Inhalt
Einleitung. 2
1. Einführung in Humes Begriffe des menschlichen Verstandes 4
2. Der Begriff des Glauben in David Humes Untersuchung
über den menschlichen Verstand. 6
2.1. Der Glaube und der Kausalzusammenhang. 7
2.2. Der Glaube als Instinkt. 10
2.3. Der Glaube an menschliches Zeugnis. 12
2.4. Religiöser Glaube (faith) und Wunderglaube. 14
3. Fazit. 19
Literatur. 22
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Einleitung
Im folgenden soll der Begriff des Glaubens in David Humes Werk Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand (im engl. Original: An Enquiry Concerning Human Understanding) erörtert werden. Der Glaube nimmt in diesem Werk eine sehr zentrale Stellung ein. Der englische Philosoph David Hume (1711-1776) vollendete die Untersuchung über den menschlichen Verstand im Jahr 1748. Er setzt sich in dieser Arbeit mit den Grenzen und Möglichkeiten des menschlichen Verstandes auseinander und will beim Leser Einsichten dafür bewirken, in welchen Grenzen der menschliche Verstand zu Erkenntnissen kommen kann und welches die Prinzipien und Werkzeuge eines fundierten Denkens sind.
Die zentrale Aussage der Untersuchung ist die von Hume immer wieder erläuterte Einsicht in die Abhängigkeit unseres Denkens und Handelns von Erfahrung, Erinnerung, Gewohnheit, Übung und dem Glauben, dass wir die in der Vergangenheit wiederholt erlebten Beziehungen von Gegenständen und Ereignissen auf unsere Zukunft übertragen können.
Hume wendet sich mit seinem Buch besonders gegen die Willkür der Metaphysiker seiner Zeit, die sich seiner Meinung nach in ihren Überlegungen von den Erdichtungen der Einbildungskraft leiten ließen.
Hume beschäftigt sich besonders im letzten Kapitel seines Buches aber auch kritisch mit dem Skeptizismus. Im Gegensatz zu einer vollständigen Auflösung der den Dingen eigenen Eigenschaften, wie sie von den Skeptikern betrieben werde, seien die Einsichten, die wir mit den uns gegebenen Möglichkeiten haben können zwar in gewisser Hinsicht begrenzt, taugten aber durchaus zu einem nutzvollen Umgang mit unserer Umwelt. Gerade die skeptische Sicht auf unsere Möglichkeiten des Denkens aber ist es, die Hume zu den Schlüssen gebracht hat, auf denen sein Denkgebäude ruht. So betont er auch, dass der Skeptizismus am Anfang jeder philosophischen Überlegung stehen sollte, dass er aber nicht alle dadurch ausgelösten Gedankengänge vereinnahmen dürfe, da dies am Ende zu einem totalen Stillstand des Handelns führen müsse.
Das vorliegende Buch kam nicht zuletzt deshalb zu seinem heutigen Ruhm, weil Immanuel Kant bekannte, er sei dadurch aus seinem „dogmatischen Schlummer“ erweckt und zu seinen kritischen Untersuchungen bewegt worden.
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Als Textgrundlage für diese Arbeit dient die Übersetzung von Raoul Richter von 1907 in der Philosophischen Bibliothek Band 35 des Felix Meiner Verlages. Nach einer kurzen Einführung in Humes Begriffe des menschlichen Verstandes werden wir uns einer genaueren Betrachtung des Glaubensbegriffes zuwenden. In diesem Zusammenhang werden wir uns auch mit seinen Stellungnahmen bezüglich dem Wunderglauben beschäftigen.
