Hedgefonds sorgen immer wieder für kontroverse Diskussionen in Bankenkreisen. Auch für den Privatanleger sind diese Fonds infolge des neuen Investmentgesetzes (InvG) nun zugänglich. Dennoch bestehen auf Grund der sehr verschiedenen Geschäftsstrategien erhebliche Unterschiede zw ischen den einzelnen Hedgefonds und den damit verbundenen Anlagerisiken. Ziel dieser Seminararbeit ist es einen Überblick über das Thema Hedgefonds zu geben, dabei soll vor allem auch auf den neuen rechtlichen Rahmen und die Möglichkeiten im Portfoliomanagement eingegangen werden. Im Anschluss daran, werden Chancen und Risiken für den Privatanleger bei Kapitalanlage in Hedgefonds betrachtet und die dabei zu beachtenden Kriterien untersucht. Auch im Jahr 2017 hat das Thema von seiner Brisanz nichts verloren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hedgefonds
2.1 Einordnung in das Investmentgeschäft
2.2 Der Begriff „Hedgefonds“
2.3 Die Merkmale von Hedgefonds
2.4 Rechtlicher Rahmen in Deutschland
2.4.1 Single Hedgefonds
2.4.2 Dach-Hedgefonds
2.4.3 Weitere Wichtige gesetzliche Regelungen
3. Anlagestrategien von Hedgefonds
3.1 Arbitrage Strategien oder Relative Value Strategien
3.2 Event Driven Strategien
3.3 Directional / Tactical Strategien
3.4 Weitere Strategien von Hedgefonds
4. Hedgefonds als Kapitalanlage
4.1 Vorteile und Nachteile beziehungsweise Chancen und Risiken
4.2 Hedgefonds aus Sicht des Privatanlegers
4.3 Aspekte des Vertriebs von Hedgefonds
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über das Thema Hedgefonds zu geben, insbesondere unter Berücksichtigung des neuen rechtlichen Rahmens in Deutschland und der Anwendungsmöglichkeiten im Portfoliomanagement. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Chancen und Risiken sich für Privatanleger bei einer Investition in diese Anlageklasse ergeben.
- Grundlegende Einordnung und Definition von Hedgefonds
- Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das neue Investmentgesetz (InvG)
- Systematisierung der verschiedenen Anlagestrategien von Hedgefonds
- Beleuchtung der Performance-Messung und der typischen Risikostruktur
- Untersuchung von Investitionsaspekten und steuerlichen Rahmenbedingungen für Privatanleger
Auszug aus dem Buch
2.2. Der Begriff „Hedgefonds“
Der Begriff „Hedgefonds“ entstammt dem Jahre 1949. Damals legte Alfred Winslow Jones einen Fonds auf, der neben dem traditionellen Kauf und Verkauf von Wertpapieren auch Leerverkäufe und den Kauf von Wertpapieren auf Kredit, mit dem Ziel der Nutzung von Leverageeffekten, durchführte. Der Fonds hatte mit diesen Finanzmarktinstrumenten die Möglichkeit sein Portfolio zu hedgen. Unter Hedgen versteht man die Nutzung eines Sicherungsgeschäftes zur Minderung von Verlusten, falls die erwarteten Preisbewegungen so nicht eintreten. Beispielsweise kann man eine Position am Kassamarkt durch eine gegenläufige Position am Terminmarkt absichern. Die ersten Hedgefonds verfolgten tatsächlich eine solche Strategie, sie halbierten das ihnen zur Verfügung stehende Kapitalvermögen und kauften mit der einen Hälfte unterbewertete Aktien (Long-Position), während die andere Hälfte zum Leerverkauf überbewerteter Aktien (Short-Position) genutzt wurde, das Kapital war notwendig, da damals beim jeweiligen Aktienhändler die Verpflichtung bestand, eine Kapitaleinlage in Höhe der leerverkauften Titel zuhalten. (Theoretisch ist ein solches Geschäft auch ganz ohne eigenes Kapital einzusetzen denkbar, indem beispielsweise zuerst leerverkauft wird und daraufhin mit der Einzahlung die entsprechenden Long-Positionen gekauft werden.) Die Long-Positionen waren durch die Short-Positionen gehedged. Dies ermöglichte eine Absicherung der Fondsperformance gegen das systematische Risiko (Marktrisiko). Der Portfolioertrag hing demzufolge vom bewusst übernommenen unsystematischen (Einzeltitel-) Risiko (spezifisches Risiko) ab. Da meist keine vollständige Deckung der Long-Positionen durch Short-Positionen erfolgte, verblieb auch ein gewisses Marktrisiko. Durch die Nutzung von Leverage war eine Steigerung des erwarteten Ertrages möglich, allerdings nahm gleichzeitig auch das Ertragsrisiko zu. Aus den dargestellten Überlegungen rührt der Name Hedgefonds. Carol Loomis, ein Journalist, der den damals neuartigen Fondtyp beschrieb, verwendete diesen Begriff erstmalig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das kontroverse Thema Hedgefonds ein und definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über den rechtlichen Rahmen und die Möglichkeiten für Privatanleger zu geben.
