II
MEDIENBERICHTERSTATTUNG UND MEDIENKRITIK IN DER TÄGLICHEN BOULEVARDPRESSE
Gliederung
Gliederung. I
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung. 1
1.2 Gang der Untersuchung. 1
2 Theoretische Grundlagen 2
2.1 Boulevardpresse 2
2.2 Rahmenbedingungen des Medienjournalismus in Boulevardmedien. 2
2.3 Aufgaben und Ziele der Medienkritik und des Medienjournalismus. 3
3 Hauptteil - Fallstudien. 7
3.1 Vorgehensweise 7
3.2 BILD. 8
3.2.1 Kurzportrait 8
3.2.2 Medienjournalismus 9
3.2.2.1 Medienakteure 11
3.2.2.2 TV. 14
3.2.2.3 Kino 16
3.2.3 Kurz-Fazit. 16
3.3 BZ 17
3.3.1 Kurzportrait 17
3.3.2 Medienjournalismus 17
3.3.2.1 Medienakteure 19
3.3.2.2 TV. 21
3.3.2.3 Kino 22
3.3.3 Kurz-Fazit. 22
3.4 Hamburger Morgenpost 23
3.4.1 Kurzportrait 23
III
MEDIENBERICHTERSTATTUNG UND MEDIENKRITIK IN DER TÄGLICHEN BOULEVARDPRESSE
3.4.2 Medienjournalismus 23
3.4.2.1 Medienakteure 24
3.4.2.2 TV. 24
3.4.2.3 Radio 25
3.4.2.4 Kino 25
3.4.3 Kurz-Fazit. 25
3.5 EXPRESS. 26
3.5.1 Kurzportrait 26
3.5.2 Medienjournalismus 27
3.5.2.1 Medienakteure 27
3.5.2.2 TV. 28
3.5.2.3 Radio 29
3.5.2.4 Kino 29
3.5.3 Kurz-Fazit. 30
4 Fazit 30
5 Quellenverzeichnis 33
MEDIENBERICHTERSTATTUNG UND MEDIENKRITIK IN DER TÄGLICHEN BOULEVARDPRESSE
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
„Das Alltagsleben (...) wird von einem Nexus unterschiedlicher, aber einander beeinflussender Medien durchdrungen (Tageszeitungen, Magazinpresse, Regenbogenillustrierte, Plakatwerbung, Kino, Rundfunk, öffentlich-rechtlich und privat, Video, Comics etc.). Eine Analyse dieses Nexus findet - man kann sagen: fast ohne Ausnahme - in (...) Tageszeitungen nicht statt. Stattdessen singen die Medienanalytiker ebenso konstant wie berechtigt und erfolglos das Lied von der Misere der Medienkritik.“
Diese Feststellung traf Herbert Heinzelmann 1988 (vgl. Heinzelmann 1988, S. 87). Doch wie steht es um den Stellenwert von Medienjournalismus heute? Besteht die „Misere der Medienkritik“ immer noch?
Die Medien als „Vierte Gewalt“ haben eine wichtige Funktion im Staat - gerade deshalb ist die Medienwelt ein Objekt, das kontinuierlich beobachtet und analysiert werden sollte. Somit kommt dem Medienjournalismus als „Kontrolleur“ der Medien ebenfalls ein bedeutender Aufgabenbereich zu. Medienpolitik, Medienwirtschaft und Medienkritik sind wichtige Themen, die alle Menschen - gleich welchen Bildungsstandes, welcher sozialen Herkunft, welcher Lesegewohnheiten - betreffen. Deshalb müsste sie nicht nur in den so genannten Qualitätszeitungen, sondern auch in den Boulevardmedien zu finden sein. Nur wenn die Leser über die Hintergründe der Medienwelt aufgeklärt sind, ist die Medienberichterstattung für sie transparent, und Entgleisungen, wie Cross-Promotion aus wirtschaftlichem Interesse eines Verlages, werden auch als solche wahrgenommen.
In dieser Arbeit soll daher der Frage nachgegangen werden, welchen Stellenwert Medienjournalismus und Medienkritik in den täglich erscheinenden Boulevardzeitungen haben, und was die Gegenstände und Ziele der Berichterstattung sind. Daraus abgeleitet soll festgestellt werden, ob von einer umfassenden, informativen Medienberichterstattung in den Boulevardmedien gesprochen werden kann.
