Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis. II
Anhangsverzeichnis II
1. Einführung 1
2. Abgrenzung des Begriffs der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. 1
3. Merkmale der internationalen Wettbewerbsfähigkeit 2
3.1 Gütermarktbezogene Indikatoren oder Indikatoren der „ability to sell“ 3
3.1.1 Der Saldo der Leistungsbilanz. 3
3.1.2 Preisliche Indikatoren. 4
3.1.3 Weltmarktanteile am Handel 5
3.2 Standortwettbewerb und Attrahierungsfähigkeit 6
3.2.1 Standortfaktoren 7
3.2.2 Saldo der Direktinvestitionen. 7
3.3 Technologische Wettbewerbsfähigkeit. 8
3.3.1 Technologische Leistungsfähigkeit 9
3.3.2 Input- und outputorientierte Indikatoren 9
3.4 Ausgewählte Globalindikatoren 11
4. Ausgewählte Indikatoren am Beispiel Deutschlands 12
5. Schlussfolgerung. 13
Anhang. III
Literaturverzeichnis V
I
Abkürzungsverzeichnis
BIP -Bruttoinlandsprodukt DI -Direktinvestition(en) DIW -Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung F&E -Forschung und Entwicklung GCR -Global Competitiveness Report IMD -Institute for Management Development ISI -Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung LB -Le istungsbilanz RCA -Revealed-Comparative-Advantage RPA -Relativer Patent-Anteil ToT -Terms of Trade WCY -World Competitiveness Yearbook WEF -World Economic Forum
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Technologische Wettbewerbsfähigkeit Anhang 2: Zusammenhang der Globalindikatoren von IMD und WEF Anhang 3: Erfolgsindex Anhang 4: Aktivitätsindex
II
1. Einführung
Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Begriff der „Internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften“ genauer zu beleuchten und einen Überblick über die vorhandenen Messkonzepte und ihre Aussagefähigkeit zu geben. Kaum ein anderes Thema zieht sich seit beginn der 1960er Jahre durch die wissenschaftliche Diskussion wie das der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften. 1
Die Diskussion fand damals ihren Ursprung in einer Forschungs- und Technologielücke europäischer Länder gegenüber den USA. 2 Bis heute gibt es keinen eindeutigen Konsens in der Wissenschaft, was eigentlich internationale Wettbewerbsfähigkeit ist und wie man sie spezifizieren und messen kann. Eine Ausweitung der Diskussion zu diesem Thema konnte ab Mitte der 1980er Jahre im Rahmen der zunehmenden Globalisierung festgestellt werden. So sind allein in der Zeit von 1985 bis 1993 ca. 800 wissenschaftliche Publikatione n zu diesem Thema entstanden. 3
Im Laufe der Jahre haben sich mannigfaltige Messkonzepte herauskristallisiert. Einige von ihnen kommen in der Fachliteratur nur selten zur Erwähnung, auf sie soll daher hier nicht weiter eingegangen werden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen nur die am Häufigsten genannten Konzepte genauer vorgestellt werden. Dazu ist es nötig, den Terminus „Internationale Wettbewerbsfähigkeit“ einzugrenzen, welches im folgenden Kapitel geschieht. Im dritten Teil werden die Merkmale der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften und ihre Indikatoren erläutert und auf ihre Bestands- und Aussagekraft hin untersucht. Daran schließt sich eine Betrachtung von ausgewählten Indikatoren am Beispiel Deutschland s an. Eine Schlussfolgerung folgt in Kapitel fünf.
2. Abgrenzung des Begriffs der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
In diesem Abschnitt soll der Be griff „internationale Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften“ von der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bzw. Branchen abgegrenzt werden. Die Definition der Wettbewerbsfähigkeit eines einzelnen Unternehmens ist unproblematisch. Ein Unternehmen gilt dann als wettbewerbsfähig, wenn es seine Produkte 4 kostengünstiger herstellen kann als in- oder ausländische Konkurrenten, diese auf dem Weltmarkt abset-
1 Vgl.Schüller, Alfred (o. J.), S. 1.
2 Vgl. Fels, Gerhard (1988), S. 135.
3 Vgl. Michel, Joachim (1993).
4 Güter oder Dienstleistungen.
1
zen und dadurch nicht aus dem Markt herauskonkurriert werden kann bzw. auf längere Sicht gesehen ein hohes Realeinkommen erzie lt. 5 Die Wettbewerbsfähigkeit einer Branche hingegen wird häufig mittels der Revealed-Comparative-Advantage-Analyse (RCA-Analyse) bestimmt. Bei diesem Konzept, welches von Balassa entwickelt wurde 6 , wird von der Nettoex-portquote 7 einer Branche die gesamtwirtschaftliche Nettoexportquote subtrahiert und das Ergebnis auf einen Wertebereich von -100 bis +100 normiert. Das normierte Ergebnis stellt dann den RCA-Wert einer Branche dar. 8 Ein positiver Wert zeigt eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit an und drückt die komparativen Vorteile der Branche aus et vice ve rsa. 9
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften wird indes häufig als aggregierte Wettbewerbsfähigkeit von international agierenden Unternehmen oder Branchen ve r-standen. Denn e s hat zwar jede Volkswirtschaft komparative Vorteile, aber eben auch Nachteile, was den Außenhandel nur im Lichte des gegenseitigen Austauschs sinnvoll erscheinen lässt. Deshalb kann eine Volkswirtschaft - im Unterschied zum Unternehmen - nicht gänzlich wettbewerbsunfähig werden, denn zwangsläufig wird eine Volkswirtschaft solche Güter produzieren, bei denen sie komparative Vorteile aufweist und sich ein Tausch gegen andere Güter lohnt. 10 Die Literatur beschränkt sich jedoch weitestgehend auf die Indikator-oder Standortfaktorendiskussion, die Entwicklung einer „Theorie“ der internationalen Wettbewerbsfähigkeit bleibt meist außen vor. 11 Diese Indikatoren sollen im folgenden Abschnitt erörtert werden.
