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Inhaltsverzeichnis
I ) Einleitung 3
II ) Der Zähringer Burgberg
a) Die Forschungsgeschichte 4
b) Die Besiedlungsphasen 5
c) Die Terrassierung 7
d) Die Funde der frühalamannischen Zeit 9
III ) Der Geißkopf bei Berghaupten
a) Die Forschungsgeschichte 12
b) Die Funde 13
IV ) Zentralorte oder Rückzugspunkte 16
V ) Literaturverzeichnis 22
VI ) Abbildungsverzeichnis 24
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I.) Einleitung
„Frühmittelalterliche Burganlagen in Südwestdeutschland“ – der Titel legt den Schluss nahe, dass es sich bei ihnen um Verteidigungsanlagen mit weit in das Umland ausstrahlender Bedeutung handelt. Burgen, wie man sie aus dem Hochmittelalter kennt. Der von mir betrachtete Zähringer Burgberg und der Geißkopf bei Berghaupten gehören zu der Quellengattung der frühalamannischen Höhensiedlungen. In der neuesten Auflistung aller völkerwanderungszeitlichen Höhensiedlungen 1 umfasst ihre Zahl 62 bekannte Plätze.
Der Zähringer Burgberg und der Geißkopf wurden beide durch aktuelle Grabungen bekannt, ihr Fundspektrum gehört einer ähnlichen Zeitstellung an und die ergraben Fläche steht bei beiden Orten im gleichen Verhältnis zu der vermuteten Siedlungsfläche 2 . Aus diesen Gründen eignen sich die beiden Orte gut für eine eingehende Untersuchung und für die Beantwortung der Frage, ob es sich bei ihnen, wie bei den Höhensiedlungen im Allgemeinen, um Zentralorte handelt.
Die Funde und Befunde der Grabungen sind leider noch nicht ausführlich publiziert worden, so gestaltete sich eine tabellarische Gegenüberstellung der Funde (Tabelle 1) als schwierig. Aus diesem Grund konnten nur einige Fundgruppen aufgenommen werden. Trotzdem kann man dieser Tabelle eine gewisse Aussagekraft im Hinblick auf die Bedeutung der beiden Plätze zusprechen.
Zunächst werden Forschungsgeschichte, Funde und Befunde der beiden „Burganlagen“ getrennt vorgestellt, um sie dann in einem abschließenden Kapitel gegenüberstellen zu können.
1 Hoeper, M., Die Höhensiedlungen der Alamannen und ihre Deutungsmöglichkeiten zwischen Fürstensitz, Heerlager, Rückzugsraum und Kultplatz, in: Geunich, D. (Hrsg.), Die Franken und die Alamannen bis zur „Schlacht bei Zülpich“ (496/97), Ergbde. RGA 19 (Berlin, New York 1998) 344f.
2 bei der Grabung am Zähringer Burgberg konnten 1500m 2 ergraben werden, was ebenso ca. 3% der vermuteten Siedlungsfläche entspricht wie die 260m 2 auf dem Geißkopf.
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II.) Der Zähringer Burgberg
a) Die Forschungsgeschichte
Der Zähringer Burgberg, Gemeinde Gundelfingen, Kreis BreisgauHochschwarzwald (Abb. 1) gehört zu den Höhen, die, unmittelbar am Schwarzwald gelegen, den Breisgau überragen. Die Erscheinung des Burgbergs hebt sich mit seiner 200 zu 300m messenden Hochfläche von den übrigen Schwarzwaldkuppen ab. Als erster bemerkte der Stadtbaumeister F. Stein bei Vermessungen an den Ruinen der Burg der Zähringer die tischebene Fläche. Er hielt diese für einen hochmittelalterlichen Tur-nierplatz und zeichnete diesen in seinen aquarellierten Plan aus dem Jahr 1834 3 ein. Der Burgenforscher C. A. Müller 4 wies in den 1950er Jahren darauf hin, dass einst auf dem
3 Augustiner-Museum Feiburg Inv.Nr. D 34/145, nach: Steuer 1990. 4 Müller, C. A., Die Burg Zähringen. Badische Heimat 44, 1964, 113-125; nach: Steuer 1990a.
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Teil des vermuteten Siedlungsareals aufdecken 5 . Die Arbeiten wurden vom Institut für Ur und Frühgeschichte der Universität Freiburg im Breisgau organisiert und durchgeführt. Die Ergebnisse der Grabungen wurden bisher in Vorberichten vorgelegt, ausführlich publiziert sind nur die Gefäß-keramik 6 und die Glas-, Perlen- und Edelsteinfunde 7 .
b) Die Besiedlungsphasen 8
Die frühesten Funde auf dem Burgberg datieren in das Neolithikum. In einer Grube wurden zahlreiche Keramikscherben, unter anderem von einem „Backteller“, und das Fragment eines kleinen Steinbeils gefunden. Das Steinbeil ist der Michelsberger Kultur zuzuordnen, die sich durch zahlreiche befestigte Höhensiedlungen auszeichnet.
