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Inhaltsverzeichnis
AUFGABENSTELLUNG: 3
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES KRAFTTRAININGS 4
1.1. TRAINING UND TRAINIERBARKEIT 4
1.2. MUSKULÄRE LEISTUNGSFÄHIGKEIT 5
1.3. KRAFTFORMEN 7
1.3.1. Die Maximalkraft 9
1.3.2. Die Schnellkraft 10
1.3.3. Die Kraftausdauer 12
2. ANALYSE DER ALPINEN SLALO-M UND RIESENSLALOMTECHNIK 13
2.1. BESONDERHEITEN DES ALPINEN SNOWBOARDRENNSPORTS 14
2.2. MUSKULÄRE ANFORDERUNGEN 15
2.2.1. Beanspruchte Muskulatur 17
2.2.2. Belastungsunterschiede Slalom - Riesenslalom 19
3. TRAININGSPLANUNG 19
3.1. ZUR PERIODISIERUNG: 20
3.2. VORBEREITUNGSPERIODE 21
3.2.1. VP1 - Allgemeines Krafttraining 21
3.2.2. VP2 - Zielgerichtetes Krafttraining 24
3.2.3. VP3 - Spezielles Krafttraining 27
3.3. WETTKAMPFPERIODE 29
3.4. ÜBERGANGSPERIODE 29
3.5. MINIMIERUNG DER VERLETZUNGS- UND ÜBERLASTUNGSGEFAHR 30
SCHLUßBEMERKUNG 32
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Aufgabenstellung:
Das Snowboarden - eine bis vor we- möchte ich nun in dieser Arbeit dar-
nigen Jahren noch belächelte, von stellen. Dabei soll getrennt nach den
manchen Verbänden in ihrer Exis- Disziplinen Riesentorlauf und Sla-
tenz sogar geleugnete Sportart, hat lom ein Katalog der leistungsbe-
eine unglaublich rasche Entwicklung stimmenden Faktoren und danach ein
hinter sich. Von den ersten offiziel- möglichst zielgerichtetes und effek-
len Snowboard Europameisterschaf- tives Trainingskonzept erstellt wer-
ten 1985 in Schliersee bis zu den be- den. In diesem Sinne ist die Untertei-
vorstehenden Olympischen Winter- lung einer Trainingssaison in ver-
spielen, bei denen das Snowboarden schiedene Etappen (sogenannte Peri-
erstmals als Disziplin geführt wird, odisierung) unumgänglich. Eben die-
hat sich unser Sport vom Freizeit- se Periodisierung stellt einen wesent-
spaß zum absoluten Spitzensport lichen Faktor für den Erfolg eines
entwickelt. langfristigen Trainings dar und soll
Die Rede ist hier speziell von den al- deshalb besonders beachtet werden.
pinen Wettkampfdiziplinen Riesen-
torlauf und Slalom. Die Zeiten, in Neben den sportartunabhängigen
denen ambitionierte Hobbysportler Methoden zur Verbesserung der mo-
bei internationalen Rennen um die torischen Kraft, die vorrangig auf
vorderen Plätze mitfahren konnten, physiologischen und anatomischen
sind längst vorbei; zu hart ist die Bedingungen basieren, wurde das
Leistungsdichte bei den Spitzenfah- sogenannte spezielle Krafttraining
rern. entwickelt (DJATSCHKOW 1977,
Dieser Sachverhalt bedingt also ein WERCHOSHANSKIJ 1972). Dabei
zielgerichtetes, optimiertes Training wird die Wettkampfübung unter er-
in all seinen Facetten zur Steigerung schwerten Bedingungen aber in ihrer
der sportlichen Leistung (Kondition, richtigen räumlich-zeitlichen Struk-
Bewegungstechnik, Taktik). Einen tur nachvollzogen.
Teil dieses Trainings, nämlich das Das Problem, das sich dabei aller-
speziell auf den Snowboardwett- dings ergibt ist, daß die zusätzliche
kampf ausgerichtete Krafttraining, Gewichtsbelastung nur im Bereich
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weniger Prozent der Wettkampfbe- sinnvoll, diesem Problem durch eine lastung liegen sollte, da ansonsten geeignete Kombination des allge- eine koordinative Beeinträchtigung meinen und des speziellen Krafttrai- der Bewegungstechnik die Folge ist nings zu begegnen.
