziehungskraft von Brijuni und führte Kupelwiesers Ideen weiter. Freilich in anderer Art und Weise, wie sie ein halbes Jahrhundert zuvor der Altösterreicher verfolgt hatte. Für den jugoslawischen Langzeitpräsidenten zählten andere Faktoren. Auf Veli Brijun war des Marschalls offizielle und auf Vanga seine private Residenz. Und so wurde Brijuni zur Werkstätte der Politik des „blockfreien“ Vielvölkerstaates am Balkan.
Viele Staatsmänner und Künstler besuchten Tito und haben dabei die Insel und deren Geschichte kennen gelernt. Die britische Königin Elizabeth II, John F. Kennedy, Indira Gandhi, Nikita Chruschtschow, Fidel Castro, Willy Brandt, Bruno Kreisky, Sophia Loren, Elizabeth Taylor gaben sich auf den Brijuni - Inseln die Klinke in die Hand.
Die Wirklichkeit bot freilich ein anderes Bild: unter Titos Regentschaft wurden die Inseln zum militärischen Sperrgebiet und damit für normal Sterbliche nicht mehr zugänglich. Heute weiß man, dass Tito dort wie Gott in Frankreich gelebt hatte - feudal und prunkvoll.
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Anfang der 80-er endet Titos „Regentschaft“. Er stirbt im Alter von 87 Jahren nach längerer Krankheit. Am 4. Mai 1980 wird er in Ljubljana für tot erklärt.
Nach langen und ausführlichen Diskussionen beschloss der Landtag der Sozialistischen Republik Kroatien 1983 im Oktober ein Gesetz betreffend den Nationalpark und die Gedenkstätte Brijuni.
Die reiche Pflanzen- und Tierwelt der Brijuni-Inseln war von nun an für jedermann zugänglich und somit entstand in den späten 80er-Jahren die Idee, ein Arboretum entstehen zu lassen, welches nicht nur mediterrane Pflanzen zur Schau stellen sollte, sondern auch Bäume und Sträucher aus allen Teilen dieser Welt.
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2.4. Flora und Fauna von Brijuni
2.4.1. Flora
Nach WALTER und BRECKLE, 1999 befindet sich das Untersuchungsgebiet in der Vegetationszone der Hartlaubgehölze mit Winterregen. Die ursprünglichen Wälder im mediterranen Raum waren immergrüne Hartlaubwälder mit Quercus ilex. Aufgrund von kleinen Restbeständen kann man folgende Angaben über die ursprüngliche Zusammensetzung der Wälder machen:
Tabelle 7: Zusammensetzung der ursprünglichen Wälder im mediterranen Raum (nach Walter und Breckle, 1999)
Die für Winterregenklima mit nur sporadischen Frösten typische Hartlaubvegetation erträgt länger Kälte. Die Wachstumszeit beginnt im März mit der Blüte vieler Sträucher. Die Hauptblütezeit, auch für Quercus ilex, ist der Mai. Im Juni blühen noch Rosa, Clematis und Lonicera. Das Zusammentreffen der höchsten Temperaturen mit der größten Trockenheit bedingt eine relative Ruhezeit. Erst mit den Herbstregen setzt neues Wachstum ein und zuweilen eine nochmalige Blüte der Hartlaubgewächse, WALTER und BRECKLE, 1999.
Auch auf den Brijuni - Inseln haben die Steineichen einen besonderen Stellenwert. Steineichen werden zwischen 200 und 800 Jahre alt, wachsen allein, in Gruppen oder stehen auf Lichtungen. Die Stämme sind 5-20 Meter hoch, haben einen Durchmesser von 60 cm und mehr und eine schöne ausladende schirmartig abgerundete Krone.
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Die Abbildung 4 soll die enge Beziehung zwischen Flora und Fauna auf der Inselgruppe verdeutlichen. Die Baumkronen der Eichen werden von den eingebürgerten frei herumlaufenden Hirschen „zurechtgestutzt“. Leider wird von den Hirschen auch die gesamte Verjüngung abgefressen.
