I N H A L T
1. Einleitung Seite 3
2. Quellen und Autoren
2.1. Marcus Porcius Cato Censorius
2.1.1. Kurzvita Seite 4
2.1.2. Sein Werk „de agri cultura“ Seite 5
2.2. Marcus Terentius Varro
2.2.1. Kurzvita Seite 5
2.2.2. Sein Werk „rerum rusticarum libri tres“ Seite 6
3. Sklavenarbeit bei Cato und Varro
3.1.Historischer Kontext Seite 7
3.2.Slavenarbeit bei Cato Seite 8
3.3.Sklavenarbeit bei Varro Seite 12
4. Zusammenfassung Seite 14
Seite 2
1. Einleitung
Das Schwergewicht der antiken Sklaverei liegt nach Jochen Bleicken „in dem Übergang von der Republik zur Kaiserzeit, nämlich etwa von der Mitte des 2. vorchristlichen bis zur Mitte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts,(...).“ 1
In dieser Arbeit über die Sklavenarbeit möchte ich mich vor allem mit den vorchristlichen Verhältnissen auseinandersetzen. Insbesondere wird es um den landwirtschaftlichen Einsatz von Sklaven gehen, der deutlich von der angenehmeren Sklavenarbeit in der Stadt zu trennen ist. 2
Einen Glücksfall für die Forschung auf diesem Gebiet stellen die Arbeiten von Marcus Porcius Cato Censorius und Marcus Terentius Varro dar. Mit den Werken „de agri cultura“ und „rerum rusticarum“ wollten beide Anleitungen zur landwirtschaftlichen Arbeit liefern, die natürlich Schilderungen zur Sklavensituation implizieren. So spiegelt Catos Werk die Lage der Sklaven und deren Arbeit auf dem Land in der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wider. Varro liefert uns Informationen über die Zustände im 1. Jahrhundert v. Chr.. Mit Hilfe dieser Quellen möchte ich vor allem die Gesamtsituation der Sklaven in den beiden Jahrhunderten beleuchten und dann die vergleichende Frage stellen, welche Tendenzen und Entwicklungen es von Cato zu Varro gegeben hat. Die Vielzahl der Übersetzungen, Kommentare und Interpretationen zu Catos und Varros Werken belegen die historische Bedeutung dieser Autoren und ihrer Literatur. Ich werde in dieser Arbeit mit den neuesten mir bekannten deutschsprachigen Übersetzungen und Kommentaren arbeiten, die jeweils von Dieter Flach stammen. Zu Catos Text stand mir ebenfalls der umfangreiche Kommentar von Paul Thielscher zur Verfügung. Bevor ich im Rahmen dieser Arbeit jedoch auf die eigentliche Thematik eingehen werde, halte ich es bei dieser Quellenarbeit für unerlässlich die beiden Autoren biographisch in der gebotenen Kürze vorzustellen und dann kurz die Charakteristika der uns interessierenden Texte herauszuarbeiten. Für die Rekonstruktion der Lebensläufe Catos und Varros und die Bemerkungen zu deren Werken habe ich in erster Linie den RE, sowie den DNP benutzt. Für Varro war vertiefend zudem eine Darstellung von Burkhard Cardauns hilfreich. Um dann zur eigentlichen Beantwortung der Fragestellung zu kommen, sollen die betreffenden Quellen ebenfalls relativ kurz in ihren historischen Kontext geordnet werden. Den eigentlichen Hauptteil dieser Arbeit bildet dann die Darstellung und Interpretation der Sklavensituation in Catos Werk „de agri cultura“. Dem wird die entsprechende Situation in Varros Text „rerum rusticarum“ vergleichend gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und
1 Bleicken, J. (1995), S. 334f
2e b d a , S . 3 3 4
Seite 3
Entwicklungen erkennen zu können.
Forschungsliteratur zu diesen Quellen und zur römischen Agrargeschichte im allgemeinen gibt es reichlich. Dieter Flach liefert eine umfassende „Bibliographie zur römischen Agrargeschichte“. Neben dieser Bibliographie und den bereits genannten Übersetzungen habe ich mich weiterhin einer umfassenden Übersicht der römischen Agrargeschichte von Dieter Flach bedient. Weitere Literatur, die ich zu Hilfe gezogen habe, stammt von Herman Gummerus, dessen bereits ältere Arbeit von 1906 die Werke der Agrarschriftsteller in erster Linie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. White hat eine englischsprachige umfassendere Agrargeschichte als Flach geschrieben, in der für meine Fragestellung vor allem das Kapitel „Personel and Personal Management“ sehr aufschlussreich war. Allgemeiner als Gummerus setzt sich Heinz Dohr mit den Werken Catos und Varros auseinander.
