Abstract. 3
1. Einleitung 3
2. Netzwerke 3
2.1 Netzwerke in der Systemtheorie 4
2.2 Untersuchung Sozialer Netzwerke. 5
2.3 Übernahme von Meinungen. 5
3. Die Schweigespirale 7
3.1 Entstehung. 7
3.3 Bedingungen für die Schweigespirale. 8
3.2 Die Schweigespirale als Makrotheorie. 9
3.4 Öffentliche Meinung 11
3.5 Kritik an der Theorie 11
4. Untersuchungen zur öffentlichen Meinung 12
4.1 Das Asch-Experiment 12
4.2 Der Drohtest 14
4.3 Der Eisenbahntest. 16
4.4 Resistenz gegenüber der Isolationsfurcht. 16
5. Schluss 17
6. Literatur 18
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Abstract
This paper deals with the opinion changes of human beings in a social network. Therefore the threshold theories by Duncan J. Watts and the spiral of silence by Elisabeth Noelle-Neumann are added to explain, how, why and when people change their position. Practical experiments made by Asch or Noelle-Neumann are taken to testify the theories, which got the result, that people fear the isolation of society and therefore change their mind in some situations, so they won´t be segregated.
1. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik des Meinungsumschwungs bei Menschen in einem sozialen Netzwerk. Dabei wird auf die Netzwerkanalyse - insbesondere die Schwellenmodelle von Watts - Bezug genommen und auf die von Elisabeth Noelle-Neumann entwickelte Schweigespirale in Verbindung mit den Massenmedien. Es soll untersucht werden, warum und wann Menschen ihre eigene persönliche Meinung aufgeben und/oder abändern. Laut Noelle-Neumann geschieht dies aus Angst vor der Isolation der Gesellschaft. In der vorliegenden Arbeit soll ebenfalls der Frage nachgegangen werden, welche weiteren Faktoren erfüllt sein müssen, damit die Schweigespirale greift oder wie ein Netzwerk aufgebaut sein muss, damit eine Meinungsänderung beim Individuum erfolgt. Praktische Beispiele, an denen dieses Thema experimentell getestet wurde, sind die Laborexperimente von Salomon Asch zur Isolationsangst aus dem Jahr 1951 sowie der Drohtest von 1976 und der Eisenbahntest von 1972, die beide von Elisabeth Noelle-Neumann konzipiert wurden.
2. Netzwerke
Unter einem Netzwerk versteht man in der Soziologie „einen Begriff zur Erklärung sozialer Differenzierung von zwischenmenschlichen Beziehungen in einem System. (...) Netzwerkmodelle beschreiben die Struktur von einem oder mehreren Netzwerken sozialer Beziehungen in einem Handlungssystem. Sie können grafisch dargestellt werden als zerstreute Punkte, die durch Linien zusammengehalten werden. Die Punkte sind Personen, die Linien ihre sozialen Beziehungen. Es wird zwischen Netzwerken der ersten Zone (Freundschaft, Nachbarschaft etc.) bis hin zur Zone n-ter Ordnung unterschieden. Die gesamte Gesellschaft kann so in soziale Netzwerke aufgeteilt betrachtet werden. (...) Neben Nachbarschafts-, Verwandtschafts-und Freundschaftsbeziehungen können auch Geschlechtsrollendifferenzierungen bei Ehepaa-
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ren, Status-Hierarchien, Strukturen lokaler Macht, aber auch Erscheinungen der Migration und die Möglichkeiten neuer Produktverbreitungen analysiert werden, allerdings bislang noch auf einer schmalen empirischen Basis.“ (Hartfiel/Hillmann 1982, S. 537) Ein Netzwerk kann man als abgegrenzte Menge von Knoten und der zwischen ihnen verlaufenden Linien definieren. Die Knoten sollen die einzelnen Akteure des Netzwerkes repräsentieren. Diese können einzelne Personen oder Länder sein. Die Linien stehen für die zwischen diesen Akteuren verlaufenden Beziehungen. Diese Relationen können aufgrund ihres Inhaltes (z.B. Gefühlsbeziehungen, Verwandtschaftsbeziehungen oder Relationen in der Arbeitswelt), ihrer Intensität (z.B. Häufigkeit, Wichtigkeit für den Akteur oder dem Ausmaß des Ressourcentransfers) und ihrer Form (gerichtet oder ungerichtet) unterschieden werden. Unterschieden werden kann auch zwischen der Stärke der Bindungen. So gibt es „weak ties“ und „strong ties“, also schwache und starke Bindungen zwischen den Knoten, je nach dem, was für einen Stellenwert diese für den Akteur haben. So sind einige Netzwerke von zentraler Bedeutung für einen Akteur, weil er sich jeden Tag in ihnen aufhält, in anderen hält er sich jedoch nur selten auf oder sie sind ihm unwichtig, weshalb ihre Bedeutung nur sehr marginal ist. Je stärker solche Bindungen nun sind, um so stärker wird auch der Einfluss sein, den diese im Netzwerk auf den Handelnden haben.
