Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Grundlagen 5
2.1 Was ist Kultur? 5
2.1.1 Mentale Programmierung 5
2.1.2 Nationale Kultur und Dimensionen 5
2.1.3 Überblick Deutschland/ USA 7
2.1.4 Ausgewählte Indexwerte 7
2.2 Was ist Unternehmertum? 9
2.2.1 Die Entrepreneurial Orientation einer Unternehmung 10
2.2.2 Rahmenbedingungen für Unternehmertum 13
2.2.3 Überblick Deutschland/ USA 13
3 Kultur und Unternehmertum 15
3.1 Einflüsse, Zusammenhänge und Auswirkungen 16
3.1.1 Kulturelle mentale Programmierung des Menschen. 16
3.1.1.1 Machtdistanz. 16
3.1.1.2 Individualismus 17
3.1.1.3 Maskulinität/ Femininität 19
3.1.1.4 Unsicherheitsvermeidung 20
3.1.1.5 Kultur als Zusammenspiel der Dimensionen. 22
3.1.2 Rahmenbedingungen eines Landes 22
3.1.2.1 Wirtschaftliche Faktoren 23
3.1.2.2 Politische Faktoren 23
3.1.2.3 Gesellschaftliche Faktoren. 24
3.2 Unterschiede am Beispiel Deutschland/ USA 25
3.2.1 Unternehmertum in den USA 26
3.2.2 Unternehmertum in Deutschland. 28
4 Zusammenfassung und Ergebnisse 31
5 Bewertung und Ausblick 32
A Anhang 33
A.1 Abbildungsverzeichnis. 34
A.2 Literaturverzeichnis. 35
2
1 EINLEITUNG
„If we learn anything from the history of economic development, it is that culture makes all the difference” 1
In welchem Zusammenhang stehen Kultur und unternehmerisches Verhalten? In unserer Arbeit wollen wir dieser Frage nachgehen und untersuchen worin dieser o.g. Unterschied besteht und welche Auswirkungen unterschiedliche Werte und Normen der Kulturen auf das Unternehmertum haben.
Unternehmen müssen sich immer mehr den Chancen und Herausforderungen einer globalen Wirtschaftswelt stellen, dazu gehört vor allem die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen. Um diese Zusammenarbeit zu erleichtern, oder teilweise sogar erst zu ermöglichen, ist es notwendig, die globalen Unterschiede zwischen den Umweltbedingungen für Unternehmertum zu erkennen und ihre Auswirkungen zu verstehen.
Unternehmer beschäftigen sich zwar in zunehmendem Maße weltweit mit der Lösung ähnlicher Probleme und werden immer mehr mit einer einheitlichen, globalen Geschäftswelt konfrontiert. Ein Teil des unternehmerischen Verhaltens kann also als „universal“ angesehen werden, es entwickelt sich jedoch keine einheitliche Kultur des Unternehmertums. Diese „universellen“ Werte und Normen werden nämlich in beträchtlichem Maße durch die lokale Kultur und durch die Einstellung zu Unternehmertum innerhalb eines Landes/ einer Kultur (Busenitz, Gomez & Spencer 2000) beeinflusst (Mitchell et al. 2000).
Etzioni (1987) stellte fest, dass Kultur die Umwelt beeinflusst und so die Gründung neuer Unternehmen unterstützen kann, Davidsson und Wiklund (1997) bemerkten, dass psychologische Merkmale Einzelner innerhalb einer Bevölkerung durch die Kultur
1 Vgl. Landes 1998, S. 516; s.a. Chrisman, Chua, Steier 2002
3
beeinflusst werden, und so ein größere Bereitstellung potentieller Unternehmer geschaffen wird (Hayton, George, Zahra 2002)
In unserer Arbeit gehen wir zunächst auf die grundlegenden Begriffe Unternehmertum und Kultur ein, um dann später auf Basis dieser Grundlagen eine Betrachtung des Einflusses der Kultur auf bestimmte unternehmerische Eigenschaften zu ermöglichen. Hierbei stellen wir uns zuerst die Frage inwieweit Kultur das Individuum, m.a.W., den Unternehmer an sich beeinflusst und prägt und später, welche Wirkung spezielle Rahmenbedingungen auf das unternehmerische Verhalten haben. Um die theoretischen Ergebnisse dann auf praktische Fälle anzuwenden, nehmen wir zum Abschluss einen Vergleich der Länder Deutschland und USA vor.
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob es überhaupt eine Einfluss der Kultur auf unternehmerisches Verhalten gibt, und wenn dies der Fall ist, wie er sich äußert und ob es eine Unternehmerkultur gibt, in der optimale Bedingungen vorherrschen.