(LINSER, 1994). Es erscheint deshalb
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES
KRAFTTRAININGS
1.1. Training und Trainierbarkeit
ziehungsweise der Verbesserung der Training ist ein komplexer Hand- körperlichen Leistungsfähigkeit und lungsprozeß mit dem Ziel der plan- der Gesundheit, im Spitzensport der mäßigen Einwirkung auf die sportli- Verbesserung der individuellen che Leistungsentwicklung. Im Brei- Höchstleistung.
tensport dient es der Erhaltung be-
Die Kriterien des sportlichen Trainings sind dabei: x Planmäßigkeit (Plan, Organisation, Dokumentation) x Gesetzmäßigkeit (physiologische Gesetzmäßigkeiten berücksichtigen) x Zielorientierung (Trainingsmaßnahmen führen direkt zum gesetzten Ziel) x Individualität x Langfristigkeit
gene Faktoren) ab (WEINECK, 1994 Die Trainierbarkeit gibt den Grad a).
der Anpassung (Adaptation) an Trai- Die Trainierbarkeit von sportmotori- ningsbelastungen wieder. Sie hängt schen Eigenschaften ist auch vom von verschiedenen Faktoren wie dem Alter abhängig. In bestimmten Pha- Körperbau, dem Alter (endogene sen der Entwicklung können ganz Faktoren), aber auch der Ernährung bestimmte sportmotorische Eigen- und den Umweltbedingungen (exo- schaften besonders gut trainiert wer-
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den; man nennt diese Entwicklungs- (WEINECK, 1994 a).
abschnitte auch „sensitive Phasen“
1.2. Muskuläre Leistungsfähigkeit
Die Muskuläre Leistungsfähigkeit ist den autonom geschützten Reserven, als ein Teilgebiet der sportlichen welche nur in absoluten Notfallsitua- Leistungsfähigkeit, welche Ausdruck tionen abrufbar sind, dar. (siehe dazu der gesamten Persönlichkeit und Abb. 1). Wird also durch entspre- „Handlungskompetenz“ eines Athle- chendes Training die Mobilisations- ten ist, zu sehen. schwelle nach oben verschoben, er- Die Leistungsfähigkeit hängt, abge- höht sich die willentlich abrufbare sehen von morphologischen Gege- Energie und die Leistungsfähigkeit benheiten, zunächst einmal vom steigt.
Training ab. Durch körperliches Die Verschiedenen Leistungsberei- Training verschiebt sich die soge- che sowie die Mobilisationsschwelle nannte Mobilisationsschwelle nach werden in Abbildung 1 dargestellt.
oben. Diese Mobilisationsschwelle stellt den Grenzbereich zwischen den gewöhnlichen Einsatzreserven und
Abb. 1: Die Leistungsbereiche (nach HETTINGER 1972)
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Zur Verbesserung der Leistungsfä- senschaft wird dieser Effekt auch als Superkompensation bezeichnet.
higkeit ist also entsprechendes Trai- ning notwendig. Dazu müssen adä- Um diese Homöostase des Organis- quate Belastungsreize gesetzt wer- mus zu stören, muß die Gesamtbelas- den. Durch diese Belastungsreize tung im Training gewisse Kriterien wird das biochemische Gleichge- erfüllen. Für die Wirkung des gesetz- wicht des Organismus (= Homöosta- ten Trainingsreizes sind sowohl se) gestört und es kommt zu einer quantitative, als auch qualitative As- Anpassung an die neuen Anforde- pekte von entscheidender Bedeutung. rungen. Die Folge ist eine erhöhte Einen Überblick über diese Aspekte Leistungsfähigkeit. In der Sportwis- gibt Abbildung 2.
Abb. 2: Komponenten der Trainingsbelastung: (nach WEINECK 1994 a)
an. Es werden dabei gewisse Pau- x Die Reizintensität gibt die Stärke
eines einzelnen Reizes an. Meist wird sie in Prozent der individuel-
x
Die
Reizdauer
gibt den Zeitraum len maximalen Leistungsfähigkeit an, in welchem ein einzelner Reiz
gemessen. Die Intensität bestimmt entscheidend, welche Muskelfa-
x
Der
Reizumfang
stellt die Summe sern aktiviert werden. Beim Kraft- aller in einem Training gesetzten
training ist sie von eminenter Be- Reize dar.
deutung für den Trainingseffekt.
x Die Trainingshäufigkeit (Reiz-) x Die Reizdichte gibt das Verhältnis gibt die Anzahl der Trainingsein- zwischen Belastung und Erholung
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heiten in einem Zeitintervall ningseffektes, ist die dem Trainings- (meist eine Woche) an. ziel entsprechende Auswahl der auf- Für die Qualität eines Trainings, d.h. gelisteten Belastungskomponenten das Erreichen eines speziellen Trai- von ausschlaggebender Wichtigkeit!
