Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einführung 4
2. Versuch der Eingrenzung und Definierung der Begriffe 5
Sozialkompetenz und Kommunikative Kompetenz
3. Sinn der Förderung der kommunikativen Kompetenz in (sozial-) 7
pflegerischen Berufen
4. Möglichkeiten der Förderung der kommunikativen Kompetenz 9
durch den Einsatz von videounterstützten Rollenspielen
4.1 Feedback und Rollenspiele 9
4.2 Anwendungen von Video 14
5. Grenzen der Förderung der kommunikativen Kompetenz durch 16
den Einsatz von Rollenspielen und Video
6. Resümee, Diskussion und Ausblick 19
Literaturverzeichnis 21
2
Vorbemerkungen
• Im Text habe ich zur besseren Lesbarkeit ausschließlich die männliche Form der Geschlechterbezeichnung verwendet. Dieses Vorgehen bezieht natürlich das weibliche Geschlecht mit ein.
• Es werden die Regelungen der neuen deutschen Rechtschreibung umgesetzt.
3
1. Einführung
Der Globalisierungs- und Wettbewerbsdruck verändert das Arbeitsleben seit geraumer Zeit. In vielen Betrieben werden klassische und traditionell etablierte Hierarchien abgeflacht, um die Arbeitnehmer mehr in die Arbeits-, Produktions- und Entwicklungsprozesse einzubinden und sie dadurch zu befähigen, dem gesteigerten Veränderungs- und Konkur renzdruck standhalten zu können. Undeutlich bleibt jedoch, in welche Richtung diese Veränd erungsprozesse konkret gehen. Ein Großteil des zukünftigen Arbeitslebens wird in Teams resp. Projektgruppen stattfinden. Menschen sind auf ihre Kollegen angewiesen, um ihre eigenen Bedürfnisse und Ziele verwirklichen zu können. Um die Bedürfnisse und Ziele zu verwirklichen, werden soziale Kompetenzen benötigt (vgl. Pfingsten 2000, S. 473 - 480). Dies bedingt Abstimmungsprozesse, welche Kommunikationsfähigkeiten der Beteiligten voraussetzen. Besonders in Dienstleistungsberufen ist es wichtig, den Kunden mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und Sorgen wahrzunehmen, was vor allem soziale und emotionale Kompetenzen erfordert. Aus diesem Grund werden in Vorstellungsgesprächen und Assessmentverfahren zunehmend Teamfähigkeit, Authentizität, Empathiefähigkeit und sozial erfolgreiches Verhalten überprüft (vgl. Becker 2003, S. 2 - 3; Röll 2003, S. 40 ff.; Sittig 2005; Hartdegen 1996, S. 254 ff.).
Traditionell sind die Anforderungen an die Ausbildung dieser Kompetenzen im (sozial-) pflegerischen Bereich hoch. K onfliktträchtige Bereiche wie sehr enge Beziehungen zu den Klienten, i ntensive Teamarbeit, transkulturelle
Interaktionsprozesse, Umgang mit existenziellen Lebenskrisen, hohe körperliche Belastungen und die Unterstützung von schwerkranken, multimorbiden, häufig auch dementiell erkrankten Menschen waren schon immer Inhalt der Ausbildung und Gegenstand informellen Lernens in den Pflegebereichen (vgl. Willig et al. 2005, S. 329 - 412; Gröschl 2005; Ferger/Meiser 2005, S. 2 - 8).
