Inhaltsangabe:
I. Einleitung 1
II. Vom Ringwall zur hochmittelalterlichen Burg 2
1. Übersicht: von den Anfängen bis zum Mittelalter 2
2. Burgtypen: vom slawischen Ringwall zur Turmhügelburg 2
3. Zwei Beispiele: strategische Anlage und Funktion 6
4. Überblick: historische Hintergründe zum Burgenbau
in Schleswig-Holstein 7
III. Fazit 10
Literaturverzeichnis 10
1
I. Einleitung
Ich beschäftige mich in dieser Hausarbeit mit dem Thema „Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein“.
Mir war bis zur Auswahl dieser Thematik nie bewusst, dass in Schleswig-Holstein eine nicht unerhebliche Anzahl an Burgen vorhanden war. Nach neueren archäologischen Erkenntnissen existierten rund 400 1 , die im Laufe des Mittelalters erbaut wurden. Diese stattliche Anzahl an Burgen ist innerhalb eines Zeitraumes von etwa 700 Jahren entstanden. Das Spektrum reicht von den frühen Ringwallburgen der Slawen und Sachsen ab dem 8. Jahrhundert bis zu den spätmittelalterlichen Turmhügelburgen.
Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich die Entwicklung des Burgenbaus in Schleswig-Holstein aufzeigen und die Gründe für ihre Entstehung beleuchten. Bei der näheren Untersuchung gehe ich zudem auf die verschiedenen Burgtypen und ihre Funktion für den Erbauer ein. Zu Beginn werde ich kurz die Anfänge des Befestigungswesens aus der Jungsteinzeit behandeln, um dann auf den frühen Burgenbau durch die Slawen und Sachsen und später auf den hochmittelalterlichen Burgenbau durch die Schauenburger und Dänen einzugehen. Ferner werde ich die verschiedenen Typen von Burganlagen und deren Funktion erläutern. Im weiteren Verlauf werden die hoch- und spätmittelalterlichen Entwicklungen des Burgenbaus in Schleswig-Holstein näher beschrieben. Anschließend werde ich zum besseren Hintergrundverständnis auch die politischen Ereignisse im mittelalterlichen Schleswig-Holstein anreißen und auf die daraus resultierenden Gründe für den Bau von Burgen eingehen.
1 Dähn, Arthur. Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, S. 17
2
II. Vom Ringwall zur hochmittelalterlichen Burg 1. Übersicht: von den Anfängen bis zum Mittelalter
Der Bau der ersten Befestigungen in Schleswig-Holstein geht auf die Jungsteinzeit zurück 2 . Die nächstjüngeren Erdwerke datieren sich erst wieder aus der Eisenzeit, wie die Archsumburg auf Sylt aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert 3 . Allerdings lässt sich bei diesen Erdwerken ihre genaue Funktion nicht mehr bestimmen.
Die Mehrheit der Burgen im eigentlichen Sinne des Schutzes oder der Abwehr von Feinden, wurden in Schleswig und Holstein ab dem frühen Mittelalter erbaut 4 . Die Gründe dafür sind sicherlich sehr unterschiedlicher Natur, aber am gewichtigsten waren wohl die vielfältigen Auseinandersetzungen zwischen Sachsen, Dänen, Wenden (Slawen) und Franken, welche in dieser Zeit in Schleswig-Holstein stattfanden. Mit dem einsetzenden Wandel der politischen und gesellschaftlichen Strukturen ab dem hohen Mittelalter lässt sich dann auch beim Burgenbau eine Veränderung beobachten. Es änderte sich jedoch nicht nur die Bauweise, sondern auch die Funktion, die eine Burg haben soll.
2. Burgtypen: vom slawischen Ringwall zur Turmhügelburg
Die schon erwähnten Erdwerke aus der Jungsteinzeit haben mit ihren Palisaden verstärkten Erdwällen und Gräben einen deutlichen Befestigungscharakter 5 und dies, wie Arnold feststellt, „erstmals in der Urgeschichte!“ 6 . Die Funktion als Burg ist jedoch nicht belegbar. Es ist auch vorstellbar, dass diese Erdwerke auch als Kultbezirk, Viehkral oder Versammlungsort genutzt wurden 7 .
