Gliederung
1. Wie kann Lernen definiert werden 3
2. Welche Lerntheorien können unterschieden werden 3
3. Wie ist Gedächtnis definiert 4
4. Was versteht man unter einem Mehrspeichermodell 5
5. Warum vergessen wir eigentlich 7
Literaturverzeichnis 7
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1. Wie kann Lernen definiert werden?
Lernen ist ein Prozess, der zu relativ stabilen Veränderungen im Verhalten oder im Verhaltenspotential führt und auf Erfahrung aufbaut. Lernen selbst kann dabei nicht beobachtet werden. Es wird nur aus den Veränderungen des beobachtbaren Verhaltens erschlossen. Dies beinhaltet auch, dass bei vorübergehenden Verhaltensänderungen noch kein Lernen stattgefunden haben muss. Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich. So kann bereits Lernen stattgefunden haben, obwohl es sich zu einer bestimmten Zeit noch nicht im Verhalten gezeigt hat. Man spricht in diesem Fall von latentem Lernen.
Dem Lernen liegen insgesamt zwei Grundannahmen zugrunde. Zum einen das Gesetz der Assoziation und zum anderen das Prinzip des adaptiven Hedonismus. Wichtig erscheint auch, dass es viele Lerntheorien gibt, die sich teilweise widersprechen oder aber ergänzen. Dies ist u. a. damit zu erklären, dass Lernen ein zentraler Begriff der päd. Psychologie ist, da jedes erzieherische und unterrichtliche Geschehen auf Lernen abzielt.
2. Welche Lerntheorien können unterschieden werden?
Insgesamt können verschiedene Lerntheorien, die sich aus den einzelnen psychologischen Richtungen ergeben, von einander unterschieden werden. Die bedeutendsten behavioristischen Lernformen nehmen zur Erklärung des Lernens primär Bedingungen außerhalb des Individuums an. Sie beschränken sich darauf beobachtbare Bedingungen und Ereignisse zu registrieren, die mit nachgewiesenen Verhaltensänderungen in Beziehung stehen.
Ein Beispiel für die behavioristische Lerntheorie ist die klassische Konditionierung nach Pawlow, bei der der Organismus eine neue Assoziation zwischen zwei Reizen lernt – einem neutralen und einem der bereits eine Reflexreaktion auslöst. Kritisch zu betrachten ist hier, neben ethischen Vorstellungen, dass klassische Konditionierung nur auf willkürliches Verhalten, dass unter völliger Reizkontrolle steht anwendbar ist.
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Eine weitere Form ist die instrumentelle Konditionierung. Hier wird die Beziehung zwischen einer Reaktion und ihren Konsequenzen erlernt. Das Verhalten, das Instrument für bestimmte wünschenswerte oder belohnende Umweltveränderungen ist wird wiederholt und damit zu einer erlernten Gewohnheit.
Ein weiteres grundlegendes Lernprinzip ist Thorndikes Gesetz des Effekts. Es besagt, dass Lernen durch seine Konsequenzen kontrolliert wird. Es wird aktiv durch Versuch und Irrtum ausprobiert.
Die operante Konditionierung geht davon aus, dass sich das Verhalten auf die Umwelt auswirkt. Verändert sich die Umwelt infolge des Verhaltens, so ändert sich auch das Verhalten – so kommt Lernen zustande.
Eine weitere Lerntheorie ist das Beobachtungslernen, das Modelllernen nach Bandura. Hier geht man davon aus, dass eine Person das Verhalten einer anderen beobachtet und ihr eigenes Verhalten allein auf diese Beobachtung hin verändert. An diesem Prozess sind gemäß Bandura neben Verstärkungen auch Kognitionen beteiligt.
3. Wie ist Gedächtnis definiert?
Das Gedächtnis ist die geistige Fähigkeit, Erfahrungen zu speichern und später zu reproduzieren oder wieder zu erkennen. Es ist dabei ein aktiv wahrnehmendes, kognitives System, das Informationen aufnimmt, enkodiert, modifiziert und wieder abruft. Zumeist wird der menschliche Geist in diesem Sinne als Informationsverarbeitungssystem verstanden. Gedächtnis ist dabei das, was zwischen dem Reiz-Input und dem Reaktions-Output steht.
Doch der Begriff Gedächtnis bezieht sich auch auf das, was behalten wird – sowohl auf die gesamte erinnerte Erfahrung, als auch auf den Abruf einer spezifischen Erfahrung.
Eng verbunden damit ist der Begriff des Erinnerns, der sowohl für das Speichern als auch für das Reproduzieren von Ereignissen benutzt wird. Hierbei ist wichtig, dass es sich beim Gedächtnis nicht um eine Sache, sondern um einen Prozess handelt. Vielleicht ist es daher auch besser von Erinnern als von Gedächtnis zu sprechen.
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Timo Mauelshagen, 2005, Fünf Fragen zum Themenbereich Lernen und Gedächtnis, Munich, GRIN Publishing GmbH
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