1. Morpheme lassen sich durch Klassifizierung und Segmentierung identifizieren.
Segmentierung meint dabei die Zerlegung einer Wortbildung in ihre Bestandteile. Diese Bestandteile lassen sich aber nur durch die Kenntnis der Bedeutung ausgliedern. Dabei kann Bedeutung auch eine grammatische Funktion sein. Angewendete Verfahren bei Komposita: Ersatzprobe und Weglassprobe: Bsp. Eisentür-Holztür, Eisentür-Tür, Eisen Die Analyse bleibt jedoch häufig nicht bei Lexemen wie „Eisen“ stehen, sondern kann zu kleineren Einheiten der Wortbildung führen.
Der Zusammenhang von Form und Inhalt ist genau zu analysieren. Zur Veranschaulichung dienen sog. Baumdiagramme.
Probleme bei der Segmentierung: Nicht immer lassen sich alle morphologischen Bestandteile von Wörtern eindeutig durch Segmentierung isolieren. Dies gilt insbesondere für flektierende Sprachen, bei denen manchmal der Wortstamm selbst durch Flexion verändert wird. Es gilt nicht für agglutieniernde Sprachen, bei denen grammatische Funktion eindeutig durch Morpheme realisiert wird, ohne den Stamm zu verändern.
2. Es lassen sich eine Reihe von Morphemtypen unterscheiden.
Es gibt eigenständig auftretende und gebundene Morpheme. Freie Morpheme können als eigenständig auftreten, Bsp. rosa, Teich, / gebundene Morpheme dagegen nicht, Bsp. pfeif-t, ruf-en, Heiter-keit.
Ferner sind zu unterscheiden lexikalische und grammatische Morpheme. Lexikalische Morpheme tragen eine Bedeutung, d. h. sie referieren auf Außersprachliches (rosa, Wunder) Grammatische Morpheme tragen eine grammatische Bedeutung (Flexions- und Derivationsmorpheme wie –t, -en, -bar, -keit. Sie treten nur in Verbindung mit Kernmorphemen auf und stellen eine Beziehung zwischen lexikalischen Morphemen her.
Ferner ist zu unterscheiden zwischen:
- Nullmorphemen: grammatische Bedeutung eines Wortes wird nicht obligatorisch durch ein spezielles Morphem ausgedrückt; Bsp.: Mann, Akk, Sg.
- Leeres Morphem: meint die Existenz von solchen Elementen, die keine Inhaltsebene haben, z. B. Fugenelemente
- Unikale Morpheme: stellen im etymologischen Sinn Reste verloren gegangener Lexeme dar; z. B. Brom-beere, Bräuti-gam
- Zusammengezogene Morpheme; z. B. im (in dem)
- Fremdmorpheme; Transfer von Morphemen von einer Sprache A in Sprache B
- Potentielle Morpheme; Morpheme, die im Inventar einer Sprache vorkommen könnten, weil sie regelkonform sind, die aber noch nicht semantisch besetzt sind; z. B. spurk, aber nicht fpukr
- Freie lexikalische Morpheme; Hund, Haus,
- Freie grammatische Morpheme; ich, du, er sie, wenn, das
- Gebundene lexikalische Morpheme; rechn-, seh-,
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Arbeit zitieren:
Timo Mauelshagen, 2005, Morphologie, München, GRIN Verlag GmbH
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