1 EINLEITUNG. 3
2 HINTERGRÜNDE 4
2.1 HERKUNFT DER ELEMENTE. 4
2.2 TRANSPORT UND DEPOSITION 5
2.3 FIXIERUNG DER SCHWERMETALLE. 6
2.4 MÖGLICHKEITEN POSTSEDIMENTÄRER VERLAGERUNG VON SCHWERMETALLEN. 8
2.5 DIE ROLLE DER TORFMOOSE (SPHAGNEN) 9
2.6 DATIERUNG. 12
3 ERGEBNISSE UND INTERPRETATION 12
3.1 VERTIKALVERTEILUNG VON SCHWERMETALLEN 12
3.2 SUKZESSION NACH BRÄNDEN IM MOOR. 14
4 DISKUSSION. 17
4.1 VERSCHIEDENE INTERPRET. DER HORIZONTALVERTEILUNG VON SCHWERMETALLEN. 17
4.2 IST EINE OBJEKTIVE FORSCHUNG GEWÄHRLEISTET? 19
5 ZUSAMMENFASSUNG. 22
LITERATUR. 24
2
1 Einleitung
In Folge des Wissens um die Klimaveränderung beschäftigt sich die Wissenschaft seit den achtziger Jahren verstärkter mit der Paläoklima-Forschung und der Frage nach den historischen Zusammensetzungen der Atmosphäre. Um Informationen über die Aerosol-Depositionen früherer Zeiten zu bekommen, werden seit der Pionierstudie von TYLER (1972; in RADTKE 1993) an Moorprofilen in Südschweden bis heute Bohrkerne aus weitgehend ungestörten Hochmooren als Archive herangezogen. Diese haben den Vorteil, dass sie chronologisch abgelagert wurden, teilweise bis mehrere 1000 Jahre in die Vergangenheit zurück reichen, gut datierbar sind und ein außergewöhnlich hohes Bindevermögen für zumindest einige der eingetragen Schwermetalle aufweisen.
Als weitere Medien für die Untersuchung der historischen Aerosol-Depositionen werden Seesedimente und Eisbohrkerne herangezogen. Für den Bereich jüngerer Untersuchungszeiträume können die Einlagerungen in die Jahrringe von Bäumen analysiert werden.
Mit dem Wissen um die Paläozusammensetzung der Atmosphäre lassen sich evtl. Rückschlüsse auf Klimaveränderungen oder Rekonstruktionen der lokalen und großräumigen Siedlungsgeschichte in Europa machen.
Bedingung für die Verwendung von Bohrkernen aus Hochmoortorfen ist die vollständige Immobilität der untersuchten Elemente im Profil.
Inwieweit diese gegeben ist, wird seit geraumer Zeit heftig diskutiert. Wurden früher noch sehr viele der Schwermetalle für immobil gehalten, bezieht man sich heutzutage vorwiegend nur noch auf Blei.
Von einer weitgehenden Immobilität zumindest einiger Schwermetalle im Torf gehen GÖRRES et al. (1997), KEMPTER (1996), KEMPTER et al. (1997), KÜSTER et al. (1997), LIVETT et al. (1988), MARTINEZ CORTIZAS et al. (2002), SHOTYK et al. (1997) und WEISS et al. (1997) aus. CLYMO et al. (1990), DAMANN et al. (1992; s. HÖLZER & HÖLZER 2003), HÖLZER & HÖLZER (1987, 1990, 2003), URBAN et al. (1990) und WANDTER (1981) halten die vertikalen Elementverteilungen im Torfprofil für ungeeignet, um hieraus auf historische Schwermetallbelastungen der Atmosphäre zu schließen.
2 Hintergründe
Hochmoore weisen per Definition eine Torfmächtigkeit von mindestens 30 cm auf. Sie bestehen zu mindestens 30% aus organischem Material (SCHWEIKLE 2002). Die Grundwasserstände liegen meist in einem Bereich von 5 - 30 cm unter Flur und schwanken im Jahresgang durchschnittlich um etwa 10 cm (HÖLZER mdl.). Unterhalb des Wasserspiegels herrschen reduzierende Bedingungen, die verursachte O 2 -Armut führt zu einer geringen Zersetzung des organischen Materials (auch als Großreste bezeichnet), pH-Werte zwischen 2 und 3,5 verhindern zusätzlich eine Zersetzung durch Bodenorganismen. Hochmoore beziehen die Gesamtheit ihrer Nährstoffe aus den Niederschlägen. Durch ihre Mächtigkeit sind sie im Gegensatz zu Nieder- und Übergangsmooren vom mineralischen Untergrund abgeschottet. Das Wachstum von Mooren kann zeitweise zum Erliegen kommen. Natürliche Gründe hierfür sind Kälte und Trockenheit oder eine wachstumsbedingte Steilheit (SCHWEIKLE 2002). Anthropogene Ursachen für Änderungen der Standortbedingungen sind Belüftung oder Nährstoffzufuhr.
2.1 Herkunft der Elemente
Die Emissionsquellen wurden ihrer Bedeutung nach aufgelistet, weniger wichtige sind in Klammern gesetzt. Um das Bild vollständiger zu machen, wurden nicht nur die Schwermetalle (Dichte > 6 g/cm 3 ) aufgeführt:
2.2 Transport und Deposition
Die horizontale Transmission der Schwermetalle von den Entstehungsorten entlang der Hauptwindrichtungen erfolgt als Aerosole. Unter diesen versteht man eine Mischung sehr kleiner Tröpfchen und/oder fester Partikel, die in der Luft suspendiert sind (KLOCKOW 1982 in KEMPTER 1996). Ihrer Größe nach kann man sie in zwei Hauptgruppen unterteilen:
Feinstäube (0,002 - 2 µm), deren Freisetzung vorwiegend über Verbrennungs-vorgänge erfolgt. Die Elemente K, S, V, Cu, Zn, Br, Pb und Ni werden vorwiegend als Feinstäube transportiert.
