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Inhaltsverzeichnis:
Seite :
1. Einleitung 3
2. Woher kommt der Sufismus
2.1 Begriffsdefinition 4
2.2 Islamische Wurzeln 4
2.3 Außerislamische Kontakte 6
2.4 Wichtige Vertreter 7
3. Einige Merkmale des Sufismus
3.1 Ausdrucksformen 7
3.2 Kritik am Meistertum 8
3.3 Praktiken 10
4. Antwort auf die Eingangsfrage und Darstellung der
heutigen Verbreitung 12
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1. Einleitung
Zu Weihnachten las ich ein Buch mit dem Titel: „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ von Eric-Emmanuel Schmitt. Darin bezeichnet sich der Kleinladenbesitzer Ibrahim als Sufi.
Was einen Jungen aus der gleichen Straße, der sein Freund wird, beunruhigt, weil dieser es für eine Krankheit hält. Als er aber zu Hause im Lexikon nachsieht, kann er zu seiner Freude feststellen, dass es sich tatsächlich um eine „Mystische Richtung des Islam, entstanden im 8.Jahrhundert.“ (Schmitt 2003, S. 42) handelt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wird dem Leser noch mehr von der Lebenseinstellung der Sufis - im Allgemeinen - und deren Leben in der heutigen Türkei - im Speziellen - näher gebracht. Und dadurch war auch bei mir ein altes Interesse an Mystik - im Allgemeinen - und an den Geschichten über Derwische - im Speziellen - wieder erwacht.
In diesem Semester hatte ich nun in der Übung Islam und Christentum durch ein Referat die Möglichkeit, der Frage „Was ist Sufismus“ ein bisschen genauer nachzugehen.
Ich behielt trotz des bescheidenen Umfangs, den ein Referat mit IIIIIIIIIII Seiten haben soll, bei der sehr allgemeinen Fragestellung, wenngleich ich nur einen kleinen Einblick geben kann und nicht vorhabe eine all sichtige Beantwortung der Frage zu erarbeiten.
Ich möchte im ersten Abschnitt des Hauptteils der Herkunft des Sufismus nachspüren. um im zweiten dann einige Merkmale aufzuzeichnen und so versuchen mir selbst und dem Leser ein umfassenderes und genaueres Bild dieser Ausprägung des Islams vermittelt zu haben.
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2. Woher kommt der Sufismus
2.1 Begriffsdefinition
Das Wort Sufismus selbst, da sind sich alle von mir gelesenen Autoren einig, ist über das arabische Wort für Wolle „suf“ entstanden. Damit bezeichnete man die, die Wolle tragen, was bei den Asketen, die eine Gruppe des Sufismus darstellen, üblich war. (vgl. Schimmel 2003, S. 17) „Die Mystiker trugen ein Kleid aus Wolle (suf) und erhielten die Bezeichnung Sufi, „Wollbekleidete“. (Khoury 2003, S. 113)
2.2 Islamische Wurzeln
Zunächst ist der Widerstand aus dem eigenen Lager, also dem Islam gegenüber dem Sufismus unverständlich, weil „für den Sufi ist, wie für jeden Muslim, das im Koran offenbarte Gotteswort Zentrum und Grundlage seines Lebens.“ (Schimmel 2003, S. 11)
In der Tat werden die Gegensätze und die Feindschaft meist überbetont, weil einige der bekanntesten Vertreter in der Geschichte des Sufismus hingerichtet wurden. Tatsächlich aber stammt der echte Sufismus aus dem Islam und benutzt dieselben Quellen. (Schimmel 2003, S. 7) In ihrem Weg unterscheiden sich die Richtungen aber und da kam es in der Geschichte immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Literalisten und Ritualisten des offiziellen Schari´a-gebundenen Islam und Vertretern aus den Sufibewegungen.
Das besondere in meinen Augen an der islamischen Mystik ist, dass sie durch die ohnehin im Islam vorhandene Grundannahme, das es keines Mittlers, Geistlichen bedarf, um mit Gott in Verbindung zu treten, dieses „Hindernis“ wie es z. B. in der Katholischen Kirche besteht und für dortige Mystiker wie Meister Eckehart zum Problem wurde, nicht beseitigen musste.
Bei einigen Vertretern allerdings wuchsen sich wie oben erwähnt die Meinungsverschiedenheiten zu echten Konflikten aus. Was der Kern der Spannung zwischen den orthodoxen Theologen und den Sufisten war, ist
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die Frage, wie weit geht diese Verbindung mit Gott. Für die Orthodoxen bestand da ganz klar die Grenze zur Inkarnationsbehauptung, dass kein Mensch sich Gott nennen darf und die Transzendenz und allumfassende Größe Gottes einzigartig ist. Vergleiche hierzu wie im Seminar kennen gelernt die Kritik am Christentum und der Rolle Jesu. Auch die Selbstdefinition des letzten Propheten Muhammad spricht hier eine eindeutige Sprache.
Den Mystikern war das zu kurz gedacht und gelebt. Sie strebten ja einen totale Entwerdung, ein Nicht sein ihres Ichs an und dadurch eine Art Einswerdung mit Gott. Durch jahrelange Übungen und ihre mystischen, für sie sicherlich realen Erfahrungen, sahen sie sich zu Aussprüchen motiviert wie: ana´l-haqq = Ich bin die absolute Wahrheit, Gott! So, nach einer Überlieferung, gesprochen an der Haustür seines Meisters von al-Halladschs als Antwort auf die Frage des Meisters „wer klopft an?“. (Schimmel 2003, S. 32)
Andere Verse des in Bagdad lebenden Mystikers Abu Mansur al -Halladj (Selbe Person wie oben Halladsch nur andere Schreibweise, was ich häufig erlebte beim Quellenvergleich) führten schließlich zu seiner Hinrichtung.
Als Beispiel für Steine des Anstoßes zitiert ihn Khoury: „Ich bin der, den ich liebe, und der, den ich liebe, bin ich. Wir sind zwei Geister, wohnend in einem Leibe. Wenn du mich siehst, so siehst du ihn, und wenn du ihn siehst, so siehst du mich.“ (Khoury 2003, S. 110) Wobei meiner Meinung nach im mittleren Teil mit der Aussage, Wir sind zwei Geister, noch genug Trennung und Bescheidenheit vorhanden ist.
Was den orthodoxen Muslimen auch nicht gefiel, war die Nivellierung der alltäglichen Pflichten eines Gläubigen. So betrachteten einige Sufis diese nicht als Wegweiser sondern als Krücken, die der Gottsuchende im Fortgeschrittenen Stadium getrost wegwerfen sollte. (Khoury 2003, S. 111) Solche Einstellungen gefährdeten denke ich auch das gesellschaftli che Gefüge. Viele Normalsterblichen sahen hier funktionierende Traditionen gefährdet. Wer weiß was die Garanten für das Aufstreben des islamischen Reiches waren?
Arbeit zitieren:
Christian Gotz, 2004, Was ist Sufismus? Ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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