Inhaltsverzeichnis
Titelblatt
Vorbemerkungen
1 Einleitung
2 Die junge Generation und der Nationalsozialismus
3 Die Entstehung der Hitlerjugend
3.1. Der Aufbau der Hitlerjugend
4 Der Bildungsanspruch der Hitlerjugend
4.1. Methoden der außerschulischen Erziehung
4.2. Der Bildungsanspruch der Schule
4.3. Der Konflikt der Bildungsinstitutionen
5 Zusammenfassung
6 Literaturverzeichnis
2
Vorbemerkungen
Die Entscheidung zur Erarbeitung einer Hausarbeit, mit dem Thema: “Die Hitlerjugend als Element außerschulischer Erziehung im Nationalsozialismus“, traf ich aus mehreren Gründen. Zum einen um deutlich zu machen, dass die Indoktrination der Bevölkerung mit nationalsozialistischem Gedankengut bereits in frühester Kindheit begann und zum anderen um den eigentlichen Zweck der Hitlerjugend klar heraus zu arbeiten. Ziel dieser Arbeit soll es also nicht sein eine bloße Chronologie der geschichtlich bedeutsamsten Ereignisse im Verlauf der Entstehung und Arbeit der HJ zu geben. Vielmehr soll der Focus auf Konflikten zwischen der schulischen und außerschulischen Erziehung liegen. Dieses ist jedoch nicht ohne eine vorrangehende historische Einordnung möglich, welche ich im zweiten Kapitel vornehme.
Darauf aufbauend betrachte ich im folgenden dritten Kapitel die Entstehung, den Aufbau und die wachsende Bedeutung der Hitlerjugend genauer. Im vierten, Kapitel welches zugleich den Schwerpunkt meiner Arbeit darstellt, beleuchte ich die Konflikte, welche sich im Rahmen der außerschulischen Bildung durch die Hitlerjugend im Bezug auf die in der Schule zu vermittelnden Lerninhalte ergeben, genauer. Auch mögliche Konfliktsituationen innerhalb der Familie von Mitgliedern der Hitlerjugend werden hier bearbeitet. Das fünfte und abschließende Kapitel dient mir dazu, die erarbeiteten Punkte zu einem Ganzen zusammenzufassen und eine Aussage darüber zu treffen, inwiefern die Hitlerjugend als Mittel der nationalsozialistischen Erziehung missbraucht beziehungsweise genutzt wurde.
Zur Erarbeitung dienten mir im wesentlichen Werke von WOLFGANG KEIM, HANS CHRISTIAN BRANDENBURG und HEINZ
SCHRECKENBERG, welche somit meine Hauptliteratur darstellen.
3
Die von mir gewählte Arbeitsweise ist die historische - hermeneutische Methode, da ich mein Thema im Wesentlichen anhand von Quellen aufarbeite.
1 Einleitung
Die Zeit um das ausklingende 19. Jahrhundert und das beginnende 20. Jahrhundert bis etwa 1933 wird in der Pädagogischen Geschichte als die Phase der Reformpädagogik beschrieben. Kennzeichnend für diese Phase war die vermeintliche Rückbesinnung auf althergebrachte Werte und Normvorstellungen. Gerade die Neuerungen der Industrialisierung mit ihren Fließbändern und oftmals monotonen Arbeitsabläufen in tristen, grauen Fabrikhallen veranlassten die Bevölkerung in ihrer knapp bemessenen Freizeit ein naturverbundenes Leben zu führen.
So erklären sich die auch heute noch nahezu überall zu findenden Kleingartenvereine, welche zumindest am Wochenende Erholung abseits der Industrie zuließen. Ebenfalls entstanden in dieser Zeit sind die Reformhäuser, Landschulheime oder auch die Frei Körper Kultur Bewegung (FKK). Alles was den Charakter der Natürlichkeit trug war begehrt und gesellschaftlich akzeptiert. So bezogen sich die Angebote der erwähnten Reformhäuser keinesfalls nur auf
Nahrungsergänzungen. Vielmehr war es auch Kleidung welche verkauft wurde. Man hüllte sich in feine Leinen, um so der Natur verbundener und der Freiheit näher zu sein.
In eben diese Zeit fällt die Gründung einer Vielzahl von Jugendbewegungen, welche über das Wandern und das Leben in und mit der Natur versuchten, dieser ein Stück näher zu kommen. Ziel war es abseits der Werkshallen und dem Alltag sein Leben möglichst frei zu gestalten, ohne äußere Zwänge und Vorschriften.
4
Ausdruck findet dieses neue Bewusstsein der Jugend dieser Zeit in der „Meißner Formel“ von 1913. „Die Freideutsche Jugend will ihr Leben vor eigener Verantwortung, nach eigener Bestimmung in innerer Wahrhaftigkeit selber gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein. Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten. Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.“ (Brandenburg 1968,15)
Aus dieser Formel und dem Handeln der Jugendorganisationen lassen sich keinerlei politische Ansprüche ableiten und sie waren seinerzeit auch noch nicht vorhanden.
Enden sollte diese Phase der unpolitisch motivierten Jugend mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Zusammenführung sämtlicher Jugendorganisationen in der Hitlerjugend 1933. Von nun an stand hinter den Bemühungen um die deutsche Jugend sehr wohl ein tieferer politischer Sinn, dem sich viele freiwillig fügten, nahezu alle jedoch letztlich fügen mussten. Dieser Missbrauch endete erst mit dem Krieg 1945 und soll in den folgenden Kapiteln hinreichend betrachtet und beleuchtet werden.
