II
Inhaltsverzeichnis
1. Teil: Einleitung 1
A. Begriff des Unterne hmens 1
B. Grundformen des Unternehmenskaufs 2
2.Teil: Planungsphase des Beteiligungskaufes 3
3. Teil: Die üblichen vertraglichen Regelungen beim Share Deal e iner GmbH 4
A. Vorvertragsphase 4
I. Non-Disclosure-Agreement 4
II. Exklusivitätsvereinbarung 4
III. Letter of Intent 5
IV. Due Diligence Report 5
V. Memorandum of Understanding 7
VI. Optionen oder Vorverträge 7
B. Vertragsschluss 8
I. Formerfordernisse 8
II. Gestaltung des Beteiligungskaufvertrages 9
1. Kaufgegenstand 9
a. Unternehmenskauf durch Kauf von Anteile 10
b. Beteiligungskauf 10
2. Kaufpreis 11
a. Fester Kaufpreis 12
b. Variabler Kaufpreis 12
c. Zahlungsmodalitäten 13
3. Zustimmungs- und Genehmigungserfordernisse 14
a. Gesellschaftliche Erfordernisse 14
b Zivilrechtliche Erfordernisse 15
III
c. Öffentlich-rechtliche Erfordernisse 15
4. Vertragliche Gewährleistungsansprüche 15 a. Garantien 16
b. Bestimmte gewichtige Gewährleistungen 18
c. Rechtsfolgen 20 d. Verjährung 21
5. Sonstige regelungsbedürftige Punkte 22 a. Wettbewerbsverbot 22 b. Vertraulichkeit 22
c. Auskunfts- und Mitwirkungsrechte und -pflichten 23
d. Rechtsverhältnisse zwischen Veräußerer und Gesellschafter 23
e. Rechtswahl/ Gerichtsstand/ Schiedskla usel 23 f. Kosten/ Steuern 24 g. Salvatorische Klausel 24
6. Closing 25 a. Stichtag 25 b. Funktion des Stichtages 26
c. Übertragung der GmbH-Anteile 27
4. Teil: Endergebnis 27
IV
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- 1 - 1.Teil: Einleitung
Begriffe wie „mergers and acquisitions“, „takeovers“ oder „buy-outs“ gehören mittlerweile zum alltäglichen Sprachgebrauch im Wirtschaftsleben. Der Erwerb neuer Technologien, die Gewinnung von fachkundigem Personal oder die Ausweitung der Unternehmenspräsenz auf andere Märkte, sind nur einige der zahlreichen Motive, die zu Unternehmenskäufen führen. 1 Die Zahl der Unternehmensüberna hmen mit deutscher Beteiligung betrug im Jahr 2004, 680. 2
Dennoch sind Unternehmenskäufe nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. 3 Die Rechtssicherheit der Vertragsparteien ist somit nur durch detaillierte vertragliche Regelungen erreichbar. Dabei sind auch die rechts-formspezifischen Abweichungen zu beachten. 4 Im Rahmen des Planspiels „Unternehmenskauf“ beschäftigt sich diese Seminararbeit im Folgenden mit den üblichen vertraglichen Regelungen beim Erwerb von GmbH-Anteilen, unter Beachtung der sich ergebenden Nutzen und Risiken für die beteiligten Vertragsparteien. Zunächst sind jedoch einige Grundbegriffe zu klären.
A. Begriff des Unternehmens
Der Begriff des „Unternehmen“ ist im System des BGB nicht erfasst. Ein Unternehmen ist weder eine Sache noch ein Recht, sondern eine selbstständige Organisations- und Funktionseinheit. Diese besteht aus der Gesamtheit von Sachen und Rechten, immateriellen Faktoren, tatsächlichen Beziehungen und Erfahrungen mit dem Ziel zusammenzuwirken, pla nmäßig und dauerhaft wirtschaftliche Aktivitäten zu entfalten. 5 Ein Unternehmen ist als sonstiger Gegenstand i.S.d. § 453 I BGB Kaufobjekt, wenn nicht nur einzelne Wirtschaftsgüter, sondern dieses in sei- 1 Vgl.Beisel, D. in Beisel/ Klumpp (2003), Kap. 1, Rn. 6, 7.
2 Vg l.http://www.mergers-and-acquisitions.de
3 Vgl. Wolf, M./Kaiser, J. (DB 2002), S. 411.
4 Vgl. Kästle, F./Oberbracht, D. (2005), S. 2.
5 Vgl. Rödder, T./ Hötzel, O./ Mueller-Thuns, T. (2003) §. 1 , Rn 1; Weitnauer, W.
(NJW 2002), S. 2511; Beisel, D. in Beis el/ Klumpp, (2002), Kap.1, Rn14.
