1. Einleitung
Kennt nicht jeder das Gefühl, dass man nicht mehr kann und auch keine Lust hat weiter zu machen, sei es in beruflichen oder in privaten Angelegenheiten? Oft vergeht dieses Missmutgefühl nach einiger Zeit und man freut sich auf seine Aufgaben. Was ist aber, wenn sich dieser Zustand nicht mehr legt und man jeden Tag denkt: „Ich will nicht mehr, ich habe keine Kraft mehr!“ Wie sieht es bei solchen Menschen im Inneren aus, die immer mehr und mehr an sich und ihrem Können zweifeln? Kann man diesen Menschen wieder Mut für die Zukunft machen, wenn ja wie?
Und genau diese und noch manche andere Fragen haben mich dazu veranlasst meine Hausarbeit über das Burnout.-Syndrom zu schreiben und sollen in der nachfolgenden Ausarbeitung angesprochen werden.
2. Was ist Burnout?
2.1. Begriffsbestimmung und Begriffsabgrenzung
Wörtlich übersetzt heißt Burnout „ausgebrannt“. Es handelt sich um einen Zustand der inneren Leere und der seelischen Verausgabung, bei der der Betroffene nicht nur seine wieder aufladbaren Energien abgegeben hat, sondern in seiner Substanz angegriffen und geschädigt ist. (vgl. www.poolalarm.de/gesundheit)
Es existiert eine große Anzahl an Definitionen des Phänomens Burnout. Viele von ihnen bestehen aus einer Zusammenstellung der beobachteten Symptome. Hier einige der wichtigsten Definitionen:
Maslach (1982) stellte jedoch fest, dass bisher keine klare Definition von Burnout existiert, da es weder einen klaren Konsens unter den Forschern noch unter den Ratsuchenden gibt. Als Schlüsselphänomen für das Verständnis von Burnout wird Stress angesehen. Er wird als unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Art von Anforderung gesehen, die an ihn gestellt wird. Unterscheiden muss man aber zwischen dem Stress, der aufgrund angenehmer Erfahrungen entsteht und dem, der durch unangenehme Erfahrungen hervorgerufen wird.
2.2. Verbreitung
Wer leidet eigentlich an dem Phänomen Burnout und wer gehört zu den Risikogruppen? Laut Schätzungen leiden bis zu 25% der 36.000.000 Erwerbstätigen in Deutschland unter Burnout. Betroffen sind unter anderem Manager, die das Gefühl haben, sich jeden Tag wieder aufs Neue beweisen zu müssen und somit unter einem enormen Druck stehen. Das Beispiel Sebastian Deisler zeigte uns, dass auch die Gruppe der Berufssportler gefährdet ist auszubrennen. Sie müssen eine gewisse Leistung erbringen, ansonsten sind sie ganz schnell nicht mehr aktuell und man schiebt sie auf die Ersatzbank ab.
Ganz besonders die Angehörigen der so genannten helfenden Berufe stellen eine Risikogruppe dar, hierzu zählen Krankenschwestern, Lehrer, Ärzte, etc.