In der näheren Zukunft w erden die Anforderungen an (sozial-) pflegerische Berufe weiter z unehmen, weil im Gesundheitswesen einschneidende Veränderungsprozesse eingeleitet sind. Zu nennen sind hier beispielsweise die Verlagerung der Pflege aus den stationären in ambulante Einrichtungen (`ambulant vor stationär´), der stark gestiegene Kostendruck, die Professionalisierungsprozess der (Sozial-) Pflegeberufe durch zunehmende Verwissenschaftlichung, die Priorisierung von Beratung und Präventionsmaßnahmen, die Chronifizierung und Multimorbidisierung der Klienten und der demographische Wandel der Gesamtpopulation. Die Team-, Konflikt- und
4
Kommunikationskompetenzen werden in diesem Kontext eine prominente Rolle spielen. Aus diesem Grund ist die Förderung der Sozialkompetenzen ein elementarer Bestandteil der Reformierungsversuche in der beruflichen Ausbildung (sozial-) pflegerischer Berufe (vgl. Oelke/Menke 2002, S. 147 ff.; Koch/Kühn 1999, S. 15 - 24; Menche 2004, S. 22; Wied/Warmbrunn 2003, S.611 f.; Herder 2005). Ich werde in dieser Hausarbeit versuchen aufzuzeigen, wie kommunikative Kompetenz durch Rollenspiele unter Videoeinsatz konkret gefördert werden kann, w obei ich sowohl die Stärken als auch die Schwächen, den Sinn und die Grenzen dieser Methode explizieren möchte.
2. Versuch der Eingrenzung und Definierung der Begriffe Sozialkompetenz und Kommunikative Kompetenz
Obwohl das Konstrukt der Sozialkompetenz auf eine recht lange Forschungstradition zurückblicken kann, existiert bis heute - so schreibt Becker in ihrer Dissertation - keine allge mein gültige Definition bzw. keine klare begriffliche Abgrenzung. Der Grund liegt darin, dass der jeweilige Forscher Teilaspekte des Konstruktes fokussiert und zugleich integrative Sichtweisen vernachlässigt (vgl. Becker 2003, S. 38). Aus ähnlichen Gründen gibt es auch zahlreiche Definitionen des Begriffs Kommunikation (vgl. Lenzen 1993, S. 872 ff.; Wied 2003, S. 382 f.).
Um das Verständnis des Textes zu erleichtern werde ich nun zwei zentrale Begrifflichkeiten definitorisch festlegen. Diese Eingrenzung sagt nichts über den Stellenwert der anderen D efinitionen aus, sondern soll ausschließlich als Arbeitsdefinition fungieren.
Sozialkompetenz bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, soziale Beziehungen und Interessenslagen, Zuwendungen und Spannungen zu verstehen, sich mit Anderen rational, verant wortungsbewusst und konstruktiv auseinander zu setzen und die Welt des Anderen aus dessen Perspektive sehen zu können (sog. Empathische Kompetenz) (vgl. Caritas 1998, S. 6).
Kommunikative Kompetenz beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft, Sachverhalte und Be findlichkeiten über verbale, formale und nonverbale Mittel auszutauschen. Hierzu gehört es, eigene Intentionen und Bedürfnisse sowie die der Partner wahr zunehmen, zu verstehen und darzustellen. Es geht demnach um das Verstehen und Gestalten
5
kommunikativer und somit sozialer Situationen (vgl. Bader 2001, S. 23 - 24). Diese Kompetenz kann als Teil der Sozialkompetenz gewertet und eingeordnet werden. Nach Ellgring (1997, S. 196) bezeichnet man Kommunikation als Austausch von Mitteilungen zwischen Individuen, wobei folgende Komponenten eine Rolle spielen:
1. Wer (Kommunikator, Sender)
2. sagt was (Nachricht, Kommunikation, Botschaft, Mitteilung) 3. zu wem (Kommunikant, Empfänger, Adressat) 4. womit (Zeichen, Signal, verbale und nonverbale Verhaltensweisen) 5. durch welches Medium (Kanal, Modalität) 6. mit welcher Absicht (Intention, Motivation, Ziel) und 7. mit welchem Ergebnis.
Kommunikation beinhaltet somit gerichtete Informationsübertragungen und Einflüsse von Sender-Systemen auf Empfänger-Systeme. Die Systeme verfügen jeweils über korrespondierende Effektor- und Rezeptor-Organe, wobei die Interaktion durch ein reziproken Informationstransfer und die Interdependenz der Systeme gekennzeichnet ist (vgl. Ellgring 1997, S. 196). Kommunikation kann somit nur als sozialer Akt und als Prozess in einem system of reciprocal determination verstanden werden (vgl. Hargie et al. 1994, S. 9 - 12).
