Am weitesten verbreitet und nahezu auf jeder Verpackung eines Handelsartikels ist der bekannte Barcode. Er basiert ebenso wie die OCR-Schrift (Optical Chraracter Recognition) auf dem Prinzip der optischen Zeichenerkennung. Ebenfalls gemeinsam ist die geringe Speicherfähigkeit. Platz für mehr Informationen bieten chipbasierte Systeme, welche die Daten auf einem Siliziumchip speichern. Zu ihnen gehören die bekannten Chipkarten mit Kontaktfeld (z. B. Bankenkarte oder Telefonkarte) aber auch kontaktlose Verfahren, welche allgemein als RFID-Systeme (Radio Frequency Identification) bezeichnet werden. Biometrische Verfahren fassen alle Systeme zusammen, die „Personen durch den Vergleich von unverwechselbaren individuellen Körpermerkmalen identifizieren“ [FINK02, S. 4]. Sie seien hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
1.2 Radio Frequency Identification (RFID)
RFID-Systeme bestehen aus drei Grundbestandteilen: 1. Transponder (Kunstwort aus Transmitter (Sender) und Responder (Empfänger - auch engl. Tag genannt), auf denen Daten gespeichert sind, und welche an den zu identifizierenden Objekten angebracht sind. Sie werden in aktive Transponder (mit eigener Stromversorgung) und passive Transponder (ohne Stromversorgung) eingeteilt.
2. RFID- Erfassungs- oder Lesegeräte, welche mit einem Sende- und/ oder Empfangsmodul ausgestattet sind
3. Informationstechnische Anwendung, welche gelesene Daten verwaltet und meistens an ein Datenbanksystem angebunden ist [HANS01, S. 803]. Beim Lesevorgang eines passiven Transponders sendet das Lesegerät rhyt hmisch ein elektromagnetisches Signal. Der Energiespeicher des erfassten Transponders wird geladen. Daraufhin werden die gespeicherten Daten an das Lesegerät gesandt und eine angeschlossene Anwendung kann die erha ltenen Daten verarbeiten. Die Datenübertragung wiederholt sich, solange sich der Transponder innerhalb des Übertragungsbereichs befindet. Bei aktiven Transpondern entfällt im Gegensatz zu den passiven der Ladevorgang.
Als Vorteile der RFID- Technologie gelten die im Vergleich zu Barcode-Systemen höhere Datenkapazität, größere Auslesegeschwindigkeit sowie geringere Anfälligkeit gegenüber Nässe, Schmutz und Verschleiß. Hauptnachteil waren bisher die höheren Kosten der Transponder [FINK02, S. 7].
2 EPC-Netzwerk-Architektur
Das Auto-ID-Center (heute: Auto-ID-Laboratories) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat Ende der 90er Jahre die Konstruktion eines Prototypen zur Verteilung von Objektdaten über Wide Area Networks (WANs) projektiert. Aus dieser Initiative entstand die EPC-Netzwerk-Architektur, welche mittlerweile unter der Zuständigkeit von EPCglobal, Inc. weiterentwickelt und vermarktet wird. Die Grundstruktur steht fest, jedoch sind einige Teilbereiche noch Gegenstand der Forschung und bedürfen der Definition. Beabsichtigt war und ist die Bildung eines Standards, der es Computern erlaubt, Objekte zu „sehen“ und firmenübergreifend Daten bereitzustellen, Entscheidungen zu treffen und Aktionen auszuführen, ohne dass der Mensch eingreifen muss [O.V.04b, S. 10].
Die EPC-Netzwerk-Architektur besteht aus folgenden Grundbestandteilen: 1. Electronic Product Code (EPC), auf dessen Eigenschaften in den folgenden Abschnitten eingegangen wird.
2. RFID-System, w elches aus EPC-Transpondern und RFID-Lesegeräten besteht und in Abschnitt 1.2 beschriebenen wurde.
3. EPC Middleware (auch Savant genannt), einer Software-Spezifikation, die den standardisierten Datenaustausch zwischen RFID-Lesegeräten und Unternehmens-EDV-Anwendungen ermöglicht [O.V.04a].
3
4. Object Name Service (ONS), eine Art Nachschlage-Funktion, die falls mehr als die lokal vorhandenen Informationen zu einem EPC benötigt werden, diesen in eine Internet-Adresse (URL - Uniform Resource Locator) übersetzt und auf den entsprechenden Web-Inhalt verweist. Diese Vorgehensweise wird auch als „Internet der Dinge“ bezeichnet [CCGE04a, S. 3]. 5. EPC Information Services (EPCIS), der die EPC-Daten zur Weiterverarbeitung unternehmensübergreifend verfügbar machen soll. Er basiert auf der Physical Markup Language (PML, einer XML-basierten Auszeichnungssprache). Einem bestimmten EPC könnten so z. B. von einer weiteren Instanz zusätzliche Informationen zugeordnet werden.
3 Struktureller Aufbau des EPC
Der EPC ist ein Identifikationsschema zur weltweit eindeutigen Kennzeichnung physischer Objekte mittels RFID- Technologie. Der von EPCglobal zum ersten April 2004 verabschiedete EPC Tag Data Standard Version 1.1 Revision 1.24 definiert, wie Daten auf dem Transponder kodiert werden müssen, um einen EPC zu bilden [EPCS04, S. 3].
Die Anforderungen an die Struktur des Codes waren vielfältig. Er musste ausreichend groß sein, um alle denkbaren Objekte eindeutig zu identifizieren. Darunter sollten sowohl eigenständige Objekte als auch Vorobjekte und Aggregate zu verstehen sein. Beispielsweise sollten der einzelne Motorblock, der montierte Motor und das fertig montierte Auto identifiziert werden können. Darüber hinaus sollten alle gegenwärtigen wie zukünftigen Kodierungsschemata untergebracht werden können. Insbesondere sollten die anerkannten Industriekodierungsstandards des Uniform Code Counc ils (UCC) und der EAN International Berücksichtigung finden. Des Weiteren sollte der Code bezüglich Design und Größe zukünftige Erweiterungen zulassen. Ziel war ein universeller, möglichst weltweit akzeptierter „Meta-Code“ [BROC04a, S. 6; BROC04b, S. 19].
Der originäre EPC besteht, wie in Abb.2 gezeigt, aus vier Elementen: 1. Datenkopf (Header) - beschreibt im Sinne eines Filters die Gesamtlänge des Codes und das Format der Identifikationsnummer (Domain Identifier = EPC-Manager, Objektklasse und Seriennummer).
Arbeit zitieren:
Arndt Nikolaus Loh, 2004, Struktureller Aufbau des EPC, Ablauf der Vergabe, Vor- und Nachteile der Verknüpfung mit weiteren Daten im Transponder, München, GRIN Verlag GmbH
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