Als knappe Überblicksdarstellungen zur antiken Sklaverei im allgemeinen schienen mir die Arbeiten von Norbert Brockmeyer und Jochen Bleicken sehr sinnvoll. Letzterer beleuchtet zwar hauptsächlich die Sklavensituation in der Kaiserzeit, stellt aber immer wieder Bezüge zur Zeit der ausgehenden Republik her.
2.1.Marcus Porcius Cato Censorius
2.1.1.Kurzvita
Marcus Porcius Cato, geboren im Jahre 243 v. Chr in Tusculum, wuchs auf dem Gutshof des Vaters im Sabinerland auf, wo er in seiner Jugend zusammen mit den väterlichen Sklaven ständig hart arbeiten musste. Im Jahre 216 oder 217 leistete er seinen ersten Kriegsdienst im Krieg gegen Hannibal. Als „trefflicher Soldat, vorbildlich in Tapferkeit und Ertragen von Strapazen“ 3 wurde er 214 Tribunus Militum in Sizilien. Er machte sich schnell einen Namen in Rom, wurde 204 auf Vorschlag des Valerius als Homo Novus Quaestor, 199 Plebeischer Aedil, 198 Praetor in Sardinien, wo er durch sein Vorgehen gegen Wucherer bekannt wurde. 195 wurde er Konsul, 194 wurde ihm der Triumph bewilligt. 184 wurde er schließlich zum Censor gewählt. Bei der Ausübung dieses Amtes wurde er vor allem durch seine luxusfeindlichen Maßnahmen bei der Feststellung des Census bekannt, obwohl er selber als habgierig und ruhmsüchtig galt. Bis zu seinem Tod im Herbst 149 v. Chr. beteiligte er sich an unzähligen politischen Streitthemen als Redner im Senat, vor der Volksversammlung oder vor Gericht. Seit 183 trägt er den ehrenvollen Beinamen „Censorius“.
3 Plutarchos 1, 8-10; Cornelius Nepos 1, 2. v. Ill. 47, 1
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Biographien wurden von Cornelius Nepos und Plutarchos verfasst.
Neben seiner politischen Karriere stand auch die Literatur im Mittelpunkt Catos Lebens; er gilt noch heute als einer der wichtigsten antiken Schriftsteller. So verfasste er laut Cicero mehr als 150 Reden. Dazu kommen historische und belehrende Schriften. Sein einziges heute erhaltenes Werk lautet „de agri cultura“. 4
2.1.2.Sein Werk „de agri cultura“
Catos Werk „de agri cultura“ ist nicht nur das älteste Lehrbuch über die Landwirtschaft, sondern das älteste Prosawerk der lateinischen Sprache überhaupt. 5 Als solches hat es Herausgebern, Übersetzern und anderen, die sich mit dem Text beschäftigt haben, immer wieder große Probleme bereitet. So gibt es zwar einen ersten gut strukturierten Teil mit einem kurzen Vorwort, ab Kapitel 56 aber präsentiert sich Catos Werk nur noch als lose Aneinanderreihung von verschiedenen Regeln, die sich in unstrukturierter, beinahe chaotischer Form wiederholen und sogar widersprechen. 6 Zur Erklärung dieses Phänomens hat es viele Ansätze gegeben. Am wahrscheinlichsten scheint heute die auch von Paul Thielscher und Dieter Flach vertretene Annahme zu sein, dass Cato bis zu seinem Tode an dem Werk gearbeitet und dabei im Notizbuch-Stil ständig neue Erfahrungswerte hinzugefügt habe ohne alte Aufschreibungen zu streichen. 7
Als Leitfaden zum Betrieb eines Gutshofes spiegelt „de agri cultura“ die landwirtschaftlichen Verhältnisse zu Catos Lebzeiten, besonders der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wider. 8 Catos Quellen dazu sind in erster Linie eigene Erfahrungen und mündliche Mitteilungen von Zeitgenossen, 9 teilweise aber auch griechische Schriftsteller. 10 Inhaltlich behandelt Cato ganz praktisch alle Problem- und Fragestellungen, mit denen sich der Besitzer eines Landgutes zu seiner Zeit auseinanderzusetzen hatte. Seine Anweisungen sollen dem Ziel dienen zu möglichst effizienter und ökonomischer Arbeit anzuleiten. 11
4 RE Halbbd. 43 (1953), S. 108-166
5 Vgl. Thielscher, P. (1963), S. V RE Halbbd. 43 (1953), S. 147f
6 s. dazu RE Halbbd. 43 (1953), 147ff Richter, Will 7ff
7 Vgl. Thielscher, P. (1963), S. 16ff Flach, D. (2005), S. 13
8 Dohr, H. (1965), S. 6
9 Gummerus, H. (1906), S. 17
10 RE Halbbd. 43 (1953), S. 155f
11 Gummerus, H. (1906), S. 20
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Arbeit zitieren:
Dirk Brandes, 2005, Sklavenarbeit bei Cato und Varro, München, GRIN Verlag GmbH
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