Thema: Internationalisierung in Emerging Economies
Gliederung
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung………………………………………………………………….…….1
1.2 Gang der Arbeit………………………………………………………………….…….1
2 Untersuchungsfelder der Unternehmung
2.1 Definition und Problematik der Emerging Economies.…………….………………2
2.2 Swot-Analyse…………………………………………………………………..………4
2.3 Zielformulierung und Motive……………………...…………………..………………6
2.4 Analyse des eigenen Unternehmens………………………………………………..7
2.5 Analyse potentieller Emerging Economies……..…………………………... ……..9
3 Strategieentwicklung: Stellschrauben der erfolgreichen
Internationalisierung
3.1 Grundausrichtung des Unternehmens……………………………………………..11
3.2 Schutz kritischer Ressourcen: Finanzieller Aufwand und Know-How
Diffusion………………………………………...……………………………………..14
3.3 Optionen bei der Wahl des Timings…………………..…….……………………..16
3.4 Steuerung und Kontrolle des Auslandsengagements…..………………………..17
3.5 Entscheidungsfindung und aktuelle Implikationen….…………………………….19
4 Zusammenfassung……………………………...……………..…….………………21
Anhang
Abbildungsverzeichnis……………………….……....…………………….……………...23
Literaturverzeichnis………………………….………………...………………...…………33
Abkürzungsverzeichnis
FuE Forschung und Entwicklung
i.e.S. im engeren Sinne
OMD Original Design Manufacturers
u.a. und andere
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die zunehmende Globalisierung Ende des 20. Jahrhunderts hat traditionelle Denkweisen obsolet erscheinen lassen und eine strategische Neuausrichtung von Unternehmen erforderlich gemacht. Globalisierung kann insbesondere im 21. Jahrhundert als eine zunehmende internationale Verflechtung nationaler Wirtschaften gesehen werden, die Chancen und Risiken für verschiedenste Branchen bietet. Lokale Unternehmen sehen häufig eine Internationalisierung als Schlüsselaufgabe für den Fortbestand der Unternehmenstätigkeit, da in etablierten Märkten ein hoher Verdrängungswettbewerb herrscht. Die Absatz- als auch die Produktionsseite bieten wenig Wachstumspotential und erhöhen den Druck auf die Unternehmung Kosten zu senken. Da verschiedene Branchen in den Industrieländern bereits ein hohes Reifestadium erreicht haben, stoßen auch kleinere und mittelständische Unternehmen immer mehr in bisher unangetastete Märkte mit hohem Wachstum, den Emerging Markets, vor. Wettbewerbsfähig sind langfristig vor allem die Unternehmen, die Effizienssteigerungen und Rationalisierung mit Forschung und Entwicklung verbinden können und sich so strategische Vorteile sichern können (vgl. Mangold, 1996, S. 1). Die Ausrichtung der Strategie hängt in hohem Maße von der Qualität der gesammelten Informationen ab. Dem Management internationalisierender Unternehmen stehen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, die den Entscheidungsprozess transparent machen sollen und so möglichst optimale strategische Maßnahmen gewährleisten.
1.2 Gang der Arbeit
Aufgrund höherer Anforderungen an die Unternehmen in Emerging Markets muss das Management eine Zielsetzung formulieren, die mit einer Internationalisierung erreicht werden soll. Hier stellt sich die Frage, ob lokale Kostenvorteile am Standort in den Emerging Markets genutzt oder ob neue Märkte mit hohem Wachstumspotential erschlossen werden sollen. Zur Fundierung der Entscheidungsfindung müssen Informationen über die in Frage kommenden Standorte gesammelt werden. Eine Analyse der eigenen Ressourcen kann dann mit möglichen Risiken in einer SWOT-Analyse gegenübergestellt werden. Die Untersuchungsfelder im Zuge der Internationalisierung werden in Kapitel 2 dargestellt.
