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Inhalt
1. EINLEITUNG 2
2. DIE ERFINDUNG DES FAHRRADES 3
2.1 Die Draisine 4
2.2 Das Veloziped 5
2.3 Das Hochrad 6
2.4 Das Niederrad 6
2.5 Die Luftreifen 7
3. DER REKORDGEDANKE 7
3.1 Die Abenteuerreisen 8
3.2 Langstreckenrekorde und Distanzfahrten 10
3.2.1 Langstreckenrekorde 10
3.2.2 Distanzfahrten (heute Radklassiker) 11
4. DIE BEDEUTUNG DES FAHRRADES IM SPÄTEN 19. JAHRHUNDERT 12
4.1 Die Emanzipation auf dem Rad? 12
4.2 Das Verkehrsmittel des „kleinen“ Mannes 14
4.3 Das Fahrrad als Nutzfahrzeug 15
5. FAZIT 17
6. LITERATUR 18
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1. EINLEITUNG
Ein Fahrrad mit 21 Gängen, Triathlonlenkrad, Scheibenbremsen, Alu-Felgen, produziert von einer namhaften Firma sorgt für ein nachhaltiges Fahrvergnügen und ist der Traum eines jeden Radfahrers. Die Wurzeln dieses heute hoch entwickelten Kulturerbes liegen nun schon etwa 200 Jahre zurück. Dank dem gesellschaftlichen Interesse an einem kostengünstigen Fortbewegungsmittel und Freizeitsportgerät hat sich das Fahrrad in diverseste Bau- und Nutzungsformen ausdifferenziert und stetig weiter entwickelt.
Diese Hausarbeit soll systematisch der Frage nachgehen, wie sich das Fahrrad - in seiner Form und Ausprägung - von seiner Geburtsstunde bis hin zum Massenfortbewegungsmittel entwickelt hat. Da dieses Thema mit all seinen weitreichenden Facetten den Umfang dieser Arbeit „sprengen“ würde, war ich gezwungen Schwerpunkte zu setzten, die die wichtigsten Errungenschaften beinhalten. So können nachfolgend nur Ausschnitte beschrieben werden, die die Rekordsucht der Fahrradfahrer in Form von Abenteuerreisen, Geschwindigkeit und Strecke charakterisiert.
Zuerst wird jedoch die historisch chronologische Reihenfolge der Erfindung des Fahrrades beschrieben. Damit einhergehend sollen die technischen Neuerungen erläutert werden, die die oben erwähnte Rekordsucht erst möglich gemacht haben. Die Arbeit skizziert desweiteren die Entwicklung einiger Gesellschaftsgruppen und die Rolle des Fahrrades. Abschließend werden die zuvor genannten Punkte mit der verstärkten Industrialisierung in Verbindung gebracht. Diese Synergie bewirkte die Verwandlung des Fahrrades von einem exklusiven Gerät zu einem Massentransportmittel.
Die Inhalte der Hausarbeit beziehen sich im Wesentlichen auf die Werke von Rüdiger Rabenstein (1996), sowie Henk Zorn (1984).
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2. DIE ERFINDUNG DES FAHRRADES
Wie bei so manche r großer Erfindung so proklamiert auch beim Fahrrad so mancher Erfinder der Vater dieser Innovation zu sein. Gerade weil man diesem „normalen“ Verkehrsmittel in der frühen Pionierzeit zutraute, die Welt zu verändern, so proklamierten Historiker verschiedener Nationen die Erfindung des Velos für ihr Heimatland und scheuten sich nicht zum Beweis zweifelhafte Kronzeugen und angebliche Beweise vorzulegen. 1
Unzweifelhaft aus heutiger Sicht gab es in einigen Ländern und Kulturen die Idee Menschen mit einem Gerät fort zu bewegen, dessen Vortrieb auf zwei hintereinander liegenden Rädern beruht ; nachfolgend einige Beispiele:
• So sprach man im 23. Jahrhundert vor Christi Geburt in China von einem „glücklichen Drachen“, der sich auf einem Vehikel mit Bambusstäben fortbewegte.
• Mit einiger Vorstellungskraft zeigen Zeichnungen in einer antiken Tempelruine in Luxor einen Menschen, der auf von zwei Rädern gestützten Balken sitzt.
• Die 1966 in Madrid bei Restaurierungsarbeiten gefundene Zeichnung von Leonardo da Vinci (1452- 1519) zeigt ein Fortbewegungsmittel mit zwei Hintereinander liegenden Rädern.
