Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › French Studies - Literature

Erläuterungen zu Baudelaires "La Fausse Monnaie" aus den "Petits Poèms en Prose"

Title: Erläuterungen zu Baudelaires "La Fausse Monnaie" aus den "Petits Poèms en Prose"

Term Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Katharina Krings (Author)

French Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Baudelaire plante im Erscheinungsjahr der „Fleurs du Mal“ die Abfassung eines Bandes mit Prosagedichten, die als Gegenstück zu seinem Gedichtzyklus fungieren sollten. Im August 1857 erschienen in der Zeitschrift „Le Présent“ zunächst sechs Prosagedichte unter dem Titel „Poèmes nocturnes“. Bei folgenden Einzeldrucken in Zeitschriften variierten die Betitelungen der Prosagedichte. Baudelaire benannte sie u.a. mit „Petits Poèmes en Prose“ und „Le Spleen de Paris“. Bis zu seinem Tod 1867 verfasste er weitere 44 Prosagedichte. Da die insgesamt 50 Prosadichtungen aber erst 1869 veröffentlicht wurden, sind Auswahl, Reihenfolge und Überschrift der Prosagedichte nicht von Baudelaire getroffen worden. Es ist festzuhalten, dass die Gedichtsammlung von fragmentarischem Charakter ist, was zahlreiche Pläne und Entwürfe Baudelaires bezeugen.
In dieser Arbeit wird das Prosagedicht No. XXVIII „La Fausse Monnaie“ behandelt. Es erschien erstmals am 1. November 1864 in „L´Artiste“ .
„La Fausse Monnaie“ stellt zusammen mit „Une mort heroique“, „Le Jouer généreux“, „La Corde“ und „Les Vocations“ (XXVII-XXXI) etwa die Mitte der „Petits Poèmes en Prose“ dar, deren Gedichte von Ungerechtigkeit und Schicksal geprägt sind. Die fünf Gedichte stellen eine Absurdität dar, die niederschmetternder und verheerender ist, als willkürliche Ungerechtigkeit.
Nach der Juli-Monarchie und der Unterdrückung von 1848 war die Suche nach (religiösem und politischem) Vertrauen noch nicht veraltet, aber Baudelaires Zeitgenossen bemerkten dessen Sinnlosigkeit. Die fünf Prosagedichte stellen schließlich die Skepsis des Erzählers dar. Obwohl Ironie seine Position tarnt, stellt er unbeirrbar das Leben ohne rationale Begründung dar, auch wenn er eine gerechte Ordnung aufrecht erhalten will. Der Leser soll zwischen Wohlwollen und dem Teuflischen unterscheiden können und vielleicht auch andere aus ihrer Bedrängnis retten. Der Erzähler hinterfragt schließlich Bedeutungslosigkeit und antizipiert das Wiederfinden von Bedeutung. Das Dilemma wird umso deutlicher, als es in geballter Form, also in fünf aufeinander folgenden Prosagedichten auftritt. Bei „Le Mauvais Vitrier“ (IX), „La Fausse Monnaie“, „La Corde“ (XXX) und „Assommons les Pauvres“ (XLIX) wird die Hartnäckigkeit des unbewussten Teufels im Menschen aufgezeigt .

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Der Inhalt von „La Fausse Monnaie“

2.2. Analyse

3. Kritische Hinterfragung Greiners Interpretation

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Prosagedicht „La Fausse Monnaie“ von Charles Baudelaire. Ziel ist es, den moralischen Konflikt zwischen den handelnden Akteuren, dem Ich-Erzähler und seinem Freund, sowie deren unterschiedliche Auffassungen von Wohltätigkeit, Gut und Böse durch eine detaillierte textimmanente Analyse und unter Einbeziehung zeitgenössischer Literaturkritik zu erschließen.

  • Analyse des erzählerischen Gehalts und der Intention des Gedichts
  • Untersuchung der moralischen Wertesysteme der Protagonisten
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Interpretation durch Thorsten Greiner
  • Bedeutung der Konzepte von Wohltätigkeit und „criminelle jouissance“
  • Reflektion über Baudelaires Verständnis von Ästhetik und Ethik

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Inhalt von „La Fausse Monnaie“

„La Fausse Monnaie“ ist im Passé Simple geschrieben, was den Eindruck erweckt, dass hier eine Erinnerung erzählt wird. Darin wechseln sich Erzählung und Gedankengang des Ich-Erzählers ab, der zusammen mit seinem Freund ein „bureau de tabac“ (Z. 1) verlässt, woraufhin der Freund beginnt, aufs sorgfältigste seine Geldstücke zu sortieren:

