Inhaltsverzeichnis:
1.............Der Zerfall der Alliierten Kriegskoalition und die Auseinandersetzungen um eine
Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung in den Westzonen (1945 - 1947) 3
1.1.......... Das Wiederentstehen von Betriebsvertretungen und Gewerkschaften nach der
Kapitulation unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte. 3
1.2.... Die Maßnahmen der Alliierten zur Neuordnung der deutschen Wirtschaft und die
Forderungen der Gewerkschaften nach Sozialisierung und Wirtschaftsdemokratie. 5
1.3..................... Eine Bilanz der gewerkschaftlichen Situation am Ende der ersten Phase
6
2..... Die Zurückdrängung der gewerkschaftlichen Forderungen nach einer Neuordnung der
Wirtschaft unter dem Druck des sich verschärften Ost-West-Konflikts (1947 - 1949) 7
2.1. Die Verschärfung des kalten Krieges zwischen den Großmächten vom scheitern der
Moskauer Konferenz bis zur Gründung deutscher Separatstaaten. 7
2.2.........Die Zustimmung der Gewerkschaften zum Marshallplan und die Folgen für die
gesamtdeutsche Gewerkschaftseinheit. 7
2.3...... Die Wiederherstellung der liberalen Wettbewerbswirtschaft und der Widerstand
der Arbeitnehmer und Gewerkschaften. 8
2.5........ Die Situation der Gewerkschaften bei ihrem Zusammenschluss zum Deutschen
Gewerkschaftsbund. 8
3. Das Scheitern der gewerkschaftlichen Bemühungen um eine Neuordnung der
Wirtschafts - und Betriebsverfassung nach der Wiederherstellung der alten Besitz- und
Machtverh ältnisse (1949 - 1952) 9
4... Der Kritische Blick der 60er auf die Nachkriegszeit und ein Blick auf die Entwicklung
9
Erg änzung:
Die wirtschaftlichen Grundsätze der Deutschlandpolitik der alliierten Mächte von der
Potsdamer Konferenz bis zur Moskauer Außenministerkonferenz im März 1947. 10
2
1. Der Zerfall der Alliierten Kriegskoalition und die Auseinandersetzungen um eine Neuordnung der Wirtschafts- und Betriebsverfassung in den Westzonen (1945 - 1947)
1.1 Das Wiederentstehen von Betriebsvertretungen und Gewerkschaften nach der Kapitulation unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte
Die ersten Ansätze gewerkschaftlicher Tätigkeit kamen noch vor der offiziellen Kapitulation. Laut Eisenhower sollten sich die deutschen Arbeiter sofort , sobald es die Umstände erlaubten, zu demokratischen Gewerkschaften zusammenschließen dürfen. Noch bevor die Besatzungsmächte eingreifen konnten regenerierte sich das gewerkschaftliche Leben auf örtlicher Ebene. In mindestens 29 Städten wurden Gewerkschaftsveranstaltungen abgehalten. Die Betriebsräte waren die Hauptträger und übten damals einen besonders großen Einfluss aus.
Die generelle Auseinandersetzung um die Organisationsform, bildete das Zentralproblem der frühen deutschen Gewerkschaftsgeschichte. Sie war der Hauptkonfliktpunkt zwischen den Besatzungsmächten und den Gewerkschaften, aber auch innerhalb der Gewerkschaften selbst.
Breiter Konsens innerhalb der Arbeiterbewegung herrschte über das Ziel einer einheitlichen Gewerkschaftsbewegung, als zwingende Konsequenz aus den Erfahrungen der faschistischen Ära. Die organisatorische Zersplitterung in Richtungsgewerkschaften in der Weimarer Republik wurde durchgängig als eine der Ursachen für die historische Niederlage der Arbeiterbewegung 1933 angesehen. Jedoch traten bereits mit Beginn der Planungen für die Neugründung der Gewerkschaften unterschiedliche Auffassungen über die innere Struktur einer angestrebten Einheitsgewerkschaft zutage. Zwei Konzeptionen bestimmten in dieser Frage die Diskussion:
a.) eine zentralistische Einheitsgewerkschaft, mit nach Industriezweigen gegliederten Abteilungen, ohne autonome Rechte und
b.) eine Einheitsgewerkschaft als Dachverband, als Zusammenschluss weitgehend autonomer Einzelgewerkschaften.
3
Die Alliierte Zielsetzung in der Bildung der Gewerkschaften bestand darin: 1. Die Bildung freier Gewerkschaften in ganz Deutschland. 2. Sich zu vergewissern, dass die Schaffung freier Gewerkschaften das Ergebnis freiheitlichen Selbstgefühls und Initiative ist, die sich in den grundlegenden Stadien , das heißt bei den Arbeitern selbst, entwickeln.
3. Den Gewerkschaften volle Entwicklungs- und Handlungsfreiheit zu gewähren, vorausgesetzt, dass sich ihre Tätigkeit nicht gegen die alliierten Behörden richtet. 1
Kennzeichnend für den Wiederaufbau der Gewerkschaften in den drei westlichen Zonen ist dessen Drosselung bzw. Behinderung durch die Alliierten, insbesondere was überregionale Zusammenschlüsse anbelangt.
In der britischen Zone vollzog sich dies mittels des ‘Drei-Phasen-Modells’ - ein kompliziertes Genehmigungsverfahren. Die erste Phase war die örtliche Gründung, die zweite Phase erlaubte ihnen Beiträge zu kassieren, öffentliche Mitgliederwerbung zu betreiben und Büroräume zu mieten. Wer in die zweite Phase gelangen wollte brauchte eine Genehmigung der Militärregierung. Diese konnte versagt werden ohne das ein Einspruchsrecht bestand. Besonders bei der Frage nach der Organisationsform wurden Androhungen gemacht, die zweite Phase nicht zu erreichen. Dies würde dann ein Aufziehen einer Massenorganisation unmöglich machen.
Die Amerikaner verhängten eine Art politische Quarantäne da sie die Sorge hatten, dass die Kommunisten einen Vorteil aus der Situation ziehen könnten. Darum wollte man langsam vorgehen. Hier verlief die Neugründung nach der Formal: Demokratie von unten her.
Resultat war, wie in der britischen Zone, eine Verlangsamung des Prozesses, die Unterdrückung zentraler Einheitsgewerkschaften, bewusste Einflussnahme zugunsten selbständiger Industriegewerkschaften, sowie eine Verzögerung überregionaler Zusammenschlüsse.
Nicht anders verhielt es sich in der französischen Besatzungszone, wobei die Ursache in der extrem föderalistischen Politik und der Orientierung an der Struktur der französischen Gewerkschaften lag und die Behinderung des gewerkschaftlichen Neuaufbaus am stärksten war.
In der britischen Zone hatten sich bis Ende 1946 einzelne Industriegruppen zusammengetan, unterteilten ihren Industrieverband in Berufsgruppen und Spaten und waren gleichzeitig regional den Bedürfnissen entsprechend aufgegliedert. Dies war für die Militärregierung so befriedigend, dass sie die dritte Phase erlaubte. Diese machte den Weg frei für den interzonalen Zusammenschluss.
1 Aus Eberhard Schmidt, Die verhinderte Neuordnung 1945 - 1952
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Arbeit zitieren:
Wilfried Lübben, 2002, Der kritische Blick der 1960er Jahre auf die fruehe Bundesrepublik Deutschland - Ein Referat über das Buch: Die verhinderte Neuordnung 1945-1952, München, GRIN Verlag GmbH
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