Interessant wird hier die Herangehensweise bezüglich der Annahme der Wirklichkeit solcher Erscheinungen sein: Humes Argumentation bestreitet nicht die Existenz von Wundern, bestreitet aber durchaus die Glaubwürdigkeit jeglichen Wunderberichts. In die Überlegungen zum Glaubensbegriff werden wir Sekundärliteratur von folgenden Autoren in unsere Betrachtung einbeziehen: Jens Kulenkampff, Otto Quast, Gerhard Streminger, Ulrich Voigt und Josef Buchegger. Zur Begriffsklärung hier und dort ist uns das Metzler Philosophie Lexikon behilflich. Hume schmückt seinen Text ausgiebig mit Beispielen, anhand derer er seine Gedankengänge lebhaft verständlich macht.
Es gelingt ihm leicht den Leser durch seine klare Argumentation für seine Ideen zu erwärmen. Seien wir also gespannt, welcherlei Widersprüche bei näherer Betrachtung auftauchen. Hume begründet mittels empirischem Argument: So wie er jede Art von Vorstellung auf Erfahrung zurückführt, argumentiert er auch zumeist anhand dieser Erfahrung.
Hume trat mit zwölf Jahren bereits in die Universität Edinburgh ein und widmete sich dort philologischen, philosophischen und juristischen Studien. Im Alter von sechzehn Jahren verließ er die Universität. 1739 brachte er Treatise of Human Nature heraus, 1741/42 erschienen Essays, Moral, Political and Literary. Beide Werke erregten damals kaum Aufsehen in der gelehrten Welt.
Hume arbeitete unter anderem als Bibliothekar und Gesellschafter bevor er 1767 eine Anstellung als Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt annahm. 1754-1762 erschien seine sechsbändige History of England, 1779, also bereits nach seinem Tode, erschien Dialogues Concerning Natural Religion.
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1. Einführung in Humes Begriffe des menschlichen Verstandes
Humes Überzeugung nach ermöglicht die Kenntnis der verschiedenen Kräfte und Fähigkeiten, die auf den menschlichen Geist wirken, die Bestimmung von wahren Behauptungen, also solchen, die durch Erfahrung und die Möglichkeiten unserer Sinne gedeckt sind.
Vorstellungen 1 , so Hume, kämen ohne die ihnen zugrunde liegenden Eindrücke 2 (wie: hören, sehen, tasten, lieben, hassen, wünschen, wollen) nicht aus. Selbst Vorstellungen, die anscheinend reine Produkte unserer Phantasie sind, entstünden nur durch die Verbindung, Umstellung, Vermehrung oder Verminderung, die unser Geist mit ihnen anstellt. 3 Somit würde jede Zergliederung unserer Gedanken sehr einfache Vorstellungen zutage fördern, die aus alltäglichen Eindrücken gewonnen worden sind.
Jedem Menschen wäre die Vorstellung eines ihm unbekannten Gegenstandes und die spezifische Wahrnehmung die dieser in ihm auslösen würde zunächst vollständig unbekannt.
Anhand dieser Prämissen wäre der Sinngehalt eines jeden philosophischen Ausdrucks auf seine Stimmigkeit zu prüfen; man müsse nur prüfen, auf welchen Eindruck er sich zurückführen lässt bzw. ob er sich überhaupt auf einen Eindruck zurückführen lässt. 4
Hume betont die grundsätzliche Verschiedenheit des Denkens in Beziehungen und Vorstellungen (Geometrie, Arithmetik und Algebra) von dem Denken, das sich auf Tatsachen bezieht. Während Behauptungen, die sich auf Beziehungen und
Wiederholung oder Abänderung einer ursprünglichen Wahrnehmung, einer impression.“
2 Siehe UMV Seite 219 (Glossar): „Impression: jeder unmittelbar erfahrene
Bewusstseinsinhalt, äußerer oder innerer. (...)“
3 UMV, Seite 19: „Denken wir uns einen goldenen Berg, so verbinden wir nur zwei
widerspruchslose Vorstellungen, Gold und Berg, die für uns von früher bekannt sind. Ein tugendhaftes
Pferd können wir uns vorstellen, weil wir aus unserem eigenen inneren Empfinden uns die Tugend
