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3UREOHPGHU0HVVXQJ
7KHPD
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.RQ]HSWLRQ =LHOGHV6HPLQDUV
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2
(LQOHLWXQJ
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7KHVH
Mit steigendem (intellektuellen) Anspruch an die berufliche Aufgabe werden Abstimmung, kooperative Führung und demokratisches Miteinander notwendig, um effizient zu arbeiten. Hierbei wird der Umgang mit Autorität und Macht stärker hinterfragt und ein bewusstes Umgehen mit dem persönlichen Machtmotiv scheint notwendig. Eine Grundthese McClellands lautet, dass viele Menschen, unter ihnen auch Sozialwissenschaftler und potentielle Führer, nie richtig verstanden hätten, auf welche Weise soziale Führung wirken könne. Oft werde die Wirkungsweise mit der primitiven Praxis persönlicher Machtherrschaft verwechselt. 1
3UDNWLVFKH$QZHQGXQJGHUJHZRQQHQHQ(UNHQQWQLVVH:
Ein Management-Seminar-Szenario für den Umgang mit Macht in Unternehmen. Im Rahmen von Personalentwicklungsmassnahmen können in Seminaren Strategien erarbeitet werden, die Menschen in Führungspositionen Tools und Erkenntnisse vermitteln sollen.
=LHOJUXSSH
MitarbeiterInnen in Mittleren- oder Spitzenposition von Profit- oder Non-Profit-organisationen.
=LHOGHV6HPLQDUV
Produktivität und Menschlichkeit in Unternehmen, in denen Führungskräfte ihren Mitarbeitern signalisieren können, dass Ihre Interessen in geeigneter Form wahr- und ernst genommen werden. Die Auswirkungen sollen sich für ein Unternehmen, die Manager und deren Mitarbeiter in einer Verbesserung der Beziehungsebene bemerkbar machen.
1
'DYLGG&0F&OHOODQd,
Macht als Motiv, 1. Aufl., Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1978, S. 204
3
$XVZLUNXQJHQ YRQ 0DFKWDXVEXQJ ]ZLVFKHQ (QWVFKHLGHUQ XQG $QJHVWHOOWHQ LQ
8QWHUQHKPHQ±±(LQ$QVDW]LQGHU3HUVRQDOHQWZLFNOXQJ
Die vorliegende Arbeit möchte, mit den theoretischen Grundlagen von David McClelland, einen Ansatz beschreiben, wie der positive Umgang mit Macht und Machtmotivation im Rahmen eines Seminars für Führungskräfte erörtert und geprobt werden kann. Die Arbeit wird sich detailliert mit den Begriffen der Macht und dem Verständnis der Führung auseinandersetzen, da sie eine wichtige theoretische Grundlage für ein Seminar bilden. Der Begriff der Macht und ihre Demonstration ist nach McClelland in vielen Kulturen schon immer mit negativen Attributen besetzt gewesen. 2 Adorno beschreibt in seinen „Studien zum autoritären Charakter“ (1950) machtorientierte Menschen als barsch, sadistisch, faschistisch, machiavellistisch, vorurteilsbehaftet und neurotisch.
Nach McClellands Auffassung stehen Führungskräfte oft vor dem Dilemma, ihre Rolle und damit auch ihre Machtposition positiv im Sinne eines Unternehmens auszuüben, wenn sie jedoch „zu“ erfolgreich sind, unterstellt man ihnen Manipulation. 3 Auf der anderen Seite würden Führungskräfte in erster Linie danach streben, andere zu beeinflussen und es wäre davon auszugehen, dass sie ein hohes Bedürfnis nach Macht besässen. Führungsverhalten und Machtausübung erwiesen sich als eng verwandte Sachverhalte. 4
Um effektives Führungsverhalten im Sinne eines Schulungsangebotes zu vermitteln, sollte man damit beginnen, die Wirkungsweise des Machtmotivs im Denken und Handeln von Personen zu untersuchen. Den Teilnehmern eines Seminars sollte deutlich werden, welche Auswirkungen sie mit der Ausübung von Macht verbinden, welcher Strategien sie sich bedienen ihren Machtbereich zu verteidigen und welche Strategien auf Dauer erfolgreich sein könnten.