2 Die junge Generation und der Nationalsozialismus
Wie bereits angeführt war die in Verbänden wie „Freideutsche Jugend“ oder „Wandervogel e.V.“ organisierte Jugend gänzlich unpolitisch. Eine antibürgerliche Orientierung lässt sich trotz alledem nicht verleugnen, jedoch waren die althergebrachten Institutionen wie Elternhaus, Schule oder Kirche in ihrer Machtstellung unangefochten und so gab man sich mit dem Erwandern der deutschen Heimat zufrieden. „Diese Jugend war wohl antibürgerlich, doch vermochte sie nicht, die Grenzen des Bürgertums zu überschreiten und die Nöte des jungen Proletariats als ihre eigenen Nöte zu sehen.“ (Brandenburg 1968,15)
5
Es genügte sich einen Lebensraum zu gestalten, welcher sich unterschied von dem in der Wilhelminischen Epoche. Schon kurze Zeit später sollte der erste Weltkrieg diese Jugend zwingen ihre vermeintliche Individualität und errungene Freiheit aufzugeben. Uniformiert und durch das gleiche Schicksal zusammengeführt entstand über die Kriegsjahre ein Zusammengehörigkeitsgefühl auch mit den vorher verachteten Anhängern der Arbeiterbewegung.
Diese Zusammengehörigkeit und das Wissen um das gemeinsam erlebte trugen nach dem Kriegsende die heimkehrenden Soldaten ins gesamte Land. Es entstand ein nationaler Sozialismus, ein Ideal des Teilens und gegenseitigen Helfens, welches nun schnell die breite Masse der Bevölkerung erreichte. Waren die Jugendbewegungen ehemals einigen Wenigen vorbehalten, so bildeten sich nun allerorts Jugendorganisationen, die den Geist der heimkehrenden Soldaten aufnahmen und ihn fortführten. So entstanden aktive
Jungmannschaften wie die „Jungsozialisten“, „Jungdemokraten“ oder „Jungevangelische“. Bestehende Jugendverbände zerfielen und es entstand eine Vielzahl neuer Organisationen wie der „Jungdeutsche Bund“, die „Böhmerland - Bewegung“, die „Neupfadfinder“ oder die „sozialistische Arbeiterjugend“.
Trotz der Masse der Organisationen war eines allen gemein, die Ablehnung alles „Alten“. Diese Generation der Kriegsheimkehrer die sich nun im eigenen Land, im bürgerlichen Leben, in einer von Putschen und politischen Attentaten geprägten Zeit nicht mehr
zurechtfand, begehrte mehr und mehr auf. Ein Versäumnis der Weimarer Republik die es nicht schaffte diese entwurzelte Generation für sich zu gewinnen.
So waren es nun immer häufiger die Widersacher der Republik die versuchten die Jugend für sich einzunehmen, um so ein Gegengewicht zu den sozialistischen und kommunistischen Jugendverbänden zu schaffen. In dieser Zeit entstand erstmals die Idee sämtliche
6
Arbeit zitieren:
Sebastian Schlör, 2003, Die Hitlerjugend als Element außerschulischer Erziehung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Hitlerjugend / Erziehung und Pädagogik innerhalb der Kinder- und J...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 14 Seiten
EXEGESE ZU AMOS 4,4-13 „Verweigerung der Umkehr oder Chance zur Umkehr...
Theologie - Biblische Theologie
Quellenexegese, 19 Seiten
Der Wie-Vergleich - Eine alltägliche Metapher
Referat (Ausarbeitung), 18 Seiten
Thomas Hobbes, Leviathan - Vom Naturzustand zum starken Staat
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 19 Seiten
Ausgrenzung im Frankreich der V. Republik am Beispiel der Maghrebiner
Romanistik - Französisch - Landeskunde / Kultur
Hausarbeit, 27 Seiten
Die aktuelle Bildungsbeteiligungssituation und der Schulerfolg von Sch...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 96 Seiten
Erzieherverhalten in Internaten
Welche pädagogischen Konzepte ...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Diskriminierung und Rassismus ausländischer Mitbürger in deutschen Sch...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Rechtsgrundlage und ethische D...
Seminararbeit, 19 Seiten
Die Erziehung der Knaben im klassischen Sparta
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Die Bedeutung und Funktion von Bildern im Geschichtsunterricht
Seminararbeit, 19 Seiten
Aussagen des Neuen Testaments über die Rolle der Frau
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Mythos Sparta in der frühen Neuzeit
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 25 Seiten
Sebastian Schlör hat den Text Die Hitlerjugend als Element außerschulischer Erziehung im Nationalsozialismus veröffentlicht
Sebastian Schlör hat einen neuen Text hochgeladen
Außerschulische politische Bildung als Werkstatt der Demokratie
50 Jahre Arbeitskreis deutsche...
Bernd Faulenbach, Franz-Josef Jelich, Ingeborg Pistohl
Außerschulische Bildung für innerschulische Demokratie
SV-Arbeit als Schwerpunkt auße...
Ulrike Leikhof
Die Hitlerjugend und ihr Selbstverständnis im Spiegel ihrer Aufgabenge...
STudienausgabe
Jutta Rüdiger
0 Kommentare