Inhaltsverzeichnis
1...................................................................................................................................Einleitung
3
2. Gemeinwesenarbeit im Umgang mit Älteren 5
2.1 Definition Gemeinwesenarbeit 5
2.2 Die klassische Altenarbeit 5
2.3 Die gemeinwesenorientierte Altenarbeit 6
2.4 Entwicklung 6
2.5 Ziele 7
2.6 Formen 7
2.7 Grenzen für die gemeinwesenorientierte Altenarbeit 8
3. Gemeinwesenarbeit im Altenheim 8
3.1 Gemeinwesenentwicklung im Heim 8
3.2 Formen der Gemeinwesenarbeit im Heim 9
3.2.1 Kulturarbeit im Heim 9
3.2.1.1 Vereinstreffen 10
3.2.1.2 Bildungsarbeit 10
3.2.1.3 Musikkultur 11
3.2.2 Medizinische und psychiatrische Konzepte gemeinwesenorientierter Altenarbeit 11
4. Kommunale Altenhilfe als Gemeinwesenarbeit 12
4.1 Allgemeine Zielsetzungen und Möglichkeiten kommunaler Altenpolitik 12
4.1.1 Erha ltung der menschlichen Würde und individuellen Persönlichkeit 12
4.1.2 Selbständige Lebensführung 13
4.1.3 Wohnungsbau und Bauleitplanung 13
4.1.4 Teilnahme am sozialen gesellschaftlichen und kulturellen Leben 14
4.1.5 Weiterbeschäftigung und Weiterbildung 15
4.1.6 Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement 15
4.2. Formen der gemeinwesenbezogenen kommunalen Altenhilfe 16
4.2.1 Altenbegegnungsstätten 16
4.2.2 Beratungsstellen 17
4.2.3 Alten- und Servicezentren 18
4.2.4 Allgemeiner Sozialdienst 18
4.2.5 Sozialpsychiatrische Dienste 19
4.2.6 Internetcafés für Senioren 19
5. Schluß 21
6. Anhang 22
2
1. Einleitung
Der demo graphische Wandel der vergangenen Jahrzehnte zeigt deutlich, dass sich das Thema Alter einem Bedeutungswandel unterzogen hat. Bei der heutigen Lebenserwartung eines
Menschen, stellt der Ruhestand mittlerweile eine eigenständige Lebensphase dar, die vorbereitet und gestaltet werden muss. Die älteren Menschen müssen sich nach dem
Ausscheiden aus dem Beruf neu orientieren, was bedeutet, dass sie sich überlegen müssen, wie sie ihren Alltag gestalten, wie ihre soziale Rollen gestaltet sein sollen (zum Beispiel durch ein höheres Engagement in den außerberuflichen Rollen). Außerdem müssen sie sich mit dem
Risiko gesundheitlicher Einbußen mit zunehmendem Alter, mit dem Verlust nahe stehender Menschen und mit der Erfahrung begrenzter Lebenszeit auseinandersetzen.
Während das um 1900 geborene Kind eine durchschnittliche Lebenserwartung von circa 46 Jahren hatte, stieg die Lebenserwartung eines um 1998 geborenen Kindes auf durchschnittlich
78 Jahre. Während 1998 der Anteil der Bevölkerung ab 80 Jahren noch 4 % betrug, ist für das
Jahr 2050 zu erwarten, dass dieser hochaltrige Anteil der Bevölkerung circa 12 % betragen wird. Bei den ab 60-Jährigen betrug deren Anteil um 1900 8 % der Gesamtbevölkerung, 1950
bereits 15 % und 1998 22 %. Diese Entwicklung zeigt auf, wie wichtig es ist, die demographische Entwicklung in der Öffentlichkeit zu thematisieren, damit sich jeder frühzeitig auf die damit verbundenen Veränderungen einstellen kann und entsprechend
reagieren kann. Die Schwerpunkte der modernen Altenpolitik und Altenarbeit liegen dabei bei der Absicherung von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, bei der Schaffung von
Rahmenbedingungen, die es der älteren Generation ermöglichen, sich aktiv in die Gesellschaft
einzubringen. 1 „Die Gesellschaft kann auf das große Potenzial an Erfahrungswissen der Älteren nicht verzichten. Bei den Älteren gibt es ein hohes soziales, kulturelles, politisches
und sportliches Engagement.“ 2 Gemeinwesenarbeit setzt bei den Ressourcen älterer Menschen an und macht es sich zum
Ziel, ältere Menschen bei der Aufrechterhaltung ihrer Selbständigkeit und ihres Selbsthilfepotentials zu unterstützen. Insbesondere konzentriert sich die gemeinwesenorientierte Altenhilfe darauf, die kleineren sozialen Netze älterer Menschen zu
stärken, also im Stadtteil als dem vertrauten Lebensbereich des alten Menschen zu intervenieren.
1 Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, S.14/15
2 Ebenda, S. 15
3
Wie sich gemeinwesenorientierte Arbeit mit Älteren gestaltet und welche Ziele sie verfolgt,
soll im Folgenden dargestellt werden.
