DIPLOMARBEIT
Fachhochschule Wiesbaden Fachbereich Bauingenieurwesen Vertiefungsrichtung Baubetrieb
Die Anwendung der Bauablaufplanung in Unternehmen der Bauwirtschaft zur Realisierung einer effektiven Bauabwicklung
von Christian Finke
2000
Inhaltsverzeichnis
1.0 Problemstellung und Untersuchungsablauf ... 4
1.1 Thema und Ziel der Arbeit ... 4
1.2 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit ... 4
2.0 Einleitung und Abgrenzung von anderen Themengebieten ... 5
3.0 Pro und Contra Bauablaufplanung ... 6
3.1 Die Notwendigkeit der Bauablaufplanung ... 6
3.2 Vorurteile gegen die Bauablaufplanung ... 7
4.0 Die Bauablaufplanung vor der Bauwerkserstellung ... 8
4.1 Externe Informationen ... 9
4.2 Interne Informationen ... 12
4.3 Verfahrensplanung ... 13
4.4 Ablaufplanung und deren Darstellung ... 19
4.4.1 Balkenplan ... 25
4.4.1 Weg-Zeit Diagramm ... 27
4.4.2 Netzplan ... 28
4.4.3 Zusammenfassung und weitere Darstellungsmöglichkeiten ... 31
4.5 Takt- / Fließfertigung ... 33
4.6 Ressourcenplanung ... 38
4.7 Baustelleneinrichtungsplanung ... 43
5.0 Die Bauablaufplanung während der Bauwerkserstellung ... 47
5.1 Arbeitskalkulation ... 49
5.2 Ressourcensteuerung ... 50
5.3 Abweichen vom Bauvertrag und unvorhersehbare Ereignisse ... 54
6.0 Die Bauablaufplanung am praktischen Beispiel ... 56
7.0 Schlussbetrachtung, Folgerungen und Ausblick ... 63
8.0 Anhang: Formulare und Checklisten
9.0 Literaturliste
1.0 Problemstellung und Untersuchungsablauf
1.1 Thema und Ziel der Arbeit
Der Gegenstand der Arbeit ist die Behandlung der Frage nach den Möglichkeiten eines Bauunternehmens zur Gestaltung eines effektiven Bauablaufes. Insbesondere soll hier als Instrument die Durchführung der Bauablaufplanung geschildert und mit Hilfe von beispielhaft aufgeführten Formularen und Checklisten praxisnah dargelegt werden. Ergänzt wird die Arbeit mit dem Aufzeigen einer Ablaufplanung am praktischen Beispiel.
1.2 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
Während der Mitwirkung an der Ausarbeitung einer Bauablaufplanung eines Brückenbauwerkes wurden zahlreiche Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, die in diese Arbeit eingeflossen sind. Diese Planungsgestaltung erfolgte in dem im Rhein-Main-Gebiet ansässigen Bauunternehmen Gerd Müller Ingenieurbau GmbH. Zudem wurden zahlreiche Fachbücher und Fachzeitschriften, die im Literaturverzeichnis aufgeführt sind, zu Hilfe genommen.
Der Aufbau der Ausarbeitung ist wie folgt gegliedert: Zunächst erfolgt eine allgemeine Einführung in das Thema Bauablaufplanung, worin u.a. der Begriff selbst definiert wird. Dann werden Gründe für die Notwendigkeit der Planung erörtert, sowie die auch häufig von Baubeteiligten genannten Vorurteile untersucht. Danach wird die zeitliche Entwicklung einer Bauablaufplanung geschildert, wobei alle möglichen Darstellungsmethoden aufgezeigt und Empfehlungen für die Durchführung gegeben werden. Dabei werden auch die für eine Bauablaufplanung notwendigen Informationsquellen explizit erwähnt. Es wird zwischen der Planung vor Baubeginn und während der Bauwerkserstellung unterschieden. Des Weiteren wird die in der Praxis durchgeführte Ablaufplanung des Brückenbauwerkes dargestellt und auch auf alle dabei auftauchende Probleme und Besonderheiten eingegangen.