2.1 Netzwerke in der Systemtheorie
Die Bedeutung und Wahrnehmung der Lebenswelt als ein Netzwerk und das netzwerkartige Denken hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen als ein Paradigma mehr und mehr durchgesetzt. Die Beziehungen der einzelnen Teile untereinander gewinnen immer mehr an Bedeutung als eigenständige Dimension. Es stellte sich schnell heraus, dass die Summe der Eigenschaften der Teile nicht die Eigenschaften des Ganzen ergibt. Die systemischen Eigenschaften sind nicht bei jedem einzelnen Systemteil automatisch vorhanden, sondern ergeben sich durch die Beziehungen der einzelnen Teile untereinander. Bei näherer Betrachtung lösen sich diese Teile sogar wiederum in noch kleinere netzwerkartig organisierte Systeme auf, so dass schließlich die Zusammenhänge, Beziehungen und Prozesse als eigenständige Ebene primär in den Blick geraten. Genau diese Beziehungen interessieren nun, um herauszufinden, wie Netzwerke greifen und wie sie die einzelnen Individuen nachhaltig beeinflussen.
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2.2 Untersuchung Sozialer Netzwerke
Netzwerke lassen sich in jedem Bereich der Gesellschaft finden, sei es in der Wirtschaft, der Politik oder der Kultur. Eine Untergruppe der Netzwerke stellt das soziale Netzwerk dar. Weyer versteht unter sozialen Netzwerken „Instanzen, über die gesellschaftliche Werte und Normen, aber auch gruppen-, schicht- oder milieuspezifische Verhaltenserwartungen an den individuellen Akteur weitergegeben werden.“ (Weyer 2000, S. 239) Soziale Netzwerke werden unter anderem in der Ethnologie, Soziologie, Sozialpsychologie und der Kommunikationswissenschaft erforscht. Dafür existiert eine eigenständige Terminologie. Es zeigt sich, dass soziale Netzwerke von ihrer Struktur oft Small-World-Netzwerke bilden, in denen die maximale Distanz zwischen den einzelnen Einheiten überraschend gering ist.
“Das Small-World-Phänomen oder Kleine-Welt-Phänomen ist ein 1967 von Stanley Milgram geprägter soziologischer Begriff, der innerhalb der sozialen Vernetzung in der modernen Gesellscha ft den hohen Grad abkürzender Wege durch persönliche Beziehungen bezeichnet. Es bezeichnet eine Prognose, nach der jeder Mensch (soziale Akteur) auf der Welt mit jedem anderen über eine überraschend kurze Kette von Bekanntschaftsbeziehungen verbunden ist. (Dies ist erstaunlicher Weise möglich, obwohl die "Dichte" des sozialen Netzwerks aller Akteure - gemessen als das Verhältnis der realen zu den rechnerisch möglichen Kontakten der Kontaktpersonen eines jedweden Akteurs - extrem gering ist, nämlich nahe 0.)“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Small_World_Netzwerk)
2.3 Übernahme von Meinungen
Nun stellt sich die Frage, in wieweit diese Netzwerke, in welchen sich jeder Akteur befindet, Einfluss auf diesen und seine persönlichen Einstellungen gegenüber bestimmten Themen ausüben. Inwieweit sie dafür verantwortlich sind, dass sich Meinungen ändern oder Ansichten wandeln. Wie stark müssen hier die „ties“, die Bindungen sein, damit sie den Akteur in dem Maße beeinflussen können, dass dieser seine eigene persönliche Meinung aufgibt? Beim Treffen von Entscheidungen lassen sich Individuen nicht nur von ihrer persönlichen Vergangenheit, Wahrnehmung und Vorurteilen leiten, sondern beeinflussen sich auch gege nseitig. So stellen der Grad der Öffentlichkeit oder Privatheit, unter dem die Anpassung stattfindet, und die Beobachtbarkeit der Handlung bei der Übernahme einer anderen Meinung eine entscheidende Rolle dar und sind wesentliche Voraussetzungen für die Wirksamkeit von Kon-formität. Einen weiteren Aspekt betont der Begriff „identification“ (Scherer 1990, S.44). Hier wird der Aspekt der Attraktivität desjenigen betont, der Einfluss nimmt. Die Übernahme der
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Arbeit zitieren:
Diplom Soziologin Christine Bulla, 2005, Die Erklärung des Meinungsumschwungs - Ansätze aus der Netzwerktheorie und der Schweigespirale, München, GRIN Verlag GmbH
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