4
2. Gemeinwesenarbeit im Umgang mit Älteren
2.1 Definition Gemeinwesenarbeit
Gemeinwesenarbeit (GWA) ist nach ihrer angloamerikanischen Herkunft und Aufnahme in
die Literatur als Stadtteilarbeit verstanden worden, deren Engagement sich zugunsten Randständiger in infrastrukturellen Einrichtungen und Umverteilungen zeigt; immer dort wo
Organisationsformen nicht im Einklang mit den Lebensbedürfnissen stehen. 3 Gemeinwesenarbeit (GWA) will die Situation von benachteiligten, nachkommender, ausgesonderten Gruppen und Generationen verbessern, sowie vorgefundene entfremdete
Strukturen zu verändern 4 . „Gemeinwesenarbeit zielt im kleinen überschaubaren Bereich auf demokratische Selbstverwirklichung ab. Im größeren räumlich- sozialen Zusammenhang ist
sie der pädagogische Teil einer politischen Strategie, der auf die Befähigung aller Mitglieder
im Gemeinwesen, nicht nur der Benachteiligten, abzielt.“ 5 Vor allem ältere Menschen sind in der sozialen Umwelt, in ihrem Gemeinwesen besonders
gefährdet gegenüber Isolation und Entfremdung, da alte Menschen nicht mehr so flexibel auf verschiedenen Umwelteinflüsse antworten können.
So reagieren sie dann mit Ängstlichkeit, Zurückhaltung, Irritationsschwächen, Depression, sie
nehmen sich sozial zurück, usw. 6
2.2 Die klassische Altenarbeit
In der klassischen Altenarbeit versucht man diesen Reaktionen mit einer optimalen Versorgung der alten Menschen durch perfektionierte Versorgungsleistungen an "besonderen"
Orten entgegenzuwirken, d.h. aber, dass sie der sozialen Umwelt entzogen werden und die Entfremdung so verstärkt wird. Das medizinische Krankheitsbild hat hier höchste Priorität Die Mitarbeiter müssen krankenpflegerisch angeleitet werden.
Bildung wird im Kreise der Alten angeboten und dies möglichst isoliert. Es wird hier soviel angeboten wie direkt nachgefragt wird, denn „man muss die alten Leute in Ruhe lassen“.
3 Vgl. Hummel, 1991, S. 11
4 Vgl. Ebenda, S. 97
5 Ebenda, S. 97
6 Vgl. Bednarz vom 28.2.04
5
In Altersheimen sollen die Bewohner den von ihnen angemieteten Privatraum möglichst für sich alleine haben. Zwischen Pfleger und Patient besteht eine starke Abhängigkeit. 7
2.3 Die gemeinwesenorientierte Altenarbeit
In der gemeinwesenorientierten Altenarbeit wird alten Menschen durch gezielte Anregungen geholfen Anknüpfungen an den eigenen Lebensfaden so wie an alle Generationen zu finden, mit dem Alter besser umgehen zu können durch zum Beispiel Lebenshilfekurse, allgemeine Weiterbildung oder Kreativkurse. Diese Angebote sollen Menschen dazu anregen, Neugierde zu wecken, sich stimulieren zu lassen, sowie auswählen und ablehnen zu können. Die Gemeinwesenarbeit hilft dabei, Alter nicht nur negativ zu sehen und hinzunehmen, sondern aktiv zu gestalten im Sinne von Empowerment, das heißt Einfluss und Kompetenz an diejenigen weitergeben, denen geholfen werden soll, sichern mehr Selbstbestimmung und
erweitern Möglichkeiten, die eigene Lebensform zu bestimmen. 8
2.4 Entwicklung
Die zunehmende Erhöhung der Lebenserwartung führt in Zukunft dazu, dass es immer mehr hochaltrige Menschen geben wird. Generell ansteigen wird die Zahl der Menschen im höheren Lebensalter, (70 bis 84 Jahre) insbesondere aber im hohen Alter (85 Jahre). Die gemeinwesenorientierte Altenarbeit entstand erst in den 60er Jahren mit dem Trend, tatsächlich mit 60 in den Ruhestand zu gehen, obwohl man physisch wie psychisch noch leistungsfähig war. Zunächst fingen kirchliche und andere karitative Organisationen an, Freize itveranstaltungen anzubieten, wie zunächst „Kaffeekränzchen“ dann auch Busfahrten, Diavorträge, jahreszeitliche Veranstaltungen und kreative Angebote.
Die Ursache für individuelle Probleme wird in der Gemeinwesenarbeit seit jeher in der Struktur gesellscha ftlicher Bedingungen gesehen. 9
7 Vgl. Hummel, 1991, S.11
8 Vgl. Ebenda, 1991, S. 173
9 Vgl. Fütter vom 7.2.04
6
Quote paper:
Melanie Durst, 2004, Gemeinwesenorientierte Arbeit mit Älteren, Munich, GRIN Publishing GmbH
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