In der Schlussbetrachtung werden Folgerungen und Konsequenzen aus der wissenschaftlichen Betrachtung und praktischen Erfahrung gezogen. Ergänzt wird die Ausarbeitung mit Hinweisen für die Anwendung anhand von Formularen und Checklisten. Ein Literaturverzeichnis zeigt alle verwendeten Quellen auf, welche auch sehr für weitere, über diese Arbeit hinausgehende Informationen zu empfehlen sind.
2.0 Einleitung und Abgrenzung von anderen Themengebieten
Die Bauablaufplanung ist ein Teilbereich der Arbeitsvorbereitung und nutzt weitere Zweige dieser. Dazu gehören die Verfahrensplanung, Ressourcenplanung, Baustelleneinrichtungsplanung und Arbeitskalkulation. Sinn und Aufgabe der Bauablaufplanung ist eine Minimierung der Kosten, vor allem das Einhalten von vorgeschriebener Bauzeit und Einzelfristen, dem Begegnen von äußeren Störungen und der zeitlich optimalen Koordinierung aller Teilvorgänge unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen. Absicht ist es, durch geschickte Verknüpfung von produktiven Faktoren mit Hilfe von dispositiven Faktoren diese Projektziele unter Anwendung von Bauverfahren und Fertigungstechniken zu erreichen.)1 Unter produktiven Faktoren versteht man Arbeitskräfte, Maschinen, Bau-, Bauhilfsstoffe und Betriebsstoffe, dispositive Faktoren sind Führungskräfte und Know-how. Unabhängig von der Größe der Baumaßnahme werden bei der Bauablaufplanung immer zuerst ein Ziel definiert und die äußeren Rahmenbedingungen geklärt. Dann wird ein möglichst effektiver Weg gewählt, der alle externen und internen Umstände berücksichtigt. Während der Bauausführung wird durch ständiges Messen und Steuern gewährleistet, dass das Bauvorhaben zielgerecht realisiert wird. Somit kann gesagt werden, dass die Bauablaufplanung das zeitliche, räumliche und kapazitive Planen und Gestalten von allen Teilvorgängen und Maßnahmen, die dies ermöglichen, umfasst.
An dieser Stelle sei insbesondere darauf hingewiesen, dass sich diese Arbeit thematisch mit der Bauablaufplanung in einem Bauunternehmen beschäftigt, was sich deutlich von der HOAI Leistungsphase 8 eines Architekten unterscheidet. Kernpunkt dieser Phase ist, dass der Architekt die einzelnen Fachfirmen bzw. Gewerke koordiniert und die Ausführung bis hin zur Abnahme überwacht. Diese Aufgabe wird auch immer häufiger von externen Fachbüros durchgeführt, wobei sich diese jedoch erst immer mit dem zu erstellenden Bauwerk vertraut machen, und alle Details, die der Architekt schon kennt, studieren müssen. Vorteil bei einer Beauftragung eines Projektsteuerers ist es, dass er mit dem Fachgebiet der Kybernetik besser vertraut ist.)2 Im Grunde erstellt der Architekt bzw. ein Fachbüro eine Bauablaufplanung, die wesentlich gröber strukturiert ist als die Ablaufplanung eines Bauunternehmens. Dabei entfällt eine Steuerung der einzelnen Produktionsfaktoren, für den Unternehmer ist sie unerlässlich.
[...]
1 Vgl. Bauer, H., Baubetrieb, Teil 2, S.464
2 Vgl. Wittfoht, J., Deutsche Bauzeitung, 9/1999, S.124 ff.
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Christian Finke, 2000, Die Anwendung der Bauablaufplanung in Unternehmen der Bauwirtschaft zur Realisierung einer effektiven Bauabwicklung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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