Abbildung 4: von Hirschen „zurechtgestutzte“ Stieleiche auf der Insel Veliki Brijuni
Auf den Brijuni - Inseln sind etwa 680 autochthone Pflanzen zu finden. Hier einige der wichtigsten Arten:
Tabelle 8: Liste der autochthonen Pflanzen auf den Brijuni-Inseln
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2.4.2. Fauna
Das milde Winterklima auf den Inseln bietet fast ideale Bedingungen zum Überwintern der Vögel in geschützten, sonnigen Buchten. Die häufigsten Vogelarten sind Dorngrasmücken, Rotkehlchen und Dohlen. Auf die Insel kommen meist in der kälteren Jahreszeit auch Raubvögel, wie Habichte, Sperber und Falkenvögel.
Frei in der Natur leben hier auf den Inseln auch etwa 1000 Hirsche. Die Tiere grasen die Bäume und Weiden ab und dienen als Wildfleischlieferant. Leider finden die Tiere auch immer wieder einen Weg durch den löchrigen Zaun des Arboretums und richten darin beachtlichen Schaden, vor allem an den Jungpflanzen, an.
Die Unterwasserwelt der Brijunischen Inseln ist sehr reich an verschiedenen Fischarten, Muscheln und anderen Seelebewesen.
Die Tierwelt wird von einem zoologischen Garten bereichert, in welchen Tiere leben, die Josip Broz Tito zum Geschenk bekommen hat, sowie deren Nachkommenschaft, die auf Brijuni zur Welt gekommen ist. Dazu zählen Kanadische Luchse, Pumas, Bären, Löwen, indische Elefanten, Lamas, Zebras, Emus und Giraffen.
Abbildung 5: Emus und Elefant im Safaripark „Brijuni“
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2.5. Arboretum „Putevima Mira“
2.5.1. Definitionen
1) Der Begriff "Arboretum" ist abgeleitet von dem lateinischen Wort "arbor". Das heißt auf Deutsch: "der Baum". Ein Arboretum ist also ein "Baumgarten" oder "Baumpark". Nach der offiziellen Definition ist ein Arboretum eine "zu Studienzwecken angelegte Sammelpflanzung verschiedenartiger Bäume und Sträucher". http://www.itterberg.de/arboretum.php (05.03.2005)
2) Ein Arboretum (lat.) ist eine Sammlung im freien Land wurzelnder verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze. Dies kann beispielsweise ein botanischer Garten sein, in dem hauptsächlich Bäume und Büsche angepflanzt werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Arboretum (05.03.2005)
3) Arboretum, lateinisch arbor, „ Baum“ = Parkanlage mit einem ausgesuchten Bestand verschiedenartiger Baum- und Straucharten zu deren wissenschaftlicher Beobachtung. http://www.viadrina.de/strassenlexikon.shtml (05.03.2005)
2.5.2. Grundgedanke des Arboretums „Putevima mira“
Nachdem die Brijuni - Inseln 1983 zum Nationalpark und zur Gedenkstätte erklärt wurden, entschloss man sich 1987 auf einem kleinen Teil dieser Insel ein Arboretum zu errichten. Die Initiatoren des Arboretums waren Prof. Dr. Z. Borzan und Prof. Dr. M. Vidakovic.
Die Grundidee war, dass jede der aufgeschütteten Flächen ein Land repräsentiert, das von Tito besucht wurde. Die Flächen wurden mit charakteristischen Arten des entsprechenden Landes bepflanzt. Außerdem sollte auf einigen anderen Flächen der Formenreichtum einer einzelnen Art demonstriert werden. Die Zusammenschau der verschiedenen Pflanzen, ihrer morphologischen Besonderheiten, Blüten und Früchte, sollten einmal zur Attraktion für viele Besucher werden.
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Es wurden also nicht nur mediterrane Pflanzen (siehe Tab.8), sondern auch Bäume und Sträucher aus völlig anderen Klimazonen dieser Erde herbeigeschafft und eingepflanzt. Tabelle 9 zeigt einen kurzen Auszug aus dem Pflanzenbestand. Einige dieser Bäume gedeihen normalerweise unter komplett anderen klimatischen Bedingungen, so das sich die Frage stellt ob es überhaupt sinnvoll ist, sowohl botanisch als auch wirtschaftlich gesehen, ein Arboretum mit diesem Pflanzenbestand anzulegen.
Arbeit zitieren:
Tomislav Erstic, 2005, Die Böden des Arboretums auf Brijuni / Kroatien - Eine Planungshilfe für die Neugestaltung, München, GRIN Verlag GmbH
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