Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Die OECD ihre Mitglieder, ihre Aufgaben
2.2 Föderalismus und Zentralismus im Vergleich
2.3 Der Veto-Spieler-Ansatz
2.4 Wirtschaftswachstum föderal dezentralistisch und zentral unitarisch organisierter
OECD -Staaten
2.5 Fazit
3. Schluss
Abstract /Zusammenfassung
Quellenverzeichnis
2
1. Einleitung
Die Optimierung der Wirtschaftsentwicklung ist einer der zentralen Aspekte eines jeden politischen Systems, um eine Sicherung und Steigerung der Qualität, von sozialen und politischen wohlfahrtstaatlichen Standards, zu erreichen.
Anlässlich der aktuellen Wirtschaftsberichte in den Medien, befasse ich mich in meiner Arbeit näher mit dem Wirtschaftswachstum der einzelnen OECD-Staaten. Ich werde einen kurzen Einblick in die Struktur der OECD geben und ihre Aufgaben und Absichten nennen.
Im Verlauf meiner Arbeit nenne ich die Auswirkungen eines föderal organisierten Staatssystems auf das Wirtschaftswachstum eines Landes.
Ich werde zunächst die Begriffe Föderalismus und Zentralismus so eindeutig wie möglich von einander trennen und Mitgliedsstaaten der OECD zuordnen, die eindeutig zuzuordnen sind. Dazu vergleiche ich die OECD-Staaten, die ein föderal dezentralistisches Ordnungsprinzip haben, mit denen, die zentral unitarisch organisiert sind. Die Staaten, die ich zu meinem Vergleich heranziehe müssen die Kriterien 1 erfüllen, einerseits das jeweilige Ordnungsprinzip eindeutig inne zu haben und andererseits ein Land in Europa zu sein. Die Realität zeigt, dass mit den Begriffen Föderalismus und Zentralismus eine beträchtliche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten dieser beiden Staatsorganisationsformen abgedeckt wird.
Ich vergleiche in meiner Ausarbeitung deshalb die beiden Staatsorganisationsformen, die sich in der Klassifikation am weitesten gegenüberstehen und somit die Pole dieser Bandbreite darstellen und sich daher am stärksten von einander unterscheiden. Staaten, die föderal zentralistisch, semi- föderal und dezentral unitarisch organisiert sind, fließen in die Untersuchung nicht ein und werden nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Mit Hilfe des Veto-Spieler-Ansatzes werde ich dann analysieren, wie sich die beiden Staatsorganisationsprinzipien auf den Verlauf des Wirtschaftswachstums in den vier Beispielländern Großbritannien, Griechenland, Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland, auswirken. Über den Staatsorganisationsvergleich werde ich nachweisen, dass föderale Strukturen das Wirtschaftswachstum eines Staates bedeutend hemmen, wohingegen Zentralstaaten ein höheres Wirtschaftswachstum aufgrund ihrer zentralistischen Staatsorganisation aufzeigen.
1 Orientierung an der Quelle Lijphart Patterns of Democracy 1999 Seite 189 Tabelle 10.1 Degrees of federalism
and decentralization in thirty-six democracies, 1945-96
3
2. Hauptteil
2.1 Die OECD; ihre Mitglieder, ihre Aufgaben
Die „Organization for Economic Cooperation and Development “, kurz: OECD 2 , wurde 1961 gegründet und ist die Nachfolgeorganisation der „Organization for European Economic Cooperation“, kurz: OEEC 3 . Die Organisation hat ihren Sitz in Paris.
Zur OECD gehören die ehemaligen OEEC-Mitgliedsstaaten 4 , sowie Neuseeland, Australien, Finnland, Kanada, Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Rat, dem obersten Organ, sind alle Mitgliedsstaaten durch einen Abgeordneten ihres Landes vertreten. Jedes der 24 Ratsmitglieder hat eine Stimme. Durch den Rat werden der Präsident und zwei Vizepräsidenten für jeweils ein Jahr bestimmt, sowie ein Generalsekretär für eine Amtsperiode von fünf Jahren ernannt.
Ferner verfügt die OECD über ein Internationales Sekretariat und über einen Exekutiv-Ausschuss.
Die Aufgaben der OECD umfassen die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums aller Mitgliedsstaaten, die Koordinierung ihrer Wirtschaftspolitik, sowie die Liberalisierung und Ausweitung des Außenhandels. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der O ECD ist die Umsetzung einer gemeinsamen Entwicklungshilfe. Die O ECD möchte eine optimale Entwicklung der Wirtschaft in ihren Mitgliedsstaaten erreiche n. Dazu dient ihr vor allem der Kontrollbericht über die wirtschaftliche Situa tion in den 24 Mitgliedsstaaten. Die Organisation macht es sich zur Aufgabe, eine Vielzahl von Politikfeldern, die die wirtschaftliche Leistung in einem Land beeinflussen, zu analysieren und zu beurteilen. Inne rhalb der OECD gibt es eine Aufteilung der Arbeitsbereiche, für dessen Verwirklichung diverse Ausschüsse, wie beispielsweise die Ausschüsse für Finanzen, für Handel, für Wirtschafts- und Energiepolitik, für Wissenschafts- und Technologiepolitik und für Ent wicklungshilfe, sorgen.
