Sie hungern sich zu Tode, sehen aus wie Haut überzogene Skelette. Oder sie stopfen sich mit Nahrung voll ohne zuzunehmen. Macht Essen krank? Der Wunsch schlank zu sein, ist in unserer Gesellschaft - insbesondere bei Frauen - sehr verbreitet. Eine Krankheit voller Widersprüche. Als paradox werden die Symptome beschrieben. Magersuchtsfälle gab es schon vor über hundert Jahren, aber erst seit 1960 beschäftigen sich die Ärzte mit der Krankheit. Die Zahl der Erkrankten scheint immer mehr anzusteigen - wobei nicht definitiv gesagt werden kann, ob die Krankheit in der heutigen Gesellschaft tatsächlich häufiger auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wird.
Meinen Schwerpunkt möchte ich auf die verschiedenen Therapieformen bei der Anorexia nervosa legen, da ich dort eigene Erfahrungen im Rahmen meiner beruflichen Arbeit gemacht habe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Epidemiologie und allgemeine Aspekte
3. Anorexia nervosa
3.1. Symptomatik / Erscheinungsbild der Anorexia nervosa
3.1.1. Seelische Symptome
3.1.2. Körperliche Symptome
3.2. Prognose
3.3. Ursachen
3.3.1. Psychologische Ursachen
3.3.2. Gesellschaftliche Ursachen
3.4. Therapie
3.4.1. Psychoanalyse
3.4.2. Tiefenpsychologische Gesprächstherapie
3.4.3. Verhaltenstherapie
3.4.4. Körperpsychotherapie
3.4.5. Einzel- und Gruppentherapie
3.4.6. Familiengruppentherapie
4. Bulimia nervosa
4.1. Symptomatik / Erscheinungsbild der Bulimia nervosa
4.1.1. Heißhungeranfälle
4.1.2. Methoden zur Gewichtskontrolle
4.1.3. Das Körpergewicht und die starke Beschäftigung mit Ernährungsfragen
4.1.4. Psychosexuelle Symptome
4.1.5. Psychische Symptome
4.1.6.Körperliche Folgen
4.2. Prognose
4.3. Ursachen
4.3.1. Gesellschaftliche Aspekte
4.3.2. Persönliche und familiäre Aspekte
4.4. Therapie
4.4.1. Einzeltherapie
4.4.2. Familientherapie
4.4.3. Gruppentherapie
4.4.4. Selbsthilfegruppe
4.4.5. Medizinische Behandlung
4.4.6. Ernährungsberatung
4.4.7. Medikamentöse Behandlung
4.4.8. Stationäre Aufnahme
5. Zusammenfassung
5.1. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Krankheitsbilder Anorexia nervosa und Bulimia nervosa. Ziel ist es, die Symptomatik, Ursachen sowie die verschiedenen therapeutischen Ansätze zu beleuchten, um das Verständnis für diese komplexen Essstörungen zu vertiefen.
- Psychopathologische Merkmale der Anorexia nervosa
- Körperliche und seelische Begleiterscheinungen bei Bulimie
- Die Rolle gesellschaftlicher Schlankheitsideale bei der Entstehung von Essstörungen
- Methoden der Psychotherapie und medizinische Behandlungsansätze
- Familiäre Dynamiken und deren Einfluss auf den Krankheitsverlauf
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1. Krankheitsverleugnung
Magersüchtige sind immer darauf bedacht, normal und unauffällig zu wirken. Sie sprechen meistens mit leiser, monotonen Stimme, ihre Haut ist von durchsichtiger Blässe und ihre Augen sind nicht selten von erwartungsvoller Ängstlichkeit erfüllt. Anorektische Patienten verführen die Gesprächspartner dazu, sie als frei manipulierte Marionetten zu betrachten. Sie sind vernünftig, nachgiebig, kompromissbereit und verständig, wenn man im Gespräch über das Belanglose nicht hinauskommt. Werdern jedoch die Grenzen des für sie unverbindlichen überschritten, verstehen sie meistens keinen Spaß mehr und lassen ihr Kämpfertum durchschimmern. Magersüchtige ändern ihre neutrale Stimmung schlagartig, wenn sie auf ihr ausgemergeltes, skeletthaftes Dasein angesprochen werden.
Sie nehmen eine abwehrende kämpferische Haltung ein und behaupten, sie erfreuten sich der besten Gesundheit, seien immer noch zu dick und könnten nicht verstehen, dass man sie als krank betrachte. Und schon sind sie mitten in der Krankheitsverleugnung. Da sich der Magersüchtige vor der Gewichtszunahme panikartig fürchtet, leugnet er seine Abmagerung, und in dieser Verleugnung kann es sogar zur Verkennung der eigenen Leiblichkeit kommen. Verleugnung ist ein unangemessener, wenn auch manchmal verständlicher Umgang mit der Wahrheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Verbreitung von Essstörungen und legt den Schwerpunkt der Arbeit auf die verschiedenen Therapieformen der Anorexia nervosa.
2. Epidemiologie und allgemeine Aspekte: Das Kapitel erläutert die Häufigkeit des Auftretens von Anorexie innerhalb der Bevölkerung, insbesondere bei Frauen in der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren.
3. Anorexia nervosa: Hier werden die diagnostischen Leitlinien, Symptome und Ursachen der Magersucht detailliert dargestellt.
4. Bulimia nervosa: Dieses Kapitel behandelt das klinische Bild der Bulimie, die Methoden zur Gewichtskontrolle sowie die psychischen und körperlichen Folgen der Erkrankung.
5. Zusammenfassung: Ein abschließender Überblick fasst die Chronizität und die notwendige therapeutische Unterstützung bei Essstörungen zusammen.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Essstörung, Magersucht, Symptomatik, Psychotherapie, Körperbildstörung, Gewichtsphobie, Krankheitsverleugnung, Schlankheitsideal, Ernährung, Psychosomatik, Verhaltenstherapie, Selbstwertgefühl, Diagnose
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Krankheitsbildern Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, ihrer Symptomatik, den Hintergründen sowie den Behandlungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung und Unterscheidung der beiden Essstörungen, ihre psychologischen und gesellschaftlichen Ursachen sowie eine umfassende Darstellung therapeutischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Wesen der Essstörungen zu entwickeln und die verschiedenen methodischen Herangehensweisen in der Therapie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich klinischer Leitlinien (wie ICD-10) sowie der Einbeziehung fachspezifischer Erkenntnisse zur Psychopathologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die seelischen und körperlichen Symptome, die diagnostischen Kriterien, die vielfältigen Ursachen und die verschiedenen Therapieformen wie Psychoanalyse und Verhaltenstherapie erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Krankheitsverleugnung, Gewichtsphobie, Schlankheitsideal, Psychotherapie und das gestörte Selbstwertgefühl.
Warum ist die Krankheitsverleugnung ein zentrales Merkmal bei Anorexia nervosa?
Die Verleugnung dient als Schutzmechanismus der Betroffenen vor der panikartigen Angst vor einer Gewichtszunahme, was häufig zu einer verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers führt.
Welche Rolle spielt das gesellschaftliche Schlankheitsideal?
Das Schlankheitsideal wird als bedeutender äußerer Druckfaktor beschrieben, der insbesondere junge Frauen verunsichert und als auslösender oder verstärkender Faktor für Essstörungen fungiert.
- Arbeit zitieren
- Kristina Gfrörer (Autor:in), 2002, Essstörungen - Anorexie u. Bulimie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4678