Aufgrund der Heterogenität der Unternehmen und Ländermerkmale können Modellansätze jedoch schwer einem Allgemeingültigkeitsanspruch gerecht werden. Der Ablauf der Entscheidungsfindung mit der Notwendigkeit zur Beschaffung adäquater Informationen soll
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in Kapitel 3 aufgezeigt werden. Problemfelder der Internationalisierung werden dargestellt, insbesondere die Risiken, die auf die Unternehmensressourcen wirken, die optimale Timingstrategie und die Koordination und Kontrolle der Aktivität. Die verschiedenen Einflüsse auf die Unternehmen und die Gesellschaften der Schwellen- und Industrieländer sollen aufgezeigt und aktuelle Entwicklungen betrachtet werden. In Kapitel 4 werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
2 Untersuchungsfelder der Unternehmung
2.1 Definition und Problematik der Emerging Economies
Emerging Economies sind aufstrebende Volkswirtschaften, die an der Schwelle vom Entwicklungsland zum Industrieland stehen (vgl. Meyer, 2000, S. 2). Ein im Vergleich zu anderen Nationen überproportionales Wirtschaftswachstum geht einher mit internen Veränderungen der Wirtschaft und der Schaffung staatlicher Voraussetzungen zur Öffnung dem Ausland gegenüber. Die Emerging Economies lassen sich vier Weltregionen zuordnen: Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika. China verzeichnete im Jahr 2000 eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf (BIP) von 9,73%, während Deutschland mit 2,92% und die USA mit 3,63% weit darunter lagen. Abbildung 1 verdeutlicht die Entwicklung der ausgesuchten Staaten Brasilien, Indien, China, USA und Deutschland im Vergleich von 1990 zu 2000. Abbildung 2 fasst die angesprochenen Großräume zusammen. Die einhergehende Kaufkraftsteigerung durch Wirtschaftswachstum löst einen Nachfragesog für Konsum- und Industriegüter aus und erhebliches Marktpotential entsteht (vgl. Mangold, 1996, S. 10).
Eine exportorientierte Entwicklungsstrategie bei enger Kooperation von Unternehmen und Staat resultierte in der Bildung der Drachenstaaten Malaysia, Thailand und Indonesien als ein kooperierender Wirtschaftsraum, dem Association of South East Asien Nations (ASEAN). Die Entwicklung von Freihandelszonen findet in allen vier Weltregionen der Emerging Economies statt, die so auf dem Weltmarkt in Konkurrenz zu anderen Emerging Economies und den industrialisierten Ländern treten (vgl. Welge, 2003a, S. 15f) .
Die Globalisierung führt zu einer zunehmenden Attraktivität der Emerging Economies und neue Denkmuster sind in der Bewertung von Ländern erforderlich. “One of the primary characteristics of emerging markets is that they are characterized by high levels of uncertainty due to lack of prior experience and rapid technological and market change.” (vgl. Teplensky, 1993, S. 511). Aktuelle Daten stehen nur bedingt zur Verfügung, zudem lassen Unterschiede
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in der Erhebung statistischer Daten im Vergleich zum Heimatland Analysen nicht immer verlässlich erscheinen. Die Problematik der unvollständigen Informationen bei einer Internationalisierung in Emerging Economies wird im Zeitablauf geringer, da Erfahrungsberichte und bessere Informationsquellen zur Verfügung stehen.
Die Emerging Economies zeigen eine besondere Anfälligkeit für Finanz- und Währungskrisen. Der Mexiko-Krise (1994) folgte die Asien-Krise (1997), die Krise in Russland (1998), in Ecuador (2000) und in der Türkei (2001). Die Krisen waren zeitlich von kurzer Dauer, doch zeigte sich ein Domino-Effekt, dem eine Emerging Economy nach der anderen zum Opfer fiel (vgl. Guillermo, 2002, S. 2f). Gründe für die Krisen sind zumeist in der kurzfristigen Orientierung der Finanzinvestoren zu suchen. Wird eine Abwertung der Währung antizipiert, verändern sich die Kapitalflüsse in der Leistungsbilanz der Volkswirtschaft. Die hohen Zuflüsse ändern sich abrupt in Kapitalabflüsse. Die Änderung in der Kapitalbilanz schlägt sich auf die Währungsreserven nieder. Ein schwaches Bankensystem und eine Misswirtschaft mit nicht ausreichenden Währungsreserven im Verhältnis zu kurzfristigen Schulden führen dann gepaart mit der „self-fulfilling panic“ in die Krise. “After the unexpected Mexican crisis, nervous investors looked at other emerging financial markets for indications of which currencies might be vulnerable to similar attacks. Market expectations had become pessimistic, in the sense that investors expected that their fellow investors would withdraw their funds whenever the fundamentals suggested […]. Our main conclusion is that some degree of previous misbehaviour was necessary condition for the crisis. This misbehaviour took the form of overvalued real exchange rates, and recent lending booms, coupled with low reserves, relative to the short-term commitments of the central banks.” (vgl. Sachs, S. 148f u. S. 193; vgl. auch Meyer, 2000, S. 392f ).
