Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Begriffliche Klärung. 2
2.1 Gewalt 2
2.2 Aggression. 3
2.3 Medien. 4
3. Thesen der Gewaltwirkungsforschung 5
3.1 Katharsisthese. 5
3.2 Frustrations-Aggressions-These. 6
3.3 Vorsicht Bildschirm 7
3.4 Umgang mit Medien. 9
4. Prävention. 10
5. Fazit 11
6. Ausblick. 13
Literaturverzeichnis 14
Anhang
Seite 1
1. Einleitung
Das Thema Gewalt ist in den letzten Jahren immer mehr in das öffentliche Interesse getreten. Nach Berichten von Massakern an amerikanischen Highschools, erfolgten auch in Deutschland Gewalttaten an Schulen. Eine traurige Tat war sicherlich am 26. April 2002 am Gutenberg Gymnasium in Erfurt. An dieser Schule tötete ein 19jähriger Schüler in einem Amoklauf 16 Schüler/innen und Lehrer/innen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es unvorstellbar, dass auch in Deutschland jemals so eine schrecklich Tat passieren könnte.
Bereits kurz nach diesem Ereignis wurde in der Bevölkerung eine Diskussion entfacht, wie ein Jugendlicher so ein enormes Gewaltpotential entwickeln konnte. Eine Teilantwort war schnell gefunden. Der Einfluss von gewaltverherrlichenden Computerspielen und Filmen geriet in die Kritik. Sie galten als Möglichkeit negativer Beeinflussung von Jugendlichen auf ihr soziales Verhalten. Wurden Jugendliche früher hauptsächlich durch Medien wie Theater, Märchenbücher oder Jugendbücher geprägt, so geschieht dies heute vermehrt durch den Computer, Kino oder das Fernsehen.
In breiten Bevölkerungskreisen wird vermutet, dass sich der Einfluss von Medien verstärkend auf die Gewaltbereitschaft Jugendlicher auswirkt. Im Gegensatz dazu ist die Meinung der wissenschaftlichen Literatur nicht eindeutig. Auffällig ist jedoch, dass sich das Umsatzvolumen von Online-Rollenspielen von 81 Millionen US-Dollar im Jahre 2000 auf 3,7 Milliarden in 2005 gesteigert hat. 1
Eine weitere interessante Frage ist auch, ob die Gewalt tatsächlich angestiegen ist oder ob es sich lediglich um ein subjektives Empfinden der Öffentlichkeit handelt, welches wiederum durch die Medien verursacht sein könnte.
Diese Hausarbeit soll die Frage klären, inwieweit Medien die Gewaltbereitschaft Jugendlicher beeinflussen können.
1 Vgl. PIEPER, C.: Die Kapitalisten von Kalimdor. In: Der Spiegel, 2005, Heft 27, 2005, S. 86f.
Seite 2
2. Begriffliche Klärung
2.1 Gewalt
Gewalt ist eine Bildung aus dem althochdeutschen Verb „walten“ bzw. „waltan“. Dies ist gleich zu setzen mit stark sein, beherrschen. 2 Von der etymologischen Wurzel her hat der Begriff Gewalt daher die Bedeutung des „Verfügenkönnen [sic] über innerweltliches Sein“. 3 Daher hebt der Terminus Gewalt ursprünglich auf die Fähigkeit zur Durchführung einer Handlung ab, beinhaltet aber kein Urteil über die Rechtmäßigkeit dieser Handlung.
Aus diesem Grund ist eine Definition für den Begriff Gewalt nicht eindeutig zu treffen. Je mehr man sich damit befasst, desto schwieriger wird es den Begriff einheitlich zu erläutern. Er muss vielmehr im Kontext seiner Verwendung gesehen werden. Das bedeutet, dass der Terminus in unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Bedeutungen hat, wie zum Beispiel in der Politik, der Rechtswissenschaft und der Soziologie. 4
Der Friedensforscher und Soziologe Johan Galtung unterteilt den Begriff Gewalt in 6 unterschiedliche Typen. Er differenziert Gewalt wie folgt: 5
1. psychische oder physische Gewalt, 2. negative und positive Gewalt, 3. objektbezogene und objektlose Gewalt, 4. personale oder strukturelle Gewalt, 5. intendierte und nicht intendierte Gewalt und 6. manifeste und latente Gewalt.
2 Vgl. www.wikipedia.org/wiki/Gewalt. [05.07.2005]
3 www.wikipedia.org/wiki/Gewalt. [05.07.2005]
4 Vgl. www.wikipedia.org/wiki/Gewalt. [05.07.2005]
5 Vgl. HANKE, Ottmar: Gewaltverhalten in der Gleichaltrigengruppe von männlichen Kindern und Jugendlichen. Reihe Pädagogik, Band 15, Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft, 1998, S. 43ff.