4
2 GRUNDLAGEN
Um den Einfluss der Kultur eines Landes auf die Ausprägung unternehmerischen Verhaltens untersuchen zu können, sollte man zunächst eine sinnvolle Abgrenzung der Begriffe Kultur und Unternehmertum vornehmen. Im folgenden Abschnitt stecken wir einen begrifflichen Rahmen für unsere Arbeit ab.
2.1 Was ist Kultur?
2.1.1 Mentale Programmierung
Für die Abgrenzung des Begriffs Kultur beziehen wir uns auf die Arbeiten von Hofstede (Culture´s Consequences 1980; Interkulturelle Zusammenarbeit 1993), der auf diesem Gebiet bisher einzigartige Forschungsergebnisse erzielt hat, die als Meilensteine der interkulturellen Forschung gelten (Hayton, George, Zahra 2002).
Laut Hofstede ist Kultur eine erlernte gruppen- oder kategoriespezifische mentale Programmierung, d.h., jeder Mensch erlernt je nach sozialem Umfeld bestimmte Denk-, Fühl- und Handlungsmuster. Diese „Programmierung“ beginnt in der Familie und findet u.a. in der Schule, am Arbeitsplatz, in Organisationen und Partnerschaften eine Fortsetzung.
2.1.2 Nationale Kultur und Dimensionen
Auch wenn es innerhalb eines Landes verschiedene Kulturkreise gibt (beispielsweise Hanseaten oder Bayern), bilden Nationalstaaten dennoch „die Quelle für ein beträchtliches Maß an mentaler Programmierung“ (Hofstede 1993, S. 26/ 27) z.B. dominante Landessprache, nationales Bildungssystem oder nationales politisches
5
System, so dass Staatsgrenzen hier auch als Grenzen eines Kulturkreises gelten sollen.
Um die Kulturen verschiedener Länder vergleichbar zu machen hat Hofstede vier messbare Dimensionen definiert durch die sich Landeskulturen vergleichen lassen. Die Dimensionen und diesbezügliche Kenndaten der einzelnen Länder ergaben sich aus einer Befragung von 88.000 Managern in über 60 Länder zu Themen wie persönlichen Werten und Führungsstilen.
Hofstedes Dimensionen sind:
Power Distance (Machtdistanz) - Machtdistanzspiegelt den Grad der Ungleichheit zwischen Menschen wider, den die Gesellschaft als normal erachtet. Sie beschreibt die emotionale Distanz, die zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten besteht.
Individualism (Kollektivismus gegenüber Individualismus) - Individualismusbeschreibt den Grad, in dem Menschen eines Landes es bevorzugen, als Individuum zu agieren statt als Mitglied einer Gruppe. Während man bei Individualisten ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit erwartet, sind Menschen in einer eher kollektiven Gesellschaft in eine starke, geschlossene und fürsorgliche Gruppe integriert.
Masculinity (Maskulinität gegenüber Femininität) - Maskulinitätbeschreibt den Grad, mit dem Werte wie Durchsetzungsvermögen, Leistung, Erfolg und Wettbewerb, allgemein assoziiert mit Männlichkeit, Themen wie Lebensqualität, Beziehungen und Service dominieren.
6
Uncertainty Avoidance (Unsicherheitsvermeidung) - Unsicherheitsvermeidungbeschreibt das Ausmaß, in dem sich Menschen durch unsichere Situationen bedroht fühlen. Sie spiegelt wider, wie sehr Menschen klar strukturierte Situationen unstrukturierten vorziehen.
2.1.3 Überblick Deutschland/ USA
Vergleicht man Hofstedes Ergebnisse, so sind durchaus Parallelen zwischen diesen beiden Ländern zu erkennen. Insbesondere bezüglich der Dimensionen Machtdistanz und Maskulinität ergeben sich kaum messbare Unterschiede. Beide Länder weisen eher geringe Machtdistanzwerte auf und sind maskulin geprägt. Interkulturelle Unterschiede ergeben sich jedoch bei der Betrachtung der Dimensionen Individualismus und Unsicherheitsvermeidung. Die USA weisen den höchsten Individualismusindexwert der betrachteten Länder auf, während Deutschland hier nur im oberen Mittelfeld liegt. Den Amerikanern sind also persönliche Zeit, Freiheit und persönliche Herausforderung wichtiger als den Deutschen, die auch Arbeitszielen wie Fortbildung, Arbeitsumfeld und Einsatz von Fertigkeiten bei der Arbeit eine hohe Bedeutung beimessen.
Bei der Auswertung der Dimension Unsicherheitsvermeidung zeigen sich ähnlich deutliche Unterschiede. Deutschland weist hier im Vergleich zu den USA einen sehr hohen Wert auf, d.h. die Deutschen legen viel Wert auf ein hohes Maß an Sicherheit und klaren Strukturen. Sie versuchen durch Regeln, Systeme, Vorschriften und Gesetze einen Ausgleich für die von ihnen als unbehaglich empfundene Unsicherheit zu schaffen (Hofstede 1993).