Im Weiteren wird sich ein Seminar mit Motivationen im Allgemeinen beschäftigen müssen, um die Besonderheiten des Machtmotivs zu klären. Die Machtmotivation von Führungskräften im Arbeitsbereich weist im Vergleich mit der Machtmotivation von ,,Nicht-Führungskräften" gewisse Unterschiede auf, die sich vor allem dadurch ausdrücken, dass die Gewichtung bei den Motivationen anders verteilt ist. Führungskräfte müssen also nicht grundsätzlich andere Motivationen und ein Verhältnis zur Ausübung von Macht haben als ,,Nicht-Führungskräfte", aber bei ihnen sind gewisse Strukturen besonders ausgeprägt. Nimmt man die Bedürfnispyramide von Maslow zu Hilfe, dann ist bei Führungskräften vor Allem der Bereich der
Selbstverwirklichungsbedürfnisse stark entwickelt und damit auch ihr Verhältnis im Umgang mit sich und anderen determiniert.
Am Abschluss werde ich kurz auf die Rahmenbedingungen eingehen, die für den Erfolg eines Seminars entscheidend sind.
2 'DYLGG&0F&OHOODQd, Macht als Motiv, 1. Aufl., Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1978, S. 15
4
%HJULIIVGHILQLWLRQHQXQGNULWLVFKH%HWUDFKWXQJ
3UREOHPGHU0HVVXQJ Als Problem zur Definition der folgenden Begriffe ist anzumerken, dass es in der Fachliteratur keine einheitlichen Beschreibungen gibt, oder eine Vielzahl von
theoretischen Konstrukten existieren. Es gibt z.B. zahlreiche Definitionsversuche des Phänomens Macht. Gemeinsam haben alle, dass Macht auf der einen Seite das Vermögen, etwas im eigenen Sinne beeinflussen zu können und auf der anderen Seite die tatsächliche Beeinflussung, also die Umsetzung
der vorhandenen Intension ist. Es wird jedoch vermutet, dass das eigentliche Motivziel das Erleben von positiv (bei Erlangung) oder negativ (bei Verlust) wertbesetzter Kontrolle ist. Es gibt mehrere Versuche, Machtmotivation zu messen. Problematisch war zunächst eine allgemein verbindliche Definition des Machtmotivs zu finden, verschiedene Motivkomponenten zu identifizieren und ein verlässliches Messinstrument zu entwickeln. Zum Schluss war es wichtig, Verhaltensweisen anzugeben, die in einem Zusammenhang mit den Motivvariablen stehen. Veroffs Motivmaß wurde als meidend orientiertes Motiv interpretiert, Uleman entdeckte die „Einflussmotivation“ und Winter versuchte Beide Ansätze zusammenzufassen. Winter operationalisierte somit als erster die aufsuchende 0DFKW und meidende Machtkomponente.
Macht ist eine bereichsspezifische, asymmetrische Beziehung zwischen mindestens zwei Parteien, die ein Gefälle aufweist in folgender Dimension: Soziale Kompetenz, Zugang zu Ressourcen, Status. Bei Menschen ist durch die großen Unterschiede in verschiedenen Kulturen und Epochen wahrscheinlich, dass sich vorfindbare Rangordnungen, anders als im Tierreich, sozio-kulturell begründeten. Da das Phänomen Macht schon sehr lange entdeckt ist, existieren in Bezug auf die Menschheit auch zahlreich historische
Definitionsversuche:
$ULVWRWHOHV3KLORVRSKK$WKHQ Sah Macht als Voraussetzung für die sittliche Vollkommenheit der Gesellschaft. Sie
diene zum Erhalt und zur Förderung des Guten und sei deshalb nicht ohne Tugend.
0DFKLDYHOOLL3ROLWLNHU+LVWRULNHUU)ORUHQ]±± Sah Macht als Ausdruck der unheilvollen Kräfte des Menschen. Tugenden seien der
effizienten Machtausübung nur hinderlich.
