Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Hauptteil: Zusammenfassung Seite 3
I. Kapitel Seite 3
II. Kapitel Seite 4
III. Kapitel Seite 6
IV. Kapitel Seite 9
V. Kapitel Seite 10
VI. Kapitel Seite 12
VII. Kapitel Seite 13
VIII. Kapitel Seite 15
Literaturverzeichnis Seite 18
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1. Einleitung
Freuds soziologisches Werk „Das Unbehagen in der Kultur“ beinhaltet acht Kapitel, wobei das erste einige Zeit vor den übrigen Teilen in der Zeitschrift „Psychoanalytische Bewegung“ (1929) veröffentlicht und das fünfte Kapitel als selbständiger Artikel in dieser Zeitschrift im Jahr 1930 abgedruckt wurde. Das komplette Manuskript erschien Ende des Jahres 1929 (Datum des Titelblattes: 1930).
2. Hauptteil: Zusammenfassung
I. Kapitel
Den Anstoß für das in diesem Kapitel behandelte Thema gibt die Kritik des Freundes Romain Rolland an Freuds Schrift „Die Zukunft einer Illusion“, in der Rolland die ursprüngliche Quelle der Religiosität nicht gewürdigt sah, die er als fortdauerndes, bei Millionen Menschen vorauszusetzendes Gefühl von etwas Grenzenlosem, gleichsam „Ozeanischem“ beschreibt. Freud selbst ist dieses Gefühl der unauflösbaren Verbundenheit mit dem Ganzen der Außenwelt fremd.
Um es dennoch zu erklären, versucht er mit Hilfe der Psychoanalyse den genetischen Ursprung dafür zu finden, indem er von der vermeintlich selbständigen, von allem gut abgegrenzten Instanz des Ichs ausgeht. Das Gefühl unseres Selbst scheint uns gesichert, allerdings zeigt die Psychoanalyse, dass die Grenzen des Ichs zum einen nach innen in das unbewusste Es übergehen; zum anderen sind auch die äußeren Grenzlinien schwankend, was aus der Verliebtheit, d.h. dem Wunsch des Ichs nach Einssein mit dem Objekt, sowie aus der Pathologie, in der Zustände beobachtbar sind, in denen die Grenzen zwischen dem Ich und der Außenwelt falsch gezogen werden, hervorgeht. Das Ichgefühl unterliegt also auch Störungen, die Ichgrenzen sind nicht konstant.
Da Freud das Ichgefühl des Erwachsenen nicht als von Anfang an gegeben annimmt, konstruiert er dessen Entwicklung anhand des Säuglings, der noch nicht zwischen seinem Ich und den Objekten der Außenwelt als Reizquellen unterscheidet. Diese Sonderung lernt er aber erstens vor allem durch die Entziehung der begehrten Mutterbrust, die sich als nur zeitweise vorhandenes Objekt von außen dem Ich entgegenstellt. Zweitens tragen die vielfältigen, unvermeidlichen Unlustempfindungen zur Loslösung des Ichs von einem Außen bei, die den Säugling zum Aufheben des Lustprinzips zwingen. Die Unmöglichkeit der Aufrechterhaltung eines reinen Lust-Ichs, von dem er alle Unlustquellen absondert, wird dem Säugling aufgrund von Erfahrungen deutlich. Quellen der Lust können äußere Objekte sein genau-
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so wie Quellen der Unlust sich unabtrennbar vom Ich erweisen. Er lernt, Innerliches und Äußerliches durch Einsetzen des Realitätsprinzips voneinander zu unterscheiden. Da also das ursprüngliche Ich alles enthält und später eine Außenwelt von sich absondert, ist unser heutiges Ichgefühl nur der kleine Rest eines allumfassenden Gefühls der Verbundenheit des Ichs mit der Umwelt. Das primäre Ichgefühl ist also das „Ozeanische“, das im Seelenleben vieler Menschen neben dem heutigen Ichgefühl erhalten geblieben ist. Daran anknüpfend fragt Freud nach dem Recht zur Annahme des Überlebens des Ursprünglichen neben dem Späteren, das sich aus ihm entwickelt hat.
Dazu sucht er nach geeigneten Beispielen für Analogien in der Entwicklung der höheren aus den niedrigen Tierarten, wobei allerdings die Zwischenglieder ausgestorben sind. Des weiteren führt er die historische bauliche Wandlung der Stadt Rom an, um aber zu dem Ergebnis zu kommen, dass die letzte Bauphase nicht neben allen früheren fortbestehen kann. Als letztes wendet sich Freud dem tierischen und menschlichen Leib zu, bei dem sich aber die Erhaltung von früheren Phasen ebenso als unmöglich herausstellt, z.B. lässt sich der Embryo im Erwachsenen nicht nachweisen. Er findet also keine anschauliche Darstellung, die dem Phänomen der Erhaltung im Psychischen gerecht wird. Diese Erhaltung ist Folge einer Entwicklungsspaltung der Triebregungen, ist nur im Seelischen möglich und gründet das ozeanische Gefühl.