- 2 -ner Gesamtheit übertragen wird und der Erwerber durch den Kauf in der Lage ist es als solches weiterzuführen. 6
Dabei finden die Regeln des Sachkaufrecht §§ 433 ff. BGB Anwendung. 7
B. Grundformen des Unternehmenskaufs
Der Kauf eines Unternehmens kann in verschiedenen Formen erfolgen. Ein Unternehmenskauf liegt vor, wenn die Leitungsmacht durch Erwerb von Anteilen (Share Deal) oder von Wirtschaftsgütern (Asset Deal), auf den Käufer übergeht. 8
Beim Asset Deal werden sämtliche, konkret bestimmten materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter einzeln auf den Käufer übertragen. Diese Form des Unternehmenskaufs wird auch als „Kauf durch Singularsuk zession“ 9 bezeichnet. Je nach Vertragsgegenstand handelt es sich dabei um einen Sach- (§ 433 Abs. 1 S. 1 BGB) oder Rechtskauf (§ 453 Abs.1 BGB). 10 Ein Unterne hmens- und damit ein Sachkauf liegt vor, wenn die wesentliche Unterne hmensgrund lage auf den Käufer übergeht, so dass dieser die bisherigen wirtschaftlichen Aktivitäten fortführen kann. 11 Die Übertragung von Anteilen der das Unternehmen tragenden Gesellschaft vom Verkäufer auf den Käufer, wird als Share Deal bezeichnet. 12 Der Share Deal stellt einen Rechtskauf i.S.d. § 453 BGB dar. 13 Dabei bleiben alle aktiven und passiven Vermöge nsgegenstände der Gesellscha ft zugeordnet, es wechseln lediglich die Inhaber der Gesellschaftsanteile. 14
Ein Share Deal ist dann als Unternehmens- und damit als Sachkauf einzustufen, wenn sämtliche Gesellschaftsanteile auf den Käufer übergehen,
6 Vgl. v. Staudinger, J. (2004), Kommentar, § 453, Rn. 22.
7 Vgl. Semler, F. in Hölters (2002), Teil VI, Rn 1, 3.
8 Vgl. Klumpp, H. in Beisel/ Klumpp (2003), Kap. 4, Rn 5.
9 Seefelder, G. (2005), S. 3.
10 Vgl. Rödder, T./ Hötzel, O./ Mueller-Thuns, T. (2003), S. 9;Picot G. in Picot (2004),
Teil I, Rn 27.
11 Vgl. Rödder, T./ Hötzel, O./ Mueller-Thuns, T. (2003), S. 10; Wirtz, B. (2003), S. 16.
12 Vgl. Klein-Blenkers, F. (2003), S. 906; Semler, J./ Volhard, R.(2001), § 12, Rn 1.
13 Vgl. Rödder, T./ Hötzel, O./ Mueller-Thuns, T. (2003), § 1, Rn 8.
14 Vgl. Larisch, T. (2004), S. 179; Semler, F. in Hölters (2002) Teil VI, Rn 5.
- 3 -so dass die ser die unternehmerische Le itungsmacht erlangt. 15 Eine solche Unternehmensübertragung is t wesentlich einfacher durchzu-führen als ein Asset Deal, da hier lediglich die Beteiligungsrechte unter Beachtung der gesellschaftsspezifischen Regelungen abgetreten werden müssen. 16
2.Teil: Planungsphase des Beteiligungskaufes
Vor jeder Kaufentscheidung ist neben der Definition der eigenen Unternehmensziele eine interne und externe Analyse der Ausgangssituation durchzuführen. Dabei wird neben der Herausarbeitung der eigenen Kompetenzen und Ressourcen, das allgemeine Umfeld, wie allgemeine Ra hmenbedingungen, Markt- und Branchenverhältnisse, sowie Wettbewerbsverhältnisse untersucht.
Aus diesen Ergebnissen wird ein Stärken-/Schwächen-Profil des Unternehmens herausgearbeitet und mit den Ergebnissen der Chancen/Risiken-Analyse abgeglichen.
Vor dem Hintergrund dieser Analyseergebnisse und den vorher definierten Unternehmenszielen, können nun mögliche Strategie n formuliert werden. Nach Auswahl der am besten geeigneten Strategie, wird versucht diese durch strategiegeleit etes Handeln umzusetzen. Nach der Suche und der Auswahl potenzieller Akquisitionskand idaten (Screening) wird der Kontakt zu den jeweiligen Unterne hmen hergestellt. 17 Auch wenn der Ablauf eines Unternehmenskaufs keinen festen Regeln unterliegt, so lassen sich dennoch gewisse Punkte feststellen, die grundsätzlich bei einem solchen Vorgehen beachtet werden sollten.
15 Vgl. Rödder, T./Hötzel, O./ Mueller-Thuns, T. (2003), § 1, Rn 9: Seibt, C./ Reiche, F.
(2002), Teil I, S. 1136.
16 Vgl. Semler, F. in Hölters (2002), Teil VI, Rn 7; Seefelder, G. (2005), S. 3.
17 Vgl. Wirtz, B. (2003), S. 127ff.
Arbeit zitieren:
Andrea Roth, 2005, Die üblichen vertraglichen Regelungen beim Share Deal (Risiken und Nutzen), München, GRIN Verlag GmbH
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