• 1779 wurde im Journal de Paris ein von Blanchard und Masurier gebautes „velocipede“ beschrieben, das 11 Jahre später von einem exzentrischen Grafen de Sivrac am Hof vorgeführt wurde. Es zeichnete sich durch einen massiven Holzbalken, der anhand zweier (unlenkbarer) Gabeln mit zwei sechsspeichigen Laufrädern verbunden war, aus. 2
Aber was ist nun ein Fahrrad? Was sind seine primären Eigenschaften? Allein über diese scheinbar einfachen Fragen sind sich die Forscher nicht vollends einig. Ich gehe daher mit der Meinung der meisten Forscher konform, dass Karl Friedrich Drais von Sauerbronn der Erfinder des Fahrrades ist oder zumindest einen großen Anteil an der Entwicklung des Fahrrades hat.
1 Vgl. Schröder (2002). S. 9f.
2 Vgl. Clasing (1996). S. 17f.
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2.1 DIE DRAISINE
Wie unter Punkt 2 angemerkt, gab es viele Ideen und
Entwicklungen für das heutige Fahrrad. Erst aber mit der Entwicklung eines lenkbaren Laufrades von Karl Friedrich Drais von Sauerbronn wurde ein maßgeblicher Schritt in Richtung des heutigen Fahrrades gemacht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Autoren u. a. Rabenstein, Zorn und Schröder 3 , um einige zu erwähnen,
(Abb. 1, in : SCHRÖDER, 2002, S. 10.) in ihren Büchern Karl Friedrich Drais als Vater des
Fahrrades bzw. als Erfinder einer wichtigen Innovation benennen; hingegen ordnet Clasing (1996) Drais lediglich eine Weiterentwicklung des Laufrades zu. 4 Nicht desto trotz sorgt das erste erscheinen der Draisine am 12. Juli 1817 in Mannheim für großes Aufsehen:
10 jährigen Schut zes wurde die Draisine von vielen nachgebaut bzw. wurden Lizenzen nach England, Frankreich und in die USA vergeben. 5
Durch die Popularität und den Enthusiasmus der Menschen hatte die Entwicklung des Fahrrades eingesetzt und war nicht mehr aufzuhalten. Dennoch führten Weiterentwicklungen nicht zu einer wirkliche n Marktetablierung. Daher schrieb die Presse im Jahre 1832 der Mensch sei offensichtlich zum Gehen und Laufen bestimmt. 6
3 siehe dazu: Schröder (2002) S. 10; Rabenstein (1996) S.7 und Zorn (1984) S.11.
4 Vgl. Clasing (1996) S. 19.
5 Vgl. Zorn (1984) S.11f.
6 Vgl. Schröder (2002) S. 11.
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Diese Meinung blieb in der Presse solange bestehen bis 1861 der Sohn eines Schmiedes seinen Vater dazu drängte Fußhebeln mit Fußrasten an das Vorderrad anzubringen. Die Idee des Sohnes sorgte für die Erfindung des „Michaulinen“ bzw. „Veloziped“ (nachfolgend Veloziped). 7
2.2 DAS VELOZIPED
Das Veloziped entstand wie im Kapitel 2.1 beschrieben
aus der Idee eines Schmiedsohnes, der seinen Vater bittet Kurbel und Pedale an das Vorderrad zu befestigen. Der Schmied Pierre Michaux aus Bar- le-Duc bei Paris konnte im gleichen Jahr der Erfindung, 1861, zwei weitere Exemplare an Liebhaber verkaufen. Im nächsten Jahr wurde das Veloziped der Modeschlager schlecht hin in
Paris und der Schmied verkaufte 162 Stück, drei Jahre (Abb. 3, in: ZORN, 1984, S. 15.) darauf waren es sogar 400 Stück. 8 Nachdem der Franzose seine Velos 1867 auf der Pariser Weltausstellung präsentierte, wurden diese Geräte in den Adelskreisen populär. Auch Kaiser Napoleon III. erwarb ein solches Sportgerät für seinen Sohn. Aufgrund der hohen Popularität in den Adelskreisen wollte nun jeder dieses Gerät besitzen, so dass Michaux eine Firma mit 500 Mechanikern gründete. Frankreich war in dieser Zeit Hauptstadt der Fahrradindustrie. Um seine Sportgeräte noch besser zu vermarkten organisierte der Erfinder das erste am 30. Mai 1868 im Parc de Saint. 9 Da bei den Velozipeden das Vorderrad größer als das Hinterrad ist - man ging von dem logischen Schluss aus : je größer das Vorderrad, umso größer die Geschwindigkeit - wurden die Vorderräder vom Umfang immer Größer.
Schon bald darauf konstruierte man auf der Grundlage des Veloziped das Hochrad. 10
7 Vgl. Clasing (1996) S. 19.
8 Vgl. ebd. S. 19.
9 Vgl. Schröder (2002) S. 11.
10 Vgl. Zorn (1984) S.14.
Arbeit zitieren:
Thorsten Dornemann, 2003, Das Fahrrad. Von seiner Geburtsstunde bis hin zum Massenfortbewegungsmittel, München, GRIN Verlag GmbH
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