2. Hedgefonds: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung in den Investmentmarkt, definiert den Begriff, beschreibt zentrale Merkmale wie Performance-Gebühren und Manager-Involvement und beleuchtet den rechtlichen Rahmen in Deutschland.
3. Anlagestrategien von Hedgefonds: Hier werden die verschiedenen Strategieansätze, wie Arbitrage-Strategien, Event Driven Ansätze, sowie Directional und Tactical Strategien, detailliert klassifiziert.
4. Hedgefonds als Kapitalanlage: Dieses Kapitel analysiert die Chancen und Risiken, die Performance-Messung und die spezifischen Aspekte für Privatanleger, inklusive steuerlicher Rahmenbedingungen und Vertriebskriterien.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die feststellt, dass Hedgefonds trotz des neuen Investmentgesetzes von Privatanlegern skeptisch betrachtet werden, jedoch durch ihre Diversifikationseffekte neue Möglichkeiten eröffnen.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Alternative Investments, Investmentgesetz, Leverage, Arbitrage, Long-Position, Short-Position, Alpha-Faktor, Risikofonds, Diversifikation, Single-Hedgefonds, Dach-Hedgefonds, Performance-Fee, Privatanleger, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Hedgefonds, ihrer Einordnung in das Investmentgeschäft, ihren spezifischen Anlagestrategien sowie den Möglichkeiten und Risiken für Privatanleger unter dem deutschen Investmentgesetz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören die Definition und Merkmale von Hedgefonds, der rechtliche Rahmen in Deutschland, verschiedene Anlagestrategien sowie eine Risiko- und Renditeanalyse aus Sicht des Privatanlegers.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das Thema Hedgefonds zu vermitteln, dabei insbesondere auf den neuen rechtlichen Rahmen in Deutschland einzugehen und die Chancen sowie Risiken für Privatanleger zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse durchführt, um den Stand der rechtlichen Regulierung sowie Anlagestrategien und Leistungsmerkmale von Hedgefonds systematisch darzustellen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die rechtliche Einordnung, die detaillierte Klassifizierung der Anlagestrategien sowie eine Analyse von Hedgefonds als Kapitalanlage hinsichtlich ihrer Vorteile, Risiken und Steuermodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Hedgefonds, Leverage, Investmentgesetz, Arbitrage-Strategien, Risiko, Privatanleger und Performance-Messung.
Was bedeutet der „Alpha-Faktor“ im Kontext von Hedgefonds?
Der Alpha-Faktor bezeichnet die managerspezifische Rendite, die durch die individuellen Fähigkeiten des Fondsmanagers und dessen Einschätzung der Marktlage erzielt werden kann, unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung.
Warum ist der Begriff „Hedgefonds“ heute laut Autor irreführend?
Der Autor argumentiert, dass moderne Hedgefonds gezielt spezifische Risiken eingehen, um absolute Erträge zu erzielen, während die ursprüngliche Idee des „Hedgens“ (Absichern) nur noch eine untergeordnete Rolle spielt; daher sei der Begriff „Risikofonds“ zutreffender.
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- Andreas Mugler (Author), 2005, Produkte im Investment Banking: Hedge-Fonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47904