Gliederung
I Einleitung
1. Definitionen
1.1 Definition abweichenden Verhaltens Devianz
1.2 Definition Typisierung
1.3 Definition Etikettierung
1.4 Definition Stigmatisierung
2. Schule als Instanz sozialer Kontrolle
3. Typisierungsprozesse in der Schule
3.1 Schulisches Unterrichtsgeschehen
3.2 Allgemeines Typsierungsmodell (F Lösel)
4. Die Anomietheorie nach Merton
4.1 Schule als anomische Struktur
5. Empirische Untersuchungsergebnisse und Daten
5.1 Schülereinschätzungen zur sozialen Etikettierung
5.2 Zusammenhänge zwischen Etikettierung und Gewalt
5.3 Merkmale etikettierter Schüler
5.4 Psycho soziale Situation von Etikettierten
5.5 Außerschulische Situation von Etikettierte n
5.6 Zusammenfassung der empirischen Befunde
II Literaturverzeichnis
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I Einleitung
In meiner Arbeit möchte ich der Frage nachgehen, durch welche Ursachen abweichendes Verhalten in der Schule entsteht. Um die Ursachen abweichenden Verhaltens zu begründen, ist es erforderlich Etikettierungs- und Stigmatisierungsprozesse mit einzubeziehen.
Das Jugendalter ist die Zeit zahlreicher Veränderungen und Einflüsse. Außer der Familie und der Schule wirken vor allem die Peer-Group auf das Verhalten der Jugendlichen ein. Da die Jugendphase geprägt ist durch Suchen, Ausprobieren und Differenzieren, treten dort viele Formen abweichenden Verhaltens auf. Die Verhaltensweisen der Schüler zeigen sich nicht nur in der Familie und in der Clique, sondern auch in der Schule. Schüler die von Etikettierungsprozessen betroffen sind werden als Abweichler angesehen und verhalten sich nicht norm-konform. Das Werteklima der außerschulischen Clique deckt sich nicht mit dem der Schule.
In meiner Arbeit zeigt sich, dass Etikettierungs- und Stigmatisierungsprozesse in der Schule Auswirkungen auf das Gewaltverhalten der Jugendlichen haben.
Um ein besseres Verständnis der gesamten Arbeit zu verschaffen, wird am Anfang eine allgemeine Definition über abweichendes Verhalten und die Begriffe Typisierung, Etikettierung und Stigmatisierung gegeben. Im weiteren Verlauf folgen Typisierungsprozesse in der Schule und empirische Ergebnisse.
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1. Definitionen
1.1 Definition abweichenden Verhaltens/ Devianz
Abweichendes Verhalten wird auch als deviantes Verhalten bezeichnet. Die Definition eines Verhaltens als abweichend richtet sich immer nach bestimmten Normen, die als Maßstab verwendet werden. Normen sind Verhaltenserwartungen der Gesellschaft bzw. des Umfeldes in der man lebt. Sie stellen sozial verbindliche Standards dar, die als Maßstab vorgeben, was „gut“ bzw. „schlecht“ ist. Als norm-konform wird ein Verhalten bezeichnet, wenn die Normen an die Erwartungen einer Gesellschaft angepasst sind, als abweichend wenn diese Normen verletzt werden.
1.2 Definition Typisierung
Typisierung bewertet „dingliche und soziale Phänomene weniger nach ihrer inneren Struktur und Logik (wissenschaftliche Typisierung)“, sondern nach dem Normalitätsprinzip (sozusagen um der Normalität/ Vereinfachung willen). 1 Sie geben an, was gesamtgesellschaftlich als »normal« zu gelten hat. Wer dem zuwiderhandelt, wird als Abweichler stigmatisiert und unterliegt entsprechenden negativen Sanktionen. Typisierungen sind Abstraktionen und Generalisierungen früher selbst erlebter Handlungssituationen, die es erlauben, nachfolgende gleichartige oder ähnliche Handlungssituationen einzuordnen.
1 Vgl. Böhnisch, L. 2001, S.170
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1.3 Definition: Etikettierung
Etikettierung (englisch: labeling) reduziert die Merkmale einer Person auf ein von ihr gezeigtes, durch die Gesellschaft als abweichend angesehenes Verhalten, die negative Zuschreibungen und Stigmatisierung nach sich zieht. Diese Personen werden als Abweichler etikettiert. Etikettierte werden von der Gesellschaft gemieden und sind sozusagen sozial isoliert. Sie nehmen nicht an Gruppengeschehen teil. Sie werden gemäß ihres Etiketts behandelt. Das Umfeld des Etikettierten erwartet weitere Verhaltensweisen, welche als abweichend definiert sind oder werden können.
1.4 Definition Stigmatisierung
Die Stigmatisierung entsteht, indem einer Person tatsächliche oder mögliche Eigenschaften zugeschrieben werden. Charakteristisch für den Stigmatisierungsprozess ist, dass ein vorhandenes Merkmal negativ von der Gesellschaft definiert wird, und dass im folgenden dem Stigmatisierten weitere negative Eigenschaften zugesprochen werden, die mit dem eigentlichen tatsächlichen Merkmal nichts mehr zu tun haben. Die negativen Eigenschaften führen meist zu Diskriminierung. Der Stigmatisierte übernimmt im Regelfal l von selbst die Standards der Gesellschaft, welche als „Normalität“ verinnerlicht sind.
2. Schule als Instanz sozialer Kontrolle
Schule hat eine große Bedeutung in der Jugendphase der Schüler 2 . Schule ist eine legitimierte Institution mit Zwangsmitgliedschaft und schreibt rigide Verhaltensmodelle vor. Sie hat die Aufgabe Verhaltenskonformität zu schaffen. Bezüglich dessen benennt Lothar Böhnisch zwei zentrale Kontrollstile: Unmittelbar punitiv Strafen und Aussschluß
2 Schüler und Schülerinnen werden zur Vereinfachung nur als Schüler angeführt.
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Feride Bayram, 2005, Etikettierung und Stigmatisierung in der Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Typisierungs-, Etikettierungs- und Stigmatisierungsprozesse in der Sch...
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