„dans la poche gauche de son gilet il glissa de petites pièces d´or; dans la droite, de petites pièces d´argent; dans la poche gauche de sa culotte, une masse de gros sols, et enfin, dans la droite, une pièce d´argent de deux francs qu´il avait particulièrement examiné.“ (Z. 2-7)

Daraufhin treffen sie auf einen Bettler, der ihnen „sa casquette en tremblant“ (Z. 11) hinhält. Der Ich-Erzähler beschreibt in den nächsten Zeilen den Blick des Bettlers:

„Je ne connais rien de plus inquiétant que l´éloquence muette de ces yeux suppliants, qui contiennent à la fois, pour l´homme sensible qui sait y lire, tant d´humilité, tant de reproches. Il y trouve quelque chose approchant cette profondeur de sentiment compliqué, dans les yeux larmoyants des chiens qu´on fuette.“ (Z. 11-17)

Nachdem der Freund eine beträchtlich höhere Summe an den Bettler gegeben hat, als der Ich-Erzähler, konstatiert letzterer: „Vous avez raison; après le plaisir d´être étonné, il n´en est pas de plus grand que celui de causer une surprise.“ (Z. 19-21), woraufhin der Freund zugibt, dem Bettler Falschgeld gegeben zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel bettet „La Fausse Monnaie“ in den Kontext der „Petits Poèmes en Prose“ ein und stellt den fragmentarischen Charakter der Gedichtsammlung sowie die zentrale Problemstellung der Untersuchung vor.

2.1. Der Inhalt von „La Fausse Monnaie“: Hier wird der narratologische Verlauf der Anekdote zusammengefasst und die zentrale Begegnung zwischen dem Ich-Erzähler, seinem Freund und dem Bettler detailliert beschrieben.

2.2. Analyse: Dieses Kapitel bietet eine tiefgehende Untersuchung der literarischen Mittel, des Habitus des Ich-Erzählers und der moralischen Diskrepanzen zwischen den Intentionen der Akteure.

3. Kritische Hinterfragung Greiners Interpretation: In diesem Abschnitt wird die Lesart von Thorsten Greiner kritisch hinterfragt, insbesondere seine These, dass die Kritik des Ich-Erzählers auf ihn selbst zurückfällt.

Schlüsselwörter

Charles Baudelaire, La Fausse Monnaie, Petits Poèmes en Prose, Ich-Erzähler, Wohltätigkeit, Moral, Falschgeld, Dummheit, Ethik, Ästhetik, Ironie, Thorsten Greiner, Interpretation, Bettler, cirminelle jouissance

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert Charles Baudelaires Prosagedicht „La Fausse Monnaie“ hinsichtlich der moralischen und ästhetischen Beweggründe hinter der titelgebenden Falschgeldspende.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Spannungsfeld zwischen Wohltätigkeit, Egoismus, ästhetischem Erstaunen und moralischer Verantwortung im Kontext von Baudelaires Werk.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erschließung der komplexen Intentionen hinter der Handlung der Protagonisten und eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden literaturwissenschaftlichen Interpretationsansätzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textimmanente Analyse, die durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Interpretationen (insb. Thorsten Greiner und E. K. Kaplan) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Rekonstruktion, eine detaillierte Analyse der poetischen und moralischen Aussagen des Ich-Erzählers sowie eine kritische Reflexion der Forschungsmeinungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Baudelaire, Moral, Wohltätigkeit, Falschgeld, Dummheit und ästhetische Distanz bestimmt.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis des Freundes zum Bettler?

Der Autor hinterfragt, ob der Freund tatsächlich aus „criminelle jouissance“ (kriminellem Vergnügen) handelt oder ob seine Tat als Ausdruck ökonomisch motivierter Dummheit zu werten ist.

Welche Kritik übt der Autor an Thorsten Greiners Interpretation?

Der Autor bezweifelt Greiners Ansatz, den Fokus so stark auf die vermeintlich fehlgeleitete Sichtweise des Ich-Erzählers zu legen, und hinterfragt die Übersetzung der Vokabel „doux“ in diesem Kontext.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Erläuterungen zu Baudelaires "La Fausse Monnaie" aus den "Petits Poèms en Prose"
College
Ruhr-University of Bochum  (Romanisches Institut)
Course
Baudelaires Prosagedichte
Grade
2
Author
Katharina Krings (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V48121
ISBN (eBook)
9783638449106
ISBN (Book)
9783638764223
Language
German
Tags
Erläuterungen Baudelaires Fausse Monnaie Petits Poèms Prose Baudelaires Prosagedichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krings (Author), 2001, Erläuterungen zu Baudelaires "La Fausse Monnaie" aus den "Petits Poèms en Prose", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48121
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint