Inhalt
1 Einleitung 3
2 Definition von (Kinder ) Freundschaft 3
3 Freundschaftskonzepte 5
4 Formen und Merkmale von Kinderfreundschaften 6
4.1 Anzahl der Freunde 6
4.2 Enge lockere Freundschaften 7
4.3 Mädchen Jungen 8
4.4 Elterneinfluss 9
5 Entwicklung von Kinderfreundschaften 9
5.1 Beginn einer Freundschaft 9
5.1.2 Individuelle Voraussetzungen 10
5.1.3 Kontaktaufnahme 11
5.2 Freundschaft muss gepflegt werden 12
5.3 Konflikte und Streit 12
5.4 Abbruch der Freundschaft 13
6 Literaturverzeichnis 14
2
1 Einleitung
Freundschaften als zwischenmenschliche Beziehungen spielen bei Kindern wie auch bei uns Erwachsene n eine große und bedeutende Rolle. Möglicherweise bedeuten Freunde Kindern sogar noch mehr. Das kommt daher, dass Kinder in der Entwicklung ihres Selbstvertrauens Unterstützung brauchen und diese sicherlich durch Freundschaften erhalten können. Denn sie können mit Gleichaltrigen Erfahrungen machen, die mit Erwachsenen so nicht möglich sind, da unter Kindern ein symmetrisches Verhältnis besteht, sie stehen grundsätzlich auf der gleichen Stufe und sind so gleichberechtigt. Somit können sie Dinge lernen, die mit Erwachsenen nicht möglich wären.
„Im Umgang mit Freunden und Gleichaltrigen (Peers) erlernen Kinder Kooperation und Wetteifer, moralisches Urteilen und Handeln, Vertrauen, Sensibilität u.a.m.“ 1 Wagner beschreibt das Erlernen sozialer Kompetenz. Die Kinder lernen in der Zweierbeziehung Verhaltensweisen und Umgangsformen, die notwendig sind, um in unserer Gesellschaft zu leben.
Durch den Vergleich mit anderen Kindern, der ständig vorkommt, kann man sein Selbstbild entwickeln. Man sieht sich mit der Identität des anderen konfrontiert und nimmt sich selbst so genauer und anders wahr. Das stärkt das Selbstbewusstsein und gibt Sicherheit. Bachmann spricht von „einer Differenzierung und Intensivierung des Selbsterlebens.“ 2 Ganz grundsätzlich wird durch Freundschaften das Bedürfnis nach Nähe befriedigt. Menschen sind auf andere Menschen angewiesen, diese sind für das Überleben und das Wohlbefinden notwendig. Das Grundbedürfnis nach einem Menschen, dem man vertrauen kann, der einem zur Seite steht und mit dem man Spaß haben kann, wird in Freundschaften befriedigt.
2 Definition von (Kinder-) Freundschaft
Wir sind jetzt Freunde, weil wir uns mit Namen kennen. (Tony, dreieinhalb Jahre alt.)
1 Wagner, Jürgen: Kinderfreundschaften. Wie sie entstehen. Was sie bedeuten. Berlin Heidelberg:
Springer- Verlag 1994. S.14
2 Bachmann, Helen I.: Kinderfreundschaften – Start ins Leben. Freiburg: Herder 1996. S.37
3
Freunde nehmen sich nichts weg oder führen sich hochnäsig auf, und sie streiten nicht oder sind anderer Meinung. Wenn du zu ihnen nett bist, sind sie auch nett zu dir. (Julie, acht Jahre alt.)