Eindeutiger lässt sich der Burgcharakter an den Befestigungen aus dem frühen Mittelalter belegen. In dieser Zeit wurden geschlossene Erdwälle meist in runder Form mit vorgelagertem Graben angelegt, welche zum Teil palisadenverstärkt und mit einer Brustwehr ausgestattet waren. Hier ist jedoch zwischen sächsischer und slawischer Ausprägung zu unterscheiden.
2 Dähn, Arthur. Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, S. 7
3 Ebd., S. 7
4 Ebd., S. 7
5 Arnold, Volker. Das jungsteinzeitliche Erd- oder Grabenwerk auf dem Dieksknöll bei Albersdorf - erste
Untersuchungsergebnisse, in: Kataloge der Museen in Schleswig-Holstein: Wall und Graben, Befestigungen von
der Steinzeit bis ins Mittelalter in Schleswig und Holstein, Bd. 21, Schleswig 1995-97, S. 15
6 Ebd., S. 16
7 Ebd., S. 18
3
Typisch für die in Wagrien 8 von den Slawen errichteten Burgen waren kreisförmige Wallanlagen, die auch als Ringwälle bezeichnet werden 9 . Diese slawischen Ringwallburgen wurden bevorzugt auf Inseln, Halbinseln, an Seen und in feuchten Niederungen gebaut, folglich in eher versteckter, verkehrsungünstiger Lage 10 . Auf erhöhten Standorten wurden seltener Burganlagen gebaut. Ein Beispiel für eine derartige sogenannte Höhenburg ist die Anlage von Oldenburg in Holstein 11 . Sie ist heute noch zu besichtigen und von beeindruckender Größe und Höhe. Typisch für die slawischen Burgen ist ihre Anordnung im beherrschten Territorium. Sie konzentrieren sich nicht entlang der Grenze, sondern verteilen sich in einem unregelmäßigen Netz über das gesamte Gebiet 12 . Hierin ist wohl der deutlichste Unterschied zu den sächsischen Burganlagen zu sehen.
Die sächsischen Burganlagen sind, wie auch die slawischen, in sich geschlossen angelegt 13 , so dass sie sich in ihrer Form kaum von den slawischen Ringwällen unterscheiden. Lediglich in ihrer Konstruktion sind die Wälle unterschiedlich.
Die Sachsen bevorzugten bei der Auswahl der Lage andere Geländemerkmale. Beliebt waren Moränenkuppen oder trockene Standorte am Rande von Niederungen oder Flussläufen 14 . Im Gegensatz zu der slawischen Anordnung der Burgen achteten die sächsischen Erbauer darauf, ihr jeweils zu verantwortendes Gebiet (sächsisch: Gau) an strategischen Einfallspunkten entlang der Grenze mit ihren Burganlagen zu schützen. Solche Sperrburgen wurden beispielsweise an Flussübergängen angelegt. Beiden Organisationsformen ist gemein, dass es in der Regel ein politisches Zentrum gab, wie etwa die Kaaksburg bei Kaaks (Kreis Steinburg), die den Mittelpunkt des Holstengaues bildete 15 . Daraus ergibt sich folgendes Schema 16 :
8 Von den Slawen bewohnter Teil Holsteins: heute etwa die Kr. Plön, Segeberg, Ostholstein u. Lauenburg
9 Dähn, Arthur. Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, S. 11
10 Riediger, Hans u. Köhler, Bernd. Feldsteinkirchen, Burgen und Herrensitze im Gebiet des Limes Saxoniae. In:
Landschaften um Hamburg, Bd. 1, Hg. Riediger, Hans. Hamburg 1967, S. 50
11 Dähn, Arthur. Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, Husum 2001, S. 11
12 Ebd., S. 12
13 Ebd., S. 13
14 Ebd., S. 13
15 Ebd., S. 13
16 Schema entnommen aus: Dähn, Arthur. Ringwälle und Turmhügel. Mittelalterliche Burgen in Schleswig-
Holstein, Husum 2001, S. 13
Arbeit zitieren:
Sebastian Baltz, 2005, Mittelalterliche Burgen in Schleswig-Holstein, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 18 Seiten
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