1.2 Gang der Untersuchung
Nachdem die Problemstellung skizziert wurde, soll in Abschnitt 2 zunächst die theoretische Grundlegung erfolgen. Zunächst wird der Begriff der „Boulevardpresse“ definiert, um dann die Rahmenbedingungen des Medienjournalismus in der Boulevard-
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Tagespresse einzugehen. Schließlich werden die Aufgaben und Ziele des Medienjournalismus und der Medienkritik dargestellt.
Kapitel 3 beinhaltet den praxisbezogenen Teil: Vier Titel aus dem Bereich der Tageszeitungen mit Boulevard-Charakter werden in Hinblick auf die medienjournalistischen und medienkritischen Beiträge untersucht. Dabei wird nach den einzelnen Themengebieten Medienakteure, TV, Radio, Kino differenziert.
Am Schluss steht ein Fazit in Kapitel 4, das die Ergebnisse der Analyse zusammenfassend betrachtet und ein kritisches Resümee zieht.
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Boulevardpresse Definition:
„jene Periodika, die vorwiegend auf der Strasse zum Verkauf angeboten werden, eine betont populär sensationelle Aufmachung (Balkenüberschriften, großflächige Fotos, etc.) haben, den Leser durch schockierende Stories ansprechen wollen und sich häufig sehr bewusst einer sehr direkten Ausdrucksweise bedienen, die nicht selten die Vulgärsprache zu übertreffen sucht, um Neugier, Sensationshunger und Nervenkitzel einer bei der Lektüre kaum verharrenden Leserschaft permanent zu wecken und zu befriedigen.“
(dtv-Wörterbuch zur Publizistik)
Erstmals sind Boulevardzeitungen in Frankreich, den USA und England entstanden. In Deutschland tauchen sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Voraussetzungen hierfür ist die Entwicklung der Herstellungstechnik zur möglichst billigen Produktion großer Auflagen. Die Boulevardblätter können (meist) nicht im Abonnement bezogen werden und finanzieren sich hauptsächlich durch Anzeigen. Daher sind sie von einer täglich neu zu treffenden Kaufentscheidung abhängig und müssen sich ihre Leser immer wieder neu erkämpfen. Für Medienthemen gibt es in vielen Redaktionen keine klaren Zuständigkeiten und der Programmteil bzw. die Fernsehkritik wird durch Zeitno t und Platzmangel beeinflusst.
2.2 Rahmenbedingungen des Medienjournalismus in
Boulevardmedien
Die journalistischen Standards wie größtmögliche Objektivität, investigative, gründliche Recherche, oder die Wahrung gewisser ethischer Grundsätze fallen in der Boulevard-
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presse meist, oder ganz vom Tisch. Vielmehr kennzeichnet sich der Inhalt durch Sensationalismus, Negativismus und Emotionalität. Sensationen, die starke Reize der Sinneswahrnehmung, Erregungen des Gefühls sind, werden häufiger künstlich produziert indem der schwache Kontrast eines beliebigen Vorgangs zur Alltagswelt verschärft wird. So entsteht die „Rhetorik der Angst“ (Hans M. Kepplinger), die gewissermaßen eingebrannt wird durch starke Bilder. Damit kommen wir zu einem weiteren Kennzeichen der Boulevardpresse: Viele Fotos und große Überschriften. Man wählt, um den Sensationseffekt zu erzielen, Begriffe, Namen und Symbole, die mit der fraglichen Sache unlösbar verknüpft werden, die möglichst intensive Vorstellungen wecken und möglichst starke, erschütternde Bildeindrücke oder Bildassoziationen hervorrufen. Außerdem weicht die Informationsfunktion oft vor der Unterhaltungsfunktion in diesem Medium. Dies wird durch eine „buntere“ Themenwahl und eine Zunahme von Servicerubriken bezweckt. Der erzählende Sprachstil ist durch eine dominante, individuelle Sichtweise in der Darstellung der Themen geprägt und kommt der Umgangssprache sehr nahe. Die so genannten „Soft-News“ betonen stark den persönlichen Hintergrund und bedienen sich oft fragwürdiger Quellen, gar Gerüchte.