Eine Freundin ist jemand, mit der man um drei Uhr morgens mit Clearasil im Gesicht Geheimnisse austauschen kann. (Deborah, dreizehn Jahre alt.) 3
Freundschaft ist ein Begriff, der sich nach eigenen Überlegungen nur sehr schwer definieren lässt. Man muss natürlich zwischen den Freundschaften unter Kindern oder Erwachsenen unterscheiden, aber auch das Alter und der Entwicklungsstand des Kindes spielt eine sehr große Rolle. Zusätzlich hat jeder eine andere Vorstellung, was Freundschaft ausmacht und auch eine Person kann zum Beispiel bezüglich der Intensität verschiedene Freundschaften führen. Somit ist es schwierig, eine passende Definition, die alle Punkte berücksichtigt, zu finden. Auch in der Literatur wird häufig darauf verwiesen, dass solch eine Definition nie vollkommen sein kann oder es wird gar keine gegeben. Man kann aber sicher von gewissen Kriterien ausgehen, die vorhanden sein müssen, damit man von einer Freundschaft sprechen kann. 4 Zum einen handelt es sich um eine „persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen“ 5 , zum anderen ist die Freiwilligkeit eine Grundvoraussetzung für eine Freundschaft. Gegenseitige Sympathie und der positive Charakter dieser Beziehung spielen auch eine wichtige Rolle, da sonst die Beziehung auf Dauer nicht bestehen kann. Als letzten Punkt führt Zühlke noch die Gegenseitigkeit an.
Aber besonders bei dem letzten Punkt wird klar, dass man diese Kriterien nicht ohne weiteres auf Kinder übertragen kann. Vor allem jüngere Kinder bezeichnen andere Kinder als ihre Freunde, was aber öfter nicht auf Gegenseitigkeit beruht. So sind diese Kriterien einer Freundschaft sehr vom Alter und dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder abhängig.
3 Rubin, Zick: Kinderfreundschaften. Das Kind und seine Entwicklung. Stuttgart: Klett- Cotta 1981,
S.33
4 Zühlke, Tilla: Kinderfreundschaften in der Grundschule: die Sicht von Schülern und Lehrern.
www.ph-heidelberg.de/org/phb/FREUN.html - Stand 12/03
5 ebd
4
3 Freundschaftskonzepte
Es gibt einige empirische Untersuchungen zu Freundschaftskonzepten, also zu der Vorstellung, die Kinder von einer Freundschaft haben.
Ich stelle das Stufenmodell von Selman vor, da dieses gut strukturiert und nachvollziehbar ist. Selman geht davon aus, dass die Perspektivenübernahme nach Piaget Basis für jede Freundschaft ist. Man muss von sich absehen können, um auf andere eingehen zu können. 1979 interviewte Selman Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren, was zu folgender Einteilung in Stufen führte. Stufe 0: „Freundschaft als momentane physische Interaktion“ Auf dieser Stufe der Drei- bis Siebenjährigen werden vor allem äußere Merkmale beachtet, wie eine gewisse Ähnlichkeit oder eine räumliche Nähe wie Nachbarschaft. Die Freundschaften sind noch nicht sehr stabil und bestehen eigentlich nur durch die gemeinsame Aktivität. Falls Konflikte auftreten, geht es dabei nicht um persönliche Gefühle, sondern meist um Spielsachen.
Stufe 1: „Freundschaft als einseitige Hilfestellung“ Bis zum Alter von neun Jahren befinden sich Kinder auf dieser Stufe. Sie kennen bereits die Bedürfnisse ihres Freundes, sind aber noch nicht fähig, sich vollkommen in den Partner hineinzuversetzen und so die beiden Sichtweisen aufeinander zu beziehen. „Ein Freund ist jetzt derjenige, der das tut, was man selber will.“ 6 Konflikte werden einseitig verursacht angesehen und können auch nur einseitig gelöst werden wie durch Rücknahme.
Stufe 2: „Freundschaft als Schönwetterkooperation“ Freundschaft ist auf dieser Stufe der Neun- bis Zwölfjährigen eine wechselseitige Beziehung, die Kinder kennen nun auch die Sichtweise des Partners, schaffen es aber immer noch nicht, die verschiedenen Standpunkte aufeinander zu beziehen. Bei Streit muss eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden werden, ansonsten wird die Freundschaft beendet, sie ist nur eine „Schönwetterkooperation“. Stufe 3: „Freundschaft als intime und gegenseitig gestützte Beziehung“
6 Rubin (1981) S.28
5
Arbeit zitieren:
Carolin Löffler, 2004, Kinderfreundschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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