2.1.4 Ausgewählte Indexwerte
Die folgenden Tabellen zeigen ausschnittsweise die von Hofstede ermittelten Werte der vier Dimensionen (Hofstede 1993. S. 40, 69, 103, 133). Um einen Überblick zu verschaffen und die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern zu verdeutlichen, haben
7
wir jeweils die ersten und letzten drei Ränge, sowie einige dazwischenliegende
exemplarische Länder in den Tabellen zusammengefasst.
Machtdistanzwerte (MDI) Individualismuswerte (IDV)
Position Land MDI Punkte Position Land IDV Punkte
1 Malaysia 104 1 USA 91
2/3 Guatemala 95 2 Australien 90
2/3 Panama 95 3 Großbritannien 89
7 Arabische Länder 80 4/5 Niederlande 80
15/16 Frankreich 58 10/11 Frankreich 71
31 Spanien 57 15 Deutschland 67
33 Japan 54 18 Österreich 55
40 USA 38 21 Indien 48
40 Niederlande 38 22/23 Japan 46
35 Deutschland 42/44 26/27 Arabische Länder 38
42/44 Großbritannien 35 33/35 Ostafrika 27
47/48 Schweden 31 39/41 Singapur 20
51 Dänemark 18 51 Panama 11
52 Israel 13 52 Equador 8
53 Österreich 11 53 Guatemala 6
Unsicherheitsvermeidungswerte
Maskulinit ätswerte (MAS)
(UVI)
Position Land MAS Punkte Position Land UVI Punkte
1 Japan 95 1 Griechenland 112
2 Österreich 79 2 Portugal 104
3 Venezuela 73 3 Guatemala 101
9/10 Großbritannien 66 10/15 Frankreich 86
66 Deutschland (West) 9/10 21/22 Brasilien 76
62 USA 15 24/25 Österreich 70
20/21 Indien 56 27 Arabische Länder 68
23 Arabische Länder 53 29 Deutschland 65
29 Israel 47 35 Niederlande 53
35/36 Frankreich 43 43 USA 46
37/38 Spanien 42 47/48 Großbritannien 35
45 Portugal 31 49/50 Schweden 29
51 Niederlande 14 51 Dänemark 23
52 Norwegen 8 52 Jamaika 13
53 Schweden 5 53 Singapur 8
8
Arbeit zitieren:
2004, Interkulturelle Unterschiede des Unternehmertums zwischen Deutschland und den USA, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die amerikanischen Grundwerte und ihr Einfluss auf interkulturelle Ges...
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Seminararbeit, 24 Seiten
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hausarbeit, 21 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Change Management - allgemein und im interkulturellen Kontext
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Seminararbeit, 26 Seiten
Die Deutsche Automobilindustrie in den USA - ein kurzer Überblick
Seminararbeit, 16 Seiten
Endogene Wachstumstheorie - modelle mit Humankapitalbildung
Seminararbeit, 25 Seiten
Das Rundfunksystem in Deutschland
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Seminararbeit, 31 Seiten
Kommunikation in Talkshows - Drei Genres im Vergleich
Seminararbeit, 72 Seiten
Die Bedeutung von "MADE IN GERMANY" in den USA
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Seminararbeit, 11 Seiten
Interkulturelle Kompetenz als Erfolgsfaktor globaler Unternehmen
BWL - Personal und Organisation
Fachbuch, 105 Seiten
Airbus vs. Boeing - Markterschließungskonzepte im Vergleich, die Entwi...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 155 Seiten
Zur Verwendung rhetorischer Tropen und Figuren im modernen Werbeslogan
Hausarbeit, 16 Seiten
Entwicklungshilfe, Handel und Investitionen - Welches Gewicht haben di...
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Referat (Ausarbeitung), 25 Seiten
Entrepreneurship Education - Kann Selbständigkeit gelehrt werden?
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hausarbeit, 27 Seiten
Anonym hat den Text Interkulturelle Unterschiede des Unternehmertums zwischen Deutschland und den USA veröffentlicht
Deutschland als fremde Kultur: Vermittlungsverfahren in Touristenführu...
Marcella Costa, Bernd Müller-Jacquier
Doppelbesteuerungsabkommen
Dieter Endres, Friedhelm Jacob, Marion Gohr, Martin Klein
Individualarbeitnehmerschutz- & Sozialrecht Deutschland - USA in Zeite...
Eine kritische Analyse des deu...
Bernd Deffland
Erlöse - Kosten - Qualität: Macht die Krankenhausträgerschaft einen Un...
Eine vergleichende Untersuchun...
Markus Wörz
Religion and Politics in the United States and Germany / Religion und ...
Old Divisions and New Frontier...
Dagmar Pruin, Rolf Schieder, Johannes Zachhuber
Texte und Übungen zum interkul...
Jürgen Bolten, Claus Ehrhardt
0 Kommentare