1.3. Kraftformen
Will man den Begriff Kraft genauer x Kraft im biologischen Sinn ist ei-
definieren, so muß man grundsätz- lich zwischen der physikalischen und der biologischen Betrachtungsweise unterscheiden.
x Kraft im physikalischen Sinn ist laut dem 2. Newton’schen Axiom das Produkt aus Masse mal Be- Demnach ergibt sich also eine ganze Reihe von Faktoren, die die motori- schleunigung, gemessen in New- sche Kraft beeinflussen:
ton. Sie stellt ein Maß für die Einwirkung eines Körpers auf ei- nen anderen dar.
Abb. 3: Leistungsbestimmende Faktoren der motorischen Kraft (nach EHLENZ, GROSSER,
ZIMMERMANN 1985)
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(Als günstiges Nachschlagewerk er- Anhand der obigen Aufstellung wird weist sich hier WEINECK 1990, ersichtlich, wie mannigfaltig und komplex das Thema Kraft zu be- 1994a) trachten ist. Aus der Sicht des praktische Trai- Es gibt noch weitere Unterscheidun- nings hat sich eine generalisierende gen bezüglich einer Strukturierung Betrachtungsweise der Kraft entwi- der Muskelarbeit nach mechanischen ckelt, wobei nach den unterschiedli- Kriterien: chen Erscheinungsformen Maximal- * exzentrische- kraft, Schnellkraft und Kraftausdau- * konzentrische- er differenziert wird. Allerdings tritt * statische- die Kraft in den verschiedenen * kombinierte Muskelarbeit. Sportarten nie in ihrer theoretischen Zusätzlich wird noch nach Arten der Reinform, sondern stets in einer Muskelspannung nach physiologi- Kombination der konditionellen schen Kriterien unterschieden in: Leistungsfaktoren auf (nach BÜHRLE * isometrische- 1985, WEINECK 1984 a).
* isotonische- Abbildung 4 zeigt einen Einteilungs- * auxotonische Muskelspannung. versuch der Kraft nach ihren Haupt- Es würde den Rahmen dieser Arbeit erscheinungsformen.
sprengen, auch diese Unterscheidun- gen noch detailliert zu beschreiben. Es ist jedoch unumgänglich die an- gesprochenen physiologischen und mechanischen Begriffe als Trai- ningsbeschreibungen im weiteren Verlauf dieser Arbeit zu verwenden.
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Abb. 4: Differenzierung der Kraft nach den Haupterscheinungsformen und ihren Kraft- fähigkeiten (vereinfacht nach LETZELTER/LETZELTER 1986, S 66)
In der heutigen sportwissenschaftli- einer Teilverbesserung einer anderen chen Auffassung steht fest, daß ein bei (LETZELTER 1986). So ist es un- Zusammenhang zwischen den drei ter Umständen möglich, mit dem Erscheinungsformen der Kraft be- gleichen Trainingsinhalt und der steht, und diese nicht isoliert trainiert gleichen Trainingsmethode verschie- werden können. Ein Training einer dene artverwandte Ziele zu realisie- der Erscheinungsformen trägt also zu ren.
1.3.1. Die Maximalkraft
Durch Training jeder einzelnen die- Die Maximalkraft stellt die höchste ser Faktoren kann die Maximalkraft aus dem System Nerv - Muskel will- kürlich produzierbare Kraft dar (vgl. gesteigert werden.
LETZELTER, LETZELTER 1986).
Es ist bekannt, daß unter isometri- Sie hängt von folgenden Parametern schen Bedingungen höhere Maxi- ab:
malkraftwerte erzielt werden können, als unter konzentrischen, unter ex- x Muskelquerschnitt zentrischen wiederum höhere als un- x Intramuskuläre Koordination ter isometrischen. Allerdings ist die x Intermuskuläre Koordination Korrelation zwischen den eben ge- nannten Maximalkraftformen so
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Mag. Hans-Christian Miko, 1998, Allgemeines und spezielles Krafttraining für den Snowboard-Rennlauf, Munich, GRIN Publishing GmbH
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