Transferpreise im Spannungsfeld zwischen
Steuerung und Besteuerung
von: Matthias Arnold
6. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Ziel der Arbeit 2
1.3. Vorgehensweise 2
2. Transferpreise 2
2.1. Definition Transferpreis / Verrechnungspreis 2
2.2. Historische Entwicklung von Transferpreisen 3
2.3. (Steuerlich relevante) Berechnung von Transferpreisen 3
2.3.1. Grundsätzliche Berechnungsarten von Transferpreisen 3
2.3.2. Grundsatz des Fremdvergleichs 4
2.3.3. Preisvergleichsmethode [CUPM] 5
2.3.4. Wiederverkaufspreismethode [RPM] 5
2.3.5. Kostenaufschlagsmethode [CPLM] 5
2.3.6. Profitsplit-Methode [PSM] 6
2.3.7. Nettomargenmethode [TNMM] 6
3. Funktionen von Transferpreisen 7
3.1. Stakeholder von Transferpreisen 7
3.2. Unternehmensinterne Funktionen 8
3.2.1. Koordinations- und Lenkungsfunktion 8
3.2.2. Interne Erfolgsermittlung 8
3.2.3. Anreizgestaltung 8
3.3. Unternehmensexterne Funktionen 9
3.3.1. Externe Erfolgsermittlung 9
3.3.2. Besteuerung 9
3.3.3. Preisrechtfertigung und sonstige Funktionen 10
4. Ausgewählte Ziele von Transferpreisen 10
4.1. Zielableitung aus den Unternehmenszielen 10
4.2. Erfolgsermittlung und Anreizgestaltung als Transferpreisziel 11
4.3. Steuerung und Anreizgestaltung als Transferpreisziel 11
4.4. Steuer- und Zolloptimierung als Transferpreisziel 12
5. Zielkonflikte zwischen den ausgewählten Transferpreiszielen 12
5.1. Zielkonflikt zwischen Steuerung und Erfolgsermittlung 13
5.2. Zielkonflikt zwischen Steuerung und Steueroptimierung 14
5.3. Zielkonflikt zwischen Steuercompliance und anderen Zielen 14
5.4. Resultierende Probleme des Ein-Kreis-Transferpreis-Systems 15
5.5. Lösungsansatz Zwei-/ Mehr-Kreis-System 15
6. Fazit und Ausblick 16
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Transferpreise gibt es nicht erst seit der Einführung der GAufzV in der Bundesrepublik Deutschland zum 27. Oktober 2003.1 Aber die steuerrechtliche Brisanz ist zu diesem Termin auf Grund einer Anpassung des § 90 AO noch einmal deutlich verschärft worden.2 So ist es seit dem 1.1.2004 in Deutschland notwendig, den Steuerbehörden bei Bedarf eine vollständige schlüssige Dokumentation aller konzernweit gebildeten Transferpreise zu überlassen. Bei Nichterfüllung tritt ab sofort eine Beweislastumkehr in Kraft, die es den Unternehmen gebietet, eine Erfüllung der transferpreisrelevanten Gesetzgebung ihrerseits zu beweisen.3 Gerade, aber nicht nur alleine, auf Grund solcher Dokumentationsvorschriften, die in immer mehr Ländern die Bildung von Transferpreisen reglementieren, stellt sich heutzutage die Frage nach den Zielen, die Transferpreise im Unternehmen erfüllen sollen und überhaupt erfüllen können.
1.1. Problemstellung
Bei einer Vielzahl von internen und externen Funktionen, die Transferpreise erfüllen können, muss ein Unternehmen die Ziele, die es mit seinem Transferpreissystem erfüllen will, aus der Zielkaskade des Unternehmens herausbilden.4 So kann es zum Beispiel das Ziel eines Transferpreissystems sein, durch die Beeinflussung der Gewinnsituation verschiedener Konzernteile und entsprechende Incentivierung eine Motivationssteuerung von Führungskräften, und damit eine Steuerungswirkung Richtung Unternehmensziel zu bewirken. Auf der anderen Seite kann natürlich das Unternehmensziel Gewinnmaximierung auch auf das Transferpreissystem heruntergebrochen werden und insofern eine weltweite Steuerminimierung im Vordergrund stehen.5 Ergänzt um die Erfüllung aller betroffenen nationalen und internationalen Steuervorschriften ist klar ersichtlich, dass ein einziger Transferpreis nicht alle diese Ziele gleichzeitig erfüllen kann.
1.2. Ziel der Arbeit
Diese Arbeit soll neben steuerrechtlich relevanten Berechnungsarten von Transferpreisen deren grundsätzliche Funktionen und Ziele darstellen, und als Schwerpunkt daraus entstehende Zielkonflikte aufzeigen.
1.3. Vorgehensweise
Grundlage dieser Arbeit sind im Wesentlichen allgemeine Werke über Transferpreise, insbesondere Literatur mit dem Schwerpunkt der Zielfunktion Steuerung durch Transferpreise als auch der Zielfunktion Beeinflussung der Unternehmensbesteuerung durch Transferpreise. Weiterhin wurden aktuelle Beiträge in Zeitschriften sowie sonstigen Medien berücksichtigt um die Aktualität der Darstellung zu gewährleisten.
2. Transferpreise
2.1. Definition Transferpreis / Verrechnungspreis
Unter einem Verrechnungspreis versteht man nach Vögele „allgemein die Bewertung von Leistungsbeziehungen zwischen wirtschaftlichen Leistungseinheiten.“6 Spezieller werden „in der Betriebswirtschaftslehre (...) mit Verrechnungspreisen Wertansätze bezeichnet, zu denen Leistungen zwischen (...) Gliedbetrieben einer Unternehmungsgruppe ausgetauscht werden.“7 Hervorzuheben ist in dieser Definition der Begriff Leistungsbeziehungen, der nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen und sonstige Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen umfasst. Als Synonym des Begriffs Verrechnungspreis ist hier auch der Begriff Transferpreis zu nennen, der dem englischen „transfer price“ entliehen ist. Die Definition nach Eden „the price of any (...) transaction involving goods, intangibles, or services between wholly or partly owned affiliates (...) of a multinational enterprise is called a transfer price“8 lässt hier aber auf eine ähnliche Begriffsabgrenzung deuten. Weiterhin zu betonen ist der Definitionsteil „between (...) affiliates“, der den Begriff Transferpreis auf Preise zwischen rechtlich, aber nicht wirtschaftlich eigenständigen Unternehmen innerhalb eines Konzernverbundes einschränkt. Ausdrücklich kein Transferpreis ist demzufolge ein Preis für Leistungen, die zwischen verschiedenen Unternehmenseinheiten, die sich in einer rechtlichen Struktur wiederfinden, verrechnet werden. Im folgenden wird hier der Begriff Transferpreis in der engen Auslegung verwendet.
2.2. Historische Entwicklung von Transferpreisen
[...]
1 Vgl. GaufzV, (2003)
2 Vgl. § 90 AO, (1976)
3 Vgl. Brügger, U., Streibel, M. (2003), S.598 ff.
4 Vgl. Weber, M., Stoffels, M., Kleindienst, I. (2004), S. 27 f.
5 Vgl. Tang, R.Y.W. ( 2002), S. 45 f.
6 Vögele, A. (1997), S.23.
7 Vögele, A. (1997), S.446.
8 Vgl. Eden, L. (1998), S. 4.
Quote paper:
Matthias Arnold, 2005, Transferpreise im Spannungsfeld zwischen Steuerung und Besteuerung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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