Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
Seminar: Geschlechtsspezifische
5. Fachsemester
Frauen im Hochleistungssport
von: Sybille Kaisers
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Allgemeine Theorie der Geschlechtersozialisation 4
3. Einflussfaktoren für die Mädchen im Sport 5
3.1 Einflussfaktoren der Kindheit 5
3.2 Der Einflussfaktor Familie 7
4. „Doing Gender“ im Leistungssport 9
4.1 Geschlecht und Körper 10
4.2 Das Geschlechtkonstrukt 11
4.3 Frauen in Männersportarten 12
5. Interview
5.1 Erste Berührungspunkte mit dem Sport 14
5.2 Das soziale Umfeld der Spielerinnen 15
5.3 Das Körpergefühl 16
6. Auswertung des Interviews und Fazit 17
7. Literaturverzeichnis 18
Anlagen (Interviewfragen)
1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit lautet: Frauen im Leistungssport. Es ist in der heutigen Zeit immer noch so, dass ein gewisses Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen im Hochleistungssport vorliegt. Denn trotz der Zunahme von Mädchen und Frauen im Sport, auch in männlich dominierte Sportarten und in Mannschaftssportarten, gibt es im Spitzensport immer noch viel mehr Männer als Frauen. Dies liegt sicherlich daran, dass Männer mehr Geld mit Sport verdienen können, mehr gefördert werden durch den Verein und den Sponsoren. Aber auch daran, dass Männer im Sport besser akzeptiert werden. In dieser Hausarbeit möchte ich gerne Gründe und Antworten auf dieses Ungleichgewicht finden. Wieso haben es Frauen im Sport oft schwerer als Männer? Wieso werden Männer als Sportler und auch als Spitzensportler in der Gesellschaft eher akzeptiert und unterstützt. Aber vor allem, wieso gibt es noch genug Frauen, die dieser gesellschaftlichen Ordnung strotzen und sich in männlich dominierten Sportarten gerne durchbeißen?
Inwiefern die familiären Umgebung und der Sport in früher Kindheit sich auf die spätere Leistungssportkarriere der Frauen Einfluss nehmen wird im dritten Kapitel gesondert geklärt. Ebenso wichtig ist die geschlechtsspezifische Entwicklung der Frauen. Welche Rolle spielt der Sport bei der Identitätsfindung, vor allem bei Sportarten, die von Männern durchgeführt werden, oder die von der Gesellschaft als besonders weiblich oder männlich angesehen werden. Haben sportliche Frauen es etwa schwerer eine Geschlechtsidentität zu finden? Zum Abschluss der Arbeit führe ich ein Interview mit Leistungssportlerinnen in einer männerdominierten Sportart, damit die vorausgestellten Fragen auch anhand persönlicher Erfahrung beantwortet werden können.
2. Allgemeine Theorie der Geschlechtersozialisation
Unter Sozialisation versteht man die Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Interdependenz der umweltbedingten Einflüsse. Das bedeutet, dass das gesamte Umfeld eines Individuums Einfluss darauf hat wie sich eine Mensch entwickelt. Zum handlungsfähigen Subjekt wird man jedoch nicht nur durch die reine wechselseitige Abhängigkeit, sondern erst durch die „prozesshafte, produktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher, sozialer und materieller Umwelt“1. Die Sozialisation eines Subjekts zu diesem handlungskompetenten Menschen findet auf vier verschiedenen Ebenen statt, die wiederum in einem interdependenten Verhältnis zueinander stehen.
Auf der ersten Ebene steht die Gesellschaft. Hierzu gehört das gesamtgesellschaftliche System mit der Politik, der Wirtschaft, der sozialen Struktur etc. Auf der zweiten Ebene steht die Institution. Hierzu zählen jene Institutionen, die man als Mensch Tag für Tag besucht. Z. B. Kindergärten, Schulen, Universitäten, Sportverein etc. Als dritte Ebene folgt die Interaktion. Das sind natürlich die Familien, die Freunde, die Bekannten, die Peer- Groups u.ä. Auf der vierten Ebene steht dann das Individuum. Der Mensch selbst mit seinen Gefühlen, seinem Wissen, seiner Einstellung usw. Wie oben bereits erwähnt haben diese vier Ebenen nicht nur großen Einfluss auf die Entwicklung des Subjekts, sondern sind auch untereinander voneinander abhängig. Die Politik bestimmt was in den Schulen passiert, die Wirtschaft kann sich auf die familiäre Situation auswirken oder ähnliches. Nun spielen die oben genannten Einflussfaktoren eine große Rolle bei der Sozialisation. Aber auch bei dem Erwerb von geschlechtstypischen Verhaltensweisen sind sie natürlich von großer Bedeutung. Da man als Kind in einem „kulturellen System der Zweigeschlechtlichkeit“2 aufwächst bekommt man natürlich automatisch geschlechtsbezogene Verhaltensmuster aufgezwängt. Es werden demnach Erwartungen an einen gestellt die man so als Junge und so als Mädchen zu erfüllen hat. Und genau diese Erwartungen bekommen Sportlerinnen ganz besonders, auch schon in früher Kindheit, wie man in den folgenden Kapiteln sieht, zu spüren.
3. Einflussfaktoren für die Mädchen im Sport
[...]
1 Süßenbach, Jessica: Mädchen im Sportspiel. Hamburg: Czwalina Verlag. 2004. S.20 (Kinder – Jugend – Sport – Sozialforschung. Bd. 3)
2 Ebd. S. 24
Arbeit zitieren:
Sybille Kaisers, 2004, Frauen im Hochleistungssport, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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