Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das romantische Schicksalsdrama 3
3. Entstehung und Rezeption des „24. Februars“ von
Zacharias Werner 6
4. Handlung und Struktur der Schicksalstragödie 7
5. Motiv des Fluches 9
6. Symbolik 11
6.1 Das fatale Datum. 11
6.2 Das fatale Requisit 12
7. Analytische Form des Schicksalsdramas 14
8. Schlussbemerkung. 15
9. Bibliographie 17
2
1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit der Theorie des romantischen Schicksalsdramas. Sie gibt einen Überblick über die ideologische Einordnung des Begriffs Schicksal, beschreibt die Entstehungsgeschichte des Werkes „Der 24. Februar“ von Zacharias Werner und versucht an diesem Drama die Merkmale eines Schicksalsdramas heraus zu stellen. Hierbei spielen Motive und Symbole eine Rolle. Das Kapitel über die analytische Form des Schicksalsdramas befasst sich mit der Form der Wirkung und versucht sich an einer Kausalkette zur Erklärung des Schicksals im Drama. In der Schlussbemerkung soll herausgestellt werden, ob das Schicksalsdrama „Der 24. Februar“ gattungsspezifische Merkmale aufweist.
2. Das romantische Schicksalsdrama
Der Terminus der Schicksalstragödie fasst im weitesten Sinne alle dramatischen Werke in sich, in denen aus der Schicksalsgebundenheit der Person die Tragik erwächst. Im engeren literarischen Sinne versteht man unter dem Ausdruck Schicksalstragödie die Erzeugnisse einer kleineren Gruppe von Dramatikern, die die deutsche Bühne mit ihren Dramen für kurze Zeit fast völlig eroberten. Die Hauptvertreter dieser Gattung sind Zacharias Werner, der erste eigentliche Vertreter des Schicksalsdramas, Adolph Müllner, Franz Grillparzer und Ernst von Houwald.
Gattungstheoretisch ist die Tragödie nach Friedrich Schlegel (1797) nur im klassischen Athen möglich gewesen. Was später in den tragischen Formen der Dichtung geschaffen wurde, entstammt völlig anderen Traditionen und beruht auf ganz anderen Konflikten, die nichts mehr mit der klassischen Idee der Tragödie zu tun haben. Schlegel vermied den Begriff der Schicksalstragödie in diesem Zusammenhang und ersetzte ihn durch „romantisches Trauerspiel“, denn für ihn schloss sich die Tragödie der Moderne nicht an die klassische Tragödie nach Aristoteles an. 1
1 Vgl. Behler, Ernst: Die Bedeutung Calderóns für den Begriff des Schicksals und der Tragödie
in der deutschen Romantik. S. 19
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Rudolph Werner beschreibt den Begriff Schicksal als nicht feststehend. Er ist abhängig vom Glauben an die Verantwortlichkeit des Einzelnen das Schicksal. So kann die Determinante der „Macht“ von außen, aber auch von innen auf den einzelnen einwirken.
Neben der heidnischen Tragödie der Antike kann also das christliche Schicksalsdrama, in dem wie bei Caldéron die Kräfte von außen einwirken, auch das moderne Drama des Blutes, in dem eine vererbte Anlage unabänderlich den Untergang des Menschen herbeiführt, existieren. 2
Entstanden ist die Idee des romantischen Schicksalsdramas durch den ungeheuren Umschwung aller Verhältnisse durch die Französische Re volution, und das, was darauf folgte hat das Unmögliche möglich gemacht. Eine Art Glaube an Fatalismus, an Vorherbestimmung, welcher ja auch Napoleon beseelte, verbreitete sich in Leben und Dichtung.