vorstellen können, und diese lässt sich mit der Gestalt und dem Aussehen eines Pferdes vereinigen,
eines Tieres, das uns vertraut ist.“
4 UMV, Seite 22: „Und lässt sich durchaus kein solcher aufzeigen, so wird dies zur Bestätigung
unseres Verdachts dienen. Indem wir die Vorstellungen in ein so klares Licht stellen, dürfen wir billig
hoffen, allem Streit, der über ihre Natur und Wirklichkeit sich erheben könnte, ein Ende zu machen.“ 4
Vorstellungen stützen, von intuitiver und demonstrativer Gewissheit 5 sind und durch reine Denktätigkeit möglich sind, stehe das Denken über Tatsachen in Abhängigkeit von Erfahrungen. 6
Alle Denkakte, die sich auf Tatsachen beziehen, gründeten sich auf die Beziehung von Ursache und Wirkung. Nur mit Hilfe dieser Beziehung sei ein Hinausgehen unserer Denktätigkeit über die direkten Eindrücke unserer Sinne und unseres Gedächtnisses hinaus möglich. Gemeint ist hier die Leistung, Wirkungen zu antizipieren bzw. Ursachen zu erahnen. Diese Leistung unseres Verstandes, so Hume, werde nicht durch Denkakte a priori gewonnen, sondern sei lediglich Produkt unserer Erfahrung. Ersichtlich sei dies an der Tatsache, dass ein Gegenstand niemals durch seine bloßen Eigenschaften, die den Sinnen erscheinen, seine Ursache oder seine Wirkung offenbare. Diese seien lediglich durch Erfahrung zu entdecken. Man müsse sich ja ein willkürliches Ereignis ausdenken, das man dem Gegenstand als Wirkung zuschreibt. Daraus folge, dass alle Naturgesetze und Vorgänge an Körpern lediglich aus Erfahrung gekannt werden und nicht auf einem Denkakt oder sonstigen Verstandesvorgängen beruhen.
Das tragende Prinzip unserer Denktätigkeit, durch das wir vergangene Erfahrungen auf die Zukunft übertragen, müsse die Gewohnheit sein. Nur durch sie würden wir beispielsweise beim Erblicken einer Flamme auch Hitze erwarten können. Geistige Arbeit und zweckbringende Handlungen wären ohne sie nicht möglich. Jede Art der Vernunfttätigkeit, die sich auf Tatsachen bezieht, müsse als ein Produkt der Gewohnheit zu sehen sein, die wir aus Beobachtung und Erfahrung erlangen. Hier führt Hume einen neuen Begriff ein: den Glauben. Diese Eigenschaft des menschlichen Verstandes müsse weniger als eine Vernunfttätigkeit, sondern vielmehr als ein natürlicher Instinkt gesehen werden, der uns befähigt, über die bloße Hypothese hinaus zu einer Sicherheit im Umgang mit der Zukunft zu gelangen. Ohne dieses Gefühl des Glaubens wäre es uns nicht möglich, einen Unterschied zu spüren zwischen dem Vorstellungsbild, welchem wir zustimmen und dem, welches wir verwerfen. Der Glaube, und nicht der Wille, zeige sich hier als das herrschende
5 Intuitiv= unmittelbar, ohne Erfahrung, a priori. Demonstrativ= beweisend
6 UMV, Seite 34: „Dass das Quadrat der Hypothenuse gleich ist den Quadraten der beiden
Seiten, ist ein Satz, der eine Beziehung zwischen diesen Figuren ausdrückt.(...) Sätze dieser Art sind
durch die reine Tätigkeit des Denkens zu entdecken, ohne von irgend einem Dasein in der Welt
abhängig zu sein.“ 5
Arbeit zitieren:
Steffen Lasch, 2004, Der Begriff des "Glauben" in David Humes Untersuchung über den menschlichen Verstand, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Rene Descartes: Die ersten beiden Meditationen
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Seminararbeit, 13 Seiten
Zu: René Descartes: Dritte Meditation
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Heterotopia. Foucaults Andere Räume
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Seminararbeit, 17 Seiten
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