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Verfasserin: Maren-Anneke van Drimmelen
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Einleitung
1.Theorie des Symbolischen Interaktionismus
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2.Aspekte der Sterbebegleitung auf der Basis des Symbolischen Interaktionismus
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Literaturverzeichnis
3
Einleitung
In der vorliegenden Arbeit habe ich den Versuch gemacht, die Theorie des Symbolischen Interaktionismus auf meine Praxiserfahrung in der Sterbebegleitung von AIDS-Kranken zu beziehen. Dabei habe ich mich im ersten Teil ausschließlich auf das Werk von G.H. Mead: "Geist, Identität und Gesellschaft" konzentriert und anhand dessen die Grundbausteine des Symbolischen Interaktionismus herausgearbeitet. Im zweiten Teil wende ich mich nun der Praxis der Sterbebegleitung zu, indem ich die Bedeutung des Todes in der Gesellschaft anhand des Symbolischen Interaktionismus verdeutliche. Dabei beziehe ich mich auf einige Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Tod und Gesellschaft auseinandergesetzt haben, leite die meisten Thesen aber aus meiner Erfahrung in der Praxis ab.
1.Theorie des symbolischen Interaktionismus
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Die Haltungen eines Menschen bestehen nach Mead aus der Organisation von Handlungen. 1 Diese Handlungen stellen für uns die Erfahrung eines Objektes dar 2 , denn wir identifizieren das Objekt mit den damit verbundenen möglichen Handlungen. 3 Die Haltung des Individuums drückt sich nun in Form einer Geste aus, während diese Geste als Reiz in dem Gegenüber eine veränderte (angepaßte) Haltung auslöst. 4 Um Kommunikation zu ermög- lichen muß der eine sich nun instinktiv auf die Haltung des anderen einstellen. "In diesem Zusammenhang erfüllen die Gesten ihre Funktion, nämlich Reaktionen der anderen hervorzurufen, die selbst wieder Reize für neuerliche Anpassungen werden, bis schließlich die
1 vgl. Mead, 1973, S.50
2 Inhalte/ Objekte der Welt werden zum größten Teil durch die Reaktion der
gesellschaftlichen Prozesse auf sie gebildet, da der Mensch ein Objekt oft erst auf Grund seiner Reaktion wahrnimmt. vgl. Mead, passim
3 vgl. Mead, 1973, S.50
1
endgültige gesellschaftliche Handlung zustande kommt." 5 Gesten sind ein wichtiges Element zur Organisation gesellschaftlichen Handelns und markieren deren Anfänge. Ihre Funktion liegt hauptsächlich darin, die Anpassung zwischen den Individuen einer Gruppe oder Gesellschaft in Hinblick auf ein Objekt, aber auch einer Idee, zu ermöglichen. 6 Wird die Geste zum Ausdruck einer Idee, dann steht sie neben dem Sachverhalt auch gleichzeitig für den Gedanken des Individuums. Kann sie als solche diese Idee auch im anderen auslösen, so wird die Geste zum signifikanten Symbol. 7
Ein signifikantes Symbol ermöglicht also, daß die Bedeutung eines Gegenstands oder einer Idee des einen Menschen im anderen Menschen gleichermaßen hervorgerufen wird. Diese Funktion kann besonders die Sprache ermöglichen, die nur aus signifikanten Symbolen besteht, d.h. daß Gesten im Prinzip Vorläufer der Sprache sind. 8 Eine andere wichtige Eigenschaft der signifikanten Geste (oder des signifikanten Symbols) liegt darin, daß sie im Individuum durch ihre Verwendung die gleiche Haltung sich selbst gegenüber auslöst wie im anderen Individuum, und dem einzelnen damit deren Haltung zu seiner eigenen verständlich werden läßt. 9 Diese signifikanten Gesten oder Symbole bieten die bessere Möglichkeit für eine Anpassung. Soll Kommunikation möglich sein, so muß das Symbol für alle Betroffenen das gleiche bedeuten.
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Nach Mead entwickelt sich der Geist erst aus "der Kommunikation durch Übermittlung von Gesten innerhalb eines gesellschaftlichen Prozesses oder Erfahrungszusammenhanges." 10 Dabei spielt der signifikante Reiz eine besondere Rolle: Das Individuum reagiert auf den von ihm ausgelösten Reiz
4 vgl. Mead, 1973, passim
5 Mead, 1934, S.83
6 vgl. ebenda, S.85
7 vgl. ebenda, S, 87
8 vgl. ebenda, passim
9 vgl. ebenda, S.85
10 ebenda, S. 89
2
Arbeit zitieren:
Maren-Anneke van Drimmelen, 1998, Symbolischer Interaktionismus in der Praxis der Sterbebegleitung, München, GRIN Verlag GmbH
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