Caesars Dictatur 1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2, 3
2. Das Consulat 3
2.1. Caesars Consulate 3, 4
3. Die Dictatur 4, 5
3.1. Caesars Dictatur 5, 6
4. Caesars Regierungsstil 7
5. Caesar ein Monarch? 8
6. Caesars Vollmachten und Rechte 9
6.1. Entscheidungsbefugnis über Krieg und Frieden
6.2. Freie Verfügungsgewalt über die Soldaten und Finanzhoheit
6.3. Ansiedelungsprogramm und Koloniegründung
7. Caesars Reformen und Pläne 10, 11
Literaturverzeichnis
2 Caesars Dictatur
1. Einleitung
Diese Seminararbeit analysiert das Thema „Caesars Dictatur.“ Zu Beginn möchte ich einen groben Überblick über den römischen Staat in den Jahren 49 bis 44 geben, der zugleich auch als Einführung in das Thema dienen soll. Anschließend werde ich den Begriff Consulat erörtern und hinterher einen Einblick in Caesars Consulate geben. Die beiden anschließenden Kapiteln sind der Dictatur allgemein und Caesars Dictatur im Besonderen gewidmet. Im Folgenden werde ich über die wissenschaftliche Kontroverse bezüglich seiner dictatura perpetua schreiben sowie Ciceros Erwartungen an Caesar und die Vorteile einer Dictatur gegenüber einem Consulat kurz anschneiden. Im Anschluss daran werde ich auf Caesars Regierungsstil eingehen und ein weiteres kontroverses Thema der Forschung vorstellen, nämlich ob Caesar eine Monarchie anstrebte. Der Schlussteil dieser Arbeit befasst sich mit Caesars Vollmachten und Rechten sowie seinen Plänen und Re-formen.
Der römische Staat bestand in den Jahren 49 - 44 hauptsächlich aus Caesar. Im Dezember 49 wurde er vom Praetor M. Aemilius Lepidus, durch eine Ausnahmegenehmigung, zum Dictator ernannt. Seine Hauptaufgabe war es damals , in Rom eine Wahl durchzuführen. Das Wahlergebnis war nicht überraschend. Caesar selbst wurde gemeinsam mit Publius Servilius Isauricus zum Consul gewählt. Ende Dezember 49 legte er seine erste Dictatur, die nur 11 Tage dauerte nieder, und nahm 48 seine zweite Consulatsstelle an. 1 Nach dem Sieg über Pompeius wollte Caesar seine Herrschaft im Osten sichern und seine Macht spürbar machen. Nachdem aber in wenigen Monaten sein Consultsamt auslief, forderte er seine Anhänger in Rom auf, dem Senat den Vorschlag zu unterbreiten, dass er für ein Jahr zum Dictator zu ernennen sei. Das hä tte seine Macht legal verlängert ohne dass er sich schon wieder um das Consulat zu bewerben hatte . Der Senat konnte sich diesem Vorschlag auch nicht entziehen und gewährte ihm im Herbst 48 für 47 eine einjährige Dictatur mit dem Auftrag zur Wiederherstellung von Ruhe und Frieden. 2 Das nächste Konsulat für 46, und somit sein drittes, übernahm er wieder selbst gemeinsam mit M. Lepidus. Gegen Jahresende rückte er wieder ab, um nach Afrika überzusetzen. Im April 46 siegte Caesar in Thapsos über die Pompeianer wobei aber die Söhne des Pompeius nach Spanien entkommen konnten. Rom reagierte auf den Sieg in Thapsos mit einer neuen Flut von Ehrungen und Vollmachten.
1 vgl. Cass. Dio 41,43,1 (zit. nach: O. Veh [Üs.], Cassius Dio. Römische Geschichte, Zürich; München 1985: 289)
2 vgl. Cass. Dio 42,20,3 (zit. nach: ders.: 323)
3 Caesars Dictatur
So machte man Caesar zum Dictator auf zehn Jahre. Die 10 jährige Dictatur war eigentlich nicht notwendig, weil er 45 wieder zum consul sine collega gewählt wurde. In einem letzten Feldzug wurden die Söhne des Pompeius in der Schlacht bei Munda im März 45 besiegt. Er behielt das Consulat aber nicht bis Jahresende, sondern legte es nach seiner Ankunft in Rom nieder und übergab es Quintus Fabius und Gaius Trebonius. Die für drei Monate illegal eingesetzten Consuln erzürnten die Gemüter der Nobilität aufs Äußerste , weil damit ein Bruch gegen die bestehende Ordnung stattfand. Für 44 wurde Caesar zum fünften und letzten Mal, gemeinsam mit Marcus Antonius, Consul. Am 15. Februar 44 trat er dann die Dictatur auf Lebenszeit an (dictatura perpetua) und zog damit einen Schlussstrich unter die römische Republik. 3 Lange konnte sich Caesar an seinem neuen Titel dictator perpetuo nicht erfreuen. Kurz vor seiner Abreise zum Partherfeldzug wurde Caesar am 15. März 44 ermordet. Seine Dauerdictatur nahm nach etwa nur vier Wochen ein Ende.
2. Das Consulat
Das Consulat war das höchste zivile und militärische Amt der Ämterlaufbahn (cursus honorum) der römischen Republik. Die Hauptaufgabe der zwei Consuln bestand in der Leitung der militärischen Operationen. Für das Consulat galten die Prinzipien der Annuität und der Kollegialität. Annuität bedeutet, dass jeder römische Beamte sein Amt nur für ein Jahr bekleiden konnte. Von der Annuität waren nur die Amtszeit der Censoren (18 Monate) und die des Dictators ausgenommen (6 Monate). Das Prinzip der Kollegialität drückt aus, dass jede römische Magistratur einen Kollegen hatte (oder auch mehrere Kollegen) der ein Vetorecht besaß. Jeder Beamte konnte jede Maßnahme seines / seiner Kollegen verbieten (intercessio). 4
2.1. Caesars Consulate
Insgesamt bekleidete Caesar fünf Consulate. Im Jahre 59 wurde er zum ersten Mal zum Consul gewählt. 48 folgte das zweite, 46 das dritte, 45 das vierte und 44 das fünfte Consulat. Die Quellen geben auch Anhaltspunkte über eine Art Dauerkonsulat Caesars. Dies wäre aber ein schwerwiegender Eingriff in das republikanische Ämterwesen gewesen, weil eine Art Dauerkonsulat gegen ein Rechtsprinzip der Magistratur verstoßen hätte.
3 vgl. Cass. Dio 43,1,1; 43,14,1; 43,39,4; 43,46,2 f; 43,49,1 (zit. nach: ders.: 355, 366, 388, 394, 397)
4 vgl. Bleicken 1995 7 : 100, 105
Arbeit zitieren:
Kerstin Aigner, 2005, Caesars Dictatur, München, GRIN Verlag GmbH
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