Die Wirtschaftsbewertungen der OECD genießen international eine hohe Anerkennung.
2 OECD: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OSZE
3 OEEC: Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit; Europäischer Wirtschaftsrat, der 1948,
mit dem Zusammenschluss von zunächst 16 europäischen Staaten, entstand
4 OEEC-Mitgliedsstaaten sind Belgien, BR Deutschland, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien,
Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz,
Spanien, Türkei
4
2.2 Föderalismus und Zentralismus im Vergleich
Föderalismus bezeichnet das „…Ordnungsprinzip des politischen Systems…“ (Wentzel/Wentzel; 2000: 53), das unter einer gemeinsamen Regierung geführt wird, wobei jeder Gliedstaat durch eine eigene Verwaltung geführt wird.
Der Duale Föderalismus ist das Idealbild und jedes föderale System ist ständig bemüht, dieses nicht real existierende Ordnungsprinzip bestmöglich zu verwirklichen. Der Duale Föderalismus zeichnet sich durch sein Trennsystem, d.h. die „…Trennung beider staatlichen Ebenen…“ (Laufer/Münch; 2003: 15) in Zentralstaat und Gliedstaaten, aus. Es herrscht eine finanzielle Unabhängigkeit der Gliedstaaten gegenüber anderen Gliedstaaten und dem Zentralstaat.
In der Praxis jedoch hat jeder Föderalismus ein gewisses Maß an Unitarismus 5 . Dessen „…grundlegendes Merkmal…“ es ist, dass die Glieder „…einerseits eigenständig…und andererseits gleichzeit ig miteinander in enger Verbindung…“ (Laufer/Münch; 2003: 15) stehen, mit der Beabsichtigung, dass der Zentralstaat gegenüber den Gliedstaaten schwächer wird.
Das föderale System bewegt sich stets zwischen den beiden Extremen Einheit und Vielfalt, woraus die unterschiedlichen Erscheinungsformen in den einzelnen föderativen Staaten, resultieren. Während beispielsweise das föderale System der Schweiz darauf ausgerichtet ist eine soziale Pluralität zu schaffen, um eine Vielfalt an Lebens verhältnissen hervorzub ringen, ist der bundesdeutsche Föderalismus am Abbau der innerstaatlichen Disparitäten interessiert und will stets eine Annäherung der Lebensverhältnisse erzielen. Föderalismus ist somit ein sich „...ständig in Entwicklung befindlicher Prozess…“ (Laufer/Münch; 2003: 26). Dieses dezentralisierte System verteilt seine Aufgaben und Autoritäten und bewirkt somit die „…Aufteilung politischer Entscheidungsgewalt…“ (Wentzel/Wentzel; 2000: 53) im Staat. Beim Zentralismus ist dies nicht der Fall.
Hier organisiert der Staat, indem er alle politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse von einer „Zentrale“ aus steuert. Es ist das Streben nach einem möglichst einheitlichen Staatsaufbau mit einer klar strukturierten Hierarchie von oben nach unten. Es handelt sich dabei um ein Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen den staatlichen Ebenen, mit dem eine einheitliche Problemlösung angestrebt wird. Aufgaben und Probleme werden gelöst,
5 Unitarismus: ist die Art und Weise, wie Bund- und Landespolitik miteinander verbunden sind und beschreibt
Arbeit zitieren:
Paul Schneider, 2004, Die Auswirkungen eines föderal organisierten Staatssystems auf das Wirtschaftswachstum eines Landes, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Wohlfahrtsstaatstypologie Gosta Esping-Andersens am Beispiel weste...
Sozialpolitische Maßnahmen, hi...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Rock'n'Roll vs. Lipsi - the Influence of American Popular Cult...
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Das Hamburger Modell der lehrtheoretischen Didaktik
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Entstehung des Gemeinwesens in Aristoteles Politik und Rousseaus Disku...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 21 Seiten
Das Regierungssystem Großbritanniens
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Hausarbeit, 18 Seiten
Zum Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Großbritannien und Indien: Zwei politische Systeme im Vergleich
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Seminararbeit, 19 Seiten
Analyse und Vergleich politischer Systeme: Das Beispiel USA und Bundes...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit, 14 Seiten
Können in Zeiten der Globalisierung die Staaten noch autonome Politik ...
VWL - Makroökonomie, allgemein
Hausarbeit, 16 Seiten
Wohnungsleerstände in Ostdeutschland
Räumliche Schwerpunkte und Aus...
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Paul Schneider hat den Text Die Auswirkungen eines föderal organisierten Staatssystems auf das Wirtschaftswachstum eines Landes veröffentlicht
Paul Schneider hat einen neuen Text hochgeladen
Die Auswirkungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs auf ...
Olaf Scholz, Ulrich Becker
Auswirkungen verschiedener Arbeitszeitmodelle im ärztlichen Dienst auf...
Kirstin von Trotha
Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen der Europäischen Zentralbank au...
Eine empirische Untersuchung a...
Dominik Faber
Die Auswirkungen von Outsourcing im IT-Bereich auf unternehmerische un...
Eine empirische Analyse mittel...
Daniela Eschlbeck
0 Kommentare