Weiterhin muss festgehalten werden, dass in einer Interaktion immer viele Sende- und Wahrnehmungsverzerrungen mitspielen. Eine kommunikative Interaktionssituation wird immer durch den Sender, den Empfänger von Nachrichten und die auf sie einwirkenden Mitmenschen beeinflusst, interpretiert und modifiziert. Diese speziellen Kommunikations- und Interaktionsmuster sind jedoch derart komplex, dass sie weit über die Thematik der Hausarbeit hinausgehen würden. Ich weise deshalb lediglich auf die entsprechende weiterführende und problembezogene Literatur von Schulz von Thun aus den Jahren 1994, S. 11 - 35, 1995, S. 11 - 37, und 1998, S. 11 - 20 hin.
6
Arbeit zitieren:
Karsten Hartdegen, 2005, Förderung der kommunikativen Kompetenz im schulischen Teil der beruflichen (Erst-) Ausbildung (sozial-) pflegerischer Berufe durch den Einsatz von videounterstützten Rollenspielen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Frauen in der beruflichen Bildung - eine vernachlässigte Gruppe?
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 30 Seiten
Nonverbale Kommunikation im Verkaufsgespräch
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Hausarbeit, 22 Seiten
Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. unter besonderer Berücks...
Psychologie - Beratung, Therapie
Hausarbeit, 25 Seiten
Förderung der sprachlich-kommunikativen Handlungsfähigkeit durch die K...
Unterrichtseinheit in einer 8....
Examensarbeit, 30 Seiten
Kommunikationsförderung durch Rollenspiel - ein Unterrichtsversuch zum...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 39 Seiten
Die Anwendung des 'Vier-Seiten-Modells' nach Schulz von Thun i...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 24 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen der Förderung sozialer Handlungskompetenz in...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Examensarbeit, 137 Seiten
Die Sachebene und die Beziehungsseite in dem 'Vier-Ohren-Modell...
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Hausarbeit, 10 Seiten
Lerneffekte von Kommunikationstrainings zur Verbesserung der Gesprächs...
Im Praxisbeispiel: Feedback Pr...
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Mitarbeiterführung und Führungsstile am Beispiel der xxx GmbH
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 61 Seiten
Individualisierung: Institutionalisierung des Lebenslaufs?
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 22 Seiten
Unterrichtseinheit: Einführung in die Techniken des Rollenspiels: Erfo...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Unterrichtsentwurf, 20 Seiten
Soziale und kommunikative Kompetenzen
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Symbolischer Interaktionismus - Konkrete Anwendung und kritische Würdi...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 13 Seiten
Karsten Hartdegen's Text Förderung der kommunikativen Kompetenz im schulischen Teil der beruflichen (Erst-) Ausbildung (sozial-) pflegerischer Berufe durch den Einsatz von videounterstützten Rollenspielen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Karsten Hartdegen hat den Text Förderung der kommunikativen Kompetenz im schulischen Teil der beruflichen (Erst-) Ausbildung (sozial-) pflegerischer Berufe durch den Einsatz von videounterstützten Rollenspielen veröffentlicht
Karsten Hartdegen hat einen neuen Text hochgeladen
Soziale, emotionale und kommun...
Carsten Rohlfs, Marius Harring, Christian Palentien
Soziale Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen
Entwicklungsprozesse und Förde...
Tina Malti, Sonja Perren
Der Eignungstest / Einstellungstest zur Ausbildung zum Fachinformatike...
Mit den Prüfungsfragen sicher ...
Kurt Guth, Marcus Mery
Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen bei Kindern im Vorschul...
"Lubo aus dem All!" Entwicklun...
Annika Schell
Der Eignungstest / Einstellungstest zur Ausbildung zum Industriekaufma...
Mit den Prüfungsfragen sicher ...
Kurt Guth, Marcus Mery, Bülent Gültekin
Förderung von Kompetenzen in der Hochschullehre
Theoretische Konzepte und ihre...
Birgit Hawelka, Marianne Hammerl, Hans Gruber
0 Kommentare