Inhalt
Seite 1
Basquiat , sein Leben
und die Kunstszene seiner Zeit
Seite 5
Der Kunststil Basquiats
Seite 7
Bildbeschreibung des Gemäldes „ Notary “
Seite 9
Bildanalyse des Gemäldes „ Notary “
Seite 15
Schlusswort
Literaturverzeichniss
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Basquiat, sein Leben und die Kunstszene seiner Zeit
Das Leben Basquiats sowie die Kunstszene, die ihn begleitete, bilden die inhaltliche Grundlage seiner Bilder. Aus diesem Umfeld entnahm der Künstler seine Inspiration; er verarbeitete Erlebtes darin und brachte die für ihn und seine Zeit aktuellen Themen in die Öffentlichkeit.
In der Zeit von 1960 bis 1970 schrie alles geradezu nach Veränderungen; es herrschte eine Umbruchstimmung. Die Kunst entwickelte sich von der in den 60er Jahren entstandenen Pop Art zum Neo- Expressionismus.
Die „High Society“ und die Künstler machten alles zu Geld und besserten sich ihr Vergnügen mit LSD, Kocks und Heroin auf. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit waren weitere Zauberwörter der sogenannten „Beat Generation", die ständig auf der Suche war nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein. Im Radio spielte man die Sex Pistols. Man wollte Skandale, Umsturz und Umbruch. In dieser Zeit kam Jean Michel Basquiat zur Welt.
Er wurde am 22. Dezember 1960 in Brooklyn geboren. Sein Vater stammte aus Haiti, seine Mutter war Tochter puertoricanischer Eltern aus Brooklyn. Von seiner Mutter erbte Basquiat das Talent zum Zeichnen und lernte es von ihr. Außerdem brachte sie ihm Englisch, Spanisch und Französisch bei. Er kam gut mit ihr zurecht, obwohl sie auch an Depressionen litt und in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht war. Zwischen Basquiat und seinem Vater gab es immer wieder Konflikte, und dieses gestörte Verhältniss prägte ihn sein ganzen Leben hindurch. Er war ständig auf der Suche nach Vaterpersonen und nach Liebe; sowohl in seinen Beziehungen als auch bei Kunstförderern, vor allem aber bei dem Künstler Andy Warhol. Der Rausch der Droge bedeutete für Basquiat der sichere Ausweg aus seinen inneren Konflikten.
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Als er sieben Jahre alt war, wurde Basquiat von einem Auto angefahren, brach sich einen Arm und hatte innere Verletzungen. Diese waren derart schwer, dass ihm die Milz entfernt werden musste. Im Krankenhaus schenkte ihm seine Mutter „Gray's Anatomy", ein Anatomiebuch, das seine späteren Bilder ungemein prägte. Bald darauf liessen sich seine Eltern scheiden. Daraufhin wurde Jean Michel Basquiat‘s Beziehung zu seinem Vater immer schwieriger. Er besuchte jeweils für kurze Zeit und mit dem Ergebniss von schlechten Zensuren verschiedene Schulen, bis er im Jahr 1977 schliesslich auf eine liberale Schule für begabte Kinder mit Integrationsschwierigkeiten wechselte.
In dieser Zeit erfand Basquiat gemeinsam mit seinem Schulfreund Al Diaz die Kunstfigur „SAMO“ (Abkürzung für „Same Old Shit“). Unter diesem Namen signierte er von nun an seine Graffities in dem Bezirk „Downtown Manhattan“. Einige dieser Sprüche waren zum Beispiel: „SAMO rettet die Idioten" oder: „SAMO für das Ende hirnrissiger Gehirnwäsche!" „SAMO als Alternative zu Gott.." Diese Zitate wurden stadtbekannt und die Zeitungen rissen sich um ein Interview mit den "Tätern". Für Basquiat verkörperte „SAMO“ die Wahrheit und einen religiösen Hintergrund. Basquiat sah sich damals als Prophet seiner Religion. Seine „SAMO“ Graffities waren Basquiats inoffizieller Einstieg in die Kunstwelt. Als 1978 die Probleme mit seinem Vater eskalierten, verließ Jean Michel Basquiat ein Jahr vor dem Abschluss seine Schule und lief endgültig von zu Hause weg. Er verdiente etwas Geld mit dem Verkauf bemalter T-shirts und collagierter Postkarten und entdeckte die Musik- und die Kunstwelt. Zu dieser Zeit nahm Basquiat erstmals Kontakt mit Andy Warhol auf. Schnell wurde er zum festen Betandteil der New Yorker Künstler-, Musiker- und Filmemacher-Szene. Als er sich 1997 mit seinem Freund Al Diaz verkrachte, kam es zum Ende seiner „SAMO“ Inspirationen; an die Wände sprühte Basquiat: "Samo is dead".
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Jean Michel Basquiat gründete 1979 die Band "Gray", die er ein Jahr später aber wieder verließ. Von nun an widmete er sich ausschliesslich seinen Bildern und entwickelte seinen eigenen, einzigartigen Stil. 1980 stellte er mit anderen jungen Künstlern zum ersten Mal seine Bilder aus und wurde kurz darauf von New Yorker Kunstkritikern entdeckt.
Die Kunstszene der 70er Jahre hatte auf Jean Michel Basquiats Werk einen grossen Einfluss. In den USA dominierten neben der Pop Art mit Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg und Claes Oldenburg als Hauptvertreter die konzeptuelle und minimalistische Kunst. Diese kennzeichnete sich dadurch aus, dass sie jede herkömmliche bildnerische Aussage verweigerte (z.B. Werke Frank Stella`s). Die Bilder strahlten intellektuelle Kälte aus. Die Reaktion der jüngeren Generation zeigte sich daraufhin in emotionsgeladenen Bildern, welche sich romantischen Weltentwürfen und dem Expressionismus verpflichtet fühlten. Schnell erfassten die Galeriebesitzer die Strömung des Zeitgeistes. Der Künstler Francesco Clemente, der gemeinsam mit Basquiat und Warhol einige Projekte hatte, war einer der italienischen Vertreter dieser sogenannten „Trans-Avantgarde“. In Europa bezeichnete man diese Maler als „Junge Wilde“. Schliesslich erreichte diese neoexpressive, figurative Kunst ihren Durchbruch. Kunst wurde zum „Lifestyle“; verschiedenste Künstler wie Musiker, Dichter, Designer und Maler wurden zusammengebracht. Der Kunstmarkt boomte. Graffities waren nicht länger nur das künstlerische Manifest der schwarzen „Kids“ aus der Bronx, sondern vielmehr ein Phänomen, das Rassen- und Klassenschranken ignorierte und sich als eigenständiges Kunstwerk etablierte. Jetzt befand sich Basquiat, auf dem Höhepunkt dieser Bewegung, auf dem erfolgreichen Weg in die Galerien. Hinzu kam, dass nicht nur seine Kunst vermarktet wurde, sondern auch seine Person. Basquiat galt nun als Vertreter der schwarzen Künstler inmitten der „Helden“ der Kunstszene.
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Arbeit zitieren:
Grafikdesignerin Fabienne Houdret, 2005, Jean Michel Basquiat - Zu Biographie und Kunststil, München, GRIN Verlag GmbH
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