2.3 Aufgaben und Ziele der Medienkritik und des
Medienjournalismus
Die Medienentwicklung ist stets anderen Parametern gefolgt als denjenigen, die die Medienkritik ihr nahe legte, technischen und ökonomischen vor allen. Spätestens mit der Indus trialisierung von Medienproduktion und Medienvertrieb wurden Technik und Kommerz zu bestimmenden Faktoren. In den letzten Jahren hat sich der Trend zur Annäherung der „seriösen“ Presse an die Boulevardpresse und zur allgemeine Orientierung am Fernsehen entwickelt: Die so genannte Boulevardisierung. In diesem Fall könnte laut Renger „die öffentliche Aufgabe der Medien (...) zur Dienstleistung an der Öffentlichkeit werden“ (Renger 2000). Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, wo bleibt die Medienkritik? Diese Frage impliziert zwei Unterstellungen. Einerseits, dass diese öffentliche Kritik notwendig ist und zum andererseits, dass sie nicht vorhanden ist.
Die Rede ist von jener Kritik, die keine Rücksicht auf eigene Vorteile nimmt, auf einseit ig favorisierte Sonderinteressen, auf die Empfindlichkeiten von Medienakteuren oder auf parteiische Rückendeckung. Anders gesagt, Medienkritik sollte unabhängig, unparteilich, sachlich, fair und objektiv sein und dazu dienen, Fehlentwicklungen vor- zubeugen, indem die Ansprüche von Öffentlichkeit, Aufklärung und Emanzipation in
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den Medien gewahrt werden. Der öffentliche Auftrag der Medien soll durch eine funktionsfähige Medienkritik gefördert werden. In diesem Sinne findet Medienkritik nur noch als eine Randerscheinung statt und wird zum Begleitphänomen der Explosion der Medientechnologien, den sich globalisierenden Strukturen in der Medienwirtschaft. Funktional - wie sie es auch in der früheren Geschichte schon nicht war - ist sie demnach nicht. Diese Tatsache mündet in eine Kritik der Kritik. Im Einzelnen ist zu fragen:
• nach den Typen der möglichen sowie nach den Erscheinungsformen der tatsächlich vorfindbaren Medienkritik,
• nach den Gründen, warum de facto Medienkritik hierzulande so belanglos ist, und
• nach der Realisierbarkeit einer in der Tat objektiven Medienkritik, die das Publikum zu einem wohlerwogenen, differenzierten Gebrauch der Medien anleitet.
Als erstes soll eine ausführliche Bestandsaufnahme typisierend aufzeigen, wie diese Medienkritik beschaffen ist, und nur beschaffen sein kann. Je nach der Orientierung an subjektiven oder objektiven Leitkriterien muss und kann man grob zwischen einer subjektiven Medienkritik und einer objektiven Medienkritik unterscheiden. Das zweite konstitutive Merkmal für eine Typologie der Medienkritik ist die Stellung des Kritikers zum Mediensystem oder, noch allgemeiner zum Vermittlungssystem. Auch hier sind letzten Endes nur zwei mögliche Unterscheidungen möglich. Der Kritiker gehört entweder in professioneller, publizistischer Funktion selbst dem Vermittlungssystem an, oder er kommt aus der Reihe der gesellschaftlichen Kommunikationsinteressenten. Kombiniert man nun diese beiden Alternativen kommt man zu den folgenden vier Typen der Medienkritik (vgl. Löffelholz 1993, 35):
• die (publizistische) Selbstkritik (Kritiker stammt aus dem Vermittlungssystem und orientiert sich an subjektiven Kriterien)
• die (publizistische) Standeskritik (Kritiker stammt aus dem Vermittlungssystem und orientiert sich anhand objektiver - mit Geltungsanspruch ausgestatteter -Standesregeln)
• die Interessenten-Kritik (Kritiker stammt aus Kommunikationssystem und misst anhand subjektiver Urteile und Meinungen)
Arbeit zitieren:
2005, Medienberichterstattung und Medienkritik in der täglichen Boulevardpresse, München, GRIN Verlag GmbH
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