3. Merkmale der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
Wie oben bereits erwähnt, gibt es inzwischen eine Vielzahl von Messkonzepten, zu deren Operationalisierung verschiedene Indikatoren entwickelt wurden. Am häufigsten werden dabei die Konzepte „ability to sell“ (Verkaufs- oder Absatzfähigkeit), „ability to attract“ (Attrahierungsfähigkeit) und „ability to innovate“ (Inno vationsfähigkeit) in der Literatur erwähnt. Der Begriff „ability to sell“ wurde bereits 1962 durch Balassa geprägt. 12 Er hatte jedoch eine engere Auffassung des Begriffs, denn Balassa „untersuchte die Wirkung von nationalen Preis- 5 Vgl.Gries, Thomas/ Hentschel, Claudia (1994), S. 416.
6 Vgl. Balassa, Bela (1965), S. 99ff.
7 Nettoexportquote = Exportüberschuss / (Exporte + Importe).
8 Vgl. Gahlen, Bernhard/ Rahmeyer, Fritz/ Stadler, Manfred (1986), S. 135.
9 Vgl. Wießmeier, Stefan (1998), S. 48.
10 Vgl. Ohr, Renate (1999), S. 51f.
11 Vgl. Köppen, Margit (1998), S. 9.
12 Vgl. Balassa, Bela (1962), S. 29ff.
2
und Kostenänderungen auf die Zahlungsbilanz unter der Bedingung fester Wechselkurse.“ 13 Häufig wird diese Einschränkung in der wissenschaftlichen Literatur nicht beachtet. Eine Darstellung des Konzepts der „ability to sell“ folgt in Kapitel 3.1. Eine erstmalige Erwähnung der „ability to attract“ findet sich - in Analogie zu dem Konzept vo n Balassa - bei Trabold wieder. Die hierzu herangezogenen Indikatoren sind bspw. die Standortfaktoren oder der Saldo der ausländischen Direktinvestitionen (DI) und werden im Kapitel 3.2 vorgestellt. 14 Im Rahmen des immer schneller voranschreitenden technischen Fortschritts hat sich seit 1997 der Begriff der „ability to innovate“ als ein weiteres Messkonzept etabliert, welches im Kapitel 3.3 diskutiert wird. 15 Anschließend werden im Kapitel 3.4 kurz einige Globalindikatoren von verschiedenen Instituten vorgestellt.
3.1 Gütermarktbezogene Indikatoren oder Indikatoren der „ability to sell“
In diesem Abschnitt werden die Indikatoren vorgestellt, die typischerweise in direktem Zusammenhang mit dem Gütermarkt stehen. Unabhängig davon, ob man fixierte oder freie Wechselkurse hat, versteht man hier die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft als die Aggregation der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen. 16 Diese Indikatoren sind also davon abhängig, ob und wie die international agierenden Unternehmen Absatzerfolge erzielen.
3.1.1 Der Saldo der Leistungsbilanz
Die Leistungsbilanz 17 (LB) ist eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Da die Zahlungsbilanz so wie auch ihre Teilbilanzen auf dem Prinzip der doppelten Buchführung beruht, ist diese immer ausgeglichen. Durch Addition der Handels-, Dienstleistungs- und Übertragungsbilanz gelangt man zum LB-Saldo. Den Gegenposten zur LB bildet die Kapitalbilanz. Ex definitione sind die Saldi der Bilanzen stets gleich hoch, so dass die Zahlungsbilanz ausgeglichen ist. D. h. einem LB-Überschuss steht ein Defizit in der Kapitalbilanz gegenüber et vice versa. Den Saldo der LB nun als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft heranzuziehen beruht auf den Gedanken des Merkantilismus, bei dem die Exporte positiv und Importe negativ beurteilt werden. 18 Jedoch muss hinterfragt werden wie es zu dem Saldo der LB kommt. Dieser ist nämlich von einer ganzen Reihe weiterer Faktoren abhängig, z. B. der Konjunktur oder dem Wechselkurs, und nicht nur von der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen
13 Köppen, Margit (1998), S. 9.
14 Vgl. Trabold, Harald (1995), S. 169.
15 Vgl. Ohr, Renate (1999), S. 55.
16 Vgl. Stierle, Michael H. (1998), S. 5.
17 Bestehend aus Handels-, Dienstleistungs- und Übertragungsbilanz.
18 Vgl. Wießmeier, Stefan (1998), S. 42f.
3
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Nils Ewald, 2005, Zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften - Messkonzepte und Aussagekraft, München, GRIN Verlag GmbH
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