Doch nun ergibt sich die Frage nach dem Anspruch dieses Gefühls, als die Quelle der religiösen Bedürfnisse angesehen zu werden. Da ein Gefühl nur dann eine Energiequelle sein kann, wenn es selbst ein starkes Bedürfnis ausdrückt, verliert das „Ozeanische“ seinen Anspruch. Als Grundlage für die Religiosität nennt Freud das Gefühl der infantilen Hilflosigkeit und die daraus erwachsene Vatersehnsucht.
Das ozeanische Gefühl könnte später in Beziehung zur Religion gekommen sein, da sein Vorstellungsinhalt des Verbundenseins mit dem All einer religiösen Tröstung gleichkommt. Zum Abschluss des Kapitels erwähnt Freud einen Bekannten, der auf diese uralten, längst überlagerten Zustände des Seelenlebens mit Hilfe von Yogapraktiken regredieren kann.
II. Kapitel
Anfangs bezieht Freud sich auf seine Schrift „Die Zukunft einer Illusion“, in der es um die Bedeutung der Religion für den einzelnen Menschen geht, die auf der Vorstellung eines allwissenden, den Menschen schützenden und ihm gnädigen Vaters beruht. Da Freud die Religion für wirklichkeitsfremd hält, sucht er nach Alternativen und findet sie in einem
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Spruch Goethes, der die Wissenschaft und die Kunst in ihrem Lebenswert als Religionsersatz würdigt, aber auch deren Gegensätzlichkeit anerkennt.
Er versucht, die Religion in die Reihe dreier Linderungsmittel zu stellen, die uns das schwere, leidvolle Leben erträglicher machen: Die Ablenkung zur Geringschätzung des Leids, zu der die Wissenschaft gehört, die Ersatzbefriedigung zur Leidverringerung, wie z.B. die Illusion schaffende Kunst, und schließlich das auf das Körperliche wirkende Rauschmittel. Zunächst befasst er sich mit der Frage nach dem Zweck des menschlichen Lebens, die vermutlich unsere menschliche Überhebung voraussetzt und die bisher keine befriedigende Antwort bis auf die der Religion erhalten hat.
Im Verhalten der Menschen selbst lässt sich das Streben nach Glück als Lebensinhalt erkennen, das sich aus dem positiven Erreichen starker Lustgefühle und der negativen Vermeidung von Unlust zusammensetzt und somit das Programm des Lustprinzips darstellt. Dies ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da jede Fortdauer von Lust nur „ein Gefühl von lauem Behagen“ 1 verursacht und wir also nur den kurzzeitigen Kontrast intensiv genießen können. Unglück bzw. Leid droht aus mehreren Quellen: vom eigenen Körper her, von den Kräften der Außenwelt und aus den Beziehungen zu anderen Menschen, aus denen das größte Leid hervorgeht.
Unter diesem Druck der Leidensmöglichkeiten reduzieren die Menschen ihr Glücksstreben auf die Leidvermeidung, wie auch das Lustprinzip durch den Einfluss der Außenwelt zum Realitätsprinzip wurde. Ihre Methoden variieren aufgrund verschiedener Unlustquellen und bestehen u.a. im Abbruch menschlicher Beziehungen, in der Abwendung von der Außenwelt, was nur das Glück der Ruhe zum Ziel hat, oder im gemeinsamen Arbeiten am Glück aller. Da wir Leid nur durch gewisse Konstitutionen unseres Organismus’ verspüren, hebt Freud die Methode der auf den Körper wirkenden Intoxikation hervor, da sie uns unmittelbare Lustgefühle verschafft und die Unlustempfänglichkeit betäubt sowie die Flucht aus der Realität in eine eigene Empfindungswelt ermöglicht. Ähnlich wirkende Stoffe gibt es aber auch in unserem eigenen Organismus.
Eine andere Art der Leidverhütung ist die Einwirkung auf die inneren Quellen der Bedürfnisse, die Triebregungen.
Ein von den höheren psychischen Instanzen beherrschtes Triebleben hat bei der Befriedigung der nun gehemmten Triebe im Verhältnis zu der der ungehemmten ein vermindertes Glücksgefühl zur Folge. Dafür wird aber auch das Leid nicht so intensiv verspürt.
1 Alle Zitate nach: Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur. In: Fragen der Gesellschaft, Ursprünge der Religion. Studienausgabe, Bd. 9. Frankfurt/Main 1974.
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Lena Langensiepen, 2003, Zusammenfassung des Freudschen Aufsatzes "Das Unbehagen in der Kultur", Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zu: Das Unbehagen in der Kultur (Sigmund Freud)
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