Inhalt:
0. Vorbemerkung S 1
1. Einleitung S 1
2. Charakterisierung der Figuren S 2
2.1. Charakterisierung Astons S 5
2.2. Charakterisierung Davies S 5
2.3. Die Beziehung zwischen Aston und Davies S 7
3. Zur Funktion der Buddha-Statue S 8
3.1. Die Buddha-Statue S 8
3.2. Die buddhistische Ethik S 9
3.3. Die Prinzipien buddhistischer Ethik
in Bezug auf die Figuren S 9
4. Fazit S 10
Literatur S 11
1
0. Vorbemerkung
Nach einer kurzen Einleitung über den Verfasser des Dramas The Caretaker, Harold Pinter, nimmt die vorliegende Arbeit eine Charakterisierung der beiden Figuren Aston und Davies aus diesem Stück vor und untersucht die Beziehung der beiden zueinander.
Im Weiteren wird die Funktion der Buddha-Statue, die sich in Astons Zimmer befindet, für die Beziehung zwischen Aston und Davies herausgearbeitet, da das Verhältnis der beiden zueinander Parallelen zur buddhistischen Ethik aufweist, wie im Folgenden gezeigt wird.
1. Einleitung
Harold Pinter, 1930 in London geboren, ist einer der renommiertesten englischen Dramatiker und Drehbuchautoren. Er zählte zu den Angry Young Men, der Generation englischer Schriftsteller, die, meist aus dem Arbeitermilieu stammend, in den 1950er Jahren ihren Protest gegen die englische Gesellschaft in ihren Werken zum Ausdruck brachten. 2005 erhielt Pinter den Literatur-Nobelpreis. Ein typisches Motiv der Pinterschen Dramaturgie in Bezug auf die Figuren ist das Motiv des Eindringlings von Außen; die Figuren prallen im Raum aufeinander und kämpfen um ihre Positionen. Pinters Figuren haben rätselhafte Identitäten und Biografien; ihre Gefühle wollen sie nicht preisgeben. 1 Das 1960 entstandene, und im selben Jahr am Arts Theatre Club uraufgeführte Stück The Caretaker verhalf Pinter zu seinem eigentlichen Durchbruch als Dramatiker. Im Caretaker ist es jedoch kein 'Eindringling' im eigentlichen Sinne, sondern der Landstreicher Davies, der, von Aston in das Haus mitgebracht, versucht, sich dort seine Position zu erkämpfen. Davies` Identität wird nicht wirklich geklärt, dennoch erfährt der Rezipient Einiges über sein Leben. Auch über Astons Vorgeschichte wird viel preisgegeben. Ungewöhnlich für Pinter sind die genaue Beschreibung des Äußeren der Figuren, sowie detaillierte Angaben zum Bühnenbild.
1
Die Informationen sind der Seminarmitschrift entnommen.
2
2. Charakterisierung der Figuren
2.1. Charakterisierung Astons
Aston, ein Mann Anfang dreißig, wohnt in dem Haus seines jüngeren Bruders im Westen Londons. Astons Wohnung ist vollgestellt mit kaputten Gegenständen und Gerätschaften, die für die Arbeit an Haus und Garten benötigt werden, denn er ist ein Mensch, der – nach eigener Aussage – gern mit den Händen arbeitet: "I like – working with my hands" (S. 14) 2 . Die Wohnung befindet sich in einem desolaten Zustand, und auch der Garten ist völlig verwahrlost.
An einem Winterabend bringt er den Landstreicher Davies mit nach Hause, den er zuvor in einem Lokal vor einer Schlägerei mit dem Barbesitzer gerettet hat. Aston zeigt sich auch weiterhin überaus hilfsbereit: er bietet dem Mann einen Stuhl zum Ausruhen und etwas Tabak an, verspricht ihm, dessen zurückgebliebene Sachen aus dem Lokal für ihn zu holen, und bringt sogar ein Paar Schuhe für ihn zum Vorschein. Seine Gastfreundschaft findet ihren Höhepunkt, als er Davies anbietet, vorübergehend in seinem Haus zu übernachten ("Till you – get yourself fixed up. [...] Get yourself sorted out.", S. 13).
Während des Gespräch sitzt Aston auf seinem Bett und repariert den Stecker eines alten Toasters, was auf seine oben erwähnte Vorliebe, mit den Händen zu arbeiten, hinweist.
Aston behandelt den Obdachlosen mit liebevollem Respekt: Als er das Bett für Davies bezieht, entschuldigt er sich dafür, dass die Decke nicht ganz sauber ist. Er gibt ihm sogar ein wenig Geld. Auch am nächsten Morgen gilt Astons Aufmerksamkeit als erstes wieder seinem Toaster. Obwohl er dadurch geweckt wurde, dass Davies im Schlaf laute Geräusche gemacht hatte ("You were making groans. You were jabbering." (S. 19), macht er ihm keine Vorwürfe, sondern äußert die Befürchtung, das Bett könne nicht bequem genug sein. Aston will das Haus verlassen und hinterlässt Davies, der erwartet gehen zu müssen, zu dessen Überraschung einen Zweitschlüssel, er bringt ihm also einen großen Vertrauensbeweis, ein Freundschaftsangebot entgegen. Doch bevor Aston geht, wechselt er abrupt das Thema und berichtet Davies von einer Begegnung in einem Café, bei der ihn die Annäherungsversuche einer Frau stark irritierten ( S. 22).
Im zweiten Akt kehrt Aston zurück, setzt sich auf sein Bett und schraubt wieder an seinem Stecker herum. Nachdem sein Bruder Mick die Wohnung verlassen hat, erzählt Aston Davies von seinen
2
Die Angaben von Seitenzahlen beziehen sich auf die Primärtextausgabe Pinter, Harold: The Caretaker. Verlag Diesterweg, 5. Auflage. Frankfurt a. M. Leider nennt die Ausgabe nicht das Jahr des Druckes der 5. Auflage, sondern nur das Copyright von 1960.
Quote paper:
Simona Kirpal, 2005, Die Funktion der Buddha-Statue für die Beziehung der Figuren "Aston" und "Davies" in Harold Pinters Drama "The Caretaker", Munich, GRIN Publishing GmbH
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