Somit zeigt sich, das nicht nur fundamentale Daten, soweit überhaupt erhältlich, das Verhalten der Finanzinvestoren beeinflussen, sondern auch subjektive Wahrnehmungen und Anzeichen von Verschlechterungen die anfälligen Finanzsysteme der Emerging Economies in Bedrängnis bringen können. Abbildung 3 zeigt Tendenzen in den Leistungsbilanzen verschiedener Volkswirtschaften bezüglich unterschiedlicher Kapitalflüsse im Direkt- und Portfolioinvestment. Die eigentliche Problematik liegt also darin, dass es im Vergleich zu etablierten Finanzsystemen schwer fällt, zukünftige Entwicklungen vorherzusagen.
Letztlich bleibt der Trend der Emerging Economies zu besser geschulten Arbeitskräften durch Studenten, die in westlichen Bildungssystemen moderne Managementtechniken erlernen, und der Verbesserung des Humankapitals durch Lizenzierungen und Kooperationen.
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Unternehmen, die in Emerging Economies internationalisieren, benötigen oft Wissen über lokale Rahmenbedingungen zur Anpassung der Technologie, der Produkte und der Beschaffungs- und Absatzkanäle. Der gegenseitig befruchtende Austausch von Wissen führt langfristig zu verbesserter Wettbewerbsfähigkeit und zu vermehrtem Handel der Emerging Economies untereinander als auch mit den Industrienationen. Das Erstarken lokaler Firmen, auch ohne Beteiligung aus dem Ausland, basiert auf Lerneffekten von ausländischen Firmen als auch besser geschulten Arbeitskräften, die bei Unternehmenswechsel spezifisches Wissen in andere Unternehmen transferieren (vgl. Yeung, 2000, S. 17). Langfristig können sich durch steigenden Wohlstand und höhere Lebensstandards jedoch komparative Kostenvorteile zu Ungunsten der Emerging Economy verschieben.
Festzuhalten bleibt ein überproportionales Wirtschaftswachstum der Emerging Economies, die Entwicklung homogener Wirtschaftsräume durch politische Maßnahmen und ein Defizit an qualitativen Informationen.
2.2 Swot-Analyse
Unternehmen sind intern und extern mit der Umwelt verbunden und von verschiedenen Einflüssen abhängig. Ein ständiges „Monitoring“ (vgl. Welge, 2003b, S. 195) der Umwelt ist nötig um das Unternehmen den rapiden Veränderungen anzupassen. Marktforschung führt zu einer Datenbasis, in der Szenarios computergestützt durchlaufen und Veränderungen des Unternehmensportfolios regelmäßig geprüft werden. Erkennt ein Unternehmen, das Internationalisierung in Emerging Economies eine Option innerhalb der Geschäftstätigkeit darstellt, dient das vergleichsweise einfache Management-Tool der SWOT-Analyse der Beurteilung wie das Unternehmen aufgestellt ist.
Die SWOT-Analyse stellt einen Bezug zwischen Produkten bzw. Geschäftsfeldern mit möglichen Zielregionen und Märkten her. Aus einer ersten Übersicht kann weiterer Untersuchungsbedarf für Strategieoptionen bestehen, die sich in detaillierter Analyse des eigenen Unternehmens (vgl. Kapitel 2.4), als auch den Regionen der Emerging Markets widerspiegeln (vgl. Kapitel 2.5). Abbildung 4 stellt beispielhaft eine SWOT-Analyse für die Internationalisierung in Emerging Economies dar. Die SWOT-Analyse gibt eine grobe Stossrichtung vor und zeigt Untersuchungsbedarf in verschiedenen Feldern auf.
Kommt die SWOT-Analyse zu dem Ergebnis, das eine oder mehrere Emerging Economies für Aktivitäten in Frage kommen, muss die Unternehmung ihre strategische Grundausrichtung je nach bisherigen Internationalisierungsgrad anpassen. Dies trifft insbesondere auf
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Torsten Breiding, 2005, Internationalisierung in Emerging Economies, Munich, GRIN Publishing GmbH
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