Für die Zeit um 500 v. Chr. wiesen die Grabungen nach, dass der Berg an vielen Stellen besiedelt war. Viele einfache wie auch bemalte Keramikscherben der frühen Eisenzeit wurden auf der alten Bergoberfläche geborgen, dazu Eisenschlacken und Kalksplitter als Flussmittel für die Eisenverhüttung. Mit einer leicht eingetieften Wohngrube, in der sich eine große Herdstelle oder die Reste eines Ofens befanden, konnte eine Behausung der Hallstattzeit auf dem Zähringer Burgberg nachgewiesen wer-den.
Bei den Ausgrabungen wurden Funde aus der römischen Kaiserzeit entdeckt, vor allem Münzen und gut zu datierende Fibeln, bei denen es sich wohl nicht um Altmaterial handelt. Im 1. und 2. Jahrhundert hat man
5 eine Fläche von 1500 m 2 konnte ergraben werde, was ca. 3% des möglichen Siedlungsareals entspricht.
6 Bücker, Ch., Die Gefäßkeramik der frühalamannischen Zeit vom Zähringer Burgberg, Gem. Gundelfingen, Kr. BreisgauHochschwarzwald; in: Nuber, H. U., u.a. (Hrsgg.), Rö-mer und Alamannen im Breisgau. Archäologie und Geschichte 6 (Sigmaringen 1994) 125-232.
7 Bücker, Ch., Die Glas, Perlen- und Edelsteinfunde vom Zähringer Burgberg bei Frei-burg im Breisgau; in: Brather, S., u.a. (Hrsgg.), Archäologie als Sozialgeschichte. Studien zu Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im frühgeschichtlichen Mitteleuropa. Festschrift für Heiko Steuer. Studia honoraria 9 (Rahden 1999) 215-234.
8 Folgendes nach Steuer 1990, 19-33.
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derartige Höhen aber nicht zu Wohnzwecken aufgesucht. Steuer 9 spricht von der Möglichkeit, dass auf dem Zähringer Burgberg im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus römischer Bergbau betrieben wurde. Durch Schwermetallanalysen konnte nachgewiesen werden, dass im Burgberg Blei und Silbererze anstehen. Darüber hinaus sind Spuren eines alten Bergbaus vorhanden. Gegen eine römische Besiedlung spricht allerdings, dass keine gemörtelten Mauerreste gefunden wurden. Dazu scheint die Vererzung des Berges von nur geringer Bedeutung zu sein und dürfte als Auslöser für eine frühgeschichtliche Besiedlung, zum Beispiel durch die Römer, nicht ausschlaggebend sein. Daher ist eine römi-sche Besiedlung des Burgberges unwahrscheinlich 10 .
Auf die frühalamannische Umbauten und Besiedlung des Burgberges soll hier nicht näher eingegangen werden, da sie im Laufe der Hausarbeit ausführlich behandelt werden.
Weitere datierbare Funde weisen in das 7. und 8. Jahrhundert. Vor allem sind es Keramikscherben, die in die frühe Karolingerzeit datieren, aber auch Metallbeschläge und Glas. Eine kleine Glasscherbe erlaubt die Rekonstruktion einer kostbaren, farbigen „Reticella“Schale. Zahlreiche Pfostenlöcher in der ebenen Terrassenfläche, deren Fluchtlinien sich von den älteren Fluchten abheben, sind Nachweis für die frühkarolingische Bebau-ung des Burgberges. In diese Zeit gehört auch ein kleines eingetieftes Haus mit einem Fundament.
Die archäologischen Ausgrabungen haben sich nicht mit der Burg der Zähringer beschäftigt. Die Burg wurde wohl 1080 errichtet, die erste urkundlicher Erwähnung stammt aus dem Jahr 1128, die heute noch zu sehende Turmruine stammt aus den 1270er Jahren. Bis zu ihrer Zerstörung in den Bauernkriegen 1525 bewohnten untergeordnete Ministerialen der Zähringer die Mauern. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Keramikscher-ben und Metallfunde.
9 Steuer 1990, 30f.
10 Goldenberg, G. – Vollmer, U., Untersuchungen zum Bergbau auf dem Zähringer Burg-
berg, Gemeinde Gundelfingen, Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, Arch. Ausgr. Baden-
Württemberg 1990 (1991) 179-183.
Arbeit zitieren:
Stefan Feuser, 2002, Frühmittelalterliche Burganlagen in Südwestdeutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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