Frauen sind vielleicht noch häufiger betroffen als Männer, denn „es immer allen Recht machen zu wollen“ und „ja nicht als egoistisch angesehen zu werden“ ist immer noch typisch weiblich. Hierauf werde ich aber später in dieser Ausarbeitung noch einmal ausführlich zu sprechen kommen. (vgl. www.poolalarm.de/gesundheit)
Wichtige Argumente für ein Anwachsen der Problematik speziell beim Lehrerberuf werden von Barth (1992) zusammengetragen. Während in den 60er und 70er Jahren relativ viel Geld in den Bildungssektor investiert wurde, wuchsen in den 80er und 90er Jahren die erzieherischen und fachlichen Aufgaben des Lehrerberufs. Die finanziellen Mittel wurden jedoch gekürzt. Hinzu kommt, dass der Beruf des Lehrers seit den 80er Jahren in hohem M aße von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Dieser Faktor kann nicht nur die physische und psychische Existenz bedrohen, sondern auch das Selbstwertgefühl stark erschüttern. (vgl. Hedderich, 1997, S. 15f)
2.3. Symptomatologie
Burisch (1994) gibt einen Überblick über die Burnout-Symptomatik:
a) Warnsymptome in der Anfangsphase
b) Reduziertes Engagement
§ für die Klienten
§ für Andere
§ für die Arbeit
§ erhöhte Ansprüche an die Umwelt
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c) Emotionale Reaktionen, Schuldzuweisungen
d) Abbau der Motivation, Kreativität und auch kognitiver Abbau
e) Emotionale, soziale und geistige Verflachung
f) Verzweiflung
Es ist aber nicht so, dass bei einem Burnout-Vorkommen all diese Symptome auftreten, wobei dies in der Regel oftmals der Fall ist. In der Literatur besteht Einigkeit darüber, dass am Beginn des Burnout-Prozesses ein Überengagement steht. Die Phase der idealistischen Überhöhung wird gefolgt durch emotionalen und kognitiven Rückzug sowohl von der Arbeit, als auch von den Kollegen. Desillusionierung und Schuldzuweisungen sind die Folge. Je nach Form der Kausalattribuierung folgt depressives oder aggressives Verhalten. Häufig kommt es dann zu Leistungsabfällen und kognitivem Abbau. Auf Dauer können diese S ymptome zu einer emotionalen, sozialen und geistigen Verflachung führen. Als terminales Burnout-Stadium wird schließlich die Verzweiflung genannt. (vgl. Hedderich, 1997, S.20)
2.4. Messung von Burnout
a) Tedium Measure (Pines, Aronson und Kafry, 1983)
Das Tedium Treasur (Überdruss-Skala) besteht aus 21 Items, die hinsichtlich der Häufigkeit ihres Auftretens beantwortet werden. Die Fragen beziehen sich auf folgende drei Aspekte
§ Körperliche Erschöpfung
§ Emotionale Erschöpfung
§ Geistige Erschöpfung
b) Maslach-Burnout-Inventiry (Maslach, Jackson, 1981,1986)
Dieses Verfahren wird in der Burnout-Forschung am Häufigsten verwendet. Der Fragebogen wurde Anfang der 80er Jahre entwickelt und anhand von Daten verschiedener Populationen einer Faktorenanalyse unterzogen.
Das MBI besteht aus 22 Behauptungen, die drei Aspekte des Burnout-Syndroms charakterisieren.
§ Emotionale Erschöpfung (9 Items)
§ Depersonalisation (5 Items)
§ Eigene Leistung (8 Items)
Der Befragte soll während der Testdurchführung die Items mit 0 (niemals) - 6 (täglich) bewerten. (vgl. Hedderich, 1997, S. 21f)
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3. Wo liegen die Ursachen?
3.1. Theoretische Modelle
a) Harrison (1983) à Soziales Kompetenz-Modell
Bei Harrisons Sozialen-Kompetenz-Modell steht das Kompetenzgefühl im Mittelpunkt. Gescheiterte Versuche anderen Menschen zu helfen, schwächen das Kompetenzgefühl und führen zu Burnout. Die Faktoren, die Kompetenzgefühl erniedrigen oder erhöhen, liegen im Helfer selbst, in der Situation des Klienten und in der Charakteristik der Institution. (vgl. Hedderich, 1997, S. 23f)
b) Heifertz und Bersani (1983) à Kybernetisches Modell
Im Zentrum dieses Modells steht die Analyse der motivationalen Bedürfnisse der Sozialberufe. Ausgangspunkt ist ein integrativer Prozess der Zielerreichung, welcher bei allen Personen abläuft, die in sozialen Berufen tätig sind. Wird dieser Prozess behindert, kommt es zum Auftreten von Burnout. Verläuft er jedoch ungestört, führt er zu Zufriedenheit und Erfüllung. Innerhalb dieses Modells spielt die Motivation eine große Rolle. Heifertz und Bersani gehen hier davon aus, dass Menschen in helfenden Berufen das Bedürfnis haben eine Erfüllung in ihrer Tätigkeit zu finden. Nur motivierte Personen können ausbrennen.
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Arbeit zitieren:
Monika Blazek, 2005, Burnout-Syndrom, München, GRIN Verlag GmbH
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