Konzept der Nutzwertanalyse am Beispiel der Wahl des ISM-Auslandssemesters
Hausarbeit
im Fach Decision- & Modelling Tools
Dortmund, November 2003
von
Barbara Boron
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie der Nutzwertanalyse 2
2 Wahl der Auslandsuniversität 8
3 Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
Anlagen 17
Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit soll auf die Entstehung der Nutzwertanalyse, die theoretische Durchführung und ihre Charakteristika bezüglich der Einsatzgebiete, sowie abschließend auf eventuelle Schwächen des Verfahrens eingegangen werden.
Im zweiten Kapitel soll dann die Nutzwertanalyse als ein Entscheidungstool in einem Praxiszusammenhang dargestellt werden. Hierbei soll die Wahl der Universität für das Auslandssemester als praxisrelevanter Fall betrachtet werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit bezüglich der Anwendungsmöglichkeiten, beziehungsweise den Anwendungsschwierigkeiten im gewählten Praxisfall.
1 Theorie der Nutzwertanalyse
Ebenso wie die Kosten-Nutzen- und die Kostenwirksamkeitsanalyse ist die Nutzwertanalyse ein Basisbewertungsverfahren.1 Während die Kosten-Nutzenanalyse nur mit rein monetären Bewertungskriterien, also eindimensionalen Zielgrößen, arbeitet und außerökonomische Einflüsse nur verbal diskutiert, werden bei der Nutzwertanalyse zusätzlich auch nichtmonetäre Kriterien zur Bewertung herangezogen. Somit kann dieses Verfahren komplexeren Fragestellungen gerecht werden. Es ist auch möglich, dass die Bewertungskriterien ausschließlich nichtmonetär, somit auch oft subjektiv sind. Beispiele für nichtmonetäre Zielgrößen sind etwa die Umweltverträglichkeit eines Projektes oder die Verbesserung der Marktstellung des Unternehmens durch die Projekte.2 Anwendungsgebiete bei denen Entscheidungen auf der Basis von Nutzwertanalysen getroffen werden sind zum Beispiel: die Standortwahl, Auswahl zwischen innovativen Produkten oder Investitionsprojekten.3 Die nichtmonetären Bewertungskriterien erschweren einen Vergleich des Ergebnisses der Nutzwertanalyse mit anderen ökonomischen Kalkülen, wie etwa Bilanzen und Haushaltsplänen, ja machen diesen Vergleich teilweise unmöglich. Die Nutzwertanalyse weist somit sicherlich eine größere Distanz zum Markt auf und kann immer nur auf das jeweilige Projekt bezogen betrachtet werden. Die Kostenwirksamkeitsanalyse stellt einen Kompromiss zwischen der Kosten-Nutzen- und der Nutzwertanalyse dar.4
Der Ursprung der Nutzwertanalyse ist nicht eindeutig geklärt, seit Ende der 60er Jahre wurde die Nutzwertanalyse aber durch verschiedene Studien sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten bekannt. In Deutschland wurde sie in den 70er Jahren durch Christof Zangemeister verbreitet. Im angelsächsischen spricht man von der „benefit“-, „utility-“ oder „worth-analysis“.5 Neben dem Begriff Nutzwertanalyse kann der Begriff „Scoringmodell“ in der Literatur gefunden werden.6 Oft wird in den Forschungsarbeiten auch die Vielschichtigkeit der Bewertungskriterien, auch Attribute genannt, in den Vordergrund gestellt, so dass die Methode der Nutzwertanalyse in den Hintergrund tritt. Dies macht es schwierig genau zu terminieren, wann die Nutzwertanalyse erstmals angewendet wurde.7
Ziel der Nutzwertanalyse ist es immer die Alternative mit dem höchsten Gesamtnutzwert (NW) auszuwählen. Neben der Auswahl der Alternative mit dem höchsten Gesamtnutzwert (Selektion) kann das Einordnen der alternativen Möglichkeiten in Gruppen (Separation) oder das Ordnen der Alternativen eine zusätzliche Anforderung an die Nutzwertanalyse darstellen.8 Die in der Fromel (1) dargestellte Beziehung zeigt an, dass der Gesamtnutzwert der Möglichkeit eins höher zu bewerten ist als der der Möglichkeit zwei, die Möglichkeit eins wäre somit zu präferieren.
(1) NW1 > NW2
Neben dieser strikten Präferenz ist aber sowohl eine Gleichwertigkeit der beiden Möglichkeiten denkbar – in diesem Falle wird von Indifferenz gesprochen, als auch eine Situation in der die Möglichkeiten unvergleichbar sind.9
Um die Gesamtnutzwerte der einzelnen Alternativen zu erhalten wird das Bewertungsproblem auf der Basis dreier rationaler Lösungsprinzipien betrachtet:10
[....]
1 vgl. Witte (1989): Die Integration monetärer und nichtmonetärer Bewertungen, Berlin, S. 14 und http://www.laum.uni-hannover.de/ilr/lehre/Ptm/Ptm_BewNwa.htm#ablauf1
2 vgl. Lillich (1992): Nutzwertverfahren, Heidelberg, S. 1
3 vgl. http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon/ausgabe_stichwort4598_108.html
4 vgl. Witte 1989, S. 14
5 vgl. Witte 1989, S. 23 und http://www.laum.unihannover.de/ilr/lehre/Ptm/Ptm_BewNwa.htm#ablauf1
6 vgl. http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon/ausgabe_stichwort4598_108.html
7 vgl. Witte 1989, S. 23
8 vgl. Lillich 1992, S. 12
9 vgl. Lillich 1992, S. 10
10 vgl. Witte 1989, S. 25 und Zangemeister (1971): Nutzwertanalyse in der Systemtechnik, München, S. 69f
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Barbara Boron, 2003, Konzept der Nutzwertanalyse am Beispiel der Wahl des ISM-Auslandssemesters, Munich, GRIN Publishing GmbH
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