+REEHVVHQJO3KLORVRSK6WDDWVWKHRUHWLNHU±± Sah Macht als ein Kennzeichen von Einzelpersonen, die versuchen, ihre Ziele durch diese
Eines der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse, von denen 0F&OHOODQG Macht zu erreichen. Diese Definition beeinflusste alle nachfolgenden maßgeblich. das Bedürfnis, 0DFKWW zu erwerben und sie auch auszuüben. In seinen empirischen
ausgeht, ist Arbeiten zeigt er nun, dass das 0DFKWEHGUIQLVje nach Sozialisation der Individuen sehr
unterschiedlich ausgebildet und bei Männern und Frauen mit sehr verschiedenen
5
psychischen Zuständen und Verhaltensweisen verknüpft ist. Bei weiblichen Personen ist in der modernen Gesellschaft ein VWDUNHVV 0DFKWEHGUIQLVV mit VWULNWHUU .|USHUNRQWUROOHH und JHQHUHOOHUU %HIDVVXQJJ PLWW GHPP HLJHQHQQ .|USHUUverbunden, weiterhin mit sorgfältiger Kleidung und einer Reihe von charakteristischen Symptomen, wie z.B. Vorliebe für das Tennisspiel und für eine Vielzahl von Kreditkarten verbunden. Besonders auffallend ist bei starker 0DFKWPRWLYDWLRQQ von Frauen die relativ große Bereitschaft, eigene Organe nach dem Tod zu spenden. Eine Beziehung des 0DFKWPRWLYV zu Tagträumen ist bei beiden Geschlechtern gegeben. Bei Männern ist ein hohes Kontrollbedürfnis sowie eine dominierende irrationale Lebenshaltung - „man braucht nicht alles verstehen zu wollen“, generell eine Art Macho-Haltung: YLHO DFWLRQ ZHQLJ hEHUOHJXQJ - als Korrelat des starken 0DFKWEHGUIQLVVHVVfeststellbar. 6
Die starke Beschäftigung mit dem Körper und die Vergötzung des weiblichen Körpers sind in unserer Gesellschaft dominierend geworden. Es ist daher verständlich, dass vielen jung-bleiben-wollenden Frauen ihr Körper als wichtigstes Kapital und Mittel zum Erzielen von 0DFKWWund Einfluss dient.
0DFKWWschafft nach McClelland Rollensysteme, 0DFKWlöst aber auch Rollensysteme auf. 7
Funktionierende Rollensysteme stellen eine sichere 0DFKWEDVLVV dar, gleichzeitig beschränken sie die 0DFKWW aller Mitglieder. Diese doppelte Bedeutung beinhaltet keinen Widerspruch, wenn wir daran denken, dass gesellschaftliche Kräfte zwar QLFKWW GHWHUPLQLHUHn, aber auch nicht völlig wirkungslos sind, sondern vielmehr ÄQRUPLHUHn“. Jedes langfristig funktionierende Rollensystem beinhaltet ein 0DFKWJOHLFKJHZLFKt, das allen Rolleninhabern mehr oder weniger 0DFKWWzuweist.
Die Arbeiten von McClelland selbst zeigen, dass das die Stärke des Machtbedürfnisses keineswegs angeboren und sehr stark von dem Zustand des gesellschaftlichen Systems abhängig ist. In dem Bereich der innerbetrieblichen Struktur und den daraus resultierenden Hierarchiesystemen widmet man sich den gesellschaftlichen Aspekten von Macht und ihren Implikationen seit der Moderne sehr detailliert.
Will man Macht und ihre Strukturen in der heutigen westlichen Arbeitswelt betrachten, ist es meiner Auffassung nach wichtig, nicht nur wissenschaftliche Theorien, sondern auch das allgemeine Verständnis in der Gesellschaft zu berücksichtigen,da 0DFKWW alle Lebensbereiche und Beziehungen durchdringt.
Heinrich Popitz hat das allgemeine Vorverständnis von 0DFKWW in unserer Gesellschaft, also die Selbstverständlichkeiten des Alltags in folgenden Punkten zutreffend zusammengefasst: 8
Ein allgemein akzeptierter Glaube an GLH 0DFKEDUNHLW YRQ 0DFKW scheint ihm seit der Moderne vorzuherrschen, gesellschaftliche Verhältnisse erscheinen veränderbar,
0DFKWRUGQXQJHQQ machbar, Reformen und Verbesserungen werden als durchführbar angesehen und erlebt. Dies muss keineswegs immer so sein und ist vielleicht ein Aspekt einer demokratischen Gesellschaft. So z.B. herrscht in den Tragödien der griechischen Antike der Glaube an ein unvermeidliches Schicksal, an das "Verhängnis", vor.
6
'DYLGG&0F&OHOODQd,
Macht als Motiv, 1. Aufl., Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1978, S. 23
7 HEHQGD, S. 98
8 +HLQULFKK3RSLWz, 1992, Phänomene der Macht, Tübingen, Mohr, 2. stark erw. Aufl., S. 46
6
Das heute vorherrschende Verständnis von 0DFKWW impliziert "die Unterstellung der
2PQLSUlVHQ]YRQ0DFKW". Wie bereits ausgeführt, durchdringt 0DFKWWalle menschlichen
Beziehungen und Handlungsbereiche und es erscheint schwer, irgendwo einen PDFKWIUHLHQQBereich anzunehmen.