Grobstäube (2 - 100 µm), deren Quellen meist mechanischer Art sind, wie Aufwirbelung von Bodenstäuben, Vulkanausbrüche, aber auch Verbrennungsprozesse. Die Elemente Cr, Ti, Si, Fe u nd Cl sind dieser Klasse zuzuordnen (KEMPTER 1996).
Durch Koagulation mit anderen Teilchen oder Tröpfchen kommt es zur Deposition. Hier wird zwischen nasser (Regen, Nebel, Schnee) und trockener Deposition unterschieden.
Gerade bei den Feinstäuben können T ransportweiten von über 2000 km erreicht werden ( RAHN & LOWENTHAL 1985 in GAIDA et al. 1993), so dass in Mittel- und Nordeuropa verursachte Emissionen sogar als Depositionen im Grönländischen Eis nachweisbar sind.
2.3 Fixierung der Schwermetalle
Torf weißt eine hohe Affinität gegenüber vielen Schwermetallen auf. Die Bindung erfolgt hierbei durch (RUMP et al. 1977 in WANDTER 1981, 158):
§ Ionenaustausch
Schwermetalle werden an den Oberflächen von Torfmoosen v.a. durch Ionenaustausch gebunden. Hierbei wirkt die Zellwand als Fangorgan (BREHM 1988), wobei ihr Inhaltsstoff Polygalacturonsäure im Tausch H + -Ionen abgibt. Diese schädigen die anderen Pflanzen und verursachen das saure Milieu der Moore. Generell können höherwertige Ionen stärker gebunden werden. RÜCKLING & TAYLOR (1970; in GAIDA et al. 1993, 135) geben für Pb und Cu sehr hohe, für Cd und Ni mittlere und für Zn und Mn geringe Bindungen durch Austauschervorgänge an.
§ Komplexbildung (Chelatisierung)
Eine sehr bedeutende Fähigkeit der Huminstoffe ist diejenige mit den Schwermetallionen, -oxiden und -hydroxiden Komplexe zu bilden (SCHNITZER 1978 in KEMPTER 1996, 9). Für diesen Vorgang spielen v.a. die funktionellen Carboxyl- und phenolischen Hydroxyl-Gruppen eine Rolle. Für die entstehenden Metallkomplexe ergeben sich unterschiedliche Stabilitäten, die je nach Autor variieren. IRVING-WILIAMS geben folgende Stabilitätsreihe an (SCHNITZER 1987 in KEMPTER 1996, 9):
Pb > Cu > Ni > Co > Zn > Cd > Fe > Mn > Mg
Abhängig vom Grad der Schwermetallsättigung formen Humin- und Fulvosäuren lösliche und unlösliche Komlexe mit Kationen. „Wegen ihrer hohen Azidität und ihrem relativ niedrigen Molekulargewicht sind die Metallkomplexe der Fulvosäuren leichter löslich und damit mobiler als die der Huminsäuren (STEVENSON 1982). In der oberen Zone, in der der Gehalt an Fulvosäuren hoch ist, sind diese Komplexe mobiler, weiter unten dagegen macht deren geringer Anteil dagegen eine Festlegung der Metalloxide möglich (DALITZ 1990)“ (KEMPTER 1996, 9). § Mitfällung
Durch die Niederschläge werden auch erhebliche Mengen an Schwefel in die Moore eingetragen. Auf Grund der anaeroben Bedingungen dürfte der größte Teil des Schwefels als Sulfid vorliegen (GROSSE-BAUKMANN 1990 in GAIDA et al. 1993, 135), wobei sowohl chemische, als auch biologische (z. B. durch Desulfovibrio desulphuricans) Reduktionsvorgänge in Betracht kommen. Ein Teil des gebildeten Sulfids wird als H 2 S ausgasen, ein anderer Teil ist in der Lage mit Schwermetallen schwerlösliche Sulfid-Verbindungen einzugehen (GAIDA et al. 1993, 135).
Bezüglich der Affinität des Torfes gegenüber Schwermetallen lässt sich folgende Reihe aufstellen (nach LIVETT 1988 & MALMER 1988 in GAIDA 1993, 135):
Cu > Pb > Cd > Zn > Ni
LUDWIG et al. (1983) kommen in der Verfahrenstechnik zu folgender Reihe , die Kupfer unterschiedlich einstuft:
Hg ~ Pb > Cd > Cu > Zn > Ni
Hierbei ist zu beachten, dass die Fulvosäuren im Moor löslich sind und komplex gebundene Schwermetalle vertikal und horizontal verlagern können ( RUMP et al. 1977 in GAIDA et al. 1993, 135; u.a.).
Arbeit zitieren:
Tobias Wirsing, 2005, Verteilung von Schwermetallen in Mooren - Möglichkeit eines historischen Überblicks, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Tobias Wirsing's Text Verteilung von Schwermetallen in Mooren - Möglichkeit eines historischen Überblicks ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tobias Wirsing hat den Text Verteilung von Schwermetallen in Mooren - Möglichkeit eines historischen Überblicks veröffentlicht
Tobias Wirsing hat einen neuen Text hochgeladen
CHRISTLICH-ARABISCHE CHRESTOMA
P Kawerau
0 Kommentare