Seite 3
In dieser Hausarbeit soll die soziologische Sichtweise betrachtet werden.
Hiernach ist Gewalt häufig mit einer illegitimen Ausübung von Zwang gleich zu setzen. Der Wille, zum Beispiel einer Person, wird missachtet oder gebrochen (englisch force, lateinisch vis oder violentia). Ziel dieser Handlung ist es, einen Anderen psychisch und physisch zu schädigen oder damit zu drohen. „Gewalt gilt hier als symbiotisches Korrelat zur Macht und wird als letzte Deckungsgarantie für machtbezogene Kommunikation verstanden.“ 6
Somit ist Gewalt ein Augenblick von Macht. Es soll zwanghaft gegen den Willen eines Anderen der eigene Wille durchgesetzt werden.
2.2 Aggression
Wenn man den Terminus Gewalt untersucht, muss man sich zwangsläufig auch mit der Aggression auseinandersetzen. Beide stehen in enger Verwandtschaft.
Wie bei der Gewaltdefinition ist der Begriff Aggression nicht eindeutig zu bestimmen. So äußert sich Aggression in unterschiedlicher Weise. Sie kann offen oder verdeckt, vollzogen oder phantasiert, physisch oder verbal ausgeübt werden. 7 Im Gegensatz zur Gewalt steht bei der Aggression (lat. aggressio, Angriff, Attacke) ein Angriffsverhalten des Menschen gegen ein anderes Individuum im Blickfeld. 8 Auch wird die Aggression als eine dauerhafte Bereitschaft zu aggressivem Verhalten verstanden. In der Verhaltensforschung wird die Aggression als ständig fließende Quelle gesehen, die dem betroffenen Menschen zu unkontrollierten Ausbrüchen von Aggression zwingt und ihn bis zu selbst-
6 www.wikipedia.org/wiki/Gewalt
7 Vgl. FRAAS, H.-J.: Aggression. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. 4. Auflage, Band 1, Tübingen: Mohr-Verlag, 1998, S. 183f.
8 Vgl. AKSU, F.: Aggression. In: Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 256. Auflage, Berlin, New York: de Gruyter, 1990, S. 28f.
Arbeit zitieren:
Bodo Böke, 2005, Der Zusammenhang von Medien und Gewalt, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Alltagsästhetik und politische Kultur
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit, 26 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen von E-Learning in der betrieblichen Weiterbi...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Diplomarbeit, 83 Seiten
E-Learning, Blended Learning und virtuelle Exkursionen
Eine Bereicherung für den Erdk...
Geowissenschaften / Geographie - Didaktik d. Geographie
Hausarbeit, 10 Seiten
Heinrich Heine - Leben und Werk in Opposition, dargestellt am Beispiel...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Betriebliche Weiterbildung von älteren Arbeitnehmern
Die Marginalität der älteren A...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 24 Seiten
Die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen auf das...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 89 Seiten
Erklärungsmodelle für die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsfor...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Ludwig der Fromme in den Darstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts ne...
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation im Betrieb
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 64 Seiten
Gestaltungsmöglichkeiten von Weiterbildungskonzepten für ältere Mitarb...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 18 Seiten
Sieg oder Niederlage für Heinr...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Neue Konzepte der Personalentwicklung: E-Learning, Blended Learning
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 27 Seiten
Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos - theoretische Betrachtungen übe...
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Anfänge der Inquisition und der Inquisitor Konrad von Marburg
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 18 Seiten
Das Boot - Von Buchheims Tatsachenroman zu einem der erfolgreichsten d...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 14 Seiten
Bodo Böke's Text Der Zusammenhang von Medien und Gewalt ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Bodo Böke hat den Text Der Zusammenhang von Medien und Gewalt veröffentlicht
Bodo Böke hat einen neuen Text hochgeladen
Gewalt zwischen Fakten und Fiktionen
Eine Untersuchung von Gewaltda...
Petra Grimm, Katja Kirste, Jutta Weiß
Neue Gewalt oder neue Wahrnehmung? / Nouvelle violence ou nouvelle per...
Kriminologie - Criminologie - ...
Cornelia Bessler, Benjamin Brägger, Volker Dittmann, Daniel Fink, Silvia Steiner, Fabienne Vogler
Nach Krieg, Gewalt und Repression
Vom schwierigen Umgang mit der...
Susanne Buckley-Zistel, Thomas Kater
Ruinen. Reflexionen über Gewalt, Chaos und Vergänglichkeit / Ruins. Re...
Hans Dieter Schaal
0 Kommentare