Eine Erweiterung sowohl im Umfang als auch in der Qualität des Systems nimmt nun SCHNEIDER vor 9 : „8QWHUU VR]LDOHU 0DFKW YHUVWHKHQQ ZLUU GDKHUU QDFKK GLHVHQQ
9RUEHUOHJXQJHQQ GLH DXIJUXQGG LKUHU 9HUIJXQJVJHZDOW EHU 5HVVRXUFHQQ YRQQ GHQQ
3DUWQHUQQ ]XJHVFKULHEHQHH )lKLJNHLWW YRQQ 3HUVRQHQQ RGHU *UXSSHQ DXII NRJQLWLYHH RGHU
9HUKDOWHQVDVSHNWHHGLHVHUU3DUWQHUHLQ]XZLUNHQ³³
,Q GLHVHP =XVDPPHQKDQJ LVW HV DXFK P|JOLFK ]ZLVFKHQ 0DFKW XQG (LQIOXVV ]X , wobei als Oberbegriff dann die Bezeichnung „soziale Einwirkung“ 10 GLIIHUHQ]LHUHQ
vorgeschlagen worden ist. Die Grundlage für die Unterscheidung kann festgemacht werden an sogenannten harten oder weichen Taktiken 11 oder aus der Sicht des „Opfers“, ob es als Unterstützung oder Behinderung gesehen wird.
)RUPHQQGHUU0DFKWWXQGGLKUHH*UXQGODJHQQ
Von den Existenzvoraussetzungen des individuellen Menschen, also von seinen anthropologischen Möglichkeiten und Bedingtheiten her, unterscheidet 3RSLW] folgende Grundformen der 0DFKt: 12
1. 9HUOHW]XQJVNUDIW,
2. ,QVWUXPHQWHOOHH0DFKWWdes *HEHQVXQG1HKPHQs,
3. $XWRULWDWLYH 0DFKt, die die internalisierte $QHUNHQQXQJ GHU hEHUOHJHQKHLW des Mächtigen einschließt und Maßstäbe setzt,
4. 0DFKWGHV7DWHQVHW]HQs, eine objektvermittelte Macht, die z.B. als Technik auftritt und die Lebensbedingungen verändert, also insgesamt eine Macht, die YROOHQGHWH7DWVDFKHn, also 'faits accomplis' schafft.
Die pure Gewalt des Verletzens, Gefährdens, Tötens bedarf keiner weiteren Erörterung. Allerdings sind auch psychische Kränkungen, Beleidigungen und Verletzungen zu berücksichtigen.
Die DXWRULWDWLYHH 0DFKWW setzt einen Prozeß der ,QWHUQDOLVLHUXQJJ GHU 0DFKWYHUKlOWQLVVHH voraus. Im Prozess der Erziehung wird das Individuum in die Gesellschaft so integriert, dass es auch die Erwartungen anderer an die eigene Person zumindest teilweise übernimmt. Dieser Prozess setzt zum Teil Druck und Zwang voraus, er kommt aber auch bestimmten Bedürfnissen des Individuums entgegen, da es dem Bedürfnis nach Struktur und Regelung entgegenkommt.
Die 0DFKWW GHVV 6HW]HQVV YRQQ 7DWVDFKHQQ ist eine indirekte Form der 0DFKWDXVEXQJJ und wird daher häufig übersehen, obwohl sie zu den wirksamsten Formen der 0DFKWW gehört. Diese Form wird den 0DFKWXQWHUZRUIHQHQQ häufig überhaupt nicht bewusst. Sie wird im Bereich der persönlichen Machtmotivation entscheidend.
9
SCHNEIDER, H.-D.:
6R]LDOSV\FKRORJLHGHU0DFKWEH]LHKXQJHQ.
Stuttgart: Enke 1977, S.35ff
10 SCHOLL; W.: 6R]LDOH,QWHUDNWLRQQ(LQQLQWHUGLV]LSOLQlHUHU%H]XJVUDKPHQ. Göttingen: 20. Jahrh. Verlag, Bericht aus dem Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie, 1991
11 BUSCHMEIER, U.: 0DFKWXQGG(LQIOXLQQ2UJDQLVDWLRQHQ. Göttingen: Cuviller, 1995
12 +HLQULFK3RSLWz, S. 94 ff
7
Quote paper:
Michael Tamayo, 2002, Seminar für Führungskräfte zu den speziellen Möglichkeiten der positiven Möglichkeiten von Machtausübung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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