- II -
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis. III
1 Beschaffung als zunehmende Komponente des Kostenblocks 1
2 Kundenauftrags- oder Lagerfertigung. 2
2.1 Zusammenhang zwischen Absatz- und Produktionsplanung 2
2.2 Markt- oder kundenorientierte Produktionsprogrammplanung 2
3 Programmorientierte Bedarfsermittlung. 4
3.1 Stücklistenauflösung. 4
3.2 Zeitliche Disposition. 5
4 Verbrauchsorientierte Bedarfsermittlung 6
4.1 Mittelwertbildung 6
4.2 Prognosefehler 7
5 Interdependenzen zwischen Disposition und beschaffungslogistischem Konzept 8
5.1 Materialklassifizierung anhand von ABC- und RSU-Analyse 8
5.2 Kurze Darstellung einiger beschaffungslogistischer Konzepte 10
5.3 Situationsgerechte Anwendung der programm- und verbrauchsorientierten
Verfahren zur Bedarfsermittlung 12
6 Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
- III - Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Nettobedarfsermittlung 5
Abbildung 2: Graph einer ABC-Analyse 9
Abbildung 3: Kombination der ABC-Analyse mit der Verbrauchsstruktur 10
- 1 - 1Beschaffung als zunehmende Komponente des Kostenblocks
Jegliche Planung in einem Unternehmen dient dazu, den gesamten Leistungsprozess so zu gestalten, dass die Unternehmensziele erreicht werden und somit das langfristige Überleben des Unternehmens am Markt gesichert ist. In einer sich immer dynamischer und komplexer entwickelnden Unternehmensumwelt ist es daher erforderlich, alle Bereiche und Prozesse im Unternehmen - und auch über diese traditionellen Organisationsgrenzen hinaus - optimal auf-einander abzustimmen. Durch zunehmende Globalisierung steigt der Wettbewerbs- und Kostendruck. Dies zwingt Unternehmen zur Konzentration auf Kernkompetenzen, was eine Auslagerung von Teilbereichen der Fertigung zur Folge hat. Auf diese Weise gewinnt der Anteil der Logistik- und speziell Materialkosten der Zukaufteile in der heutigen Zeit verstärkt an Bedeutung.
Logistik-Controlling hat dabei die Aufgabe, ausgehend von den Geschäftszielen und Kunden-anforderungen, die relevanten Zielgrößen der Logistikleistung, Logistikkosten sowie der Durchlaufzeiten und Bestände abzuleiten und dauerhaft abzusichern. 1 Die Materialbeschaffung muss dabei zwei Erfordernissen gerecht werden; zum einen sind die Teile in der erforderlichen Menge, Art und Qualität zum richtigen Zeitpunkt bereitzustellen. Gleichzeitig ist aber auch stets unter Beachtung des Prinzips der Wirtschaftlichkeit und damit kostenoptimal zu beschaffen.
Die Ermittlung des Materialbedarfes bildet dabei den Ausgangspunkt aller Aktivitäten im Rahmen der Materialwirtschaft. Es ist also die Menge an Materialien zu bestimmen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums an eine verbrauchende Stelle (Markt, Fertigung) abgegeben wird. 2 Um nun unnötige Lagerkosten einerseits, aber auch Produktionsstillstände und verzögerte Lieferzeiten andererseits zu vermeiden, ist es erforderlich, verschiedene Verfahren zur Bedarfsermittlung situationsgerecht einzusetzen. Als Alternativen stehen stochastische und deterministische Methoden zur Verfügung, die im dritten und vierten Abschnitt der Arbeit vorgestellt werden. Da oftmals Produktionspläne auf der Basis von Absatzprognosen die Grundlage für die Ermittlung der Bedarfe darstellen, soll dieser Bereich zuvor kurz untersucht werden.
Die konkrete Beantwortung der Frage, wann welche Verfahren der Bedarfsermittlung mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen geeignet sind, soll zum Abschluss anhand von Güterklassifikationen und der Betrachtung einiger beschaffungslogistischer Konzepte erfolgen.
1 Vgl. Gollwitzer, M./Karl, R. (1998), S. 21.
2 Vgl. Oeldorf, G./Olfert, K. (2004), S. 45.
- 2 - 2Kundenauftrags- oder Lagerfertigung
2.1 Zusammenhang zwischen Absatz- und Produktionsplanung
Da das Fortbestehen einer Unternehmung davon anhängig ist, inwieweit die erstellte Leistung am Markt nachgefragt wird, ist der Absatzbereich als Schnittstelle zum Kunden der wichtigste Ansatzpunkt für die Produktionsplanung. Diese Marktorientierung ist auf den heutzutage größtenteils vorherrschenden Käufermärkten, die durch einen Angebotsüberhang gekennzeichnet sind, wichtigster Maßstab zur Abstimmung der Prozesse. Die Informationen für die Erstellung von Absatzplänen können durch Marktforschung gewonnen werden. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Befragungen, Beobachtungen aber auch die Analyse bereits vorhandenen Datenmaterials (wie Absatzstatistiken aus der Vergangenheit) ermöglichen eine quantitative Beschreibung von Marktvolumina, -strukturen und -entwicklungen. All dies dient letztlich dem Ziel, Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Nachfrage zu erstellen. 3 In diesem Rahmen ist es nun Aufgabe der Produktionsplanung, die gewonnenen Absatzprognosen bis auf die operative Ebene eines Produktionsprogramms herunter zu brechen. Anhand der operativen Programmplanung wird schließlich für eine Periode ganz konkret festgelegt, welche Produkte in welchen Mengen produziert werden sollen. 4
2.2 Markt- oder kundenorientierte Produktionsprogrammplanung
Bei der Gestaltung des Produktionsprogramms kann zwischen der Produktion für einen anonymen Markt und der auftragsgebundenen Produktion differenziert werden; oft ist auch eine Mischform beider Ausprägungen zu erkennen.
Bei der Planung der Produktionsmengen für anonyme Märkte müssen bei der Prognose verschiedene limitierende Faktoren beachtet werden. Einige dieser Begrenzungen sind zum Beispiel die im Betrieb vorhandenen Kapazitäten, die verfügbare Menge der zu verarbeitenden Rohstoffe oder auch Voraussagen über zukünftige Markt- und Absatzpotentiale der eigenen Produkte. 5 Positiv ist an diesem Vorgehen zu bewerten, dass die Belegung der Kapazitäten optimal geplant werden kann und somit Kosten unnötiger Umrüstprozesse eingespart werden können. Außerdem ist auf diese Weise ein hoher Grad an Verfügbarkeit der Produkte gewährleistet. Das Risiko dieser Methode besteht allerdings in der Unsicherheit in Bezug auf die Art und Menge der Nachfrage. Können die fertigen Produkte nicht abgesetzt werden, ist neben den Lagerkosten auch noch das in den Erzeugnissen gebundene Kapital zu berücksichtigen. Die marktorientierte Programmbildung ist daher vornehmlich bei standardisierten Erzeugnis-
3 Vgl.Schierenbeck, H. (2003), S. 265ff.
4 Vgl. Corsten, H. (2004), S. 233f.
5 Vgl. Bloech, J./Lücke, W. (1982), S. 28ff.
Arbeit zitieren:
Melanie Mende, 2005, Möglichkeiten der Bedarfsermittlung unter Berücksichtigung vorgelagerter Materialklassifikationen sowie beschaffungslogistischer Konzepte, München, GRIN Verlag GmbH
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