Ein wichtiger Satz, den Minor hierzu ausspricht ist, „dass der Fatalismus, als Aberglaube aus den unteren Schichten stammend, in den neunziger Jahren Mode geworden sei, und dass nicht auf der antiken Schicksalsidee, sondern auf diesem Volksaberglauben die unabhängigen voneinander entstehenden Schicksalsdramen sich gründen.“ 3
Herbert Kraft schreibt hierzu, dass eine Identifikation realer sozialer Bedingungen mit fiktiven magischen Ursachen stattfindet. Indem die fiktiven Personen im Drama unschuldig schuldig werden, wenn sie jenseits des beschriebenen Geschichtsprozesses ihren pseudo-notwendigen Weg gehen, unterliegen sie einem metaphysischen Schicksal. Dieses Schicksal bekommt in seiner Korrelation zum realen Schicksal der Zuschauer seine ideologische Funktion. Der Zuschauer als Mensch in der Gesellschaft erlebt im Spiel die Mystifikation der genannten Verhältnisse. Der dargestellte Fatalismus im Rahmen der Familie wird zu Negation der notwendigen Bewusstwerdung über die Gesellschaft, deren Teil die wirkliche Familie ist, wird so zur Verteidigung von Herrschaft, die einen großen Teil ihrer Macht aus derselben Quelle, dem Fatalismus, schöpft.
2 Vgl. Werner, Rudolf: Die Schicksalstragödie und das Theater der Romantik. Einleitung
3 Minor, Jakob: Zur Geschichte der deutschen Schicksalstragödie und zu Grillparzers „Ahnfrau“.
S. 20
4
Im allgemeinen Sprachgebrauch, wie auch dem der Romantik, gibt es zweierlei Bedeutungen für das Schicksal. Man kann es entweder als die Summe dessen, was im Menschenleben dem Verstand unerklärlich bleibt oder als eine Macht, die wir, um das Unerklärliche zu erklären für jene Summe verantwortlich machen, sehen.
Die eigentliche Ursache des Glaubens an die Schicksalsgebundenheit liegt in der Unterwerfung des romantischen Menschen unter eine höhere Macht. Dies ist in erster Linie der Einfluss der politischen und sozialen Welt, in die die Romantiker hineingeboren wurden. Eine der Ursachen des immer stärker werdenden Abhängigkeitsgefühls sind, wie oben bereits erwähnt, die napoleonischen Kriege. Hier wurden Ruhe und Sicherheit, die dem Bürger als dauerhaft erschien, durchbrochen und brachten die ungeahnte Erfahrung mit sich, dass die politischen Mächte absolut eigenständig verfahren kann, ohne sich um das Wohl Einzelner zu kümmern.
Ohne eigenes Verschulden wurden die Menschen zu Spielbällen der Macht, verloren ihr Eigentum und wurden in die Flucht getrieben. Was bleibt, ist das Gefühl von Abhängigkeit von äußeren Mächten, von einem Schicksal! 2
In erster Linie findet man aber das Schicksal als literarisches Motiv und wichtiges Strukturmittel auf, und auf einer höheren Ebene ist es poetische Sinngebung, es ist aber kaum ein vom Dichter erfahrenes Weltgesetz. Auch bei Zacharias Werners „24. Februar“ kann ein Bruch zwischen Erlebnis und Dichtung gefunden werden, wenn auch bei ihm eine Bindung zwischen dem Datum und seinem Leben besteht. Der 24. Februar ist für ihn ein echtes Schicksalsdatum, da an diesem Tag seine Mutter verstarb und ihn die Nachricht des Todes seines Freundes Minoch ereilte. 3
Die Entstehungsgeschichte des Werkes zeigt uns allerdings, dass auch hier das Schicksal nur ein Strukturfaktor und eine literarische Vorlage gewesen sind.
2 Vgl. Werner, Rudolf: Die Schicksalstragödie und das Theater der Romantik. S. 4
3 Vgl. Kraft, Herbert: Das Schicksalsdrama. Interpretation und Kritik einer literarischen Reihe.
S. 54
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Arbeit zitieren:
Ina Rosenau, 2005, Zacharias Werner: Der vierundzwanzigste Februar - Betrachtung unter dem Aspekt des Schicksalsdramas, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Grundbegriffe und Theorien pädagogischen Denkens und Handelns
Hausarbeit, 40 Seiten
Freizeit in der Schule, Schule in der Freizeit
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Praktikumsbericht / -arbeit, 21 Seiten
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